Wer meines Speeres Spitze fürchtet, durchschreite das Feuer nie!

 

Richard Wagner (1813-1883)

Fürchten wir des Speeres Spitze? Riskieren wir, oder lassen wir es? Manchmal ist es gut nicht durch das Feuer zu gehen, aber ich habe gelernt auch wenn ich die Spitze des Speeres fürchtete, war es für mich besser durch das Feuer zu schreiten. Manchmal, - nein, eigentlich immer, verbarg sich dahinter nicht das erwartete "Böse" und der Untergang, sondern komischerweise immer ein Vorwärtskommen, ein nächster Schritt zum Ziel. Also warum Angst haben? 

- Eins ist doch klar, wenn man gar nichts unternimmt, tut sich auch gar nichts und man würde ganz sicher nicht zum Ziel kommen. Wenn man etwas unternimmt, hat man wenigstens eine 50%ige Chance sein Ziel zu erreichen....

 

... und mein Ziel war diesmal Richard Wagners "Walküre" in der Semperoper in Dresden. Und da Freundin Uli, so als Wessi, noch nie in Dresden war, beschlossen wir dieses Wochenende dort zu verbringen.

Semperoper (04.12.2004)Dresden ist eine tolle Stadt - schade, daß sie im zweiten Weltkrieg so zerbombt wurde und nur ein kleiner Teil dieser phantastischen Architektur übrig blieb.

Ich freute mich schon riesig, diese alten, wunderschönen Sandsteingebäude wiederzusehen und zur Krönung dieses erstklassigen Wochenendes auf einen Besuch in der Semperoper - da kann es Frau kaum besser gehen! 

Und um es auf die Spitze zu treiben, vorher auch noch, da auf dem Weg gelegen, einen kleinen Shoppingabstecher ins Paundsdorf Center. Zur Zeit kann Frau da wirklich am besten einkaufen.

Ich wollte noch ein bißchen Weihnachtsoutfit für meine Wohnstube kaufen. Sie war ja auch vorher schön kuschelig, aber ich war so herrlich in Weihnachtslaune und dachte, mein kleines Bäumchen könnte ein anderes Kleid als im letzten Jahr vertragen. Natürlich entschied ich mich für rot, da meine Lieblingsfarbe und passend zur Wohnungseinrichtung.

Nein, ich habe keinen echten Baum und deshalb konnte ich ihn heute dann aWestin Belvue in Dresdenuch schon schön schmücken. Erst am 24. ist mir einfach zu spät. So habe ich wenigstens die ganze Adventszeit etwas davon und immerhin haben wir ja schon die zweite Kerze angezündet.

Draußen diesmal noch kein Schnee, aber trotzdem sehr gemütlich hier drinnen. In Dresden war es etwas kälter als hier in Halle, aber wir hatten es ja nicht sehr weit bis in die Innenstadt. 

Uli konnte für uns ein Super Hotel ganz günstig buchen, das 5-Sterne-"Westin Bellevue" genau an der Elbe und mit grandiosen mit Blick auf die Altstadt. Leider hüllte die sich bei unserer Ankunft gänzlich in Nebel und wir hatten somit am ersten Abend keinen Blick auf die Altstadt. Wir hatten eigentlich überhaupt Dresden - Blick vom "Westin Belvue" keinen Blick. Da war nur eine graue unheimliche Nebelwand vor unserem Fenster. Gut, dann beschlossen wir uns die Altstadt eben von Nahem anzusehen und DAS war eine super Idee.

 

Die ganze Stadt war in Nebel gehüllt und die angestrahlten Gebäude sahen in diesem noch um einiges besser aus. Das war einfach überwältigend, was für ein wunderschönes Gefühl kroch in mir hoch, beim Anblick dieser in Nebel gehüllten Architektur - phantastisch! Ich hätte stundenlang die Kathedrale oder die Oper anstarren können. Auf den Straßen waren kaum Menschen und so gab es einem das Gefühl in ein anderes Jahrhundert zurückversetzt zu sein. 

Die Straßen waren einsam nur ein Kerzenmacher verkaufte seine leuchtende Pracht und die "Gas-"Laternen spendeten ihren schwachen Schein. Semperoper, Dresden 04.12.2004 Das war wie im Weihnachtsmärchen - einfach wunderschön! Ich konnte gar nicht genug davon bekommen und hätte stundenlang still mit diesem wunderbaren Gefühl im Herzen dort stehen können.

Aber so langsam machte sich neben diesem berauschenden Gefühl im Herzen noch ein anderes im Magen bemerkbar und dem Zweiten nachgebend suchten wir uns eine gemütliche Kneipe in den alten Gemäuern. 

Bei einem Liter nicht ganz so starken Rotwein, einigen Tapas und erstklassiger spanischer Livemusik ließen wir diesen ersten, überwältigenden Abend in Dresden gebührlich ausklingen.

 

.... tja, nun sind schon wieder zwei Wochen rum seit wir in Dresden waren. Die Zeit vergeht so schnell und ich kam überhaupt nicht dazu meinen Bericht zu beenden. Jetzt sitze ich hier, einsam in einem schweizer Hotel rum und stopfe mich mit leckerer schweizer Schokolade voll, neben mir eine ganze Flasche - nein, kein Rotwein - eine ganze Flasche fades Mineralwasser und vor mir die hübsche weihnachtliche Beleuchtung der Hotelbäume. Leider kann man in dieser Dunkelheit den Zürichsee und die Alpen nicht mehr sehen. Das kann ich hoffentlich noch morgen früh genießen, wenn ich in die Firma fahre.

Jetzt hätten wir dann schon die dritte Kerze angezündet und ich bin seit Samstag auch stolzer Besitzer eines echten Weihnachtsbaumes. Ich muß zugeben, der gefällt mir doch um einiges besser, als der Künstliche. Er ist auch um einiges Dicker - oh jeh, wenn ich hier weiter so Schokolade in mich hineinmampfe passen wir beide zusammen zur selben Zeit nicht mehr in mein kleines Wohnzimmer und das wäre doch wirklich schade. Oh und wie wunderschön der duftete. Ich freue mich schon, wenn ich Montag wieder zu Hause bin. Ich mag diese gemütliche Zeit sehr und ich hätte auch Lust mal wieder Plätzchen zu backen. Moment - habe ich mich doch mal wieder ablenken lassen von weihnachtlichen Gefühlen, wo ich Euch doch von meinem Dresden Wochenende berichten wollte.

Eigentlich gibt es aber noch viel mehr zu berichten. Zwischendurch war ich noch zu zwei klasse Konzerten, einmal im Gewandhaus zu Matthias Pintscher's mdr Rundfunkkonzert (ps. der hat mich in seiner Art irgendwie an Peter Ruzicka erinnert und das nicht nur, weil er selber komponiert) und des weiteren in unserem Opernhaus zum 2. Sinfoniekonzert. Das war wirklich spitzenklasse. Da habe ich auch noch einen alten Klassenkameraden wieder getroffen, der Piano spielt - ich habe die nette Unterhaltung genossen - und dann waren da noch zwei nervige Prüfungen, die ich hinter mDresden 04.12.2004 - Kerzenmacherich gebracht habe. So, jetzt kann Weihnachten kommen. Allerdings kann ich mich nicht lange ausruhen. Die nächste Prüfung ist schon wieder am 07.01.2005. Allerdings, wenn man nette e-mails morgens im Kasten hat, lassen sich auch nervige Prüfungen ganz gut wegstecken und die Welt ist rosarot <grins>.

 

Aber nun endlich weiter mit Dresden.

Ich habe das erste mal Wagners "Walküre" in der Oper gesehen. Sonst nur von CD und da auch nur meine Lieblingsstücke, wie z.B. den Walkürenritt, den ja jeder kennt.

Uli verdrehte die Augen in Anbetracht der 5 h Wagner, die ihr bevorstanden und ich freute mich diebisch. Dresden hat eine tolle Oper. 

Passend angezogen fuhren wir mit dem Taxi hinüber zur Oper. Frau kann ja wohl mit Abends-Ausgeh-Klamotten nicht noch unbequeme, lange Wege gehen. Da muß schon mal das Taxi herhalten - auch wenn nur eine 5-min-Strecke. Aber der Taxifahrer war nett und hatte gerade noch die 5 Minuten Zeit für uns.

 

Die Oper füllte sich langsam und wir hatten gute Plätze in einer der vordersten Reihen. Ja, die Semperoper ist wirklich wunderschön. Was für ein herrliches Ambiente. Da fühlt Frau sich doch sofort wohl.

Ich war gespannt auf die Inszenierung. Damals zu "Lohengrin" war die Inszenierung spitze. Auch Semperoper, Dresden 04.12.2004 Strauss' "Salome" war nicht übel gemacht, obwohl ich diese Oper nicht so richtig mochte hat sie mir hier in Dresden ganz gut gefallen.

Tja, und dann begann das Spiel. Aber irgendwie kam bei mir nicht die richtige Stimmung auf. Das Bühnenbild (Wolfgang Gussmann) gefiel mir überhaupt nicht. Vielleicht bin ich da doch ein bißchen altmodisch. Dieses IKEA Outfit mit Spielzeugschwert traf einfach nicht meine Vorstellungen von einer mächtigen Esche, um die ein Haus herumgebaut wurde. Das war mir einfach alles zu glatt und künstlich..... und es fehlte das Bärenfell ;-)

Auch die Sitzreihen auf der Bühne waren nicht mein Ding. Da habe ich die tiefere Bedeutung wiedermal nicht verstanden. 

Wotan als Schöpfer der Welt, zwischen den Reihen beobachtete das geschehen. Ok, wenn sie die Sitzreihen weggelassen hätten, wäre das Bühnenbild noch karger. So konnte man als Zuschauer immer noch die einzelnen Rückenlehnen zählen, wenn man durch das langwEvelyn Herlitziuseilige Bühnenbild langsam müde wurde.

Sieglinde entdeckt Siegmund "Müde liegt er von Weges Mühn: schwanden die Sinne ihm?" Na das sind vielleicht Verhältnisse, da kommt einfach so ein Fremder in ihr Hause, macht ein Nickerchen am Herd (eigentlich) und schon ist es zu spät - verliebt! "... das Aug' erfreut des Sehens selige Lust." Tja, so ist das im Leben. Frau denkt es geht ihr gut und sie hat alles, was sie braucht und dann Peng, taucht ein völlig fremder Mann auf, sie verliebt sich in ihn und vorbei ist es mit Treue und ruhigem Leben. Manchmal geht das Schicksal schon komische Wege. Völlig unverständlich - und immer dann, wenn Frau es am wenigsten erwartet und überhaupt nicht darauf vorbereitet ist. Und immer gibt es Komplikationen - seufz - kann denn nicht mal eine Sache glatt gehen? Wohl nicht, sonst wären wir im Märchen und nicht in der Oper.

John Treleaven als Siegmund und Evelyn Herlitzius als Sieglinde sangen erstklassig. Am besten allerdings gefiel mir Brünnhilde (Luana DeVol), aber die kommt erst später ins Spiel.

Dieser Siegmund ist schon ein schlauer Hund. Er weiß genau, wie er Sieglindes Mitgefühl erhaschen kann. Ja, manchmal sind die Männer schon gaLuana DeVolnz schön clever. Frau durchschaut zwar ihr Spiel, aber macht trotzdem mit - am Ende wollen sie ja doch beide das selbe ;-) - oh! Ich liebe solche Spiele...

... vor allem, wenn sie so romantisch enden "Er lehnt sich zurück an den Herd; sein Blick haftet mit ruhiger und entschlossener Teilnahme an Sieglinde. Diese hebt langsam das Auge wieder zu ihm auf. Beide blicken sich in langem Schweigen mit dem Ausdruck tiefster Ergriffenheit in die Augen." - seufz - isses nicht romantisch...

Ja, der liebe Herr Wagner hatte schon ein vortreffliches Auge für guten, publikumswirksamen Stoff. .. und das, so als Mann. Kaum zu glauben. Die Herren sind doch eigentlich gar nicht so romantisch - oder habe ich da bis jetzt immer die Falschen getroffen?

Kurt Kydl (Quelle: seine Homepage)Tja, und wenn es dann so schön romantisch wird, taucht natürlich der Ehemann auf. Hunding, gesungen von Kurt Rydl, betritt bis an die Zähne bewaffnet den Raum und vorbei ist's mit der schönen Romantik.

Dann folgt ewiges Hin-und-Her Gesinge zwischen dem Ehemann und dem Liebhaber. Sieglinde erfährt Siegmunds traurige Geschichte und der Ehemann erkennt den Feind in ihm. Was für ein Dilemma. Er kann ihn doch jetzt nicht um die Ecke bringen - ok, er gewährt ihm eine Nacht und mit einer Drohung auf dem morgigen Tag folgt er seiner Frau, die noch sehnsüchtige Blicke auf Siegmund wirft, ins Schlafgemach. Seufz - das ist nicht einfach. Da muß sie jetzt mit einem Mann zusammen sein, den sie nicht mehr liebt und wäre doch lieber bei einen anderen. Blöde Situation, wie soll das funktionieren :-( Da fehlt Frau doch jegliche Motivation.

Und Siegmund geht es auch nicht besser. Er macht sich Gedanken, wie er ohne Waffen das morgige Treffen auf Hunding überleben soll und wie er wohl an diese tolle Frau ran kommt.

"... Waffenlos fiel ich in Feindes Haus;

seiner Rache Pfand,

raste ich hier.

Ein Weib sah ich,

wonnig und hehr:

entzückend Bangen zehrt mein Herz.

Zu der mich nun Sehnsucht zieht,

die mit süßem Zauber mich sehrt,

im Zwange hält sie der Mann,

der mich Wehrlosen höhnt! ..."

IKEA Bühnenbild (Qualle: aus dem Programm der Oper; Foto: Erwin Döring)Gut, daß ihm noch einfiel, was sein Vater ihm versprochen hat. Er sollte in größter Not ein Schwert zur Hilfe finden. 

Glück für Siegmund, daß das hier nicht das wahre Leben ist, also immer ein bißchen Mystik mit dabei und somit bekommt Siegmund durch einen Lichtschein das ersehnte Schwert gezeigt, welches im Eschenstamm steckt. Der Zuschauer hat es natürlich schon lange entdeckt und fragt sich, wie blöd muß Siegmund wohl sein, das Ding war ja nun wirklich nicht zu übersehen in diesem glatten IKEA-Stamm.

Sieglinde erscheint und clever, wie Frau so ist, hat sie ihrem Mann einen Schlaftrunk gegeben und hofft, daß Siegmund das ausnutzt und das Problem mit dem Schwert erledigt. Der hat sie im Schlafgewand gesehen und hat sofort andere Gedanken im Kopf. Oh jeh, waren die beiden verliebt - oh, wie schön... und sofort schossen auch mir wieder nette Gedanken in den Kopf - Jana, reiß dich zusammen! Konzentrier' dich auf den Stoff und nicht auf irgendwelches feinstoffliches Wesen, was Du wohl sowieso nicht haben kannst!!!

 

Die beiden turtelten so herrlich und die Dialoge zwischen ihnen waren so wunderschön, aber Siegmund besann sich dann doch und zog das Schwert aus dem Eschenstamm, wo es sein Vater für ihn vor langer Zeit platzierte. Tja, und das hieß dann leider auch, daß die beiden wohl Bruder und Schwester waren - blöde Sache, schien sie aber nicht wirklich zu stören. Er zog sie an sich und dann .... fiel leider der Vorhang.

Um das Gemüt der Zuschauer wieder ein wenig abzukühlen, folgte im zweiten Akt erst mal eine Götterszene. Auch hier gefiel mir das Bühnenbild nicht besonders, aber es war schon mal besser als das Kirill Petrenko erste. Irgendwie bin ich da wohl ein bißchen altmodisch. Ich mag doch mehr das althergebrachte, also lieber eine Szene in einer Schlucht mit Felsen, als irgendwelche Gebäude und Statuen die wild in der Gegend herumstehen. 

Ja, das Bühnenbild war schon gut durchdacht. Wotan sollte eben als "Gott" dargestellt sein, als jemand, der die Welt in seiner Hand hält, aber ich hätte da doch lieber etwas mehr wilde Natur. Da hilft nur eins, sich einfach ein anderes Bühnenbild zu den tollen Alan Titus (Quelle: seine Homepage - http://www.alan-titus.com/) Stimmern und der hervorragenden Orchesterbegleitung (Kirill Petrenko) vorzustellen oder den Dirigenten beobachten. 

Den Dirigenten beobachten fand ich dann doch nicht so interessant, also versuchte ich meine Fantasie ein wenig zu lenken und mir eine schöne Schlucht vorzustellen, in der Wotan (Alan Titus) mit seinen Waffen und seine Tochter Brünnhilde als Walküre erscheinen. 

Brünnhilde war schon ein freches Mädel und die Szene zwischen den beiden war super gespielt, fand ich. Auch das Auftreten seiner Frau Fricka (Birgit Remmert) war gut in Szene gesetzt.

Tja, Fricka war ganz schön sauer auf Wotan, wie das eben in einer guten Ehe so ist. Wie kann er nur einen Ehebruch herbeiführen! Hunding in Not, weil seine Frau ihn betrog und natürlich rasend vor Wut sich rächen wollend. Was für ein Desaster. 

Wotan konnte das überhaupt nicht verstehen, wo Siegmund und Sieglinde sich doch so sehr lieben - das kann man doch nicht zerstören? Was soll denn das, wenn sie unglücklich bei ihrem Mann bleibt und sich nach einem anderen sehnt? Damit ist keinem geholfen. Sie wird ihn nie wieder lieben. 

Da hat er nichts davon, sie Programm der Oper erst recht nicht und Siegmund geht es auch nicht besser. Alle drei sind die Verlierer. Dann doch lieber Ehebruch. Für Hunding schmerzvoll, aber wenigstens für den Rest der Beteiligten ein gutes Ende. 

Dumm allerdings war, daß die beiden auch noch Geschwister waren. Da kann ich Fricka verstehen. Das ist dann doch ein bißchen abartig. Allerdings meint Wotan dazu, was sich so fügt kann nur gut sein, auch, wenn Bruder und Schwester. 

Das beruhigt Fricka nicht im Geringsten. Sie ist stinksauer und er kann sich ein herrliches Donnerwetter anhören. Er versucht ihr einen tieferen Sinn aufzuschwatzen, aber sie läßt sich natürlich nicht darauf ein und dann noch die Sache mit dem Schwert. Der Ärger wird nicht weniger und Fricka gewinnt das Gefecht. Wotan muß klein bei geben und will wissen, wie er aus dem Schlamassel wieder heraus kommen soll. Ja so ist das, mit der Ehefrau sollteBirgit Remmert Mann es sich nicht verscherzen.

Und jetzt hängt er auch noch zwischen zwei Frauen, der Ehefrau muß er gehorchen und vor der Tochter will er nicht als Schlappschwanz dastehen - blöde Situation. Erst sagt er Brünnhilde, sie solle Siegmund helfen und dann muß er sie des Willens seiner Frau wegen, wieder zurückpfeifen. Gut, daß seine fürsorgliche Tochter Mitleid mit ihm hat .... Er beichtet ihr von Liebe, Lust und einem Ring aus des Rheins glänzendem Gold, mit dem er den Bau seiner Burg Walhall finanzierte. 

Was für ein Schlamassel aber auch. Er hätte auf Wala hören und das Gold dem Rhein zurückgeben sollen. Statt dessen gibt es Liebeszauber und 8 Wallküren daraus. Naja, Hauptsache, es hat Spaß gemacht.

 

Der Auftritt der Walküren mit den Pfeilen in dieser Inszenierung gefiel mir nicht besonders und irgendwie fand ich den Chor der Walküren auch nicht so gut, aber ich habe ja auch keine Ahnung davon. Die Musik war wieder erstklassig.

Nagut, sie haben es auch nicht einfach mit den Inszenierungen. Es muß ja immer etwas Neues sein. Da kann ich verstehen, daß einem irgendwann auch nichts mehr dazu einfällt. Also will ich hier mal nicht dauernd meckern. Die Idee war gut und es war eben mal etwas anderes und vielleicht gefiel es ja doch jemanden.

Kathedrale - Dresden am 04.12.2004Aber eins war schon ein bißchen sehr komisch. Sieglinde schwang das Schwert des Siegmund mit so einer Leichtigkeit, daß Frau direkt neidisch werden konnte - wow! was für eine starke Lady. Die viele Kraft hat man ihr gar nicht angesehen - bemerkenswerte Arbeit im Fitneßstudio.

 

Wotan hing ganz schön durch - jeh, das sind vielleicht Depressionen. Erst Blödsinn machen und dann jammern wenn ihn seine Frau durchschaut. Und er konnte, so wie alle Männer, ganz schön dick auftragen. Natürlich hatte seine Tochter dann Mitleid mit ihm und versprach, trotz Frickas Verbot, Siegmund beizustehen. Allerdings nicht, ohne ihm doch durchblicken zu lassen, daß sie nicht ganz so hart auf den Kopf gefallen war, wie er dachte.

Also der Wagner hat schon eine Menge starke Frauen in seinem Spiel. Selbst Sieglinde prescht mutig voran, so das Siegmund kaum folgen kann. Haben die nicht EINEN richtigen Mann in dieser Story? Was ist denn da nur los bei den Göttern. Alles nur solche Walküren! Ein bißchen Weiblichkeit wäre doch auch nicht schlecht. Irgendwie steigt einem der Verdacht auf, daß der Herr Wagner da irgendwelche Probleme mit hatte. Hätte nicht gedacht, daß Männer solche starken Frauen mögen. Ich hätte schwören können, es ist immer umgedreht.

Siegmund versucht seine Sieglinde zu stoppen. Er hätte jetzt wohl doch eher Lust auf ein bißchen Liebe und Zärtlichkeit. Sieglinde ist natürlich auch nicht abgeDresden am 04.12.2004neigt, aber sie behält da doch mehr das Ziel im Auge und will ohne großartige Umschweife dort ankommen. Also keine Zeit für Sex - schade. Was hätte sie auch davon, wenn die Verfolger sie erwischen.

Ihr Mann ist schon ganz schön sauer - ja, da würde ich auch die Beine in die Hand nehmen. Lieber jetzt ein bißchen hetzen um dann nachher mehr Zeit für die Liebe zu haben. Och ja, so ein friedliches Kuscheln in Geborgenheit und Wärme ist schon nicht schlecht.

 

Die Liebe Siegfrieds zu Sieglinde ist so stark, daß er sogar das Angebot Brünnhildes, als Held nach Walhall zu gehen, ablehnt. Ist es nicht schön? ... und er kann da ganz schön sauer werden. Brünnhilde hat keine Chance. Also doch ein Mann in der Story und endlich kann er Sieglinde beschützen. Tja und dann beginnt der Ärger erst richtig. Wotan mischt sich ein und nur deshalb unterliegt Siegmund und wird getötet. War es doch wieder nichts mit der Liebe. Nein, das finde ich nicht in Ordnung. Er hat sich so wacker geschlagen und hätte Hunding erledigen können, aber nein, das wäre ja zu einfach. Die Götter haben anders entschieden und so mußte der arme Kerl sterben und Sieglinde hatte das Nachsehen. Gut, daß es da noch Brünnhilde gibt und das Frauen, auch wenn sie sonst spinnefeind sind, ab und zu mal zusammenhalten, erledigt sie Hunding und bringt Sieglinde in Sicherheit. Wotan ist sauer, kann aber jetzt nichts mehr an der Sache ändern. Oh jeh und somit ist der Ärger natürlich vorprogrammiert.

Brünnhilde bittet ihre Schwestern sie zu beschützen - ach, der Walkürenritt ist doch wirklich das Schönste an dieser Oper. Was für eine herrliche Musik! - Wotan ist stinksauer und jagt ihr mit wildem Donner hinterher. Schade, daß das bei dieser Inszenierung auch nicht so wirklich rüber kam :-( So richtig merkte man gar nicht, daß er sauer war.

Zwinger, Dresden am 04.12.2004Tja, aber leider hatte Brünnhilde bei den Schwestern kein Glück. Die hatten doch ganz schön Respekt vor ihrem Vater. Da sieht Mann es mal wieder, auch eine Walküre hat etwas, vor dem sie sich fürchtet. Naja, wenigstens retten sie Sieglinde und ihr ungeborenes Kind. Na das sind wieder Zustände. Ist schwanger von ihrem eigenen Bruder. Da hat der Wagner sich ja wieder einen hübschen Stoff ausgesucht.

Sieglinde bekommt noch das wichtige Schwert und den Namen ihres Kindes, welches natürlich Siegfried heißen wird, und dann verschwindet sie knapp bevor Wotan erscheint und nach Brünnhilde schreit um ihr ordentlich was hinter die Ohren zu geben. Junge junge, das ist ein Vater, der 8 so starken Frauen noch solche Angst einjagen kann. Das waren noch Zeiten! Trotzdem halten sie jetzt aber doch zusammen und verstecken Brünnhilde in ihrer Mitte.

Und trotz Respekt vor dem Vater sind sie ganz schön frech - hehe, so ist das mit dem schwachen Geschlecht. Manchmal können wir uns etwas mehr erlauben, als so manch starker Bursche. Da ist Frau doch immer wieder froh eine Frau zu sein!

Seufz, aber leider hilf das Brünnhilde nun auch nicht mehr. Diesmal hat die Lieblingstochter es übertrieben und verliert den Job als Walküre.

... aber sie wäre keine Frau, wenn sie nicht jetzt meins :-)  - Camille Claudel - La Valse wieder ganz vorsichtig den Herrn Papa um den Finger wickelte. Was allerdings in diesem Fall keine leichte Arbeit war und zwar seine Liebe wiederbrachte, aber nicht den Walkürenjob. - Vorhang fällt und aus. ... to be continued ..... aber ich denke für die Fortsetzung suche ich mir wohl eine andere Inszenierung aus. Ich glaube, das wird nicht noch mal Wagner in Dresden. 

Und wahrscheinlich muß ich mir da auch eine andere Begleitung suchen, denn Uli sah nun doch etwas gemartert aus und ich konnte sie nur noch mit dem Vorschlag zu einer Einkehr beim Paulaner und einem guten Essen aufmuntern. Allerdings gönnte ich mir ein Zanderfilet, in Anbetracht der späten Stunde, und sie bekam nur einen kleinen Salat. Tja, jeder so, wie er es verdient <grins>. Nein, sorry, aber das paßte gerade so schön.

 

 

 

Eure Jana

 

 

 

 

Background Picture by Luis Royo