
Natürlich
ist nicht jeder Park gleich dem anderen und nicht jeder Apfelstrudel schmeckt
wie der andere und genau aus diesem Grund gibt es immer einen Grund, einen
Ausflug nach Wien zu unternehmen. Naja, man könnte
allerdings auch nach Wien fliegen, wenn man die Oper "Werther" in der Wiener
Staatsoper erleben möchte.
Was eigentlich das eigentliche Ansinnen meines diesmaligen Wienbesuches war. Natürlich
kann man auch die Parks vergleichen, z.B. den Park am wundervollen Schloss
Schönbrunn
mit dem Park ein Stückchen
weiter weg von Dessau, dem Wörlitzer
Park. Der Vergleich wäre
wirklich nicht einfach, denn beide sind wunderschön
und wahrscheinlich unterscheiden sie sich auch nicht sehr in der Größe.
Allerdings ein ganz wichtiger Fakt wäre,
daß
der Park um Schönbrunn
keine so niedliche kleine Insel besitzt, wie die Insel Stein und demzufolge auch
keine so hübsche
Aufführung
von Dido und Aeneas wie die des Anhaltischen Theaters
Dessau. Wobei wir jetzt das
zweite Thema meines kleinen Berichtes angeschnitten hätten.
Wien, die Stadt der Musik,
mit einer so riesengroßen
und wundervollen Oper und dann das kleine Gegenstück
dazu, der hübsche
Wörlitzer
Park mit romantischer Gondelfahrt zur Insel Stein um Purcells Dido und Aeneas zu
erleben. Beides ist sehr reizvoll und man solle sich hüten,
eines dem Anderen vorzuziehen. Von den Preisen her unterschied es sich diesmal auch
nur ein klein wenig. Naja gut, kommt eben darauf an, ob man vor der Wiener Oper
noch im Hotel Sacher essen möchte
oder eher den Italiener um die Ecke bevorzugt. Wir entschieden uns diesmal auch
wegen meines mit 1,3 bestandenen Diplom angemessen für
ein Dinner mit Champagner im Hotel Sacher und DAS hat sich vollendens gelohnt.
Die Küche
und das Personal waren exklusiv und ich fühlte
mich mit meinem Abendkleid sehr passend zum Sacher und sehr gut aufgehoben in
seiner Obhut.
Im
gemütlichen
Ambiente und bei überaus hervorragendem Dinner ließen
wir uns ordentlich verwöhnen.
Das Anstoßen
mit vortrefflichem Champagner war geradezu und überaus
angemessen für
einen sehr guten Abschluss
als Diplomkauffrau nach 5 jährigem
Fernstudium. Wir haben alles genossen, vom Salat bis zur Sachertorte und krönten
den Abschluss
unserer Feier mit einem Besuch in der Wiener
Staatsoper. Das war das allererste
Mal für
mich und es war die letzte Vorstellung dieser Saison und es war eine Oper, die
ich noch nicht kannte: "Werther" mit
der Musik von Jules Massenet und natürlich
nach dem berühmten
Roman "Die Leiden des jungen Werthers" von Johann Wolfgang von Goethe. Also
Liebesschmerz vom Feinsten über
die ganze Aufführung
hinweg. Da sollte kein Auge trocken bleiben... naja, wahrscheinlich blieben alle
trocken, nur nicht meine.
Eine wunderschöne
Geschichte und eine wunderschöne
Oper, musikalisch ebenso wie darstellerisch. Im Gegensatz zur Oper in Zürich
war und bin ich überaus
begeistert von der Inszenierung, den Kostümen,
der Musik und natürlich
auch der Darstellung.
Und selbstverständlich und ganz sicher werde ich wiederkommen.
Unser Wienwochenende begann diesmal an einem Freitag mit liebem Abschied am Flughafen Halle/ Leipzig und liebem Empfang am Flughafen Wien.
Wir fuhren auf altbekannten Pfaden und schwatzend, wie man das nur mit einer Freundin kann, Richtung Wien Mitte, und wir waren sehr gespannt auf unsere diesmalige Unterkunft bei Hapimag.
Hapimag kannten wir bis dato nur von London, wo wir überaus zufrieden damit waren. Natürlich wussten wir, daß das in Wien überhaupt nicht anders aussehen würde. Mit der S2 kommt man bequem und billiger als mit dem CAT in die Innenstadt, von dort noch ein paar Meterchen bis zum Volkstheater und dann zu Fuß in die Lerchenfeldstraße hinüber bis zum grünen Busch, der uns unsere Straße zu Hapimag markierte. Eine gute Markierung auch für weitere und noch folgende Heimkehrten.
Zu lange
hielten wir uns diesmal nicht auf im Appartement, denn die Sonne strahlte vom
Wiener Himmel und es gelüstete uns nach einem guten Wiener Frühstück, mit Wiener
Marmelade, Wiener Brot bei überaus urigem Wiener Wirt. Auf Empfehlung des Hauses
und nur ein paar Schritte weit von unserer Unterkunft entfernt, erstreckte sich
ein "Freiwilliger Durchgang" bis hin zum Cafe
"Kandinsky", dem urigen Wiener Wirt mit Ausstellung gleich um die Ecke. Es war unbeschreiblich, wie
ein einzelner Mensch soviel uriges und wienerisches Entertainment, oder besser
urigen und echten Wiener Schmarren in so kurzer Zeit und mit soviel Liebe und
Enthusiasmus bei uns loszuwerden versuchte.
Bei selbst gemahlenem und
-gebackenem Wiener Brot und mindestens 10 Sorten Wiener Marmelade, welche
unseren Wiener Tisch alsdann zierten, ließen wir uns gern so angenehm unterhalten. Auf
die Frage, wo denn das hervorragende Brot bezogen wurde,
lernten wir sofort den
netten Wiener Bäcker gleich um die Ecke kennen. Und wahrhaftig, neben dem
Backtisch, unter dem Demeter Kornsäcke gelagert wurden und daneben eine kleine
hölzerne Mühle und ein paar Schritte weiter das Backwerkzeug stand, begrüßte uns
der Bäcker freundlich strahlend. Wir redeten über Herstellung und Idee, über
Geschmack und Brotsorten und
darüber, welches Brot wir wohl letztendlich für uns
zum Frühstück wählen würden. Wir stellen fest, daß die beiden Wiener sehr nette
und gemütliche Leute waren und das wir so manchen Schmarren mit einem
Augenzwinkern betrachten müssten. Ja, diese beiden Herren waren genau nach
meinem Geschmack und ich denke, ich werde sicherlich im August wieder dort
vorbeischauen.
Gut gesättigt und sehr vergnügt beschlossen wir uns auf den Weg zu machen und die Zutaten für unseren später gut gefüllten Kühlschrank zu besorgen. Ein interessanter Wochenmarkt in der Nähe und das Geschäft, was diese hervorragende Marmelade vertrieb, halfen uns dabei. Nach getaner Arbeit mit einem Schwätzchen hier und einem Schwätzchen da neigte sich der schon zum Frühstück sehr fortgeschrittene Freitag dem Abend zu und wir beschlossen die ganze Sache gemütlich ausklingen zu lassen, z.B. bei einem vortrefflichen österreichischen Rotwein in vortrefflichem Wiener Restaurant. Was kann es Schöneres geben? Es fällt mir nicht mehr sehr viel dabei ein.
Im Restaurant Novelli genossen wir die letzten Zuckungen des Tages und das Erscheinen des sommerlichen Abends und waren sehr zufrieden damit.
Neben sämtlichen Sehenswürdigkeiten u.ä. sollte allerdings erst der nächste Tag, der Samstag, das Highlight sein.
Wir beschlossen nach unserem ausgedehnten Einkaufsbummel, einen Tisch für den Abend im Hotel Sacher reservieren zu lassen. Die pure Gier nach Luxus und abgrundtiefe Verschwendungssucht stiegen in uns auf. Der bevorstehende Besuch dieser prachtvollen Oper verführte uns zu einem leichtsinnigen, aber sehr verlockendem Unterfangen, welches wir, gerade erst angedacht, sofort in die Tat umsetzten. Das plüschige Innenleben des Restaurants im Hotel Sacher frohlockte unserer Gedanken und wir frohlockten unserer brillanten Idee des verschwenderischen Geldumsatzes.
Wir berechneten unsere Lage so: Da wir nicht die besten Plätze (ca. 170 EUR) der Oper bezogen und auch nicht die Wiener Hofreitschule (ca. 170 EUR), wie eigentlich geplant, besuchten, hätten wir doch genügend Geld für ein exklusives vier Gänge Menü mit Champagner in betreffendem Luxushotel übrig.
Die Rechnung ging auf und wir kamen
sogar mit nur 80 EUR pro Nase etwas billiger weg und was noch wichtiger ist, wir
bereuten keinen noch so kleinsten Bissen. Es war alles perfekt bis ins kleinste
Detail. Die Ober verwöhnten uns mit Etikette und der Aufmerksamkeit, die wir so
lieben und das Menü im überaus gemütlichen Ambiente übersteigerte meine
Sinneswahrnehmung um einiges. Also kurz: Genuss vom Feinsten in allen Facetten
die Genuss zu bieten hatte. UND! das sollte sich noch
um etliches steigern.
Wer hätte denn gedacht, daß die Wiener Oper wirklich so hervorragend ist. Nach dem ich die Züricher kennen lernte, hatte ich auch hier den Wolf im Schafspelz vermutet und wurde eines Besseren belehrt. Hier war genau das drinnen, was auch draußen versprochen wurde und begeisterte mich sehr.
Das Opernhaus
ist beeindruckend und riesig und sein Konzept gefällt mir sehr gut. Es gibt
Karten für Jedermann, von 8 bis 180 EUR, es gibt Publikum aus jeder Sparte, vom
Studenten bis zum Adel, ......... den sie ja eigentlich in Österreich
abgeschafft haben. Allerdings lieben die Österreicher Titel sehr und so wurde
dieser Missstand durch akademische
Grade hochgradig kompensiert. Herr und Frau
Doktor geben sich also die Ehre und ich gab mir die Ehre dieses vortrefflichen
Opernbesuches. Wir saßen für unsere nur 53 EUR Karten ziemlich weit oben und
stellten nach Erklimmen hunderter Stufen zufrieden fest, daß diese Plätze überaus
hervorragend waren. Zwar in etwas, der Hitze geschuldeter (32 °C draußen),
warmer Atmosphäre, aber sehr gemütlicher Umgebung, genossen wir alsdann die
ersten Takte der Wertheroper.
Phantastische Melodien und hervorragende Arien mit Handlung türmten sich vor uns auf und ich genoss jede einzelne Note, bzw. liebesbetrunkene Episode davon. Das Bühnenorchester der Wiener Staatsoper brillierte unter der hervorragenden Führung von Marco Armiliato und Neil Shicoff gab einen perfekten Werther ab. Die Rollen waren allesamt hervorragend besetzt und ich konnte keinen Mangel finden.
Neil Shicoff
litt Werthersecht und Vesselina Kasarova (als Charlotte) zeigte ihm (sozusagen)
die ungewollte kalte Schulter. Morten Frank Larsen (als Albert) freute sich und
nutze die Gunst der Stunde - also ganz nach meinem und wohl auch Goethes
Geschmack. Ok, allerdings würde ich jetzt keinen
Selbstmord begehen wollen....
aber ich bin ja auch nicht unglücklich verliebt. Schickte lieber eine liebe SMS
in die Heimat und freute mich auf ein liebes Wiedersehen zwei Tage später.
Bis dahin genoss ich das wunderschöne Wien mit dem wunderschönen Wiener Wetter und einem Parkbesuch in Schönbrunn, was sehr schön war.
Schon bei den
ersten Schritten im
schönen Schönbrunner Schlosspark verglich ich diesen mit
unserem, eigentlich auch sehr bekannten und überaus schönen, Wörlitzer Park und ich denke, diese
Idee kam mir nicht nur aus dem Grund, weil ich eine Woche später Dido und Aeneas
dort begegnen sollte. Ich denke beide Parks stehen sich in nichts nach und
beide sind sehr empfehlenswert für einen Besuch. Schön, daß das für mich jetzt
beides so nett beieinander lag. Leider und allerdings stand das Wörlitzer Wetter
dem Wiener um einiges an Sonnenschein und Wärme nach und so zog es mich mit
Rollkragenpullover und regenfester Jacke zur Freiluftaufführung dieses überaus
interessanten Stückes auf die Wörlitzer Insel Stein.
Die letzte
Pr
emiere des
Anhaltischen Theaters Dessau für diese Spielzeit lockte zum Ansehen und ich
trotzte selbstverständlich nicht dieser Verlockung.
Diesmal ausnahmsweise ohne netter Gondelfahrt zur Insel, aber dafür diesmal mit einem sehr gutem Essen und sehr freundlicher und zuvorkommender Bedienung im Dessauer Pächterhaus.
Ich besuchte dieses Restaurant jetzt schon zum zweiten Male und bin immer noch sehr positiv davon überrascht. In Anbetracht, dass ich sonst in Dessau immer nur kulinarisch negative Überraschungen erlebte, ist Preis/ Leistung im Pächterhaus in einem hervorragendem Zustand und motiviert mich sehr zum Wiederkommen.
Genauso
motivieren mich die Dessauer Opern zum Wiederkommen, wie wiedermal das Beispiel
der brillanten Umsetzung der Purcell Oper "Dido und Aeneas" bewies. In
manchen
Passagen vielleicht ein bisschen albern, aber sonst gesanglich, darstellerisch
hervorragend und ideenreich umgesetzt. Mir gefiel die Idee mit der englischen
Teegesellschaft, die sich die Oper "Dido und Aeneas" als Zerstreuung beim Tee
ansah. Vielleicht gab es ja sogar Apfelstrudel mit Sachertorte.... nagut,
eigentlich wohl kaum, denn die Engländer kennen so etwas Gutes nicht wirklich.
In England wird es alles etwas
süßer gegessen mit weniger Sacher und Strudel -
trotzdem nicht zu verachten, bedenke man unsere letzte Teatime im Liberty
Kaufhaus in London. Von diesem Tee schwärme ich jetzt noch.
Die Königin Mum haben wir da allerdings nicht getroffen. Das Anhaltische Theater stellte sie uns netterweise diesmal persönlich vor - nagut, etwas albern, aber stimmlich brillant der Herr Peter Rehkop und das Chanel Kostüm stand ihm auch sehr gut.
Dido und Aeneas
ist die bekannteste Oper von Purcell und wurde wohl tatsächlich bei solchen
Gelegenheiten, wie einer Teegesellschaft, aufgeführt. Also ein dicker Pluspunkt
für die Idee. Zu Purcells Lebzeiten allerdings wohl
leider auch nur ein oder
zweimal und das erste Mal möglicherweise 1689 in einem Mädchenpensionat in
Chelsea. Nagut, wenn sie meinen.....
... und auch wenn ich mich hier über so manch alberne Einlagen zu beschweren versuche, da ich diese nur sehr selten mag und passend finde, war es wohl zur damaligen Zeit sehr üblich, die Handlung mit solchen Elementen aufzupeppen. "Die Eindringlichkeit der Dialoge und Arien, in denen die heftigen Gefühle der Liebenden zum Ausdruck kommen, steht im Gegensatz zur bizarren Komik der Hexenszenen, die sich in den schlüpfrigen Reden der Seeleute zu beginn des dritten Aktes fortsetzt.
Die Hexen, in
Macbeth (1606) von Shakespeare schaurige und angsterregende Gestalten, waren nun
zu Karikaturen geworden, die im ausgehenden 17. Jh. der Erheiterung des
Theaterpublikums dienten. Als Zugeständnis an den
Geschmack des Publikums, hatte
Nahum Tate, der Verfasser des Librettos von Dido und Aeneas, solche Hexenszenen
schon in sein Drama 'Brutus of Alba' aufgenommen, das ihm später als Vorlage für
das Textbuch der Oper diente."*
In Anbetracht dieser Erklärung aus dem Beiheft zur CD "Dido & Aeneas" (harmonia mundi) lässt sich allerdings feststellen, daß die Umsetzung des Anhaltischen Theaters (Michael Sturm), ohne Zweifel perfekt war.
UND! Nicht nur die Umsetzung der Gepflogenheiten und des Publikumsgeschmacks am englischen Hofe waren ohne Zweifel perfekt, sondern auch der Transfer der Charaktere in die englische Teegesellschaft war nahezu brillant.
Vielleicht
würde sich die Königin Mutter etwas beleidigt fühlen (wenn sie das wüsste), aber
die Idee, die böse Zauberin in ein Chanelkostüm
zu stecken und ihren Enkel (Tom Biermann) zu ihren treuen Gnom zu machen, hatte schon was. Das
Spiel mit dem Schädel beim Aushecken des teuflischen Planes, die Liebe Didos und
Aeneas zu zerstören, war hervorragend. Auch die Schlechtwetterszene war
wiedermal gut gelungen. Wie auch schon im letzten Jahr zur Aufführung von
Ariadne auf Naxos, als das Anhaltische Theater in Zusammenarbeit mit Zeus mit
Erfolg den Donner heraufbeschwor, klappte es diesmal auch fast. Golo Berg und
sein Musikerteam mussten allerdings nur einmal vor dem Zorn des Donnergottes
flüchten. Ich bin immer noch beeindruckt, wie er anhand von drei ersten
Tröpfchen sofort erkannte, daß wenige Sekunden später ein Wolkenbruch über uns
herunterbrechen würde, und sein Orchester mit empfindlichen Instrumenten und ein
paar Worten dazu sofort in Sicherheit brachte. Dido (Sabine Noack) und
Aeneas (Ulf Paulsen) hüpften von der Bühne und die Teegesellschaft ergriff
ebenso die Flucht. Ganz passte das nun nicht zum Geschehen, denn normalerweise
flüchten sie erst im zweiten Akt vor dem Unwetter und nicht schon kurz nach der
Ouvertüre. Aber gut, daran sollte das Anhaltische Theater und Zeus noch etwas
arbeiten, denn beim letzten Mal zu
Ariadne auf Naxos hat das bedeutend besser geklappt.
Aeneas kommt im
Laufe seiner siebenjährigen Fahrt auch in Karthago an, wo sich die hübsche Dido
in ihn verliebt. Die langsame Annäherung Aeneas an Dido fand ich hervorragend
durch seinen zielgerichteten Zusammenbau des Brückensteges dargestellt. Die Witwe Dido sträubt
sich gegen eine neue Liebe, da sie ihrem Mann ewige Treue auch nach dem Tode
geschworen hat. Durch Zureden diverser Protagonisten dieser Oper bricht sie ihr
Versprechen und stirbt zum Schluss dafür aus Liebeskummer. Dazwischen gibt es
noch ein wenig Handlung, die ungefähr so verläuft:
Aeneas verliebt sich in Dido und Dido in Aeneas, alle sind happy und soweit so gut alles super. Dummerweise gibt es wie immer Neider, oder andere Gründe und eine böse Zauberin vereitelt das Glück des jungen Glücks. Sie nimmt ihren Gnom und etwas Zauber zu Hilfe und bedrängt Aeneas im Namen Jupiters nach Italien zu reisen. Dieser sträubt sich, ob der Liebe zu Dido, bekommt dann aber Angst, da auch Dido ihm dazu zuredet und verlässt das Geschehen. Daraufhin stirbt Dido an gebrochenem Herzen.
Der Hafen und
die Vorbereitung der Abfahrt durch die Seeleute ist in dieser Inszenierung auch
überaus goldig dargestellt. Das kleine Boot auf dem und in Kontrast zu dem überdimensionalen Bootssteg, rutscht gemächlich und mit Hilfe eines "Taues" in
die Fluten hinab - bildlich gesprochen. Die Hexen kichern schadenfroh und töten
nebenbei noch fix ein Lamm. Der Chor "kichert" ebenfalls schadenfroh und ich
kicherte nicht schadenfroh, aber fand das super durch den Chor (Helmut
Sonne) umgesetzt.
Der Wettergott ließ noch ein paar Tropfen tröpfeln und
ich war schon in Panik, daß das Spektakel wieder abgebrochen werden sollte. Aber nein,
die Musiker und ihre empfindlichen Instrumente hielten auch noch die letzten
Takte durch und keiner ließ sich beirren. Golo Berg schaute wieder prüfend nach
oben, aber entschloss sich bis zum Letzten zu gehen und genau so kam es dann
auch. Der letzte Takt wurde gespielt, die letzte Note gesungen und als der
Beifall einsetzen sollte kam auch wieder der Regen. Naja, vielleicht war das ja
auch der Beifall vom Himmel, oder Zeus meinte, er sollte das Ganze auch
wettermäßig etwas theatralisch enden lassen. Aeneas ist weg, Dido ist tot und
der Himmel weint über soviel trauriges Ende. Nur die Zuschauer schienen überaus
zufrieden und der Beifall hallte zwischen Vulkan und Bäumen auch bei Regen als
dankbare Geste zurück.
Mir persönlich hat diese Oper und ihre Aufführung sehr gut gefallen und langsam finde ich Geschmack an Purcell. Schon damals "King Arthur" in Bad Lauchstädt war überaus vortrefflich und traf meinen Geschmack vollkommen.
Damit vielen Dank liebes Anhaltisches Theater für die hervorragende Idee und noch bessere Umsetzung. Ich denke, ich werde jetzt gemütlich einen Tee darauf trinken.
Eure Jana
*Dido & Aeneas, harmonia mundi, 2001, 2006