.....entschuldigen Sie Herr Berg, daß ich Ihr Motto vom diesmaligen Dessauer Konzert zum Jahreswechsel für meine Überschrift missbrauche, aber Sie haben es dieses, wie auch letztes Jahr so hervorragend passend ausgesucht. Letztes Jahr war ich zum Jahreswechsel in London mit Ihrem anschließenden "Very British" und diesmal hatte ich Wien am Morgen, am Mittag und am Abend - und das war wirklich nicht so geplant. Ich bin gespannt, wo es uns beide das nächste mal hin verschlägt.

 

Jetzt gerade sitze ich auf dem Flughafen in Wien und vertreibe mir die Wartezeit auf meine Heimmaschine mit dem Tippen meines kleinen Berichtes zu den letzten Ereignissen. Unglaublich, wie schnell die Zeit vergeht und wie viele wunderbare Ereignisse ich in dieser kurzen Zeit erleben durfte. Mit dem "Schwanensee" hatte ich ein ganz hübsches Ballett mit Freunden in der Oper Leipzig, zum Jahreswechsel selbstverständlich Beethovens 9. - das musste unbedingt sein - und danach bis nachts um 4 das Kontrastprogramm im PalaisS, um den Hotelpension Pertschy in der Habsburgergasse WienWeihnachtsspeck wieder abzutanzen. Am 01.01.2007 als Einstieg für das Neue Jahr ein hervorragendes Konzert im Anhaltischen Theater Dessau mit eben dieser Einstimmung auf meine darauf folgenden wunderbaren Tage in Wien. Diese waren nicht nur wegen der sehr angenehmen Gesellschaft, in der ich mich befand so wunderbar und phantastisch, sondern auch der Atmosphäre wegen, die eine so grandiose Stadt wie Wien zu bieten hat...... aber leider, leider, leider, war die Zeit viel zu kurz - wie immer. Sieht wohl so aus, als müsse ich noch einmal  wiederkommen.

Sehen Sie, Herr Berg, ich bin nun zwar öfter mal in Wien, habe auch schon sehr viel nicht unbedingt Touristengängiges gesehen, aber in die Oper habe ich es auch noch nicht geschafft. Ich werde es das nächste Mal versuchen. Also kurz: treffender hätte Ihr diesmaliges Konzertmotto nicht ausfallen können. Als Dankeschön für Ihre hervorragende Inszenierung des Konzertes (im Übrigen die beste dieser Tage), habe ich für Sie auch ein paar Touristenfotos geschossen und hier hochgeladen: Wien am Morgen, Wien am Mittag und auch Wien am Abend.... und Lieber Herr Berg, Sie sollten unbedingt mal wieder hinfahren. Diese Stadt ist einfach wunderschön! Ich könnte Ihnen eine gute Hotelpension Stadtmitte empfehlen. Da haben sie dann nur ein paar Schritte zur Oper, zur Hofburg, zu den vielen hervorragenden Restaurants und natürlich auch zu der Wiener Shoppingmeile - allerdings mit Shopping bezüglich Klamotten ist es in Wien nicht weit her, da sollten Sie lieber London bevorzugen. ... und wenn Sie keine Zeit haben in der Saison, hätte ich auch noch etwas Hübsches nebenher. In der spanischen Hofreitschule, wenn die Pferde auf Urlaub sind, gibt es in diesem Jahr das erste Mal einen Wiener Klaviersommer mit hervorragenden Künstlern, meiner Meinung nach - das ist schon etwas Besonderes und ich finde eine sehr gute Idee der Organisatoren: http://www.klaviersommer.at/ Und dann hätten Sie mal einen wirklichen Morgen, Mittag und Abend in Wien ;-)

 

... aber STOP! Wien kommt ja in der diesmaligen Hierarchie erst viel später. Diese, meine Odyssee, begann doch eigentlich schon im letzten Jahr mit Tschaikowskis "Schwanensee" in Leipzig.

Ich muss ehrlich zugeben, ich bin kein großer Freund des Balletts. Ich mag einfach keine knochigen, dürren Frauen und in Strumpfhosen umherhüpfende Männer. Der einzige Grund, der mich bewegt mir ein Ballett anzusehen, ist die Musik, oder wie in diesem Fall, die Aufforderung von Freunden zu einem gemeinsamen Abendevent mit vorausgehendem Abendessen.

Ich habe also keinerlei Kenntnis der Materie und sollte hierzu eigentlich gar nichts sagen. Trotzdem möchte ich ein paar wenige Worte darüber verlieren. Als erstes und unbestritten ist Tschaikowskis Musik natürlich wundervoll. Da gibt es nicht den geringsten Mangel, Barry Wordsworth hat das hervorragend hinbekommen.

Auch wenn diverse Kritiker 1877 die Uraufführung in Moskau, wie im Programm beschrieben, verrissen, sind es für mich doch immer wieder hübsche Melodien. Zwar zum heutigen Zeitpunkt schon etwas sehr "abgedroschen" - sorry, aber trotzdem immer wieder etwas für Herz und Seele, was um die Weihnachtszeit auch immer sehr gut ankommt - siehe den "Nussknacker" der Oper Halle - und das gebe ich ehrlich zu, so auch bei mir.

Hofburg - Wien im Januar 2007Es ist interessant im Programm zu lesen, daß das, was wir heute als Tschaikowskis "Schwanensee" kennen und lieben, nur noch 64% seiner ursprünglichen Fassung sind. 2150 Takte aus Tschaikowskis Partitur wurden gestrichen.* Da schiebt sich einen ja fast die Frage unter, ist das denn dann eigentlich noch Tschaikowski? Aber gut, wohl schon, denn es blieb in der Familie. Nach dem plötzlichen Tode Peters übernahm sein Bruder Modest die Aufgabe den Schwanensee so umzuformulieren, das er nicht ganz so hart beim Publikum rüber kommt. Die vielen schönen "blutigen" Szenen wurden abgemildert, die 2150 Takte mit instrumentierten Klavierstücken von Riccardo Drigo, dem damaligen Dirigenten, aufgefüllt und mit dieser neuen, publikumsfreundlicheren, umgearbeiteten Fassung bestritt das Ballett dann auch seinen Siegeszug durch die Jahrzehnte bis heute. Auch Leipzig (Paul Chalmer) bediente sich der Choreographie nach Marius Petipa und Lew I. Iwanow, was ich als sehr angenehm empfand, denn so erkannte selbst ich, als Ballettbanause, die einzelnen Szenen wieder.

Die Handlung ist einfach: Gut kämpft gegen Böse, weiß gegen schwarz und alle verlieren dabei. Doch bis es letztendlich soweit ist tanzt sich das Ballett der Oper Leipzig durch die wunderschöne Musik und vor wunderschönem Hintergrund (Pet Halmen) in die Herzen des Publikums.

Mein Herz ist allerdings noch ein wenig zweigeteilt, denn mir war das Ganze ein bisschen zu langweilig, was ganz bestimmt daher rührt, daß mich Ballett nicht sonderlich fasziniert. Es war für mich einfach zu viel Ballett und zu wenig Handlung. Es gab nicht so viel Action, wie z.B. in der halleschen "Nussknacker" Inszenierung oder der "Dornröschen" Inszenierung in Dessau oder gar der verrückten "de Sade" Inszenierung im stillgelegten Kraftwerk Vockerode, nein, es war schlicht weg einfach nur Tanz, Tanz, Tanz vor überaus hübschen weißem winterlichem Hintergrund.

Eins muss ich dazu allerdings auch noch sagen, da mir das Tanzen mit der Zeit langweilig wurde, beschränkte ich mich darauf den Tänzern auf die Füße zu schauen und ihre Schritte mit der Musik zu vergleichen und es hat mich unwahrscheinlich fasziniert, daß alles so perfekt passte. Da kam kein Schrittchen zu früh oder zu spät, das war alles exakt bis ins noch so kleinste Detail und dafür meine allergrößte Hochachtung an alle Beteiligten. Ich denke, Euer "Schwanensee" war sehr gut und ich würde sogar sagen, wer Ballett mag, sollte sich die Leipziger Variante ansehen, aber ich für meinen Teil werde mir das mit größter Sicherheit kein zweites Mal zu Gemüte führen.

 

Viel interessanter für mich, war der Silvesterabend mit Beethovens 9. Sinfonie, diesmal wieder in Halle und das erste Mal mit unserer Staatskapelle und Gastdirigent Peter Hirsch. Was gibt es dazu zu sagen? Hmmmm.... also der Chor (Robert-Franz-Singakademie) war sehr gut und auch das Orchester fand ich, aber mit den Solisten hatte ich irgendwie meine Schwierigkeiten. Ich hatte diesmal den Eindruck, so von der Empore aus, daß das hinten und vorn nicht passte. Die Herren waren zu leise, die Damen zu laut und alles irgendwie ein bisschen unverständlich. Was war da los? Das letzte Mal ging das doch alles viel besser? Der schöne Text ging völlig in irgendeinem Kauderwelsch unter und zerstörte den schönen Satz - oder vermochten meine Ohren dort oben von der Empore aus, einfach nicht den Stimmen zu folgen? Vielleicht waren sie von der hier schon seit Tagen andauernden Silvesterknallerei getäubt. Wirklich schade, ich muss ehrlich sagen, davon habe ich mir mehr versprochen. Aber gut, Orchester und Chor machten Einiges wieder wett und beide hatten ja Gott sei Dank die meiste Zeit der wunderschönen Sinfonie zu bestreiten.

Nach unserem Jahreskulturabschluss zog es uns dann ein paar Meter weiter ins PalaisS zur angemessenen und ziemlich lauten Begrüßung des neuen Jahres. Die völlig ausverkaufte Party über zwei Etagen entpuppte sich, ganz gegen meine Erwartungen, als ein überaus hervorragendes Ereignis. Vom sehr gutem Buffet und im Preis inbegriffenen Getränken, über einen völlig durchgeknallten DJ, der mit allen Altersgruppen entsprechender Musik, jeden dazu bewegte sich zu bewegen, bis hin zur hervorragender Lifemusik und hübschen kleinem Feuerwerk auf der im Sommer sehr gut besuchten und empfehlenswerten hauseigenen Terrasse über der Saale, war es dieser Silvesterspaß wirklich wert sich darin zu amüsieren. Ich liebe die Bewegung zum Rhythmus, die man eigentlich nur noch selten "Tanz" nennen kann und somit konnte ich bei der Musik, egal wie beknackt sie manchmal war, natürlich kaum eine Sekunde auf meinem Stuhl sitzen bleiben. Ich weiß gar nicht, wie viele Songs ich ausließ, aber sehr viele waren es nicht. So genoss ich es also ausgiebig bis spät in die Nacht und über den Jahreswechsel hinaus mich mal wieder ordentlich auszutoben. Kurz: Vielen Dank an unsere Freunde des "PalaisS", Uwe, Hansi und Mike, auch wenn ich des Öfteren gern mal über Euch meckere und meiner frechen Kritik so manchmal freien Lauf lasse, diese Jahresübergangszeremonie ist Euch wirklich hervorragend gelungen. Gern wieder und sehr empfehlenswert!

 

Ich weiß gar nicht, wann Kumpeline Uli und ich an diesem Morgen letztendlich bei mir zu Haus ankamen. Ich weiß nur noch, daß wir ins Bett bzw. auf die Couch fielen und bis gegen Mittag oder knapp darüber hinaus durchschliefen. So daß wir mit Panik feststellten, daß die Zeit ja doch ganz schön schnell vorwärts schreitet und wir uns mit unserem Frühstück zum Mittag, oder Mittag zum Frühstück - naja, oder wie auch immer, ganz schön beeilen mussten, damit wir unser Jahreseinstiegskonzert mit der Anhaltischen Philharmonie in Dessau nicht verpassten. Das musste unbedingt sein, denn man sollte das neue Jahr immer gut und fröhlich beginnen und begrüßen. Warum also nicht mit Wiener Melodien, Golo Berg und der Anhaltischen Philharmonie. Allerdings, das Lustige und Schöne an der Sache war, als ich die Karten zum Konzert damals kaufte, wusste ich wirklich nicht, daß es mich gleich einen Tag darauf in das reale und wunderbare Wien verschlagen würde und ich jetzt das klassisch Musikalische mit dem heutig Wirklichen vergleichen kann.

"Ein Morgen, ein Mittag, ein Abend in Wien" - hervorragend, Herr Berg - ja, ich finde es wirklich hervorragend und sehr charmant von Ihnen, daß H&M in Wien - ganz hübsch :-)Sie versuchten mich mit Ihrem Konzert so wunderbar auf meinen Wienaufenthalt einzustimmen. Vielen Dank! <grins>

 

Wien und die Musik sind ein Kapitel für sich und wenn ich dieses aufschlagen würde, wäre ich darin verloren - es gibt viel zu viele Begebenheiten und viel zu viel Erwähnenswertes. Mit jedem Schritt, den man durch Wien spaziert, spiegelt sich die Musikgeschichte der liebenswerten Weltstadt wieder. Mozart, Strauß, Haydn und die vielen Operetten über das alte Wien... das kann man einfach nicht alles in einem kleinem Bericht unterbringen. Das ist völlig unmöglich.

Golo Berg und sein Orchester versuchten das, was mir schier unmöglich erscheint, mit ein paar wenigen Auszügen und einer hervorragenden Inszenierung, dem angestaubten (sorry) Publikum im nahezu ausverkauftem riesigen Saal des Anhaltischen Theaters ein bisschen näher zu bringen, was meiner Meinung nach auch sehr gut gelang und nicht zu letzt seiner guten Laune und der hervorragenden Moderation durch ihn und Ronald Müller zu verdanken war.

Die Einführung in den Wiener Tag begann mit Franz von Suppés Ouvertüre mit oben genannten gleichnamigen Titel und der Morgen in Wien zeichnete sich durch Johann Strauß' (Sohn) "Morgenblätter" aus und wurde im Verlaufe immer hitziger - hmmm - nun ja - mein Morgen in Wien ließ mich um 6 aufrecht im kuscheligen Hotelbett stehen, da die Wiener meinten, sie müssen mir als Willkommen eine Baustelle vor dem Fenster aufmachen und er zeichnete sich nach Staatsoper Wien Januar 2007dem netten Frühstück in einem kleinen Spaziergang zwischen den noch geschlossenen Geschäften und einer Unmenge an Lieferfahrzeugen und anderem Beräderten, das Wienbild gewaltig störenden Gezeugs, ab.

Aber eigentlich begann ich ja meinen diesmaligen Wienaufenthalt mit dem späten Nachmittag und noch späteren Abend und DER war mehr als gelungen.

Nach anstrengendem, aber glücklicherweise direktem Flug von Leipzig/ Halle kam ich mit der S7 direkt und günstig in Wien Mitte (bzw. Landstraße) an, musste nur noch in die U3 umsteigen, ein paar wenige Haltestellen weiter fahren und war dann perfekt genau am Stephansplatz und somit sozusagen in der Innenstadt zwischen all den wichtigen geschichtsträchtigen Gebäuden und Sehenswürdigkeiten, die Wien so zu bieten hat. Also Herr Berg, falls Sie sich doch für ein zweites Mal entschließen sollten, fahren Sie auf keinen Fall mit dem CAT. Der ist zu teuer. Die S7 tut es auch und bis auf ein, zwei Minuten sogar in der selben Zeit. Also Ihre "Express Polka" beschreibt die Geschwindigkeit schon sehr gut und war übrigens sehr mitreißend. ... und was heißt hier, Sie verstehen nicht, was "Draußt in Hietzing" ist? So ein Schelm! Versuchen Sie es doch mal mit dem Wiener Wald - und damit meine ich nicht die Restaurantkette - und dem Schloss Schönbrunn. Leider habe ich es bei diesem Aufenthalt auch nicht bis Schönbrunn und zum Wiener Wald geschafft, vielleicht das nächste Mal. Jedenfalls war Ihre Musik dazu mit den beiden Solisten (Cornelia Marschall & Jörg Brückner) sehr animierend. Sie können die U4 vom Karlsplatz aus nehmen. Die bringt Sie direkt, allerdings nicht ganz "ohne Bremse" hin... und vielleicht hört Staatsoper Wien im Januar 2007man dann ja ein paar Geschichten aus dem Wiener Wald ;-)

 

Ich für meinen ersten Morgen in Wien interessierte mich erst mal für die Innenstadt mit den hübschen und teilweise sehr individuellen Geschäften und beschloss meine Schritte an diesen vorbei, zwischen diesen durch, und ab und zu in diese hinein, ganz langsam und gemächlich in Richtung Staatsoper zu lenken.

Als ich dann endlich über ein paar kleinere Umwege auch dort ankam, habe ich gut Geld bei Wolford und Triumph gelassen. An den zahlreichen Palmers Geschäften bin ich trotz "Sale", ohne nach rechts und links zu schauen, vorsichtig vorbei geschlichen und konnte mich gerade noch so davon abhalten mir ein paar herrlich elegante Schuhe von Hugo Boss zu kaufen. Also wären Sie jetzt eine Frau, Herr Berg, würde ich ihnen ein paar gute Tipps geben können, aber so als Mann haben Sie da ja nicht so tolle Möglichkeiten. Nichts desto trotz, Einkaufen in Wien macht trotzdem Spaß. Man wird da so herrlich vom Verkaufspersonal umsorgt. Ich habe mich diesbezüglich sehr wohl gefühlt. Die Wiener haben schon einen merkwürdigen Charme..... und wenn Sie das Etienne Aignertütchen gut sichtbar mit sich herumtragen hält man ihnen sogar die Tür auf ;-) und mit einer Karen Millen Handtasche, werden Sie von diversen Engländern auf der Straße angesprochen, wo es denn in Wien so einen Laden geben würde - ha - ich liebe diese Stadt! Was würden die wohl machen, wenn Frau mit einem perlenbesetztem D&G Handtäschchen für schlappe 2000 EUR ihre Geschäfte betreten würde - haha - wahrscheinlich einen Überschlag oder eine Polka tanzen, um beim Thema zu bleiben. Spanische Hofreitschule Januar 2007 Wien - am Mittag

Da haben Sie für Ihr Konzert wirklich ein paar Hübsche ausgesucht und sogar meinen Liebling Schostakowitsch einbezogen. Übrigens und by the way, habe ich mich in einem niedlichen, kleinen Wiener Musikshop bezüglich Mussorgski und "Boris Godunow" erkundigt. Ich denke der Herr an der Theke war sehr kompetent - nur leider kann ich mich nicht mehr erinnern, wo das Geschäft war - naja, jedenfalls hatten die, wie überall, auch keine CD der Mussorgski-Oper mit Schostakowitsch Instrumentierung oder gar in der 2. Mussorgskischen Auflage von 1872/ 74 mit den 10 Bildern. Immer nur Rimski-Korsakow und das bis zum Abwinken. Auch wenn der so schön blumig ist, wie der Herr an der Theke nett erwähnte, muss es doch nicht immer nur Rimski-Korsakow sein! Herr Berg, ich freue mich schon sehr auf Ihre Version mit den 10 Bildern ohne unnötig und überflüssige Verbesserungen Rimski-Korsakows oder Schostakowitschs.**

Den Boris ohne Verbesserungen versuche ich gerade noch irgendwo auf CD zu bekommen. Der kompetente Herr an der Wiener CD Geschäftstheke meinte, da könnte es etwas von Valéry Gergiev geben.... ha! und siehe da, der kompetente Herr hatte recht, er hat das ganze Sortiment - habe soeben nachgeschaut: Boris Godunow 1869 und 1872. Sehr schön - fehlen mir jetzt also nur noch die Schostakowitsch Verbesserungen.

Wien am Tage ist also sehr empfehlenswert, man erfährt eigentlich sehr viel Freundlichkeit und sogar bei ganz speziellen Fragen überaus nette Hilfe.

 

Spanische Hofreitschule Januar 2007 Wien - am Abend (Klick für ca. 10 MB bewegtes *avi dazu)Ja und Pferde bzw. Pferderennen mag ich auch ganz gern. Sie haben recht, das wäre eine schöne Beschäftigung für den Nachmittag, so mit Josef Strauß' "Jockey-Polka". Nur leider blieb noch nicht einmal die Zeit zur Besichtigung der Spanischen Hofreitschule, geschweige denn für ein Pferderennen auf der Krieau Trabrennbahn oder in Freudenau. Aber es blieb die Zeit, oder besser ich bin durch Zufall über ein Golf-Store mitten in Wien, in der Nähe der Oper, Eingang zur Passage von der Gustav Mahler Straße gestolpert, an dem ich nicht vorbei gehen konnte und DAS ist ja auch ein ganz schöner Sport. Mehrere Golfplätze hätten wir auch in Wien, einen sogar in der schöner Pratergegend, die Sie uns mit Siegfried Translateur so hervorragend nahe gebracht haben. Er befindet sich sogar gleich neben der Pferderennbahn Freudenau.

Aber gut, Herr Berg, wenn Sie Pferderennen bevorzugen, dann eben kein Golf, dann lieber ein bisschen Wiener Prater - aber eigentlich..... nein, weder Golf noch Pferderennen oder Praterleben sind für diese Jahreszeit zu empfehlen. Ich denke dieses werde ich mir wohl im August näher zu Gemüte führen und dann auf Sie trinken, wenn ich mein erstes Ass auf dem Pratergelände schieße.... ahhhh..... und siehe da, es gibt sogar einen Traber mit dem zielsichern Namen "Golf-Ass" (Fotos und Steckbrief hier: http://www.reitforum.de/showthread.php?t=149212) , hätten wir also alles beisammen für einen schönen Wiener Sommer.

 

 

Oh jeh, jetzt bin ich aber gewaltig abgedriftet. Wo waren wir? Prater am Nachmittag und dann einen Spaziergang zur schönen blauen Donau? Ja, ein Spaziergang an der schönen blauen Donau könnte mir auch gefallen, allerdings die süßen, reizenden Frauen, die Tassilo in Emmerich Kálmáns Operette "Gräfin Mariza" so sehr vermisst, können Sie ruhig weglassen. Sind für mich völlig uninteressant, auch wenn Jörg Brückner sich noch so sehr anstrengt sehnsuchtsvoll schmachtend zu erscheinen.Palmenhaus Wien Januar 2007

 

Also Herr Berg!, vom Prater nach Schönbrunn haben Sie aber einen gewaltigen Sprung gemacht. Da hätte noch ein bisschen "Vergnügungszug Polka" dazwischen gemusst, so mit der U1 und U4 und ich denke, der Tag würde sich nach so vielen Vergnügungen schon etwas sehr dem Abend zuneigen und man sollte sich Schönbrunn dann doch besser für den nächsten Tag aufheben und lieber noch in einem der vielen Kaffeehäuser bei leckerem und unvergleichlichem Wiener Apfelstrudel mit ein klein wenig Sahne ein bisschen Mozart lauschen. Von mir aus auch den Kontretänzen. Aber das war mir an diesem, sehr späten Nachmittag völlig egal, denn ich wollte nur sitzen und ausruhen von dieser Wiener Ereignisflut.

Wien am Tage ist also wirklich sehr empfehlenswert und noch besser ist Wien am Abend, wie Sie auch schon in Ihrer Moderation zum Konzert erwähnten. Da kann man sich nett verabreden, wunderbar in hervorragenden Restaurants sitzen und bei hervorragendem österreichischem Wein (!) und hervorragendem Dinner hervorragend plauschen und die Welt genießen..... und ich habe es so sehr genossen.

Leider habe ich den Namen des kleinen Weinlokals vergessen, aber den zweiten Palmenhaus Wien Januar 2007Abend verbrachte ich im Palmenhaus und das war wirklich exzellent.

Herr Berg, wo ist dann jetzt eigentlich Ihr Beitrag zum hervorragenden österreichischen Wein, der sehr gern und sehr oft in Wien getrunken wird? Das würde doch nun sehr gut zum Abend in Wien passen.

Ich finde, der Abend kommt in Ihrem kleinen Potpourri sowieso ein wenig zu kurz und das ist doch nun fast das Beste an Wien! Anton Karas Zither-Ballade passte da nun nicht so wirklich, obwohl hervorragend "gezithert" von Herrn Roland Triebel und die Inszenierung daherum ist Ihnen und dem anhaltischen Team auch sehr gut gelungen. Die hübschen Sterne und Herzen, die die Wände des nächtlichen Anhaltischen Theaterhimmels beleuchteten, haben mir gefallen. Das hatte ja fast einen Anflug von Romantik und da haben Sie auch recht, Romantik passt wirklich sehr gut zu Wien, auch, wenn so manche Gebäude eher Heldendenkmal Wien - Andenken an die Völkerschlacht bei Leipzig 1824von Anderem zeugten, wie z.B. die Tafel am Heldendenkmal, welches 1824 zum Andenken an die Völkerschlacht bei Leipzig erbaut wurde oder der Heldenplatz vor der Hofburg, wo Hitler 1938 seine Rede zur Eingliederung Österreichs in das Deutsche Reich hielt - unheimlich, wenn man dort steht und zur doch so wunderbaren Hofburg hinaufschaut. Der Platz ist einfach riesig und wenn man sich vorstellt, das er damals mit Menschen überfüllt war, kann man schon richtig Angst bekommen und man schaut dann doch lieber zu den vielen Wiener Gespannen, die dort auf Kundschaft wartend stehen oder munter die Straße hoch und runter traben.

Die hübschen Wiener Fiaker habe ich ebenfalls in Ihrem kleinen Wienausflug vermisst. Die traben da wirklich überall umher mit den schönsten Die Hofburg am Abend - Wien Januar 2007 (Klick für 8,5 MB bewegtes *.avi dazu)Pferden und Kutschen. Wenn es nicht so kalt gewesen wäre hätte ich mich gern für 40 bis 65 EUR quer durch die Wiener Altstadt kutschieren lassen, auch wenn Ihr Radetzky Marsch noch so sehr zum Marschieren eingeladen hat.

 

"Bescheidenheit ist eine Zier, nur weiter kommt man ohne ihr!" - vielen Dank für die sehr gelungenen Zugaben. Einige davon und auch andere Ihrer Wiener Impressionen schwirrten mir noch auf dem Flug in das reale Wien im Kopf umher.

 

 

 

 

.... und damit sende ich Ihnen und denjenigen, die meinen nun nicht mehr ganz so kleinen Bericht bis hier unten hin folgten meine besten Grüße,

Ihre/ Eure Jana

 

 

 

 

 

 

 

..... ach ja, noch eins, ehe ich es vergesse. Extra für Sie, Herr Berg, ein Stückchen aus dem Kassenhauer "An der schönen blauen Donau."

 

... an der schönen blauen Donau - Wien Januar 2007  

 

 

 

.... und noch eins nebenher, weil es ein klein wenig mit Wien zu tun hat.

Bettina schickte mir aus Frankreich vor ein paar Tagen einen Link zu Kenneth Branaghs neustem Streich: Mozarts Zauberflöte.

 

 

Die Hofburg am Mittag - Wien Januar 2007Herr Branagh, einer der besten Schauspieler und Regisseure, die ich kenne, verfilmte Mozarts Zauberflöte und hatte vielleicht fast einen ähnlichen Gedanken, wie die Dessauer mit dem Anfang der ihren:

 

http://www.spielfilm.de/spielfilm.html?kategorie=2&f_gross_3_show=7138&f_gross_2_seite=6

 

Finde ich sehr interessant! Nur leider bekommt man diesen Film wieder nirgends in Halle zu sehen. Das ist der Fluch der Provinz. Mir bleibt hier wohl nur der Trailer mit eventueller Aussicht, daß es das Teil mal irgendwann auf DVD geben wird.

 

http://video.google.com/videoplay?docid=-843827865469884846&q=kenneth+branagh

 

 

 

 

 

 

*aus dem Programm der Oper Leipzig zum "Schwanensee" Spielzeit 2006/ 2007; S. 7, Anna Linoli

** Golo Berg zu "Boris Godunow" (Premiereneinladung): "Wir haben uns dafür entschieden, auf eine der originalen Fassungen des Komponisten zurückzugehen (10 Bilder). Wichtig für uns war, dass wir eine Fassung spielen wollten, die Mussorgskis eigene Instrumentation beinhaltet. Diese Instrumentation ist von allen Bearbeitern in ihrem Überreichtum entschärft worden. Sowohl Rimski-Korsakow als auch Schostakowitsch haben nicht erkannt, was für ein vollendetes Meisterwerk der "Boris" mitsamt seiner Instrumentation darstellt. Ich bin absolut davon überzeugt, dass es unnötig und überflüssig ist, hier irgendeine Verbesserung herstellen zu wollen."