Wunderbar! - Ich konnte das "Kind" überreden einen Bericht zu schreiben, erhielt aber, nachdem sie mein Review vom Theaterstück gelesen hatte, postwendend eine Rüge, daß sie doch kein Kind mehr sei. - Ok, hiermit entschuldige ich mich offiziell und nenne sie ab heute "aufmüpfigen Teenager" ;-) Das ist man doch mit 15 Jahren - oder? 
Trotzdem bekam ich von ihr die Exklusivrechte für die Veröffentlichung des deutschen Berichtes ;-) - Vielen Dank Julie, Du hast Deinen Bericht super geschrieben!

Also dann freut Euch auf Julies Bericht über "Harry Potter und der Gefangene von Askaban":

.... ach ja, wer das Ganze in Englisch lesen möchte kann auf die Homepage "The-readiness-is-all" wechseln .

 

 

Harry Potter und der Gefangene von Askaban

Review von Julie Brauer

 

Harry Potter und der Gefangene von Askaban ist der dritte Film in der Reihe. Sirius Black ist aus dem Zauberer-Gefängnis Askaban ausgebrochen und verfolgt nun Harry, dessen drittes Jahr in Hogwarts gerade anfängt. Dieses Jahr wird für Harry und Co. genauso aufregend und abenteuerlich wie die vorherigen. Es gibt neue Lehrer: die verrückte Lehrerin für Wahrsagen, Professor Trelawney und Professor Lupin, der nette neue Lehrer in Verteidigung gegen die dunklen Künste, der ein düsteres Geheimnis verbirgt. Und neue interessante magische Wesen werden uns auch vorgestellt: Seidenschnabel, Hagrids Hippogreif und die schrecklichen Dementoren, die Gefängnis-Wächter von Azkaban.

Alfonso Cuarón, der neue Regisseur, gestaltete den Film viel düsterer als die vorherigen. Die Schauspieler sind älter geworden, wie auch ihre Rollen, also ist dieser Film einem Publikum gewidmet, dass seine Kindheit hinter sich gelassen hat und ins Teenageralter gekommen ist. Die dunkle Atmosphäre des Films passt jedoch perfekt zu Harrys Alter. Er wird zum Teenager, das ist für ihn ein sehr schwieriges Alter (das kann ich mit meinen 15 Jahren selbst bestätigen). Die Erfahrungen, die er mit den Dementoren und die Entdeckungen, die er über seine Eltern und ihren Tod macht, verwirren ihn nur noch mehr. Harry hört die Schreie seiner sterbenden Mutter, wenn ein Dementor sich ihm nähert; das nimmt ihn sehr mit und er kann sich nicht richtig erklären wieso das geschieht. Dann ist da noch der angebliche Mörder Sirius Black, der beste Freund von Harrys Vater, sein Patenonkel. Er hat angeblich die Potters an Voldemort verraten und zu ihrem Tod beigetragen. Alle diese neuen Entdeckungen verwirren Harry sehr und machen ihn traurig und wütend.

Daniel Radcliffe, Emma Watson und Rupert Grint schlüpfen wieder in ihre Rollen als Harry, Hermine und Ron. Die Schauspieler sind zu Teenagern herangewachsen, ihr Spiel hat sich entwickelt und ist viel sicherer und reifer geworden. Daniel Radcliffe macht aus Harry einen sehr wütenden Jungen; er versetzt sich sehr gut in seine Rolle hinein, und manchmal geht er es auch mit zu viel Enthusiasmus an. Emma Watson ist endlich glücklich, denn Hermine darf Jeans tragen und sie darf ihre Girl-Power beweisen, indem sie Draco schlägt - und Tom Felton hat natürlich behauptet, es hätte überhaupt nicht wehgetan. Rupert Grint ist wieder der Spaßvogel und freundet sich besser mit der Idee an, dass aus Ron und Hermine doch noch etwas werden könnte.

Maggie Smith, Alan Rickman und Robbie Coltrane spielen wieder die Professoren McGonagall, Snape und Hagrid. Maggie Smith sieht man eigentlich wenig und sie hat nur sehr kleine Szenen; das ist schade. Alan Rickman bekommt ein paar lustige Szenen, wie die mit dem Irrwicht oder die, in der er Harry mit der Karte des Rumschleichers erwischt; Snape wird in diesen Szenen ganz schön gedemütigt. Hagrid ist der neue Lehrer für die Pflege magischer Geschöpfe. Durch ihn lernen die Kinder Seidenschnabel kennen, der jedoch zum Tode verurteilt wird, weil er Draco Malfoy angegriffen hat, aber natürlich retten ihn Harry und Hermine am Ende. Michael Gambon übernimmt die Dumbledore Rolle vom verstorbenen Richard Harris. Seine Darstellung ist etwas anders, lockerer. Er imitiert Richard Harris nicht, aber er respektiert dennoch das Werk des Verstorbenen.

In diesem Film werden auch wieder neue Personen vorgestellt. Professor Lupin, brillant gespielt von David Thewlis, ist der neue Lehrer in Verteidigung gegen die dunklen Künste. Er ist ein Lehrer, den jeder mag und dem die Schüler immer vertrauen können. Es gibt ein paar sehr tiefgründige Szenen zwischen Lupin und Harry: Harry vertraut sich ihm an, und Lupin erzählt Harry von seinen Eltern, die er sehr gut kannte, da er ein Freund von ihnen war. Professor Trelawney, gespielt von Emma Thompson, wird als Lehrerin für Wahrsagen vorgestellt. Niemand mag sie, und ihre Schüler verstehen schnell dass sie nur eine schrullige Schwindlerin ist. Nach einer Weile hat sogar Hermine genug von dem Fach und der Lehrerin; sie wirft ihre Kristallkugel hin und stürmt aus dem Klassenzimmer. Sirus Black, gespielt von Gary Oldman, ist der aus Askaban ausgebrochene Mörder. Im Laufe des Filmes taucht er andauernd auf mysteriöse Art und Weise auf und verschwindet genauso wieder. Er ist in Harrys Einbildung immer anwesend und das irritiert Harry sehr. Am Ende bekommt ihn Harry, wie auch das Publikum, endlich zu Gesicht und wir erfahren die Wahrheit über ihn: Er hat Harrys Eltern nie verraten und er hat als Unschuldiger zwölf Jahre im Gefängnis verbracht. Peter Pettigrew, gespielt von Timothy Spall, ist der echte Verräter. Er war auch mit Harrys Eltern befreundet, aber er ist der dunklen Seite verfallen und ist einer von Voldemorts Anhängern geworden. Er hat seinen eigenen Tod vorgetäuscht, hat Sirius als seinen Mörder ausgegeben und ist verschwunden; die letzten zwölf Jahre hat er als Rons Ratte verbracht.

Der Film ist ungefähr 2 h 30 lang. Als ich ihn gesehen habe, ist die Zeit wie ihm Flug vergangen. Der Film ist Action-geladen und dem Zuschauer wird nie langweilig; das Tempo ist sehr schnell. Für manche Leute könnte es sogar zu schnell werden, denn alle kleineren und nicht so wichtigen Szenen des Buches wurden rausgeschnitten. Das ist ein irritierendes Problem für die richtigen Potter Fans, die sich sogar einen 4 Stunden langen Film ansehen würden, wenn nur jeder einzelne Satz aus dem Buch auch im Film wäre. Für die Filmemacher ist das natürlich irrelevant, denn sie wollen ja so viele Zuschauer wie möglich ins Kino locken, und kein normaler Mensch schaut sich einen 4 Stunden langen Film an. Auf der anderen Seite, gibt es Leute die sich mit dem Buch gar nicht erst beschäftigt haben, und diese Leute könnten vielleicht mit dem Verstehen der Details ein paar Probleme haben. Sie müssten immer acht geben und richtig hinhören, denn manche wichtigen Sachen, denen im Buch ganze Seiten gewidmet werden, bekommen im Film nur einen Satz, oder sie werden gar nicht erwähnt.

Die Veränderungen des Dekors und mancher Kulissen haben mich auch etwas verwirrt. Alfonso Cuarón hat das Buch ernst genommen und hat die Außenszenen wirklich in Schottland gedreht. Es wurden ein paar Änderungen vorgenommen. Hagrids Hütte ist jetzt an einem Hang, und den Hof vor den Eingang der Schule gab es vorher gar nicht. Aber die neue Umgebung passt sehr gut zu der dunklen Atmosphäre des Films. In diesem Film entdeckt der Zuschauer auch Schottlands wunderschöne Landschaften und durch diese Umgebung sind fantastische Szenen entstanden. Dass die Peitschende Weide den Übergang von einer Jahreszeit zur anderen zeigt, ist auch eine brillante Idee, und sehr amüsant noch dazu: Am Ende des Herbstes fallen alle Blätter gleichzeitig ab und der Baum schüttelt am Ende des Winters den Schnee von sich.

Nun da ich alle meine Gedanken zu diesem Film niedergeschrieben habe und da ich ihn, wenn auch wenig, genug kritisiert habe, bin ich zu dem Schluss gekommen, dass ich ihn, auch wenn er nicht dem Buch absolut treu ist, einfach liebe, und dass ich mich schon auf den nächsten Film freue. Und Harry Potter und der Feuerkelch wird mich bestimmt auch nicht enttäuschen, denn diese Filme werden einfach besser und besser.