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Das eigentlich Unwesentliche....
"Midsummer Night's Dream" -
oh, was für ein schönes Märchen. So romantisch und zauberhaft. Ma n
kann kaum glauben, daß der gute William bei so vielen blutrünstigen und
traurigen Stücken auch so etwas zu Stande gebracht hat. Er hatte
wohl doch eine romantische Seele.
Ok, Euch kommt jetzt "Romeo und Julia" in den Sinn. Stimmt, das
ist auch eins seiner Meisterstücke, aber doch soooo traurig. Nein, da
gefällt mir der "Midsummer Night's Dream" besser. Da gibt es
wenigstens ein Happy End zu der Romantik.
Und ich mag Happy Ends und ich mag Romantik. Deshalb haben wir uns auch
entschlossen, nach Sheffield zur "Midsummer Night's Dream" Gala
Performance zu fahren. Einmal, um dieses wunderbare Stück zu sehen und zum anderen, um
mal wieder zu einer Gala zu gehen. Endlich
wieder Black Tie. Das bedeutet Gala Outfit anlegen und Frau fühlt sich so
richtig wohl dabei. Mann vielleicht nicht unbedingt, aber Frau findet Mann
sehr anziehend im Black Tie Outfit ;-)
Tja, somit landeten wir, meine Freundin
Uli und ich, mal wieder in London. Zwar nur als Zwischenstation, aber für
einen Pubabend hat es trotzdem noch gereicht. Wir kamen am 02.10. an
und am 03.10. ging es erst weiter nach Sheffield. Während einer 3-stündigen Zugfahrt dorthin habe ich gelernt, daß Sheffield eine eigene
Fußballmannschaft hat und ein tolles Theater, das Crucible Theater. Was
auch unser Ziel war.
Aber gut, erst mal waren wir noch einen Abend in London und nach einem
netten Dinner bei einem charmanten Italiener, der Handküsse verteilte,
entschlossen wir uns, noch in einen Pub zu gehen. Ein
Pub ist immer gut, um einen gemütlichen Abend und ein schönes Bier zu haben und
um Leute kennen zulernen.
Das funktioniert bei uns fast immer. Das letzte Mal unterhielten wir uns
mit zwei netten Herren aus Bosten und dieses Mal mit einem Neuseeländer,
der in London lebt. Das ist schon interessant, aber leider ist 23:00
Uhr immer Zapfensteich und man geht seine Wege und sieht sich nicht
wieder. Eigentlich schade, aber es ist trotzdem schön.
.... Habe ich schon
erwähnt, daß ich London liebe und daß das doch ein herrliches Leben ist?
Wir zogen dann auch zurück zu unserem
Hotel. Diesmal wählten wir das "Hyde". Ein sehr schönes Hotel.
Die Zimmer waren noch besser als im Blakemore und es ist gleich in der
Nähe der Paddington Station. Nur ein paar Schritte zu laufen....und Pub
und Italiener sind "around the corner".
Am nächsten Tag ging es dann per Zug
weiter nach Sheffield. Wir waren mit dem Club unterwegs und das bedeutete
3 Stunden englisch
reden <schwitz>. Ich träume jetzt noch davon. Aber es war sehr
unterhaltsam und wir konnten unseren Boss ein bißchen näher kennen
lernen. In 3 Stunden erfährt man schon eine ganze Menge ;-) 
Er kam ganz schön ins Schwitzen, als er merkte, daß unser Zug Verspätung
hatte. Das Theater ging 18:30 Uhr los und wir sollten erst 17:30 Uhr in
Sheffield sein. Ja, da hat Frau nicht gerade sehr viel Zeit, sich in
"Gala" zu schmeißen.
Aber natürlich schafften wir es auf die Minute und ernteten ein
"wow" für die Schnelligkeit und unser Outfit. Uhh, sahen wir
wieder gut aus.
Mit
dem Taxi ging es dann sehr schnell zum Theater und zum Sekt-Empfang. Von außen erinnerte mich das Theater sehr an das National Theater in London,
also nicht sehr ansprechend. Aber innen sah es schon toll aus. Vor allem
die Bühne war sehr schön und die Sitze waren sehr gut angeordnet. Die
Atmosphäre war dunkel gehalten und es sah gar nicht nach "Midsummer
Night's Dream" aus.
"Sweet moon, I thank thee for
thy sunny beams,......"
Und das kann man wirklich sagen. Ich
liebte diese Inszenierung (Michael
Grandage) von Anfang an. Es war zwar sehr dunkel, aber sie haben viel
mit Lichteffekten gearbeitet, was der ganzen Sache eine besondere Note
gab. Der erste Teil, von dem ich zu meiner Schande gestehen muß,
kein Wort verstanden zu haben, spielte im dunklen Hintergrund mit weiß
angezogenen Gestalten. Es ging um ein harmonisches Versprechen, durch
Heirat die schlechte Tat von Theseus' gewaltvolle Eroberung der
Amazonen Königin wieder gut zumachen:
"Hippolyta, I wooed thee with my
Sword.
And won thy love doing thee injuries.
But I will wed thee in another key..."
Leider wurde das Erreichen dieser
Harmonie durch einen wütenden Vater, der seiner Tochter untersagte sich
in Lysander, einen Freier, den er nicht mochte, zu verlieben,
unterbrochen. Theseus verlangt, daß sie Demetrius heiratet. Es sei denn,
sie unterzieht sich einer von beiden Strafen: Tot oder ein Leben als
Nonne in Keuschheit.

Dann erscheinen Oberon und
Titania auf der Bühne. Diese
Szene war wunderbar inszeniert. Oberon erschien im Hintergrund vor einem
hellen großen Mond und Titania im Vordergrund
durch das Mondlicht beleuchtet. Die Lichteffekte waren wirklich
großartig.
Meiner Meinung nach war diese eine der besten Szenen und überhaupt die
beste Inszenierung eines Theaterstückes, die ich bis jetzt sah. Die
Schauspieler spielten brillant und das Bühnenbild war wirklich
atemberaubend. Eine großartige Arbeit der gesamten
Crew.
Meine Lieblingsgestalt im
Stück war Puck, gespielt von Dylan Brown. Er war völlig blau angemalt
und mit buschigem roten Höschen bekleidet. Er war schon eine lustige
Gestalt und brachte so einiges zwischen den Liebenden durcheinander. Er
war wirklich witzig - aber nicht albern. Das ganze Stück hatte eine gewisse
Ernsthaftigkeit, und es gab keine lächerlichen Szenen. Selbst die Szenen,
als die Schauspieler-Crew ihr Stück inszenierten, also ein Stück im
Stück, passte perfekt ins Bild und wirkte keineswegs lächerlich.
Da können sich so manche deutsche Inszenierungen eine Menge abschauen.
Das Spiel zwischen den
Liebenden war ebenfalls sehr gut inszeniert -
romantisch und manchmal ein wenig erotisch. Ja, da hätte man (oder auch
Frau) auf so manche nette Idee kommen können.
Die Feen waren auch sehr schön dargestellt. Am besten war die Szene, als
sie um Titania herum den Feenchor anstimmten - ein wunderbarer Klang und
Titania so elegant mittendrin - oder die Szene mit Bottom und dessen Verwandelung in ein Monster mit Eselkopf, in das Titania sich verliebte. Ganz schön erotisch ;-)
Oh ja, es gab so viel, was
mir an dieser Aufführung gefiel. Das wäre auch eine, die ich mir zu gern
ein zweites Mal angesehen hätte. Man kann sich in keinster Weise
beschweren und DAS, sicherlich, will Puck hier auch hören:
"If we shadows
have offered,
Think but this, and all is mended,
That you have but slumb'red here
While these visions did appear
And this weak and idle theme,
No more yielding but a dream,
Gentles, do not reprehend.
If you pardon, we will mend.
And, as I am an honest Puck,
If we have unernd luck
Now to scape the serpent's tongue,
We will make amends ere long;
Else the Puck a liar call.
So good night unto you all.
Give me your hands, if we be friends,
And Robin shall restore amend."
Der Ausklang eines schönen
Abends....
Diesen wunderschönen Abend konnte
eigentlich auch keine Gala mehr toppen. Ich
war schon jetzt sehr zufrieden und es konnte nur noch besser werden.
Mit
vier großen Bussen, die kaum Platz hatten am Theater, wurden wir zurück
zum Hotel gefahren, wo wir den Rest des Abends nett verbringen
durften.
Zu einer Gala gibt es eigentlich nicht
viel zu sagen. Es ist halt nur ein bißchen Socializing.
Wichtige Leute schwingen Reden, es gibt ein gutes
Essen, man schließt netten Bekanntschaften... und wird von allen
Leuten beäugt, da man sich ja so schön in "Schale" geworfen
hat. Man genießt das Gefühl, versucht sich ordentlich zu benehmen und
trotzdem aufzufallen.
Es war ein sehr geselliger Abend, man traf die "Mid Summer
Night's" Crew und so wichtige Leute, wie Sir Derek Jacobi
und Julian Glover, die sich auch sehr wichtig vorkamen, und
natürlich Michael Grandage, dann den Lord Mayor und eine Menge Master und
Mistresses.
Wir ließen uns von der ganzen Gesellschaft nicht stören und tanzten zu
einer sehr guten Livemusik bis weit nach Mitternacht....

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