Emanuel Striese zum Sommerfest

 

Ja, manchmal passieren einen Dinge, mit denen man (oder in diesem Falle Frau) überhaupt nicht rechnet.

 

Eines Abends rief ich wie immer meinen Berg e-mails ab. Die meisten waren wie immer für die Ablage mit dem roten Kreuzchen, aber mitten drin kam mir ein etwas Merkwürdiges mit dem Betreff "Einladung" unter. Natürlich dachte ich sofort an Spam, weil die auch immer solche Titel haben. Aber da Frau nun mal neugierig ist, konnte ich es natürlich nicht löschen ohne doch einen klitzekleinen Blick darauf zu riskieren. Aha, ein gewisser Herr Preuk wollte mich im Namen des "neuen theaters" zum Sommerfest einladen - sie wollten mir ihren Striesepreis für den besten Zuschauer verleihen. Huch - was ist denn das?!? Sofort dachte ich - Moment mal, das ist doch wohl ein Scherz. Irgendwer will mich hier auf den Arm nehmen - bester Zuschauer, nee, das gibt es doch wohl nicht. Seit wann verleiht man einem Zuschauer einen Preis, der nur faul im Theater rumsitzt und dann auch noch auf seiner Homepage seine Meinung darüber schreibt. Nagut, Herr Preuk nannte das "tolle Werbung" für's nt. Ja, und wenn ich mir das so recht überlege, hat er nicht unbedingt Unrecht damit. Wahrscheinlich ist es auch eine tolle Werbung - und wenn dem so ist, hoffe ich, daß meine Ausführungen vielleicht die Leute dazu bewegen vom Fernseher weg und mal wieder ins Theater oder zu einem Konzert zu gehen. Glaubt mir, es lohnt sich und ich schreibe das hier jetzt nicht, weil der Herr Preuk so nett ist. Nein, ich schreibe immer, was ich denke und wenn mir etwas nicht gefällt sage ich es, genauso, wenn mir etwas gefällt. Das mag für Manchen vielleicht ein bißchen anmaßend klingen, da ich ja eigentlich von solchen Dingen überhaupt keine Ahnung habe, aber ich bin eben wie alle Zuschauer, die genauso viel Ahnung haben wie ich und ins Theater gehen um zu genießen und vom Alltag abzuschalten. Also warum soll ich nicht aus Sicht eines Zuschauers schreiben. Und außerdem war ich ja sicher hier am PC, denn es kannte mich keiner - grins - tja, aber nu is wohl vorbei mit inkognito.

Natürlich freute ich mich über die nette Einladung und nahm den Preis an.

Somit kam ich also zum diesjährigen Sommerfestes des "neuen theaters" und wurde beste Zuschauerin.

 

Gegen 19:00 Uhr sammelten sich die Gäste. Es gab einen Sektempfang mit Erdbeeren - lecker - und die Gäste durften das Theater unsicher machen. Das heißt, man hatte diesmal die Möglichkeit sich umzusehen, wo man wollte. Das nennt der Mensch Vertrauen ;-) - hehe netter Versuch, liebes nt, denkt Ihr, Ihr bekommt mich hier von dem Sekt mit den leckeren Erdbeeren weg ;-) Frau ist da eben ganz "Pretty Woman".

Freundin Uli war wieder da, diesmal aus ihrer neuen Heimat Hamburg, und wir schwatzten ein bißchen, da dies ja diesmal keine Telefongebühren kostete. Peter Sodann, der Intendant, lief uns ein paar Mal über den Weg und schien ein bißchen nervös. "Aber Herr Sodann, dafür gibt es doch überhaupt keinen Grund, alles läuft perfekt und wir fühlen uns wohl bei Ihnen." Hier und da traf ich dann auch ein paar alte Bekannte. Die einen waren ganz nett und die anderen etwas merkwürdig - ich beschloß sie lieber in Ruhe zu lassen. Wahrscheinlich bin ich manch einem doch ein bißchen zu schwatzhaft.

Die Zeit für's Schwatzen verging sehr schnell und wir suchten uns die noch einzigen freien Plätze in der letzten Reihe im großen Saal des nt's. Ein "Hallelujah" ertönte und wir befanden uns mitten in einem Gespräch zwischen Händel und Bach. Hehe, wie passend, dachte ich mir, da ich immer noch in den Nachwehen der diesmal wirklich gut gelungenen Händelfestspiele schwebte. Das war wieder Gedankenlesen des nt's. Genau das Stück hätte ich mir auch gewünscht. Ich habe mich schon geärgert, daß ich es zu den Händelfestspielen verpaßt hatte. 

Mir gefiel es sehr gut, aber ich schenke mir hier das Beschreiben, da ich es nicht hätte besser formulieren können als Margit Boeckh es schon für die "Mitteldeutsche Zeitung" getan hat. Darum mache ich es mir hier jetzt einfach und hefte den Scan ihres gut gelungenen Artikels einfach hier an:

 

Liebt einer - Dur ; Stirbt einer - Moll ...

 

Ich liebe die Oper und das "nt" konnte mir wirklich keine bessere Freude machen, als diese Lesung über ein fiktives Gespräch der beiden Meister .... und das leckere Buffet danach. Ja, das war wirklich lecker und gut organisiert. Vom großen Saal ging es über die Bühne der Kommode zum Buffet. Ich mußte erst mal auf der Bühne stehen bleiben - aha, so sieht das also von hier oben aus. Der Zuschauersaal ist von dieser Perspektive recht winzig. Der kommt einen als Zuschauer aus der anderen Richtung gar nicht so klein vor, wenn die Sitze aufgebaut sind. Die Bühne der Kommode ist auch nicht sehr groß, kam mir aber fast größer vor, als der Zuschauersaal. Hmmm, das sind also die Bretter, die die Welt bedeuten - prima - laßt uns das Buffet schlachten!

 

Von der Kommode kletterten wir über eine Treppe hinunter zum Hof und suchten uns ein gemütliches Plätzchen in der Nähe der Bühne. Ich hatte Glück, an dem Tisch, den ich im Auge hatte, waren dann auch noch zwei Plätze frei. Die beiden Herren und ihre später folgenden Damen, waren zwar nicht sehr gesprächig, was schade war, da Frau immer mal gern ein Schwätzchen auch mit Unbekannt macht, aber egal, Uli und ich hatten genug zu erzählen, da wir uns ja schon wieder eine ganze Weile nicht gesehen hatten. Wir genossen die leckeren Sachen vom Buffet und Matthias Nilius' gedämpften Swing. "Lieber Herr Nilius, Ihre Band spielte wunderbar. Sie hatten zum Essen genau die richtige Lautstärke. Meist wird das ja übertrieben und man kann sich vor lauter Krach nicht unterhalten, aber Ihre Anschläge waren perfekt. Vielen Dank dafür!"

Wir genossen unser Dinner und nachdem alle Gäste abgefüttert waren gab es ein swingiges Programm. Matthias Nilius spielte nun ein bißchen lauter und so manch Schauspieler brachte uns ein Ständchen. Von "Something Stupid" zu "The Saints go marching in" war alles dabei. Die Gäste waren zufrieden, nur Peter Sodann gefiel die Ruhe nicht. Ja, so sind die Hallenser eben, stur bis auf die Knochen. Da kommt kein Lächeln, wenn es nicht unbedingt notwendig ist. Naja, vielleicht lag es ja auch daran, daß das fiktive Gespräch und das gute Essen danach die faulen Zuschauer noch ein bißchen fauler machte. Was aber auch seine Vorteile hatte, denn so kamen wir in den Genuß von Peter Sodanns herrlichen Witzen. Uli und ich lachten köstlich - schade, daß er so schnell aufhörte. Wir hätten zu gern noch ein paar Wessi/ Ossi Witze gehört. Das paßte so gut zu uns <grins>. Nagut, in dieser Minute beschlossen wir uns die "Wende-Revue" anzusehen. Ich zwar dann schon zum zweiten Male, aber ich konnte mich einfach nicht bremsen Wessi Uli da hinein zu schleifen - habe schon die Karten ;-)

 

Dann gab es wieder Tanz und so mancher traute sich jetzt auch auf die Bühne. Wir waren an diesen Abend Tanzfaul und genossen diesmal lieber das Zusehen.

Herr Brankatschk tanzte nett mit seiner Frau und der Rest der Herren vergnügte sich oben beim Fußball schauen. Es spielten Holland gegen Schweden, glaube ich und Peter W. Bachmann schrie am Lautesten. Weiß bloß nicht, für welche Mannschaft. Ich hoffe nicht für die Holländer. - Ja, das wäre jetzt mal eine gute Chance gewesen sich Abseits erklären zu lassen. Ob er das wohl kann? Männer stellen sich diesbezüglich wirklich immer etwas dumm an und Frau wird somit auch nicht schlauer. - Nein, DAS ist nicht hoffnungslos. Irgendwann begreifen auch wir das!!!

 

Der Abend war wunderbar - widererwartend kein Regen und eine angenehme Luft und dann den Streisepreis für die beste Inszenierung, die beste Schauspielerin, den besten Schauspieler und für mich. Emanuel Striese ist übrigens der Theaterdirektor aus dem "Raub der Sabinerinnen." Ein richtiger kleiner Oscar. Finde ich eine witzige Idee vom nt.

Der "Sommernachtstraum" bekam ihn als beste Inszenierung, was sicherlich Geschmacksache ist und nicht unbedingt meine Wahl. Die beste Schauspielerin wurde Danne Hoffmann und der beste Schauspieler Peter W. Bachmann. Ja, das fand auch ich eine gute Wahl. Und einen Special-Striese mit Special Ansprache vom Intendanten für Frau Dinnebier. Ja, das finde ich wirklich eine gute Idee, denn ihr haben wir u.a. die netten Theaterfrühstücke zu verdanken - somit auch von mir ein Prost auf ihren Striese und auf Ihren Geburtstag, den es nach Mitternacht zu feiern gab.

Die Schauspieler sahen das Ganze mit einem Augenzwinkern, aber ich denke es ist schon ein nettes "Danke" der Zuschauer für eine super Leistung und außerdem ist der Bursche echt knuffig..... und, die Preisträger wurden alsdann von Frau Dinnebier zum nächsten Theaterfrühstück verdonnert.

Ob sie Danne Hoffmann erwischt hat weiß ich nicht, aber Peter W. Bachmann konnte nicht so schnell flüchten. Nein, da helfen auch keine Ausreden und er machte gute Mine zum bösen Spiel. Tja, lieber Herr Bachmann, man kommt so als Liebling der Zuschauer eben nicht ungeschoren davon ;-) Ich hoffe, wir sehen Sie dann am 12.09.04 im nt-café. PROST! - hehe

 

Ich hatte somit auch mein Autogramm von Herrn Sodann und weiter ging's mit Tanz. Herr  Brankatschk war wirklich ein wunderbarer Tänzer. Seine Frau kann sich glücklich schätzen - und zwischendurch gab er uns ein paar hervorragende Beispiele von Louie Armstrongs rauchiger Stimme zum Besten - wow! Das kann er echt super! Sie sollten mal einen Swingabend machen. Anja Pahl, Elke Richter, Martin König und er wären perfekt dafür.

 

Ein paar Tänze nahmen dann auch wir mit, aber sonst waren wir wirklich faul an diesem Abend, der sich noch weit in die Nacht hinein zog.

... und lieber Herr Sodann, sie brauchen nicht so grimmig zu schauen, der Abend war perfekt und wir haben ihn sehr genossen. Sie haben alles so wunderbar und liebevoll organisiert, daß wir uns bei Ihnen sehr wohl gefühlt haben.

 

 

Lieben Dank speziell noch einmal an Herrn Preuk und das nt für den Striese, ich habe mich wirklich gefreut.

 

 

Eure Jana