Liebesschmerz und Herzenssachen
"Aber wenn nun auch der Mensch frei ist, so dürfen wir doch nicht glauben, daß er das Recht habe zu tun, was er will. Denn er wird Sklave, sooft er sich von einer Leidenschaft zum Handeln fortreißen läßt." Giacomo Casanova
Diesmal hatten wir wieder ein wunderbar ereignisreiches
Wochenende
vor uns. Uli kam zu Händels Geburtstag nach Halle, damit wir auf ihn
anstoßen konnten. - Ok, ursprünglich hatten wir nur Puccinis Turandot geplant,
aber als ich Händels Messias auf dem Spielplan des Opernhauses entdeckte, konnte
ich ja wohl nicht nein sagen. Wo das doch eines der besten seiner Werke ist.
Ja,
und so wurden aus dem einen Event schon mal zwei. Turandot hatte ich bereits
eine ganze Weile geplant und bekam somit auch die besten Plätze in meiner
Lieblingsreihe. Leider gab es diesmal kein Dinner vorher, da ich Uli vom
Flughafen abholen wollte und ihr Flieger erst 17:30 Uhr in Leipzig landete. Sie
hatte einen günstigen Flug von Frankfurt ergattert. Was uns schon mal
einen perfekten Start in das Wochenende bescherte.
Der Freitagnachmittagverkehr
hatte sich auch schon aufgelöst und so brauchte ich mit dem Auto nicht sehr
lange zum Flughafen. Ich hatte die beste Laune und "Rosenstolz" während der
Fahrt. So manch ein verbissener Fahrer schaute mich verwirrt an, aber ich konnte mich einfach nicht bremsen
meine Lieblingsband mit meinem Gesang zu begleiten. Ich singe nun mal gern im
Auto, weil - da hört es nämlich keiner ;-).
Wir waren schnell wieder in Halle und hatten noch etwas
Zeit uns für die Oper umzuziehen und ein bißchen Schminke zur Tarnung
aufzulegen. Es gab sogar noch einen leckeren, gehaltvollen Non-Alcohol-Drink (um Hunger zu
vermeiden, da für Essen keine Zeit mehr blieb) in der "Zanzibar".
Pünktlich
erklommen wir die Stufen unserer kleinen Oper und freuten uns auf einen
erstklassigen Puccini Genuß.
Dies war erst meine zweite Puccini Oper - was für
eine Schande, wo er doch so bekannte und wunderbare Werke vollbracht hat, wie
Tosca.... La Bohéme .... Madam Butterfly .... Wahnsinn! Turandot war leider sein
letztes, was ich sehr bedaure. Ich finde, er ist einfach einer der Besten. Was
für eine Schande, daß er schon mit 66 Jahren starb und die Oper nicht beenden
konnte.
Das Programm der Oper war diesmal sehr interessant und
irgendwie fasziniert mich Puccini. Er scheint ein spannender Mann gewesen zu
sein, den ich gern mal kennen gelernt hätte. Er machte sehr viele
Recherchen zu Turandot.... alte chinesische Musik und Schillers Werk - was für
ein faszinierender Stoff, den er sich da ausgesucht hat, was für eine brillante
Idee!
Einer seiner Schüler, Franco Alfano, hat mit Hilfe Puccinis Skizzen und
Entwürfen versucht der Oper einen Schluß zu geben, welchen wir bei dieser
Aufführung auch sehen werden. Es konnte einfach nicht sein, daß nach dem Tod der
Liù die Oper enden sollte. Das macht unzufrieden. Man möchte schon gern wissen,
was aus dem Liebespaar werden wird.
Ich freute mich sehr auf dieses Meisterwerk
und war gespannt, was das Opernhaus Halle daraus machen würde.
Diesmal schien das Opernhaus sehr gut besucht. Fast alle Plätze waren vergeben und noch eine interessante Überraschung, der Dirigent von "Imeneo", Uwe Grodd, war auch dabei. Später sah ich dann auch noch Gregory Reinhard und Michael McCaffery von der Imeneo Crew. Die Herren schienen wohl nichts Besseres zu tun zu haben als in der Oper rumzulungern - aber gut, hatten wir ja auch nicht ;-) Sehr glücklich sahen sie jedenfalls nicht aus und dabei hatte die Oper noch nicht einmal begonnen. Selbst ich erntete einen eisigen Blick des Dirigenten, so daß es mir kalt den Rücken herunter lief. "Also Herr Grodd, das war aber nicht sehr nett. Ein klitzekleines Lächeln hätten Sie mir schon schenken können. Ich kann ja schließlich nichts dafür, daß Sie sich Puccini anhören mußten. - Ok, Sie können es wieder gut machen, laden Sie mich zu einer Tasse Kaffee ein. Vielleicht ein nettes Pläuschchen fernab der Oper und Musikszene?"
Der Anfang der Oper gefiel mir sehr gut. Puccini war wirklich
ein Genie. Er sieht sich in seinem Arbeitszimmer und phantasiert über seine Oper
Turandot. Er hat Angst, daß er sie nicht mehr beenden kann, daß er vorher
sterben würde und mir jagte es
jetzt schon einen kalten Schauer über den Rücken.
Was für eine kraftvolle Musik.
Roger Epple dirigierte meisterlich. Langsam kommt mir in den Sinn, daß er einer
der besten Dirigenten ist, den ich bis jetzt erleben durfte. Sein Stil ist
für
mich zwar sehr gewöhnungsbedürftig, aber das Ergebnis ist brillant. Wenn der so
weiter macht reicht er bald an Blomstedt ran. Natürlich muß man dazu sagen, daß
er auch ein super Orchester vor sich hatte.
Jürgen Trekel spielte und sang Puccini/ Timur meiner Meinung nach sehr gut. Ich
fand eigentlich die ganze Inszenierung (Pet Halmen) sehr gut. Die Art wie sich
Puccini in seinem Arbeitszimmer in Timur verwandelte war gut dargestellt.
Erst verstand ich nicht, warum die Diener unbedingt in englischer "Tracht"
auftreten mußten, aber dann kam mir der Gedanke, daß das der Einbildungskraft
Puccinis entsprungen sei um den Wandel zu Timur zu vollziehen. Die drei Diener
werden also zu Ping, Pang und Pong und das Hausmädchen zu der Sklavin Liù.
Einfach brillant. Was für eine grandiose Idee Puccinis sich selbst und sein
Schicksal in seine Oper einzubauen - und wie theatralisch. Es verursachte in mir
ein beklommenes Gefühl im Magen und ich war fasziniert über soviel Brillanz.
Somit war ich auch mit den etwas lächerlichen Kostümen der Diener einverstanden.
Das paßte in die Geschichte. Letztendlich fand ich, daß die Diener (Gerd Vogel,
Tommaso Randazzo, Jordi Molina) diesmal sowieso am besten sangen und
hervorragend spielten.
Der Hauptdarsteller, Richard Brunner, überzeugte mich eigentlich nicht so richtig. Die Stimme war zwar gut, aber die Erscheinung irgendwie unpassend. Ich konnte mir einfach nicht vorstellen, daß sich Turandot in ihn verlieben würde. Vielleicht hätten sie bei den Kostümen da auch etwas mehr herausholen sollen.
Schon sind wir mitten im ersten Akt. Die grausame Turandot
verlangt das Leben Ihrer Freier, wenn sie die drei ihnen gestellten Rätsel nicht
lösen können. Was für eine unbarmherzige Frau.
Sie läßt den Prinzen von Persien
hinrichten und die Zeremonie bringt mich zum schaudern. Und trotzdem kann wieder
einer nicht von ihr lassen. Die Liebe kommt ins Spiel und bringt alle Wahrheiten
zum Kippen. Sie vernebelt des jungen Mannes Sinne. Calaf ist wie betäubt von dem
Ziel Turandot für sich zu gewinnen und schlägt die wohlgemeinten Ratschläge
seines Vaters und der Diener in den Wind.
"Was für ein Narr" sagt jeder, aber
wie das so ist mit der Liebe, hört man natürlich nicht auf seine Umgebung und
lebt in einer unwirklichen Traumwelt, bis man letztendlich, hoffentlich
wachgerüttelt wird. Leider wurde Calaf nicht wach gerüttelt und versteigt sich
in seine Liebe. Er erklärt sich bereit die drei Rätsel zu lösen und wird der Sklave, der sich von
der Leidenschaft fortreißen läßt.
Aber auch wenn es
kein gutes Ende nehmen sollte, denke ich doch, daß es sich lohnt für die
Leidenschaft ein Risiko einzugehen. Was ist es doch für ein berauschendes
Gefühl, wenn es in einem brodelt und wenn man letztendlich doch das bekommen
sollte, was man will hat sich das Leiden und der Kampf wirklich gelohnt.
Leider
ist das aber nicht oft der Fall, aber manchmal scheinen Wunder doch
wahr zu werden und die Liebe siegt ;-). Oder ist das nur eine Traumvorstellung?
Wie oft passiert es denn, daß man den Partner seiner Träume findet? Wie viele
verkrachte Ehen gibt es denn und wie viele Menschen sind denn wirklich glücklich mit dem
Partner den sie haben? Lohnt es sich noch an die Liebe zu glauben? Oder
ist das alles nur ein Hirngespinst der Menschheit und reine Wunschvorstellung?
Der zweite Akt fängt sehr locker an. Ping, Pang und Pong haben
keine Lust mehr zu Abschlachten. Sie wollen endlich ein friedliches Leben - aber
leider werden sie wieder aus ihren Träumen gerissen, da das nächste Rätselraten
ins Haus steht. Schon wieder Träumen.... Besteht das Leben denn nur aus Träumen?
Ist es nicht möglich einige seiner Träume wahr werden zu lassen? Und befriedigt
das Ergebnis auch den Träumer? Was ist, wenn man erreicht, was man will? Gibt es
denn auch das Gefühl der Befriedigung, der Zufriedenheit? Oder jagt man dann
schon wieder den nächsten Träumen nach?
Es ist erschreckend, daß so viele
Menschen ihren Träumen ewig nachlaufen. Warum sollte man nicht jetzt anfangen
sie einfach wahr zu machen. Was zur Hölle hindert uns daran? Ist es der kleiner
Schritt einfach loszulassen? Sich aus der Sicherheit in das Abenteuer zu
begeben? Sich aus seiner Komfortzone wagen und mal etwas riskieren. Bringt
Risiko den gewünschten Erfolg?
Oh jeh, ich glaube ich sollte hier lieber aufhören mit der Philosophiererei. Das
macht die Leser nur wirr. - Wir waren beim zweiten Akt. Wie sollte es anders sein
in diesem Märchen. Der junge Mann löst natürlich die drei Rätsel und die
Zuschauer meinen, jetzt ist die Geschichte zu ende und wundern sich, daß es erst
zwei Akte sind. Da muß doch noch etwas kommen?
Und so ist es auch. So ganz hat die Liebe die Sinne des jungen Mannes nicht
getrübt. Er wünscht sich natürlich auch von Turandot geliebt zu werden und stellt
diese auf die Probe. Turandot soll bis zum Morgengrauen seinen Namen erraten.
Nur dann wird er sie zur Frau nehmen.
Ich war sehr gespannt auf die Erscheinung Turandots. Sie muß eine atemberaubende
Frau sein, daß so viele Männer an ihr zerbrechen und für sie sterben wollen. Ich
weiß, daß ich da ein bißchen viel vom Opernhaus verlange, aber irgendwie fand ich
unsere Turandot nicht so passend. Irgendwie hatte ich auch stimmlich nicht das
Gefühl, daß so viele Männer für diese Frau ihr Leben riskieren würden. Aber gut,
vielleicht bin ich da auch ein bißchen zu anspruchsvoll. Vielleicht bin ich auch zu sehr Leihe um ihren Gesang
beurteilen zu können, aber irgendwie traf er nicht meinen Erwartungen - sorry. Turandot wurde von
Diana Veronese gesungen.
Letztendlich tötet sich die Sklavin (Romelia Lichtenstein) um den Namen des jungen Mannes nicht preisgeben zu müssen, Puccini stirbt und die beiden Liebenden kommen zusammen. Was für eine Tragödie. Wozu soviel Tod nur wegen eines Namens, den er doch selber nennt. - Aber was für ein Meisterwerk. Selbst der Schluß war sehr gut durchdacht. Als das Werk des Meisters endete, war auf der Bühne vollkommene Stille und erst durch einen Boten, der Franco Alfanos Ende in die Handlung bringt, endet die Stille und die Oper.
Ich finde Turandot ist eine wunderschöne Oper und vom Opernhaus Halle gut in
Szene gesetzt. Die schönste Arie daraus ist für mich immer noch "Nessun dorma!"
Oh Wahnsinn, ich könnte darin zerfließen!
Leider waren die Stimmen und Interpreten nicht immer so passend,
aber ich denke es lohnt sich trotzdem sich diese Oper hier in Halle anzusehen.
Schon Puccinis und der genialen Handlung wegen.
Uli und ich wollten die Oper noch ein bißchen auswerten und da wir natürlich Hunger hatten - von Frühstück allein kann der Mensch nicht leben - suchten wir uns ein nettes Restaurant in der Nähe. Leider war im "Zanzibar" nicht das klitzekleinste Plätzchen für uns frei und so landeten wir im "Casanova". Na wie passend. Hier gab es eine leckere Folienkartoffel, die unser Verlangen stillte - zumindest, was das Essen betraf und nach einer kleinen Auswertung über das Gesehene und Gehörte machten wir uns auf den Heimweg.
Am Samstag mußten wir leider wieder früh raus, da ich auf der
Jagd nach neuen Möbeln für mein neues Bad war. Ärgerlicherweise kann man, oder besser
Frau, das Angebot hier in Halle vollkommen vergessen. Ich glaube meine
Enttäuschung diesbezüglich erspare ich Euch jetzt und fahre fort mit dem
nächsten Highlight dieses Wochenendes, dem Messias von Georg Friedrich
Händel.
Wie es sich gehört für den Geburtsort Händels, haben wir seinen Geburtstag in
unserer neuen Händelhalle mit dem Messias gefeiert. DAS kann man sich einfach
nicht entgehen lassen. Noch ein brillantes Werk an diesem Wochenende.
Es ist
beeindruckend wie interessant Händel die Bibel interpretierte, daß er so ein
atemberaubendes Werk daraus entstehen lassen konnte. Leider bekam ich kein
Programmheft mehr und so kann ich nicht sagen, wer diesmal die Solisten waren.
Jedenfalls fand ich sie sehr gut und hätte das gern gewußt. Der Dirigent,
Proinnsías Ó Duinn, war ebenfalls spitze. Ein herrlicher Schwung und irgendwie ein lustiger
Bursche, sehr sympathisch.
Zu Beginn mußten wir wieder eine Eröffnungsrede über uns ergehen lassen - glücklicherweise nicht sehr lang, aber wahrscheinlich notwendig bei einem so wichtigen Ereignis. Halle-TV war auch dabei und ich hatte wieder vergessen meinen Videorekorder einzuprogrammieren - ärgerlich.
Aber dann konnte ich wieder wunderbar in der Musik abtauchen und meine Gedanken kreisen lassen. Irgendwie hat mich Puccinis Oper gestern ein wenig nachdenklich über die Liebe und Leidenschaft gemacht und manche Gedanken gingen mir einfach nicht aus dem Kopf.
"Jedes Tal soll erhöht werden, und jeden Berg und Hügel macht tief, das Krumme gerade und die unebenen Stellen glatt." .... ist der Messias nicht herrlich? Was für ein tiefsinniger Text und was für eine wundervolle Musik. Leider kam die Pause viel zu schnell heran und wir verließen unsere Plätze um uns ein Glas Wein zu gönnen.
Apropos Wein, ich hatte vergessen zu bemerken, daß man im "Goldenen Herz" vor dem Konzert ganz gut essen kann. Das ist ein böhmisches Restaurant gleich hinter der Händelhalle in der Mansfelder Straße. Es ist ein einfaches Restaurant, aber die Bedienung ist freundlich und das essen sehr gut und es ist nur ca. 2 Minuten weg von der Händelhalle.
Leider versuchte ich vergebens zu meinem Glas Rotwein
durchzudringen. Es war sehr voll unten in der Halle und was für eine
beeindruckende Schlange an der "Bar" - nein, daß wollte ich mir nicht antun.
Also schwatzten wir ohne Wein und ich schaute in die Runde, ob ich ein paar
bekannte Gesichter entdecken würde. Ich hätte gedacht, daß ich ein paar mehr
Leute aus meiner Firma treffe. Aber wie es aussah war da nur unser Ex R&D Chef,
ein guter Chef, aber leider retiered. Und jemand von R&D Dispersion Powder, auch
ein sehr guter Mann - hmmm, wenn mich nicht alles täuscht, hat er im Chor
mitgesungen. Ich muß ihn diesbezüglich unbedingt noch einmal fragen. Ich weiß
ja, daß er viel mit seinem Chor unterwegs ist, aber daß er so gut ist, hätte ich
nicht gedacht - beeindruckend!
Dann war da noch einer unserer Englischlehrer und dann schon wieder das
Dreiergespann von Imeneo. Das war jetzt schon das zweite Mal an einem
Wochenende und da aller guten Dinge drei sind, sehen wir sie morgen noch einmal.
Uli und ich haben uns letzte Woche entschlossen auch den Sonntag etwas
Kulturelles zu unternehmen, da sie erst am Montag früh wieder zurückfliegen
mußte. Wir schwankten zwar noch zwischen dem nt mit "Nächstes Jahr, gleiche
Zeit" und dem Opernhaus mit "Imeneo", aber entschlossen uns dann doch für
"Imeneo", aus Interesse, ob es wohl genauso gut werden würde, wie damals zu den
Händelfestspielen. Leider habe ich beim Buchen nicht aufgepaßt und bekam wieder
Karten in der ersten Reihe, fast die selben Plätze, wie beim letzten Mal.
Hehe... diese Zufälle ....
Die Pause ging zu Ende, die Herren der Imeneo-Crew schwatzten noch und wir machten uns auf den Weg zu unseren Plätzen um den zweiten Teil des Meisterwerkes zu genießen. Es war wirklich wunderschön und Dirigent und Orchester bekamen einen dementsprechenden Beifall mit Standing Ovation, was sie nötigte noch eine Zugabe zu geben. Eine gute Idee Händel mit dem Happy Birthday Song zu gratulieren und das Publikum mit einzubeziehen. Was für eine Herausforderung bei dem halleschen Publikum - aber! Es hat geklappt. Nach nochmaliger Standing Ovation durften wir noch das Halleluja zusammen mit dem Chor singen. Dem Dirigenten haben sicherlich von soviel Disharmonie innerlich die Augen getränt, aber ich fand, es war eine schöne Idee. Vielen Dank für diesen wunderbaren Abend! Ich habe ihn herrlich genossen.
Gut, daß das Parkhaus so schön in der Nähe war, schlecht, daß es ein Vermögen kostete. Halle sollte sich mal ein Beispiel an Leipzig nehmen. Da bekommt man etwas Ermäßigung auf's Parken unter dem Augustusplatz, wenn man ein Konzert im Gewandhaus besucht. 5 EUR?! Die sind doch wohl verrückt! Da kann ich das nächste Mal gleich ein Taxi nehmen.
Da "Imeneo" am Sonntag schon 18:00 Uhr beginnen sollte, überlegten wir uns erst nach der Oper ins "Las Salinas" essen zu gehen. Langsam können sie mir dort wirklich schon einen Rabatt einräumen. Ich glaube, es ist z.Z. mein absolutes Lieblingsrestaurant hier in Halle. Es liegt auch so schön günstig, gleich um die Ecke des Händelhaus Karree Parkplatzes... und ich finde den Kamin so schön gemütlich...
Über "Imeneo" möchte ich hier nur kurz berichten,
da ich schon
einmal darüber geschrieben habe. Ich war froh, daß wir damals zu den
Händelfestspielen "Imeneo" genießen durften, denn leider haben sie diesmal die
Damen ausgetauscht und hatten somit nicht Ulrike Schneider, Martina Rüping und Alexandra
Coku dabei. Das war sehr schade, weil die waren unübertroffen und die drei Damen
diesmal kamen bei Weitem nicht an sie ran. Selbst die Interaktion zwischen den
Sängern war nicht dieselbe. Alexandra Coku und Otto Katzameier haben viel mehr
miteinander gearbeitet. Genauso auch Ulrike Schneider als Tirinto und Martina
Rüping war
als Clomiri brillant. Gut, daß wenigstens Otto Katzameier und Gregory Reinhard
gesungen haben. Gregory Reinhard hatte wie immer die beste Stimme für mich. So
herrlich kraftvoll. Ich könnte ihm stundenlang zuhören. Hoffentlich tauschen sie
bei den diesjährigen Händelfestspielen die Damen wieder zurück!
Auch bei dem Orchester hatte ich irgendwie das Gefühl, daß da mehr herauszuholen gewesen wäre. Uwe Grodd konnte sich anstrengen, wie er wollte, irgendwie hatte ich den Eindruck, daß das Orchester diesmal nicht so gut war. Was war los?
Aber gut, im Großen und Ganzen, ist "Imeneo" immer noch eine der besten Opern unseres Opernhauses und auf alle Fälle empfehlenswert. Schade nur, daß sie nur noch zweimal zur Aufführung kommt und ich nichts davon gehört habe, daß wir sie vielleicht auf CD bekommen könnten. "Liebes Opernhaus, wie sieht es denn mit einer Aufnahme aus? Das wäre doch mal eine nette Idee!"
Leider ging unser kultureller Marathon von diesem Wochenende viel zu schnell vorbei. Es war ein wunderbares Wochenende und ich danke allen Beteiligten für diesen herrlichen Musikgenuss. Es war ein Fest für meine Seele.
Eure Jana