Hymne der DDR (mp3, ca. 3 mb)

Auferstanden aus Ruinen...... 

Hymne der BRD (mp3; ca. 1,5 mb)

  Eigentlich wollte ich mir das nie antun, aber als meine Arbeitskollegin meinte, sie wäre doch sehr neugierig darauf, aber allein wollte sie nicht so unbedingt, buchte ich kurzentschlossen für meine Kollegen und mich die "Wende Revue" des neuen theaters. Ich nahm noch meine Freundin Susi mit und so waren wir zu sechst.
Da wir uns erst 18:30 Uhr vor dem Theater treffen wollten, beschlossen Susi und ich noch einen Happen im "Las Salinas" zu essen. Unglücklicherweise machten sie erst 18:00 Uhr auf und wir waren zu zeitig - ärgerlich. 
Gut, dachten wir uns, gehen
wir ins nt-café. Dort habe ich noch nie etwas gegessen und warum sollte ich es nicht einmal ausprobieren. Einen schönen Vorteil hat das auch, man sitzt gleich neben dem Theater und muß nicht noch nach einem warmen Essen durch die Kälte stapfen. Meine Kollegin hat hier schon des öfteren gegessen und meinte das Essen sei ok. Leider muß ich wohl einen schlechten Tag erwischt haben.

Diesmal hatten sie im Theater 8er Tische aufgestellt. Darum sollten Grüppchen, die zusammensitzen wollen, lieber ein Stündchen früher vor Ort sein.
Keine Sorge, das ist kein Problem, da man vorher noch ein bißchen Schwatzen und etwas Trinken kann.

Was für eine gelungene Erinnerung an die alten Zeiten, welche ich mit einem lachenden und einem weinenden Auge genoß. - Nein Leute! Diesmal werde ich Euch nicht viel verraten - das entdeckt mal schön selber, es lohnt sich wirklich! Wir hatten soviel Spaß, wie schon lange nicht mehr.
Alles begann mit einer Passkontrolle am Eingang. Jeh nach dem, ob Ossi oder Wessi, durfte man durch - oder nicht. Ok, wenn man an der richtigen Tür stand haben sie einen schon hineingelassen und da auf der Eintrittskarte stand zu welchem Teil Deutschlands man sich gesellen durfte, war das auch kein Problem. Ich fand es war eine tolle Idee für eine Kartenkontrolle. Wir gehörten zu den Wessis, worüber ich ganz froh war, ..... denn ich kenne noch die Passkontrollen der ehemaligen DDR. Das haben wir "alten" Ossis ja zum größten Teil alle durch. Ob man nun vor der Wende ins Bruderland gefahren ist, oder in der Wendezeit das erste mal nach Göttingen, unsere Grenzpolizei war immer peinlichst genau. 
Ich vergesse nie, als sie mich 1990 fast nicht mehr zurück in die DDR lassen wollten, weil mein Personalausweis so demoliert war..... und ein paar Wochen später wurde er sowieso ungültig.
Ja, so kommen die alten, schon fast ins Archiv meines Hirns verbannten, Erinnerungen wieder hoch. Die Montagsdemos, Buna die Polizeiaktionen, die Freunde, die irgendwo hingebracht wurden und die vielen Kollegen, die eines Tages nicht mehr auf Arbeit erschienen, da sie über Ungarn abgehauen waren. Und die Nachrichten, die wir mit Spannung verfolgten und der erste Satz meines Vaters, als wir abends im ARD die Nachricht bekamen, daß die Grenzen offen waren: "Schalt mal um zur Aktuellen Kamera. Der Westen Die Partei hat immer recht (mp3; ca. 3 mb) macht sich doch einen Spaß." ... und wir konnten es nicht glauben. Es war wirklich passiert. Bei der letzten 1. Mai Demo zeigte uns Erich noch die Faust und ich hätte nie im Leben vermutet, daß es ein paar Monate später vorbei sein würde mit der DDR. Wir starrten lange wie gebannt auf den Fernseher und verfolgten die Berichte - nein, so etwas vergisst man nicht. Endlich wieder eine Einheit, endlich das, was wir schon immer wollten!

Peter Sodann und sein Team haben in dieser Revue alle Gedanken wieder hervorgebracht, die seit über 10 Jahren irgendwo in einem kleinen Winkel meines Hirns schlummerten. Sie hatten "die Wende" sehr gut umgesetzt. Es war eine lustige Stimmung im ausverkauften Saal - ja, jetzt können wir darüber lachen, aber damals war es schon ein sehr bewegendes Ereignis. Und uns war bei Weiten nicht immer zum Lachen zu mute!

Ich denke, fast das ganze nt-Ensemble war bei der Show dabei. Peter Sodann eröffnete den 1970 - Marsch der NVA (mp3; ca. 1,5 mb) intelligenten Reigen und sein Team ließ bis zur Pause die damaligen Ereignisse Revue passieren. Von der Trabiinvasion bis zum ALDI-Einkauf. Und sie hatten vollkommen ins Schwarze getroffen. Ich wette so manch einer hat sich da wiedererkannt. 
Ich kann mich auch noch genau erinnern, als ich das erste Mal eine Büchse Annanas völlig allein leer
essen durfte. Kein Teilen mit der Familie. Die war nur für mich. Und es hat mich glücklich gemacht.
So manchmal denke ich, daß wir jetzt viel zu unzufrieden sind. Vor der Wende haben wir uns über jede Kleinigkeit gefreut, auch wenn es "nur" die Apfelsinen waren, die meine Mutter nach stundenlangem Schlangestehen zu Weihnachten mitbrachte. Oder eine tolle Schneejeansjacke aus der Jugendmode, die sie durch Beziehungen für mich
organisiert hatte. Oh was war ich glücklich über diese jetzt so klein scheinenden Dinge. Und wie habe ich diese Jacke in Ehren gehalten.
Oder unser alter Trabi, mit dem wir alles Mögliche transportiert haben. Was waren wir stolz auf diese Errungenschaft. Unser erstes Auto, ein wunderschöner weißer gebrauchter Trabant, der teurer war als ein Neuwagen. Was für eine verkehrte Welt - tja, und nu is es endgültig vorbei mit der Pappe.

Ja, die Inszenierung war perfekt und sogar die "Kostüme" stimmten genau. Ich konnte mich an alles erinnern, an die Beutel und die DDR Jeans - toll! Die Schauspieler waren den ganzen Abend bis Mitternacht auf den Beinen und ihre Einsätze waren brillant. Seit der Dreigroschenoper weiß ich auch, daß sie super singen können, was sie an diesem Abend wieder mehr als einmal bewiesen haben. Die schönen alten Kamellen, die selbst ich fast auswendig kannte, da sie zu Hause dauernd hoch und runter geleiert wurden. Elke Richter gefiel mir diesmal mit am besten. Oh ich hätte stundenlang zuhören können. Und wir konnten so herrlich tanzen. Das heißt, ich konnte leider nicht so besonders, da ich ein Kind der "Neuen Deutschen Welle" bin und wir beim Tanzen immer Abstand hielten. Udo Lindenberg und Erich Honecker..... oh, wie haben wir den "Sonderzug" geliebt (mp3; ca. 3,5 mb) Tut mir Leid für die, die nach Schönheit im Tanz suchten, aber wenn ich Musik höre bin ich nicht zu bremsen, egal, wie das in den Augen des Restes der Menschheit wirken würde. Die "Uli Singer Band" spielte einfach zu gut als das es mich auf den Sitz halten könnte.
Peter W. Bachmann bekam, meiner Meinung nach, die schönsten Songs. Die mit den rauchigen Stimmen. Grönemeyers "Was soll das?" gefiel mir sehr gut. Und wie schön war doch "Als ich fortging" von Karussell und wie ewig habe ich den Song schon nicht mehr gehört <seufz>. Ich hätte dahinschmelzen mögen. -
STOP! Ich wollte hier ja eigentlich nicht alles verraten und beinahe ist es passiert. Nein - Schluß! Ich kann Euch nur sagen, daß es ein wunderbarer Spaß ist und Ihr es auf keinen Fall verpassen solltet. Nehmt ein paar Freunde mit und macht Euch einen schönen Abend. Es lohnt sich wirklich.

 

Eure Jana

ps. ..... vielen Dank für das nette Lächeln, Herr Bachmann ;-)

ps. zum Zweiten.
.... und der Song gehört einfach noch auf diese Seite. Ich habe ihn im Chor so gern gesungen: Katjuscha :-)