05.10.2003

 

Auf dem Weg der Erdgeschichte

Von wegen schönes Wetter. Wolkenverhangen und in Grauschleier gehüllt, lag der Fuschlsee vor uns. Was nun? Trotz der schlechten Aussichten für unsere Suche ließen wir den Kopf und die Füße nicht hängen.

Erst mal frühstücken und dann weitersehen. Gesehen haben nichts mehr, denn der Regen wurde immer dichter und die Wolken zogen über den See. Regensachen an und ein Spaziergang zur Orts-Info.

Nach einigen Minuten fanden wir etwas - Dachstein, 35km von Fuschl entfernt. Dachstein - das Eldorado der aktuellen Höhlenforschung. Die Temperaturen in den Höhlen zwischen +1°C und -6°C sollten für das Auftreten der Bommelmützen ideal sein, zumal es nur wenige Besucher gab und das Höhlenlabyrinth ausreichend Möglichkeiten bot um sich zu verstecken.

 


Dachsteinmassiv:

stark verkarsteter Hochgebirgsstock der Nördlichen Kalkalpen ist aus "Dachsteinkalk" aufgebaut, der vor 200 Millionen Jahren als Ablagerung in Meeresbecken entstand. Schichtfugen, Kluftfugen und Brüche bildeten nach der Gebirgsbildung am Ende der Kreidezeit, die Grundlage für die Entstehung der Höhlen. An ihrer Entwicklung war vor allem die Löslichkeit des Kalkgesteins beteiligt. Schließt das Salzkammergut nach Süden ab und erreicht im Hohen Dachstein, dem höchsten Gipfel von Oberösterreich und der Steiermark, 2995 m. Die Gipfel tragen die östlichsten und nördlichsten Gletscher der Alpen: Großer Gosau-, Hallstätter, Schladminger, Torstein-, Kleiner Gosau-, Schneeloch- und Edelgriesgletscher. Sie haben nur unterirdische Abflüsse


Während unserer Fahrt in Richtung Hallstätter See regnete es ununterbrochen und laut Wetterbericht, sollte die Schneegrenze auf 1000m sinken.

Auf der ersten Etappe fuhren wir mit der Seilbahn von der Talstation Krippenstein auf die Schönbergalm, auf der sich zwei der drei Höhlen und der Pfad durch die Erdgeschichte befinden. Bei schönen Wetter sicherlich ein schöner Anblick, das Hochplateau auf 1365 m Höhe umgeben von den Karstfelsen und der typischen Karstvegetation.

Genug der Schwärmerei und zurück zur Wirklichkeit. Während der Seilbahnfahrt verwandelte sich der Regen in Schneeregen und auf dem Hochplateau lag bereits der erste Schnee, während die Wolken zwischen den Felsen hindurch zogen.

Super passend angezogen - Halbschuhe und keine Kopfbedeckung -gerade das Richtige für einen Besuch der Eishöhlen und der Wanderung zwischendurch.

 


Dachsteinhöhlen:

Höhlensystem am Nordrand des Dachsteins, erreichbar mit der Seilbahn von Obertraun zur Schönbergalm (1338 m). Sie bestehen aus der Rieseneishöhle (2000 m, seit 1928 elektrisch beleuchtet), einer der größten unterirdischen Eislandschaften Mitteleuropas und der Mammuthöhle (47.978 m, imposante Gänge mit Tropfsteinen), einer der größten europäischen Kalksteinhöhlen, deren Gänge durch einen ehemaligen unterirdischen Fluss gebildet wurden. 1981 Entdeckung einer vertikalen Ausdehnung von 1180 m. Die Dachsteinhöhlen wurden 1909/10 erstmals durchforscht, vermessen und dann zugänglich gemacht, 1928 unter Naturschutz gestellt.

Mammuthöhle:

Länge: 60km erforscht, 90km können es noch werden.

Temperatur -1°C bis 1°C

Touristenstrecke: ungefähr 800m


Mit dem Kauf eines all-inclusive Tickets begHerbst auf dem Hochplateauann der "Stress". Fototermin, dann die Rieseneishöhle um 11:30 Uhr besichtigen und anschließend in 15 min über die ganze Erdgeschichte gehetzt zur Mammuthöhle. Die im Boden eingelassenen "Meilensteine" sollen die nur schwer vorstellbare Dauer der erdgeschichtlichen Entwicklung des Dachsteingebietes von der Entstehung bis zur Höhlenbildung verdeutlichen. Fast geglückt.

Woher hat die Mammuthöhle ihren Namen? Der Führer konnte diese, für uns so entscheidende Frage beantworten. Ein Mammut wurde natürlich nicht gefunden, denn das Mammut bezieht sich nur auf die Größe des Höhlensystems.

Nach der Besichtigung beider Höhlen ging es mit einigen Unentwegten zur nächsten Station der Seilbahnfahrt, dem Krippenstein. Hier, auf rund 2100m Höhe, lag der Schnee mittlerweile 25cm hoch und die Besucher veranstalteten eine Schneeballschlacht. Leider war der Dachstein aufgrund der Witterung nicht zu sehen. Nach einem kurzen Zwischenstop wurde auch noch die dritte Etappe in Angriff genommen.

Auf der Etappe zur Gjaidaalm(1700m) begleitete uns dann kein Tourist mehr. Hier oben kam endlich die Sonne hinter den Wolken hervor. Trotz der verbesserten Sichtbedingungen fanden wir auf unserem 10 minütigen Fußmarsch zur Almhütte weder Spuren, Abdrücke oder sonst einen Hinweis auf die "Bommelmützen". Selbst die Einheimischen, die wir in der Almhütte trafen, in der wir uns bei Tee und Kaiserschmarren stärkten, schüttelten nur mit dem Kopf auf unserer Frage nach den "Bommelmützen". Die dachten bestimmt, dass wir spinnen und schon zuviel Schnee gesehen haben. 
Da wir die letzte Bahn ins Tal nicht verpassen wollten, machten wir uns nach einem kurzen Aufenthalt auf den Rückweg. Auf der Rücktour lies der Regen langsam nach und in Fuschl war es sogar trocken.

Für den nächsten Tag haben wir uns nichts vorgenommen, denn das Wetter überrascht einen immer wieder hier. Also aufstehen, zum Fenster schauen und dann entscheiden. Vielleicht haben wir ja morgen etwas mehr Glück.

 

Ellmaustein 1047m Ellmaustein 1047m