07.10.2003

 

 

Loser und nachmittags Urlaub

 

Nach dem Frühstück wollten wir den nächsten Versuch starten, die Spur der "Roten Bommelmützen" zu finden.

Das Wetter meinte es wieder nicht gut mit uns, denn es regnete in Strömen. Nach den Erfahrungen der ersten beiden Tage wussten wir, ein, zwei Berge hinter Fuschl regnet es nicht mehr und es kann sogar die Sonne scheinen. Also umgezogen, ohne Räder ins Auto und ab zum Loser am Altauseer See.

In Altausee (727m Seehöhe) angekommen, gab es Sonnenschein und eine Panoramastrasse, die man auch mit dem Auto hochfahren kann - gegen Bezahlung natürlich. Nur gut, das wir die Räder nicht mitgenommen hatten, denn sonst wären wir bestimmt hinauf gefahren.

Da wir wie üblich die einzigen Touristen waren, brauchten wir für das Auto nichts zu bezahlen und kamen so für "lächerliche" 11€ bequem mit dem Auto nach oben. Auf der 9km langen Strasse ging es über 15 Kehren auf 1600m Seehöhe. Wo aber hin mit dem Auto auf dem Parkplatz? Nicht weil es so voll war, ganz im Gegenteil, wir waren wieder mal die Ersten hier oben. Ideale Voraussetzungen für unsere Suche.

Kurz nach uns kam ein Bus mit englisch sprechenden Touristen, die sich jedoch Angesichts des Schnees und ihrer Schuhe (Absatz- und Sommerschuhe) wieder schnell in den Bus flüchteten. Wir hatten schon befürchtet, dass sie rumlärmen und die "Bommelmützen" vertreiben würden, sofern sie hier oben waren.

 

Belohnt wurde die Auffahrt mit einem wunderschönen Panoramablick, 25cm Schnee und einem kleinen Bergsee, dem Augstsee und den ersten Spuren der "Roten Bommelmützen".

Der Blick ging von den Gletschern des Dachsteins bis zur Firnkuppe des Großvenedigers und hinunter zum tintenblauen Altauseer See.

 

Die Loserspitze mit 1838m konnte ich mit Vati nicht in Angriff nehmen, da er nur Halbschuhe trug. So wanderten wir vorsichtig auf dem Geo-Lehrpfad zum Bergsee und versuchten uns an den berüchtigten Fotosessions.

Auf dem Weg zum Loser war es endlich soweit - die ersten Spuren. Voller Spannung folgten wir den Spuren der "Bommelmützen" im Schnee in Richtung Augstsee. Selbst der 25cm hoch liegende Schnee und Vatis Halbschuhe konnten uns nicht aufhalten. Nach zwei Stationen auf dem Geolehrpfad mussten wir dann doch aufgeben, denn der einsetzende Schneefall und der Wind verwischten alle Spuren. Nach einigen Minuten bildeten Schnee und Wolken ein Einheitsgrau in dem nur noch die schwarzen Kanten des Bergmassivs sichtbar waren.

Rückweg - plötzlich blieb Alexander stehen und zeigte in Richtung des Abhanges und rief:" Vati, dort habe ich etwas Rotes gesehen!"

Vorsichtig näherten wir uns der Stelle am Abhang und tatsächlich - friedlich saßen zwei rote Bommelmützen im Schnee, gerade so, als ob sie uns erwartet hätten. Als sie uns dann durch den Schneefall bemerkten, waren sie ebenso schnell verschwunden, wie sie aufgetaucht waren. Selbst Vatis Hechtsprung brachte nichts mehr ein. Fort!! Jetzt wussten wir aber, dass es sie wirklich gibt, wir auf der richtigen Spur waren und keinem Gespenst nachjagten. Frohgelaunt ging es auf dem Weg zum Parkplatz zurück.

Auf einmal war uns so, als ob uns die "Bommelmützen" beobachten und sie mit uns ihren Schabernack trieben. Plötzlich tauchten sie überall auf. Mitten auf dem Parkplatz, an einer Bank, auf dem Kopf des ersten gebauten Schneemanns und selbst vor Alexanders Kopf und meinen Kopf schreckten sie nicht zurück. Wir konnten sie zwar fotografieren, aber jeder Versuch sie zu fangen oder zu überlisten schlug fehl. Als ob sie unsere Gedanken lesen konnten.

Zum Abschluss unseres Aufenthaltes am Loser Bergmassiv bauten wir unseren Schneemann und machten eine Schneeballschlacht. Und alles Anfang Oktober!

Nachmittags, nach dem wir bei Kaffee und Kuchen unsere Begegnung mit den "Roten Bommelmützen" ausgewertet hatten, ging es dann zurück nach Fuschl, wo Sturm und Regen mittlerweile endgültig die Herrschaft übernommen hatten und auch die letzten Unentwegten (uns) von der Strasse fegten. Etwas müde und faul verbrachten wir den Nachmittag mit lesen und fernsehen - wir hatten ja immerhin Urlaub. Ein Blick zum Fenster zeigte uns immer wieder das typische Fuschlsee-Wetter bei Nordwind.

"Ein Mix aus viel Wolken, noch mehr Regen und jede Menge Wind".

Unser Entschluss stand fest: morgen früh in Kärnten anrufen und wenn das Wetter besser ist (es konnte nicht schlechter werden), geht es "...ab in den Süden..." Unser Ziel, den Nachweis über die Existenz der "Roten Bommelmützen" hatten wir ja erbracht. Nun wollten wir sehen, ob sie auch im sonnigen Kärnten anzutreffen sind.