Giacomo Casanova (1725-1798)"Ich aber erkenne gern stets in mir selber die Hauptursache des Guten oder Bösen, das mir zustößt. Daher sah ich mich stets mit Behagen imstande, mein eigener Schüler zu sein, und machte es mir zur Pflicht, meinen Lehrer zu lieben." - Giacomo Casanova

 

 

Und in diesem Sinne würde ich für mein Jahr 2004 sagen, es war ein gutes Jahr und somit war ich wohl auch dem lieben Lehrer ein guter Schüler - PROST Ihr Lieben! auf das neue Jahr 2005 und das auch Ihr stets den Lehrer liebt und ihm immer gute Schüler seit!

 

 

Freude trinken!

 

Was kann es Schöneres geben als AbHändelhalle in Halle an der Saaleschluß eines guten und glücklichen Jahres, als dieses mit einer "Ode an die Freude" zu verabschieden.

 

Wohl in jeder Konzerthalle ertönte an diesem Abend Beethovens 9. Sinfonie und somit natürlich auch in der meiner Heimatstadt Halle. Diesmal waren wir zu viert und ich hatte die besten Plätze in der ausverkauften Händelhalle - "Freude schöner Götterfunken!"

 

Chor und Orchester hatten Platz genommen und der Dirigent folgte. Diesmal war es Jörg-Peter Weigle. Fand ich ein bißchen schade, denn ich hätte lieber Heribert Esser gehabt. Der hat das Orchester mit seinen schlanken Händen und seiner ruhigen Art das letzte Mal zu Beethovens 5. Klavierkonzert so toll geführt, daß ein wahrer Genuß dabei heraus kam.Jörg-Peter Weigle (Quelle: Programm der Philharmonie)

Jörg-Peter Weigle kannte ich noch nicht und war gespannt, was das für ein Bursche sein mochte. Seine im Programm abgedruckte Biographie klang bemerkenswert - wie immer - und er arbeitet z.Z. an allen 9 Beethoven Sinfonien, also konnte das Konzert heute doch nur super werden.....

 

..... bestimmt war es auch super und klang nur für meine Ohren ein bißchen merkwürdig. Ich habe ja keine Ahnung von Musik, aber irgendwie fand ich seine Interpretation ein bißchen eigenartig. Mein bester Kumpel Thomas meinte trocken, der hätte vorher schon eine Flasche Silvester Sekt getrunken. Und ja, da waren einige Einsätze sehr Alexandra Petersamer (Quelle: Programm der Philharmonie) eigenartig und mit den Tempi bin ich auch nicht zurecht gekommen. Vor allem auch mit den komischen Pausen so zwischendurch und der verdrehten Lautstärke der Instrumente. Aber gut, es klang schon irgendwie wie Beethovens 9., naja, so ungefähr jedenfalls.

Der Herr neben mir gähnte und einer hinter mir schnaufte, so daß ich dachte, der fängt gleich an zu schnarchen..... hat ihn doch seine Frau wieder ins Konzert geschleppt <grins>.  Markus Petsch (Quelle: Programm der Philharmonie))Irgendwer schürfte dauernd mit den Füßen. Die müssen ganz schön schwer gewesen sein, daß man sie nicht anheben konnte beim Positionswechsel.... und es war bestimmt auch nicht einfach immer genau die ruhigen Stellen für den Positionswechsel abzupassen - bemerkenswert! Warum erwische ich immer die Plätze mit dem unruhigen Publikum?

 

Der Chor war superspitzenklasse! Die Robert-Franz-Singakademie und das Collegium Vocale Leipzig hatten sich zu dieser einzigartigen Michael Dries (Quelle: Programm der Philharmonie)) Stimme zusammengetan. Wow! Die haben alles rausgerissen. Auch der Bariton, Michael Dries, war super. Den Tenor, Markus Petsch, fand ich ein bißchen leise, aber die beiden Damen Alexandra Petersamer und Nathalie Boissy gefielen mir wieder gut, obwohl ich meine, eine Stelle klang auch ein bißchen sehr komisch.... vielleicht hatten die vorher wirklich schon ein paar Gläser Sekt - aber nein! Ich bin wieder unmöglich - sorry! Ich habe keine Ahnung, vielleicht sollte das ja auch so sein. Allerdings, einen Blick zu Thomas' in Falten gezogener Stirn, sagte mir, daß ich da wohl doch nicht so ganz falsch lag.

Nein, liebe Philharmonie, ihr werdet mich trotzdem nicht so einfach los. Ich komme das nächste Mal ganz sicher wieder und hoffe auf einen anderen Dirigenten. Das muß an ihm gelegen haben, denn eigentlich ist unsere Philharmonie wirklich super. Ich habe hier schon so viele Konzerte besucht und die waren alle ausnahmslos klasse. Meine geschätzten Damen und Herren Orchester, vielen Dank dafür!

 

Komischerweise habe ich es bis jetzt noch nicht Einmal geschafft ein Konzert zu Beethovens 9. ohne zu meckern zu genießen. Das muß wohl doch an mir liegen. Aber eigentlich ist es schon eigenartig, denn jetzt sitze ich hier, mit einer uralten Aufnahme von Kurt Masur im CD Player und bin begeistert. Da gibt es nicht das geringste zu meckern. Seine Interpretation ist gNathalie Boissy (Quelle: Programm der Philharmonie))enau nach meinem Geschmack - wunderschön! 

Vorher habe ich die selbe Sinfonie mit Herbert Blomstedt gehört - auch super. Tja, und jetzt bin ich verwirrt. Ich muß mir das Teil noch mal von jemand anderem besorgen. Das kann doch wohl nicht sein, daß ich immer die Falschen Konzerte dazu erwische. Nein, und das liegt nicht am Gewandhaus, denn die Interpretation von Petr Chromczák, damals im Gewandhaus, war für meine Ohren auch sehr gewöhnungsbedürftig.

Oh, jetzt gerade wieder der zweite Satz. Ich finde, daß ist mit dem Letzten zusammen der Beste. Wie die Geigen so langsam hochkommen - oh, so wunderschön! - Freude schöner Götterfunken!

Ludwig van Beethoven (1770-1827) - Quelle: Programm der PhilharmonieDer Beethoven war schon ein Genie. Es ist beeindruckend wie ein einzelner Mensch so etwas Schönes schaffen konnte und wenn ich mich nicht irre, war er zu diesem Zeitpunkt schon völlig taub.

Jeder Satz ein Hochgenuß und jede der 9 Sinfonien ein Erlebnis. Ich glaube fast Beethoven kann süchtig machen. Er ist mein absoluter Liebling. Den hätte ich gern mal live erlebt. Schade, daß er nicht mehr mitbekommt, wie seine Sinfonien die Zeit überdauert haben und so gefeiert werden. 

Wenn ich richtig gerechnet habe, ist seine 9. Sinfonie 180 Jahre alt. Kaum vorstellbar! 180 Jahre nicht vergessen und noch immer geliebt. "Ein spezielles PROST! auf Sie, Herr Beethoven, und vielen Dank, daß sie diesen Genuß für uns erschaffen haben!"

 

- und ein PROST auch auf Euch, Ihr da draußen! Ich wünsche Euch allen ein gesundes, glückliches, zufriedenes und erfolgreiches Neues Jahr!

 

 

Eure Jana

 

 

 

 

ps., einen Tag später und nichts zu tun mit Beethoven:
Habe jetzt gerade, so beim Korrekturlesen, "Phoenix" eingeschaltet und bin zufällig in eine Art Pressekonferenz/ Talkshow "Gütersloh: "Beste Unterhaltung für Deutschland: Kultfernsehen mit Jauch und Schmidt" hineingerutscht. Wohl eine Aufzeichnung von 2002 aber herrlich! Es gibt doch noch ab und zu mal etwas Interessantes im Fernsehen. Ich bin beeindruckt!

Hängen geblieben bin ich dort, weil sie gerade über Unterlassungserklärungen gesprochen haben. Das hat mich wieder an meine "Universal" - Sache erinnert. Ich war ja so ärgerlich darüber damals, aber eigentlich hätte ich mich gebauchpinselt fühlen sollen. Harald Schmidt und Günter Jauch bekommen Duzende davon, täglich - hehehe - Da kann ich mich diesbezüglich doch glatt mit denen auf eine Stufe stellen. Wow! Bin geplättet!

Herrlich, herrlich, was für ein Sarkasmus. Ich kringele mich hier vor lachen. Die beiden sind brillant! Was für eine spitze Zunge zu den vertretenden Anwaltskanzleien .... und die klagenden Firmen verdienen super daran - ich glaube, ich habe hier den falschen Job. Das ist doch DER Markt der Zukunft. Man muß nur die Augen und Ohren offen halten, sich eine kleine, unbedeutende Kanzlei suchen, die gern auch mal etwas Geld verdienen möchte weil ja sonst nichts weiter zu tun. Und dann kann man tolle Serienbriefe für Unterlassungserklärungen entwerfen und gut verteilen. Da braucht man noch nicht mal viele Betriebsmittel, höchstens eine Kontonummer. Das kann man sogar glatt von zu Hause aus erledigen - und eigentlich erledigen sich die Sachen dann auch so ganz von selbst und man macht trotzdem eine Menge Umsatz. Das ist wirklich die Branche der Zukunft! Keine Wertschöpfung, aber eine Menge Kohle dafür!

 

 

 

 

im Rand: Ludwig van Beethoven dirigierend, 

Zeichnung von Wilhelm Thöny, 

Quelle Programm der Philharmonie Halle