Die Oper für's gemeine Volk...

 

Tja, und schon wieder die Liebe - sie scheint mich zu verfolgen - nein, wahrscheinlich verfolge ich sie. Ist wohl nun mal so in der Oper - immer das alte, leidige Thema - seufz - und dabei ist das hier noch nicht mal eine Oper, sondern ein Singspiel und dazu noch ein Komisches. Möglicherweise ist Liebe manchmal auch komisch - nein, Yunus Emre (1241-1321) wohl eher nicht. Sie kann schön sein, wenn denn alles so klappt, wie man (oder Frau) es gern hätte, aber wie das im Leben immer so ist, sieht es wohl eher so aus, wie sie der türkische Dichter Yunus Emre (1241-1321) sehr treffend beschreibt und unser Opernhaus auch noch boshafterweise, nur mal so als Erinnerung, dies in großen Lettern mahnend von der Bühne auf uns nieder prangern ließ.

 

"Mein Gott, was ist das für eine Krankheit, gegen die es kein Mittel gibt.

Man kann sagen, der Geliebte ist eine Wunde, die niemals heilt, welche Salbe Du auch darüberstreichst.

Meine verrückte Seele kann nichts als lieben. Sie ist zum Geliebten übergelaufen, von nun an muß ich ohne sie auskommen.

Mir ist, als drehte mein Herz sich im Kreis, es setzt sich selbst mit vielen Ratschlägen zu, aber ist nicht ein liebendes Herz schon in einer rettungslosen Lage, was die Liebe betrifft?

Es ist süchtig nach ihr, und seinen die Umstände auch noch so ungünstig, so daß es aussichtslos scheint, je zueinander zu finden.

Wahr ist: Wer liebt und sein gewohntes Leben weiterführt, der liebt nicht tief genug.

Um sich des Geliebten zu versichern, muß er ein Stück seines Eigenlebens aufgeben.

Manchmal scheint die Liebe ein Markt, auf dem Seelen verkauft werden. Wenn ich meine Seele verkaufe, wird sie niemand wollen, und das ist gut so. Liebe ich wirklich, lege ich weder Wert auf Besitz und Bequemlichkeit, noch kümmert mich die Furcht vor dem Jenseits, die mir die Lust an der Liebe verderben will.

Da tönen die Leute in ihren Nachrufen: Ein liebendes Herz hat aufgehört zu schlagen. Mich können sie nicht meinen. Ein Tier verendet, aber die Liebe findet kein Ende. Ein Tier kann kaputtgehen, aber die Liebe kann nicht kaputtgehen, sie überdauert das Leben des Menschen, der sie in sich bemerkt hat.

Auch ich, SELIM, bin von dieser Art, daß ich nichts anderes will auf Erden, als mich mit dem Geliebten vereinigen.

Ein Rückzug kommt nicht in Frage."

(Aus dem Programm des Opernhauses Halle, übersetzt von Gisela Kraft)

 

... ein Rückzug kommt nicht in Frage - Ja, es ist schon eigenartig, wenn man etwas unbedingt will kann man unüberwindbare Schranken überwinden und es erscheint einem noch nicht mal als schwierig. Man wendet Kräfte auf, von denen man vorher gar nicht geglaubt hat, daß man sie hat und das alles nur um ein Ziel zu erreichen und dieses verrückte Verlangen zu stillen, welches einen ganz schön wirr macht und in dem man sich Tag und Nacht baden möchte - nein, ein Rückzug kommt nicht in Frage ... ich brauche ein Happy End - genau, wie in diesem Singspiel - ja, das könnte Frau jetzt mal haben wollen!!!

 

 

Heute also war ich wiedermal in Bad Lauchstädt. Diesmal zu einem Singspiel von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) Wolfgang Amadeus Mozart, "Die Entführung aus dem Serail". Eigentlich bin ich kein so richtiger Freund von Operetten oder Musicals, aber da das hier der Vorgänger ist, dachte ich mir, das muß Frau auch mal gesehen haben und besorgte mir die Karten.

 

Es gab noch einen weiteren Grund. Unser Hausdirigent, Roger Epple, beschloß unser Opernhaus zu verlassen um Roger Epple (Quelle: Super Sonntag - Halle) in die weite Welt hinauszuziehen und dies hier war sozusagen seine letzte Amtshandlung und somit mußte Frau da auch noch so als Abschied dabei sein. Er war ein super Dirigent für unser Opernhaus und ich denke, wir werden ihn vermissen. Aber gut, alles ist in Bewegung und wir freuen uns somit schon auf seinen Nachfolger. Also dann bye bye Roger Epple und viel Glück für Ihrer weiteren Laufbahn!

 

Die Sonne lachte vom Himmel, obwohl sie anfangs gar nicht so recht wollte, und das gelbe Theater leuchtete uns schon von Weitem entgegen. - Hatte ich schon gesagt, daß ich dieses kleine Theater mag? Von Außen so unscheinbar, aber innen wirklich hübsch und es hat eine erstklassige Akustik, finde ich jedenfalls. 

Diesmal saß ich wieder ganz hinten, weil ich mich zu spät entschied und das Theater war wiedermal komplett ausverkauft. Aber diesmal konnte ich ganz gut sehen und es war auch nicht ganz so heiß, wie bei Teseo.

 

Ein Singspiel ist eine Oper in kleinem Maßstab, also mehr eine Kombination zwischen Oper und Theater, welche für das gemeine Volk gedacht war. Und mit diesem Gedanken im Hinterkopf sollte man sich auch unsere Inszenierung hier in Bad Lauchstädt ansehen.

Es ist eine einfache Inszenierung mit einen einfachen Bühnenbild und wie geschaffen für das Goethe Theater.

 

Sie begannen mit einem kleinen Schattenspieltheater. Es erklärte uns die Vorgeschichte und war ja ganz niedlich, aber lenkte doch sehr von dieser wunderbaren Ouvertüre ab, was schade war, denn Roger Epple ließ sie wiedermal perfekt durch den Saal klingen. Aber gut, es war ja für das Volk gedacht und das brauchte wahrscheinlich zur "langweiligen" Ouvertüre ein bißchen Bewegung auf der Bühne.

Ich mag Puppentheater nicht besonders und ich denke, das war auch der Grund, warum mir das Schattenspiel am Anfang nicht so recht gefallen wollte, obwohl es eigentlich eine gute Idee war um in die Handlung einzuführen.

Die Figuren paßten in die alte Zeit und erzählten uns, daß es einen Kampf auf See gab, Seeräuber das Schiff des spanischen Edelmannes Don Belmonte Lostados kaperten und seine Verlobte Konstanze nebst Dienerin und Diener entführten. Er selbst konnte flüchten, aber die drei Gefangenen wurden an den türkischen Pascha Selim verkauft. Dieser verschenkt die Dienerin, Blonde, an seinen Aufseher Osmin und behält Konstanze für sich. Belmonte kommt zurück um seine Geliebte und die beiden anderen aus dem Landhaus des Pascha zu befreien und alsdann  katapultierte uns die Inszenierung vom 16. Jh. in das Heute.

Wir befanden uns vor dem Palast des Paschas (Bassa). Im Hintergrund ein hübscher blauer Ozean mit einem kleinen Schiff in der Ferne. Das hat mir sehr gut gefallen. Der Vordergrund mit seinem mit Stacheldraht gespickten Plexiglasscheiben als Mauer um den Palast gefiel mir nicht so gut, aber das war eben der Touch des 21. Jahrhunderts. Schade, ich kann mich einfach nicht an diese modernen Inszenierungen gewöhnen.

Nils Giesecke (Quelle: Programm des Opernhauses Halle)Belmonte, gespielt und gesungen von Nils Giesecke, erschien auf der Bühne. Er sah süß aus mit seinem Bärtchen und erinnerte mich irgendwie an Clark Gable. Sein Outfit fand ich nicht so toll, da es mich mit der Bomberjacke eher an einen Piloten der Air Force erinnerte als an einen Seefahrer und erst recht nicht an einen Spanier. Die Hose mit den Knöpfen am Hosenbein machte zwar diese Andeutung, aber reichte bei Weitem nicht aus.... schade, wo die Spanier in ihren Trachten doch immer so sexy aussehen - Olé - Ja, da ist Frau eben ganz Frau und ein großer Kleiderfetischist.

Das Singspiel war natürlich in Deutsch und Nils Giesecke sang sehr deutlich, so daß man alles ohne große Mühen verstehen konnte. Och ja, er hat schon einen hübschen Tenor, so als Kammersänger.

 

"Oh Liebe! allzuviel!

Schenk mir dafür nun Freuden

Und bringe mich ans Ziel."

 

Tja, lieber Belmonte, so einfach ist das nun nicht. Mit bitten und betteln kommst Du nicht weiter. Da muß man schon etwas für tun und nicht nur jammern.

Jürgen Trekel (Quelle: Programm des Opernhauses Halle)Er steht verliebt vor dem Palast des Paschas und versucht an seine Verlobte Konstanze heranzukommen, als der Aufseher über das Landhaus, Osmin, auftaucht. Ein stattlicher Bursche, in diesem Fall gespielt und gesungen von Jürgen Trekel.

Die Interaktion beider ist köstlich. Zwar der Text wieder modern gefaßt, aber passend zur ganzen modernen Inszenierung - es ging locker vom Hocker.

Die Lieder von Christoph Friedrich Bretzner/ Johann Gottlieb Stephanie d.J. und die Musik von Mozart sind wunderbar - einfach, gut verständlich und richtige Ohrwürmer.

 

Die Idee mit den Melonen, an Stelle der Feigen fand ich gut. Die Aktionen um diese mit dem Säbel waren hervorragend. Das paßte schön zum Text um Pedrillo, den Diener Belmontes, den Osmin nicht mochte, da beide hinter der selben Frau her waren. Ist es nicht wieder wunderbar?

 

Jordi Molina (Quelle: Programm des Opernhauses Halle)Osmin verscheucht Belmonte und Pedrillo taucht auf. Oh jeh, wie haben sie nur den armen Jordi Molina angezogen! Die Kostüme sind furchtbar bis jetzt. Die Idee mit der Bauchbinde war ja nett, aber hätten sie diese nicht lieber über den Bauch stülpen sollen? - nee nee, Sie sollten nicht so viel Kuchen essen, Herr Molina!

Jordi Molina ist ja von Haus aus Spanier, in Barcelona geboren, und schien sich in der Rolle des Dieners Pedrillo richtig wohl zu fühlen. Ich finde er ist eine gute Besetzung für die Rolle, so quirlig und frech. Kein Wunder, daß er Osmin damit auf die Palme bringen konnte. Die beiden sahen goldig aus zusammen, Jürgen Trekel mit seiner großen, imposant Erscheinung im Gegensatz zu diesem zarten, kleinen Bürschchen der ihn andauernd ärgerte - herrlich!

Jordi Molina hat eine schöne Stimme, bloß ich finde ein bißchen leise.

 

Osmin verschwindet mürrisch und Belmonte taucht wieder auf. Pedrillo traut seinen Augen nicht und freut sich, daß sein Herr zurückgekommen ist um die Drei aus der Gefangenschaft des Paschas zu befreien.

Belmonte hat natürlich nur seine Konstanze im Kopf und will zu gern wissen, ob sie ihm treu geblieben ist - hehe, die Männer wieder.

Natürlich gießt Pedrillo noch Öl in das Feuer und erzählt ihm, daß der Pascha sie als seine Geliebte auserwählt hat, was Belmonte selbstverständlich überhaupt nicht gefällt - herrlich, ich liebe diese Story.

Aber Belmonte hat Glück, da der Pascha kein Tyrann ist und lieber den Liebhaber spielt, also seine Damen nicht zur Liebe zwingen möchte, sondern viel mehr ihr Herz erobern will - ist es nicht wieder schön. Es scheint tatsächlich noch Männer zu geben, die sich um einen Bemühen - zumindest in der Welt der Singspiele ;-)

So erfährt Belmonte alsdann, daß seine Verlobte noch treu ist und er sie sogar sehen kann. Er schwebt in den Wolken:

 

"Konstanze! dich wieder zu sehen -

O wie ängstlich, o wie feurig

Klopft mein liebevollen Herz!

Und des Wiedersehens Zähre

Lohnt der Trennung bangen Schmerz.

Schon zittr' ich und wanke,

Es hebt sich die schwellende Brust:

Ist das ihr Lispeln?

Es wird mir so bange;

War das ihr Seufzen?

Es glüht mir die Wange;

Täuscht mich die Liebe, war es ein Traum?"

 

Pedrillo nötigt den liebeskranken Belmonte sich zu verstecken und ein Chor der Janitscharen kündigt die Ankunft des Pascha und Konstanze an, die sodann auch erscheinen.

Unser Chor (Jens Petereit) gefiel mir sehr gut. Ihr Auftritt war wunderbar in Szene gesetzt und die Stimmen herrlich. Nur die Kostüme gefielen mir wieder nicht.

SJanet Williams (Quelle: Programm des Opernhauses Halle)elim, der Pascha und Konstanze erscheinen vom Volke umjubelt am Ufer. 

Janet Williams, als Konztanze, war eine elegante und hübsche Erscheinung und stellte Max Volkert-Martens Max Volkert-Martens als Pascha total ins Abseits. Ja, da kann ich Belmonte vollkommen verstehen, daß er verrückt nach ihr ist.

Sie hatte eine wunderbare Stimme und ich hatte den Eindruck, daß sie sich manchmal ganz schön zurück halten mußte, sonst wäre sie zu laut und kraftvoll gewesen. Janet Williams hätte ich mir für die Koloratur - Arie in der "Zauberflöte" gewünscht. Ich weiß nicht genau, aber ich meine, die hätte sie bestimmt mit Leichtigkeit hinbekommen. Ich hoffe, wir werden sie noch öfter hier bei uns am Opernhaus erleben dürfen.

Selim hingegen kam mir irgendwie nicht so richtig wie ein Pascha vor. Max Volkert-Martens spielte gut, aber die Erscheinung eines Paschas stelle ich mir anders vor. Es fehlte die Erhabenheit eines Herrschers und ein gewisses Charisma. Gut, er war in Konztanze verliebt, aber ich finde, er zeigte sich zu weich.

Wer kam auf die Idee mit dem albernen liebeskranken Gedrehe? Was ist denn das für ein Mann? Ich kann mir nicht vorstellen, daß ein türkischer Herrscher so kindische Tänze vollzieht - nee, daß war ein Schuß nach Hinten. Ich glaube seine Verliebtheit hätte man auch anders darstellen können. Und wo ich gerade so beim Meckern bin - wo war denn die Erotik? Das Gefühl der Liebe kam überhaupt nicht richtig rüber. Da sprang nirgends ein Funke über - weder zwischen Selim und Konstanze noch zwischen ihr und Belmonte. Ich glaube, das hätte man besser machen können - aber gut, vielleicht ist es in einem Singspiel zu Mozarts Zeiten nicht üblich gewesen, war ja schließlich nur für's Volk gedacht - allerdings, waren sie in dieser Inszenierung doch sonst so modern. Warum dann nicht auch diesbezüglich? Mit albernen Drehereien ist das nicht abgetan. Da hätte ein bißchen Erotik dem Stück auch gutgetan.

Ich und das restliche gemeine Volk hätten es gemocht.

 

Jutta Böhnert als Blonde (Quelle: Programm des Opernhauses Halle)Ich denke die drei, Selim, Konstanze und Belmonte waren der ernste, erotische Part - Osmin, Pedrillo und Blonde das Gegenstück dazu. Sie konnten alles mit einem Augenzwinkern betrachten und ein bißchen ins Lächerliche ziehen, was sie auch taten und was wieder gut inszeniert war. Die etwas emanzipierte Engländerin, Blonde, hatte ihre Männer schon arg im Griff. Das paßte vielleicht nicht unbedingt in die Zeit Mozarts, aber doch sehr gut in diese Inszenierung.

 

Es gab noch ein nettes hin und her und die verliebten Pärchen schmiedeten Fluchtpläne. Pedrillo setzte Osmin mit etwas Wein außer Gefecht und man sollte meinen der Flucht stehe nichts mehr im Wege.

Die Interaktionen zwischen Pedrillo und Osmin waren wieder köstlich.

 

Leider war noch viel zu viel Zeit bis Mitternacht und Pedrillo fürchtete, daß Osmin vor dem großen Fluchtereignis wieder aufwachen könnte. Nichts desto trotz vergnügten sich aber die Pärchen gedankenlos. Pedrillo erklärte Blonde im Hintergrund, wie er Osmin außer Gefecht gesetzt hat und Belmonte sang Konstanze im Vordergrund seine Liebe entgegen.

Die Schattenspiele hinter der Leinwand waren sehr gut gemacht.

Ich weiß, daß dies zum Stück gehörte, fand es aber trotzdem keine so gute Idee, da sie von Konstanze und Belmonte ablenkten. Aber für die Vorlage kann ja keiner was, als die Urheber selbst ;-) Und man merkt hier wieder, daß es sich um ein Stück für das Volk handelte. Komisch, daran hat sich bis heute nichts geändert, wenn man so im Fernsehen durch die vielen privaten Sender zippt, erkennt man das selbe Phänomen wieder heraus.

 

Somit war es schwierig für Belmonte und Konstanze ein bißchen knisternde Liebe rüber kommen zu lassen. Das funktioniert einfach nicht, wenn im Hintergrund albern agiert wird - schade.

 

Dann war es endlich Mitternacht und die Flucht sollte von Statten gehen. Die Leitern waren schon aufgestellt und die ersten Schritte getan, aber leider kommt es immer anders, als man denkt und die Liebenden natürlich nicht so einfach davon.

Wie es in einer guten Komödie eben ist, werden sie natürlich erwischt und eingekerkert. Das Publikum hinter mir seufzte lautstark und ich freute mich auf das weitere Geschehen. - Also ich muß sagen, daß Stück wurde nie langweilig. Immer war etwas los und immer war ich gespannt, was als nächstes kommen würde..... und ich wußte ja, es gibt ein Happy End - also konnte ich beruhigt den weiteren Aktionen folgen, auch wenn die hinter mir noch in Tränen ausbrechen sollten.

Selim ist nun doch ein bißchen Sauer und trennt die beiden Verliebten, sehr schön von der Inszenierung durch die Käfige dargestellt. Belmonte und Konstanze betrauern ihr Schicksal und wollen ohne einander und für einander sterben. Die Käfige sind so aufgestellt, daß sie sich gerade noch mit den Fingerspitzen berühren konnten - seufz - ist die Liebe nicht schön?

 

Gut, daß es ein Stück für das Volk ist und somit gibt es natürlich ein Happy End. Osmin ist zwar wütend und würde alle am liebsten den Kopf abhauen, aber sein Herr läßt natürlich Milde walten, wie es sich für einen weisen Herrscher gehört und schenkt ihnen die Freiheit.

Die vier fallen ihm zu Füßen und danken seine Großmütigkeit. Das Volk und die Zuschauer atmen auf und alles jubelt:

 

"Nichts ist so häßlich, als die Rache;

Hingegen menschlich, gütig seyn;

Und ohne Eigennutz verzeihn,

Ist nur der großen Seelen Sache.

Wer dies nicht erkennen kann,

Den seh' man mit Verachtung an.

 

Bassa Selim lebe lange,

Ehre sey sein Eigenthum,

Seine holde Scheitel prange

Voll von Jubel, voll von Ruhm."

 

Ein bißchen kitschig aber doch ganz nett. Wir sehen, schon früher hat man versucht die Menschheit eines besseren zu bekehren, und schon früher hat es nichts geholfen. Sieht wohl so aus, als ob man da sehr harte Mauern einrennen wollte und sich dabei mächtige Beulen geholt hat. Ja, das ist schade - ein schöner Gedanke, der mit den großen Seelen, nur leider gibt es davon wohl nur sehr wenige, wenn überhaupt und der Eigennutz steht da eher auf der Siegerseite.

 

Somit ein Hoch dem, der eine dieser großen Seelen besitzt und ein hoch auf Dirigent und Orchester, welche wieder erstklassig gearbeitet haben und auch wohlverdient den meisten Applaus bekamen.

 

 

Eure Jana