06.10.2003

 

Distanz: 45 km
Fahrzeit 4:30 h - Höhenmeter: 345m - Geschwindigkeit: 12,8 km/h - Totalzeit: 6:00 h

 

Tour zum Sonnenweg

Mal sehen was uns dieser Tag bringt - noch sind wir optimistisch. Und wie sagt Alexander "Die Hoffnung stirbt zum Schluss"

Der Wind schiebt dunkle Wolken über den See und die Berge rings um den Fuschlsee verschwinden immer mal wieder in ihnen. Da es "trocken " war, es regnete nicht in Strippen, ging es endlich auf die erste Tagestour. Ein Blick auf die Bergkuppen rings um den Fuschlsee zeigte uns, dass in der letzten Nacht fast überall etwas Schnee liegen geblieben war. Sollten wir heute mehr Glück bei unserer Suche haben als gestern?

Unser Plan – nichts wie rauf auf den Berg und dazu nimmt man bekanntlich den kürzesten Weg. Eine Entscheidung mit fatalen Folgen.

Weitwanderweg Nr.804 sollte uns über Berge und durch Täler bringen. Und was blieb?? Ein nicht enden wollender steiler Aufstieg, der unfreiwillig im Schnee endete, eine coole Abfahrt, ein wunderschöner Nachmittag mit italienischen Verhältnissen auf der Terrasse eines Cafes und die Erkenntnis, das man auf die Höhenlinien achten sollte. Aber der Reihe nach.

Auf einem Weitwanderweg sollte es über den Kamm des Filbingers(1307m), über ein gleichlautendes Schneefeld in das nächste Tal zum Hinterseerer See gehen.

Voller Tatendrang ging es los - bis zur ersten Biegung wo wir schon überlegten ob wir das Richtige machen.

Wie Vati so ist, einmal geplant wird die Aktion auch durchgeführt, also bergauf auch wenn wir das Rad schieben müssen. Mittlerweile flucht auch Vati nicht gerade wenig, zumal nach einer Stunde Schiebemarsch es zu schneien beginnt und wir mit den Radschuhen durch den ersten Schnee stampfen.

Ein kleiner Bergsee (Filbinger See) als Anhaltspunkt erweist sich im nach hinein als Zeitvernichter. Fast zweimal um den See und nur, weil wir dachten das die Hütte offen ist und sich dort die "Bommelmützen" versteckt halten. Pech gehabt und nasse Füße noch dazu.

Irgendwann halfen uns weder Karte noch Hinweisschilder um den rechten Weg zu finden.

Irgendwie schaffen wir es immer wieder in solche Gebiete zu fahren wo man keinen Menschen trifft oder schon ewig keiner mehr hinkam. Eigentlich ein ideales Versteck für die "Bommelmützen", aber nichts, aber auch nicht den Hauch einer Spur. An einer Weggabelung geben wir auf. Schluss mit der Suche für heute und den nassen Füßen, so wichtig sind uns die "Bommelmützen" nun auch wieder nicht. Es kommt uns vor, als ob sie sich regelrecht vor uns verstecken oder uns an der Nase herumführen. Aber nicht mit uns!
Selbst Vati gibt auf und will wieder ins Tal fahren. Und das will schon was heißen!! Also Sattel runter, Helm auf und los geht es. Nach einem Drittel des Weges sehen wir heute das erste Mal die Sonne. Nichts wie los und ab ins Tal, dort wo es warm ist.

Was ist denn mit Vati los? Er ist ja noch immer hinter mir und ist noch nicht abgestiegen - die Sonne lockt ihn wohl auch aus dem Winterwald?

In der Sonne wurde ein neuer Plan ausgeheckt. Am Fuschlsee nach Faistenau und dann zum Hintersee und dann wieder auf einen Weitwanderweg. 

Diesmal haben wir aber aufgepasst, denn die Höhenlinien auf der Karte liegen in einem Abstand von 50m und die muss man ja nicht auf direktem Weg erklimmen.

Lustig und vergnügt radelnd ging es nach Faistenau in Richtung Hintersee. Da blinkte am Wegesrand ein einsames Schild: "Schnitzelwirt", "Große Portionen zum kleinen Preis". Nichts wie rein und Kaiserschmarrn bestellt. Na ja, eine Portion hätte für uns beide auch genügt.

Überhaupt sollte man es im Salzkammergut, diesem Mehlspeisen-Sündenpfuhl, mit der Kalorienzählerei nicht allzu genau nehmen. Soll man immer nur zuschauen, wenn sich alle anderen bei Salzburger Nockerl, Kirschstrudel, Marillenknödl, besagtem Kaiserschmarrn, Apfradl, Hasenöhrl oder Nussnudeln in Ekstase schlemmen?

Frisch gestärkt ging es dann am Hinntersee am Hirschpoint auf eine Mountainbikestrecke.

Den ganzen Nachmittag Sonne, geringe Steigungen, schöne Motive und immer auf den Höhenlinien entlang ging es zum höchsten Punkt - dem........ Von dort ging es endlich nur bergab. Was schön klingt endete in bibbern und zittern, denn im Schatten war es bei 60km/h doch unangenehm kalt, so dass wir uns in einer Jausenhütte aufwärmen wollten. -- "Montag und Dienstag Ruhetag".

Das war's dann wieder. Aufs Rad geschwungen und weiter ab ins Tal, bis uns ein Platten an Alexanders MTB aufhielt. "Gott sei dank" an einer Stelle

wo die Sonne noch schien. Mit Vatis Hilfe war die ganze Aktion in "rekordverdächtigen" 15 Minuten beendet. So konnten wir uns wenigstens wieder etwas aufwärmen.

Nach dem wir den Wald verlassen hatten, ging es mit Rückenwind in Richtung Fuschl.

Noch einen kurzen Anstieg von 12% erklommen und Fuschl lag vor uns.

 

Beinahe hätten wir Fuschl nicht heil erreicht. Vor Lachen sind wir den letzten Anstieg nicht hochgekommen, denn ich hab wieder einmal über meine Schaltung und Alexanders quietschendes Lager so geschimpft und geflucht, dass wir vor Lachen nicht mehr treten konnten und beinahe umfielen. "Lieber ein quitschendes Rad als eine nichtfunktionierde Schaltung" war der Kommentar von Sohnemann

Mit dem letzten bisschen Ernst des Tages ging es dann doch noch weiter. Erst kam die Abfahrt, dann der Fahrradladen und anschließend ging es zum wohlverdienten Kaffee und Kuchen - wie in Italien. Auf der Terrasse sitzend, sich von der Sonne wärmen lassend, wurden Pläne für die nächsten Tage geschmiedet.

Ein schöner Sonnenuntergang beendete diesen lustigen Tag und verhieß für den nächsten Tag nur das Beste.


Fuschl am See:

Bezirk Salzburg-Umgebung, Gemeinde, 670 m, 1200 Einwohner (1981: 955 Einwohner), 21,41 km2, Sommerfremdenverkehrsort (241.056 Übernachtungen) am Ostufer des Fuschlsees im Flachgau. - Forstverwaltung, Sommerrodelbahn; Fleisch- und Wurstwarenfabrik


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