Wien oh Wien nur Du allein...

 

Zwei Tage in Wien - eigentlich nur zwei halbe Tage, also sozusagen ein Ganzer - summa summarum - und eigentlich wollte ich darüber keinen Bericht schreiben, da es kein Konzert- oder Opernevent geben sollte - summa summarum - höchstens einen Konzertbesuch in Schönbrunn, aber allein die Zeit war zu knapp und die Welt da draußen in Wien zu nass. Damit war es im Umkehrschluss trockener im Hotel und auch sehr viel gemütlicher und die knappe Zeit ward dann doch viel besser verbracht - letztendlich!

Der Flug nach Wien am Freitag war schnell und preiswert von Hamburg aus. Die zwei halben Tage in Wien waren schnell und exklusiv - für mich - phantastisch. --- Ich muß wiederkommen nach Wien, denn ich haben die Oper nicht gut sehen können aus dem vorbeirauschenden Taxi - nie so richtig. Genau deswegen werde ich wiederkommen und mir die Oper anschauen. Diesmal gab es Wichtigeres und wichtigere Personen, die mehr Aufmerksamkeit verdienten als das Gebäude der guten alten Wiener Oper. Nutzet den Augenblick! Das habe ich in meinem letzten Bericht schon einmal geschrieben und wir haben ihn genutzt. Mozart und Hundertwasser - großartige Größe. Berauschende Erfahrungen, schrill, interessant und einzigartig.... eben berauschend.

 

Katalog der AusstellungKaum angekommen in der Welt der Musik und schon tönte mein Handy mit einer Einladung zu einer privaten Führung durch die Mozart Ausstellung in der Albertina - Herbert Lachmayers persönliche und reich illustrierten Ausführungen zu seiner Ausstellung über das Genie der alten Musik im neuen Gewand. 

Er liebt seine Ausstellung und mit seinen Worten donnerte eine wuchtige Welle seines Enthusiasmus durch meine Seele. Es war ein Genuss ihm zuzuhören. Seine Energie erfasste mich, strömte mit mir über die rosa Rokokoteppiche (Franz West) durch die verschiedenen im Detail perfekt gestalteten Säle der Albertina. Ich war erschlagen und restlos beeindruckt von soviel und so rhetorisch und poetisch brillant in meine Ohren transferierten Wissen. Ich hätte nicht mehr aufhören mögen seinen hervorragend gewählten Worten und Schritten durch die Ausstellung zu folgen.

Jedes Teil hatte einen Sinn, vom verrückten, kontrastreichen Rokokoteppich, über zahnlose Fernsehbilder und scharfzähnige Krokodile bis hin zu Mozarts Historie, hinterlegt mich wunderbaren Autographen und Gemälden aus der ganzen Welt zusammengetragen um hier in Wien die Menschen zu beeindrucken. 

Das inspiriert meinen Geist und meine Gedanken fließen wild und meine Hände wissen gar nicht, wie sie diese wunderbaren Eindrücke in diesen kurzen Bericht manifestieren können. Ich möchte das Gesehene und Erlebte in Stein meißeln - symbolisch - aber, es ist wieder die Sache mit dem Augenblick, den man nicht festhalten kann. Es funktioniert einfach nicht. Meine Gedanken verschwimmen und kreisen wild in meinem Kopf. Sie wollen hinaus, aber meine Finger auf der Tastatur schaffen es nicht sie einzufangen. Es ist einfach unmöglich. Das ist das Problem mit dem Einfangen des Augenblicks. Es funktioniert nicht. Aber Herbert Lachmayer inspiriert mich, Wien inspiriert mich.... naja, das was ich in diesen wenigen Stunden von Wien gesehen habe. 

Es war ein perfekter Aufenthalt. Begonnen mit der Albertina und beendet mit Hundertwassers bunten Phantasien. Zwei sehr gut ausgesuchte, wertvolle Erfahrungen. DAZWISCHEN einen Deutschlandsieg über Argentinien im 11 Meter schießen mit Bier und Siegesstimmung, ein überaus hervorragendes Dinner mit überaus angenehmer Begleitung in einem erstklassigen Restaurant. DANACH eine sehr konstruktive Beratung über eine neue Homepage und ein neues interessantes Projekt dazu, welchem ich den besten Erfolg wünsche. Und als Abschluss ein wunderbares Mittag im Palmengarten mit netter und angenehmer Unterhaltung. Fazit, siehe oben: zwei halbe exklusive und phantastische Tage.

 

Wien um 1760 - Canaletto (Quelle: Katalog der Ausstellung)Und jetzt weiter zur Mozartausstellung und zum Hundertwasser. Das verdient längere Aufmerksamkeit meinerseits. Das verdient, daß man sich damit ausführlicher beschäftigt. Es regt mich sehr dazu an.

Der Professor schenkte uns mehrere Minuten seiner kostbaren und knappen Zeit um uns seine intellektuellen und überaus brillanten Gedanken zu verdeutlichen. 

Es gibt sehr wenige Menschen, denen ich bis jetzt in meinem 37 Jahre langen Leben begegnet bin, die mich beeindrucken. Er ist einer davon. Ich hätte ihm stundenlang zuhören und seinen schnellen Schritten durch die "Wissensoper für Mozart"* folgen mögen. Vom schrillen kontrastreichen Teppich bis zum Krokodil, von minderwertigen Staatszähnen mit Lücken bis zum Königin der Nacht Gewand, vom hübschen Gartenvideo bis zum skurrilen, nicht wirklich schönen Drahtbäumchen mit Beleuchtung. 

Man merkte an seiner Rede, wie er seine Ausstellung liebte und ich merkte, wie ich durch seine enthusiastische Rede begann seine Ausstellung ebenfalls zu lieben. Sie ist einzigartig und mein Hirn findet phantasievolle Inspiration, wenn ich daran zurückdenke. Sie bietet soviel Stoff zum Nachdenken, daß man ein ganzes Buch darüber schreiben könnte und ich gar nicht so richtig weiß, wie ich mich hier kurz fassen und auf das Wesentliche beschränken soll. 

 

Vater Lopold und seine Kinder um 1763 (Quelle: Katalog der Ausstellung) Was ist das Wesentliche dieses Liebesbekenntnisses an Mozart? Ist es Mozart selbst? Ist es Mozarts Umfeld im 18. Jahrhundert und seine hervorragende Vermarktung durch seinen Vater? Ist es das wunderbare Gefühl, wenn man dieses alte wunderschöne Palais des Erzherzog Albert von Sachsen betritt und auf rosa Teppichen auf Mozarts Spuren wandelt? Sind es die alten, einmaligen Autographen oder ist es die hervorragend dargestellte Mozartgeschichte? Ist es die zeitgenössische Kunst und die verrückte Umsetzung der Idee "Mozart"? Es ist schwierig. Ich weiß es einfach nicht. Vielleicht solltet Ihr Euch selber ein Bild darüber machen. Die Ausstellung ist noch bis September 2006 in der Albertina in Wien zu sehen.

 

Die Albertina ist eine einzigartige Kunstsammlung 1776 durch Herzog Albert von Sachsen ins Leben gerufen, mit der Übergabe durch Giacomo Conte Durazzos etwa eintausend Kunstwerken. Sie umfasst bedeutende Werke von Leonardo, Michelangelo, Raffael, Rubens, Rembrandt, Van Dyck und Dürer genauso wie zeitgenössische Kunst. In diesem wunderschönen Gebäude, von dem ich leider kein Foto machen konnte, weil keine Sekunde zeit dazu, befindet sich die Mozart Ausstellung des Da Ponte Instituts Wien.

 

"Eine Ausstellung machen heißt eine Geschichte erzählen."** und das hat das Da Ponte Institut meiner Meinung nach mit Bravour realisiert. Eine Geschichte mit phantastischen Illustrationen.

Hier treffen wir Mozart mit seinen verschiedenen Gesichtern über alle Epochen seines rasanten Lebens, wir treffen seinen Vater Leopold, die Mutter Anna Maria und seine ältere Schwester Nannerl und wir treffen eine Menge wichtiger Personen die mit ihm zu tun hatten. Bei weitem natürlich nicht alle, denn das würde wohl den Rahmen der Ausstellung enorm sprengen. ALLERDINGS, was hier ein bißchen fehlte, ist die Vorstellung seine Musikerkollegen aus dieser Zeit und deren Einfluss auf ihn. Cannabich, Vanhal, Dittersdorf, Haydn.... davon habe ich nichts gesehen in der Ausstellung. Aber gut, ich habe auch nur einen kleinen Bruchteil Dieser in nur sehr kurzer Zeit, genauso rasant wie das Leben des Mozarts, bestaunen dürfen. Wo man sich hätte einen ganzen Tag aufhalten können und müssen, war ich bedauerlicher Weise nur ca. 2 Stunden zu Gegen. Vielleicht gab es ja noch eine Ecke für seine exzellenten Zeitgenossen.

Rasant und überaus interessant für mich waren auch die Erklärungen Herbert Lachmayers Assistenten, den er uns für die restliche Führung zur Verfügung stellte.

Zum Bild von Meytens über die Kinder Maria Theresia bei der Aufführung des Balletts "Il trionfo d'Amore" (1765) erklärte er uns, daß zu dieser Zeit viele Aufführungen privat, sozusagen im eigenen Garten oder in den eigenen vier (?) Wänden satt fanden. Die Opernhäuser und Theater, wie wir sie kennen, waren keineswegs von Anfang an so verbreitet und üblich wie heutzutage. Wer damals etwas auf sich hielt hatte sein eigenes Orchester für die verschiedenen Anlässe und auch einfach mal so zum Essen im Haus. Ballett, Oper und Konzert wurden an den unterschiedlichsten Orten und einfach mal so zwischendurch wo es passte vorgeführt. Es war also für Familie Mozart gar nicht so einfach den begabten Sohn "vorzuführen". Dazu brauchte man schon gute Netzwerke, ein hervorragendes Marketing und vor allem ein dem Hofe entsprechendes Benehmen - und zwar dem Hofe der jeweiligen Stadt oder Gegend, wo man sich befand angepasst. 

Selbst die Kleidung mußte angepasst werden. Man trug keineswegs die selben Gewänder in Frankreich wie in England. Somit war es auch ein sehr kostenintensives Unterfangen für Vater Mozart seinen Sohn in die verschiedenen Höfe einzuführen. Das erforderte sehr viel Ehrgeiz und ein hervorragendes Management. Der Vater also als Agent für seinen Sohn. Ein erstklassiges Konzept, was sich sichtlich und letztendlich sehr gut durchsetzte. Trotzdem immer wieder erstaunlich für mich, wie Leopold Mozart das alles in diesen Zeiten geschafft hat. Das muß wirklich ein brillanter Manager gewesen sein.

So ein hervorragender Manager braucht hervorragende Beziehungen und Netzwerke und diese zu knüpfen und zu pflegen waren Vater und Sohn brillant.

Quelle: Katalog der AusstellungMozart selbst hatte eines der bekanntesten Netzwerke überhaupt zur Verfügung: Die Freimaurer.

Dieses Netzwerk bot ihm sehr gute Verbindungen zu überaus einflussreichen Männern, wie dem Begründer der Illuminaten in Wien: Anton Graff, Joseph Freiherr von Sonnenfels. Als sehr fortschrittlicher und intelligenter Mensch ein wichtige Persönlichkeit seiner Zeit.  

Ihnen widmete Mozart seine uns allen bekannte Oper "Die Zauberflöte" und die Ausstellung in der Albertina widmete dieser auch eine Menge gebührender Aufmerksamkeit und die Freimaurer widmeten der Ausstellung eine riesige Anzahl Mozart relevanter "Reliquien" aus ihren Beständen. Es ist sehr lohnenswert sich diese anzusehen.

Schon allein über die überaus interessante Beziehung Mozart zu den Freimaurern und umgekehrt, könnte man Bände von Büchern füllen. Ja, das ist das, was ich oben in meinem Bericht versuchte zu erklären. Das Thema ist einfach zu umfangreich um auf diese vielen Details genauer einzugehen und somit ist es nahezu unmöglich auch nur einen klitzekleinen Bruchteil des Gehörten und Gemerkten mit Erklärungen dazu hier in meinem Bericht unterzubringen.

Unter Anderem treffen wir hier mit ganz hübschen und wie sollte es anders sein, anzüglichen Zeichnungen, auch unseren alten Vockeroder Freund, den Marquise de Sade (1740-1814) wieder und man fragt sich, was der Marquis als Zeitgenosse Mozarts (1756-1791) für einen Einfluss auf ihn gehabt haben könnte. 

Marquise de Sade, Illustration aus La nouvelle Justine (Quelle: Katalog der Ausstellung) Das Da Ponte Institut meinte sicherlich das es einen gegeben haben muß, denn sie wählten diese Illustrationen zu seinen Büchern für ihre Ausstellung aus. Und sicherlich gab es da auch einen, denke man nur an diesen verruchten "Don Giovanni" in Mozarts gleichnamiger Oper. Aha! und da haben wir dann auch den Link Mozarts zu Da Ponte. Der Literat Lorenzo Da Ponte (1749-1838) war genauso wie der Marquise des Sade immer auf der Flucht, allerdings mehr vor seinen Gläubigern als vor konservativ, verklemmten Gesetzgebern, und schrieb das Libretto zu Mozarts "Don Giovanni", wie auch das zu "Così fan tutte" und "Die Hochzeit des Figaro".

Noch ein überaus interessanter Mann mit dem man sich näher befassen müßte und über den man danach sicherlich auch seitenlange Essays, wenn nicht sogar Bücher schreiben könnte.

Weitere mir sehr bekannte Namen, die mir bei der Reise durch die verschiedenen Welten der Ausstellung ins Auge fielen, sind Johann Christian Bach, de Beaumarchais, Carlo Goldoni, Thomas Linley und Tristam Shandy.

Wo uns Carlo Goldoni (1707-1793) noch sehr gut von der Aufführung der "Wirtin" des "neuen theaters" in Halle in Erinnerung ist, verblasst das Wissen über Thomas Linley (1756-1778) ein bißchen und ich muß mir das Internet zu Hilfe nehmen. 

Der Name Thomas Linley war mir ein Begriff, aber ich wusste nicht, daß er ein so guter Freund Mozarts war. Wo Mozart, ob der vielen Ortswechsel doch gar keine richtigen Freunde hatte. 

Thomas Linley war ihm durchaus ebenbürtig und genau wie Mozart war auch er ein sehr begabtes Kind, ein Wunderkind. Sie trafen sich in Italien und blieben weiterhin in Kontakt. Das hätte eine gute und andauernde Freundschaft werden können, aber leider ertrank Linley im Alter von 22 Jahren.

Johann Christian Bach (1735-1782) ist mir als Hallenser, so dicht neben Leipzig, selbstverständlich ein Begriff. Er war das elfte Kind des berühmten Leipziger Sohnes Johann Sebastian Bach. Mozart schätze seine Werke und ich kenne leider nicht eins davon. Wieder eine Lücke! Ja, das muß ich zugeben. Diese Ausstellung offenbarte mir so viele Lücken in meinem Wissen, daß ich mich gar nicht traue hier aufzuschauen und eigentlich vor Scham im Boden versinken müßte. Mit jedem Schritt in dieses Mozartparadies und mit jedem Detail wurde mir mein Nichtwissen oder mein kleines winziges Dasein in dieser Welt immer bewusster. Wie soll man so viele Wissenslücken in einem so kurzen Menschenleben nur stopfen?

 

"Leben und Meinungen von Tristam Shandy, Gentleman", 9 Bände des verrückten Romans von Laurence Sterne um das Leben des Tristam Shandy, die ich auch noch nicht kenne, aber unbedingt kennen lernen möchte. Hier wieder das selbe. Den Namen Shandy schon oft gehört, aber sich nie wirklich Gedanken darüber gemacht - tja und nun fällt es mir auf die Füße und ich kann Euch gar nichts Genaues dazu sagen. Aber ich verspreche Euch, ich werde die 9 Bände lesen und Euch bei Gelegenheit, vielleicht zu einer Mozartoper, mehr darüber berichten. An dieser Stelle erst mal keine weiteren Bemerkungen dazu.

Der letzte der mir aufgefallenen und bekannten Zeitgenossen Mozarts ist der brillante Pierre-Augustin Caron de Beaumarchais (1732-1799). Eine sehr schöne Beschreibung dieses Mannes liefert uns Feuchtwanger in seinem Roman "Die Füchse im Weinberg". Schon das Vorwort in diesem Buch ist Brillanz. Aber nein, das werde ich jetzt hier nicht abtippen, obwohl es mich sehr in den Fingern juckt. Nein, hier geht es um Mozart und nicht um Feuchtwanger. Vielleicht geht es irgendwann in meinen Berichten auch mal um Feuchtwanger. Dann werdet Ihr auf alle Fälle dieses Vorwort zu lesen bekommen, aber jetzt nur kurz: Dieser vielseitige und interessante Mann stand in Bezug zu Mozart, indem er das Libretto zur Oper "Die Hochzeit des Figaro" verfasste.

Wieder eine Persönlichkeit über die ich gern etwas mehr schreiben würde, aber über die ich im Moment noch viel zu wenig weiß um dies tun zu können und die in diesem Bericht eben nicht im Mittelpunkt des Geschehens steht und damit sollten diese wenigen Zeilen zu seiner Person ausreichend sein.

 

HundertwasserEs gibt soviel zu sagen zu dieser Ausstellung und umso mehr ich mich damit beschäftige umso mehr Gedanken fließen in meinen Kopf und wollen getippt werden. Aber ich habe jetzt beschlossen hier aufzuhören über die Ausstellung zu schreiben, denn es gibt noch ein zweites Highlight, welches ich in Wien bewundern durfte und damit möchte ich jetzt fortfahren, sonst endet mein kleiner Bericht wirklich noch in einem Buch.

Aber als erstes ein Danke für diese gute Idee sich die Hunderwasserhäuser in Wien anzusehen. Das war wirklich eine hervorragende Idee. Ich mochte diesen Hundertwasser und seine wunderschön verrückten Häuser schon immer. Das war mal ein Mann, der Ideen hatte und diese brillant umsetzte. Ein Freidenker, einer der einfach das machte, wozu er Lust hatte. Wenn ich ein Vorbild für mein Leben suchen würde, dann käme er bestimmt in die engere Auswahl. Er ist einfach anders als die anderen und das ist das, was ich liebe: Individualität, sich nicht an Konventionen anpassen, nicht danach schauen, ob mein Nachbar die richtige Meinung von mir hat, nicht das tun, was alle tun, einfach etwas Besonderes sein, einfach ein Individuum sein, eine einzigartige Persönlichkeit. 

Eine Persönlichkeit, die nicht nach Schema F in eine Schublade gepresst werden kann. Einfach eine Persönlichkeit, die nicht berechenbar ist, weder von Marketingexperten, noch von Sozialforschern, eine Persönlichkeit die einfach nicht in den alltäglichen Alltag passt, eine die eigene Ideen hat und diese ohne wenn und aber lebt und erlebt. Eben ein Hundertwasser. Friedensreich Hundertwasser, noch einer der  berühmtesten Österreicher an einem Wochenende und sogar in Wien geboren.

 

Hundertwasser - Wien Juli 2006Diesmal hatte ich ein bißchen Zeit zum Luftholen und somit auch Zeit um Fotos machen, die ich Euch jetzt hier hochladen kann. Alles Andere bekommt Ihr später. Dafür muß ich eben noch einmal nach Wien.

Wenn ich die Biografie von Friedrich Stowasser lese bin ich jedes Mal beeindruckt. Was für ein interessantes und bewegendes Leben. Jede Jahreszahl ein neues Projekt und neue Erfahrungen. Mit jeder Jahreszahl verdeutlichet er seine Ideologien mehr und mehr. An diesem Mann ist einfach alles interessant und mein Wissen über ihn reicht bei weitem nicht aus um Euch das alles genau auseinander zusetzten. Ich kann Euch hier eigentlich nur sagen, daß ich begeistert bin von den Dingen, die dieser Mann geschaffen hat, von Fahnen über Briefmarken und Bilder bis hin zu diesen sehr gut durchdachten Häuserfassaden. Ein bunter Lichtblick inmitten tristem und langweiligem Alltagsgeschehen. 

Man biegt in einem langweiligen Wohnviertel um eine Häuserecke und vor einem baut sich ein buntes, verrücktes Etwas auf und man bleibt stehen und entdeckt Schritt für Schritt, Zentimeter für Zentimeter das Wunder dieser atemberaubenden Architektur. 

Man kann fast Stundenlang auf einer Stelle stehen bleiben und alles betrachten und sich Gedanken dazu machen und den Meister bewundern. Man kann aber auch in das kleine hübsche Restaurant gehen und einen Wiener Kaffee und das Leben genießen. Das ist wirklich ein wahrer Genuss dort zu sitzen, seinen Kaffee zu trinken und über die Architektur zu staunen. Ich fühlte mich hier sofort wohl und zu Hause und mochte überhaupt nicht diesen tollen Platz verlassen. Wer würde das auch wollen, inmitten dieser phantasievollen Umgebung diese zu verlassen. Also ich nicht und ich würde da auch jetzt noch sitzen, wenn wir nicht einen wichtigen Termin gehabt hätten. Warum ist dieser Hundertwasser nur so einmalig? Warum gibt es nicht mehr dieser individuellen Menschen? Warum gibt es nicht mehr solcher individuellen Bauwerke und Fantasielandschaften?

 

Fantasielandschaften, wie sein "Hügelwiesenland". Eine interessante Wohngegend, die wie es aussieht auch den Hundertwasser - Wien - Juli 2006 "Herr der Ringe" Filmarchitekten Peter Jackson inspirierte. Sein Hobbit-Land trägt die selben Züge der geschwungenen Hundertwasserhandschrift. Da hat wenigstens einer sein Model verwirklicht, auch wenn nur in einem Film - aber immerhin in einem brillanten Film.

 

Seine Biographie ließt sich wie ein Bilderbuch, immer neue, interessante und verschiedene Projekte. Immer neue Ideen und Herausforderungen, immer ein bewegtes Leben. Nur mit der Liebe scheint er ein wenig Pech zu haben, ein paar Frauen und schnelle Scheidungen - keine Frau, die ihm für sein ganzes Leben bleibt. Wahrscheinlich kann keine Frau mit solch einer rasanten Entwicklung mithalten und sein Interesse immer neu entfachen und am Kochen halten.

 

Tja und somit hätten wir wieder den Bogen zu Mozart gespannt: rasantes Leben mit wenig Zeit zum Luftholen, aber spannend bis zum letzten Atemzug - Wahnsinn, was für spannende und interessante Männer!

... und nun lehne ich mich hier zurück und denke über die Männer meiner Umgebung nach....tja..... was meint Ihr wohl?

 

Eure Jana

 

 

 

 

*"Experiment Aufklärung" Im Wien des ausgehenden 18. Jahrhunderts - Katalog zur Ausstellung des Da Ponte Instituts; 17.März bis 20. September 2006 in der Albertina Wien, S. 35

** Prof. Dr. Herbert Lachmayer, Vorstand des Da Ponte Instituts im Vorwort des Kataloges zur Ausstellung

 

Anmerkung zu den Bildern: Das ist eine private Website und dient keinerlei kommerziellen Zwecken. Einige der Bilder auf dieser Seite sind dem Katalog zur Ausstellung entnommen. Im Falle das ich hier irgendwelche Abbildungsrechte verletze, bitte ich die betreffenden Rechteinhaber mich darüber zu informieren und ich werde sofort die Bilder von meiner Homepage wieder entfernen. Meine Kontaktadresse: feininger@mein-abenteuerland.com

 

 

30.06./01.07.2006