Genießen wir das Leben ...

 

Giuseppe Verdi (1813-1901)sagt schon Violetta in Verdis "La Traviata" - "flüchtig und schnell vorbei ist die Freude der Liebe..... Genießen wir das Leben ... Trinken, Gesang und Lachen verschönen die Nacht..."  - Ja, wie schnell kann alles vorbei sein - ob in der traurigen Oper "La Traviata" wo die Liebe viel zu schnell stirbt oder im "Hamburger Jedermann" wo selbst der Teufel keine Seele mehr findet, da durch Geschäft und die Jagd nach dem Geld kein Platz für sie ist - Tod und alles ist vorbei! So schnell kann's gehn. Ich denke, man sollte schon deshalb der Liebe und dem Leben eine Chance geben.

... und somit versuche ich mein Leben, sooft undDer, der das alles eigentlich verzapft hat mit seiner Kameliendame: Alexandre Dumas (1802-1870) so ausgiebig wie ich kann zu genießen. Diesmal durch ein verlängertes Wochenende in Hamburg. Da Freundin Uli von Frankfurt nach Hamburg umgezogen ist - meiner Meinung sehr weise, weil da können Freundinnen aus Halle nur von profitieren - beschlossen wir ihren Einstieg dort mit etwas Kultur zu feiern. Und da Frau ja nie genug bekommen und sich schon gar nicht mehr zwischen Theater und Oper entscheiden kann, gab es wieder einen Marathon. Diesmal "La Traviata" in der Hamburger Staatsoper und den "Hamburger Jedermann" in der Speicherstadt. Und weil das Frau immer noch nicht reicht, beschlossen wir das Wochenende drauf den British Day und Mahlers 9. auch noch in unser Programm aufzunehmen. Nur gut, daß der September schon komplett für Halle und Leipzig verplant ist, sonst könnte ich glatt auf die Idee kommen, nach London, Hamburg zu meiner neuen Heimat zu erklären. - Oh ja, Hamburg ist eine wirklich tolle Stadt, in die Frau sich richtig verlieben kann. Leider ist sie ein bißchen weiter weg als Frankfurt. Schlappe 4 h, 3 davon auf der Autobahn, wo es nach Frankfurt doch nur 3 1/2 waren. Aber macht nichts, ich fahre gern Auto und habe extra die Rennstrecke über die A 9, A 10 und A 24 gewählt, damit sich nicht auf der A 2 vor Hannover mein armes Auto die Räder im Stau platt stehen muß.

Das Abschlußkonzert der Händelfestspiele 2004 im Wechsel mit Rosenstolz im CD Player läßt es sich wunderbar durch die Landschaf düsen. Wenn Frau kann, tritt sie da auch gern mal das Pedal bis zum Boden durch. Aber leider schafft mein Auto nur 200 km/h - naja, Berg runter geht es auch mal mit 210 ;-) 

Bei so einer herrlichen freien Piste und der wunderbaren Musik, hätte ich doch glatt Lust gehabt, noch einmal nach Halle und zurück zu fahren. Aber ging leider nicht, einmal wegen der himmelhohen, Herrn Eichel freudig jauchzen lassenden Spritpreise und zum anderen weil wir noch 22:00 Uhr ins Kino wollten - ja, auch Frau braucht ab und zu mal ein bißchen Schwachsinn und diesmal stand uns der (schwach)Sinn nach Bullys (T)raumschiff. Jaja, ich weiß schon, daß das nur etwas für Gehirnamputierte ist, aber was soll's - geben wir dasselbe beim Pförtner ab und dann paßt das schon ;-)

 

Nachdem ich dann endlich den Feierabendverkehr in Halle nach einer Stunde Lückenspringen und rote Welle hinter mich gebracht habe, ging es auf der A 9 fix vorwärts. Jipijehhh - ich liebe diese Raserei. Auf der A 10 um Berlin herum sollte Frau aber lieber aufpassen. Da stehen die Männer mit den weißen Mützen doch zu gern und machen ärgerliche Fotos, wo Frau immer so furchtbar drauf getroffen ist - naja und natürlich will sie nicht den Rest des Jahres zu Fuß gehen. Also somit auf der A 10 vorsichtig an Berlin vorbei geschlichen und dann Jipijehhh weiter auf der A 24 bis Hamburg. Oh, ich liebe diese weißen runden Schildchen mit den schwarzen Querstreifen.

Das war diesmal wirklich ein angenehmes Fahren, viel besser als die Strecke nach Frankfurt und es machte richtig Spaß sich so manch Rennen mit so manchem schmucken Mercedes samt schmucken Fahrer zu liefern.... tja, Frau am Steuer <grins> ... und Tschüß!

Das erste Mal war ich nun also mit dem Auto in Hamburg und nach 2 unbeabsichtigten Besichtigungsrunden habe ich dann auch Ulis neue Wohnung gefunden. Ja, die Stadt gefällt mir wirklich. Da ist es nicht alles so gedrängt wie in Halle, sondern wohl geordnet und übersichtlich, so daß auch Frau ganz ohne Stadtplan ihr Ziel findet. By the way, ein Stadtplan ist sowieso ein mysteriöses Ding und sollte verboten werden. Wie zur Hölle soll Frau denn darauf sehen, wo sie hinwill?!? Das ist nur verwirrend und raubt einen die letzten Nerven und außerdem liegt das Ding, eh sicher verstaut im Kofferraum.

 

Die Einzelheiten über das (T)raumschiff erspare ich Euch am besten. Ich denke, wer so etwas mag, sollte es sich lieber selber ansehen. Die Gags sind ganz witzig aber eben - Schwachsinnig. Trotzdem eine gute Arbeit von der Bully-Crew ... und ab und zu das Hirn abschalten braucht doch jeder mal ;-)

Die AlsterABER! Viel wichtiger ist der Einkaufsbummel am nächsten morgen. Nachdem wir herrlich ausgeschlafen und gemütlich, schwatzend bis um 12 auf Ulis Balkon gefrühstückt haben, zog es uns zum Jungfernstieg in die Hamburger Innenstadt. Meiner Meinung nach ist das ein herrliches Einkaufsparadies. Blöd war nur, daß wir wiedermal viel zu wenig Zeit hatten, da die Oper schon 19:30 Uhr los ging und wir noch Zeit für Dinner und Outfit einplanen mußten. Aber egal, stürzen wir uns in das Getümmel.

Die Designerläden mit einem "oh" und "ah" und "schade zu teuer" hinter uns gelassen, suchten wir uns die unserem Geldbeutel entsprechenden weniger spektakulären Läden. Aber auch die hatten es in sich und Frau fiel verdammt schwer zwischen den vielen tollen Sachen zu entscheiden. Das war wirklich das reinste Paradies. Ich hätte mich darin so richtig fallen lassen können. Nur gut, daß unsere Zeit so knapp bemessen war und so gingen bei mir nur ein paar atemberaubende, spitzenbestückte Stringtangas mit, welche genial unter mein neues Abendkleid paßten und ich liebäugelte mit einer wunderbaren dunkelroten Bettwäsche aus Mikrofaser, die mir so einige nette Phantasien in den Kopf steigen ließ. Aber ich beschloß mir die netten Phantasien erst mal wieder aus dem Selben zu hämmern und somit gab es auch keine neue dunkelrote Bettwäsche - seufz. Frau hat ja das Geld schließlich nicht im Lotto gewonnen.

Allerdings bei dem genialen, kußechten "Lippenstift" von Max Factor konnte ich natürlich nicht "nein" sagen. Das Zeug heißt Lipfinity und ist wirklich einsame Spitze - kann man nur weiterempfehlen. Bleibt beim Essen drauf und auch beim Trinken - beim Küssen habe ich es noch nicht probiert - schade, hatte gerade keine Versuchsperson zur Verfügung ;-) und die, mit der ich es gern versuchen würde ist leider ein bißchen zu weit weg und hat wohl auch keine Zeit für solch Vergnügen :-(  Versteh' einer die Männer - seufz.

 

Naja, soweit so gut - wir waren letztendlich ganz schön am Rotieren um es noch pünktlich zu unserem Dinner mit Oper zu schaffen. Den neuen Lippenstift im Härtetest und mein Lieblingskleid an, fühlte ich mich richtig wohl. Freundin Uli meinte zwar kritisch, daß man die Straßsteine meines Tangas im Rückenausschnitt sieht aber nahm mich dann letztendlich doch so mit - tja, was soll Frau da auch machen <Schulter zuck> kann ja nun nicht ohne gehen.

Gleich neben dem Parkhaus der Oper war ein erstklassiger Chinese und wir Gott sei Dank nicht die Einzigen im "Abends-Ausgeh-Outfit" dort. Das Restaurant hieß "Shanghai Tan" und das Essen ist wirklich sehr empfehlenswert. Es ist auch nur ein paar Schritte weg von der Oper - also nahezu perfekt für unser heutiges Event.

Mit so einem guten Dinner im Magen kann auch nichts mehr schief gehen und so war ich gespannt auf die diesmalige Inszenierung, da mir damals die von unserem Opernhaus überhaupt nicht gefiel - na mal sehen, wie das die Hamburger so angehen.

 

Die Hamburger Staatsoper gefällt mir sehr gut. Von Außen etwas schlicht, aber innen wunderbarer Marmor. Uli fand Die Hamburger Staatsoper sie zu modern, aber ich war von Anfang an verliebt in das Gebäude - ja, ich glaube hier möchte ich öfter her. Alles glitzerte und glänzte, tja, und da ist Frau nun mal ganz Elster ;-)

Die Hamburger Opernbesucher haben nicht wirklich Geschmack in der Wahl ihres Outfits, aber ein paar waren dabei, die mir sehr gut gefielen - naja, ist ja auch egal und Geschmacksache und sowieso jedem selber überlassen, was er oder sie anzieht ... aber die Leipziger sind da doch besser angezogen. Wundert mich eigentlich, da doch die Hamburger die besseren Geschäfte und üppigeren Geldbeutel haben. Naja, jedenfalls schauten die meisten glücklich, wohl in freudiger Erwartung auf das bevorstehende Highlight und das ist doch wohl das Wichtigste.

 

Apropos Geldbeutel, diesmal hatten wir uns erstklassige Plätze für je schlappe 74 EUR geleistet. Ich bin ja zu Hause am PC bei diesem Preis gleich von meinem Drehstuhl gekippt, aber Uli beruhigte mich, denn sie hatte einen Gutschein als Abschied von ihren Kollegen in Frankfurt bekommen. Uff - finde ich echt toll, von ihren Kollegen und so bekam ich dann auch langsam wieder Luft. Oh man, bin ich froh, daß ich in Halle wohne. Hier kann man sich Oper und Konzert wenigstens noch leisten. Sogar in Leipzig ist das alles noch erschwinglich. Prima, somit kann ich mich auch öfter diesen Freuden hingeben. Bei 74 EUR müßte ich mein Programm wirklich drastisch zusammenstreichen. "Liebes Halle, auch wenn ich immer in London oder jetzt auch Hamburg oder sonst wo herumschwirre und Dich hin und wieder mal stiefmütterlich behandele und beschimpfe, Du bist und bleibst meine allerliebste Stadt!!! Darauf erhebe ich jetzt mein Weinglas und stoße an auf Dich Du kleine, nette Stadt an der Saale! - PROST!"

 

... und Prost auf diese wunderbare Oper, die uns Verdi da beschert hat. Prost auf die Liebe und den Liebesschmerz und daß das Zweite uns nie heimsuchen wird. Ja, es gibt wieder ein trauriges Ende, wo Frau so manch Träne vergießen wird.

Warum gibt es in der Liebe kein Glück und Happy End? Warum immer diese herzzerreißende, niederschmetternde Tragik? Warum machen einen die Gefühle immer so einen Strich durch die Rechnung? Da denkt Frau, niemand kann ihr etwas anhaben, stark wie sie ist, und dann verliebt sie sich - PENG! und vorbei mit dem friedlichen Leben.

Der kleine Bursche mit dem Pfeil lauert überall und freut sich schon auf seine nächste Missetat.

 

(.... sorry, den jetzt eigentlich folgenden Part habe ich wieder gelöscht. Das war doch zu privat. Kann sein, daß der Zusammenhang nun ein bißchen aus dem Selben ist, aber Ihr werdet Euch schon wieder rein finden. - Wollte jetzt nicht unbedingt alles wieder neu schreiben ;-)

 

Und somit wären wir wieder beim Thema. 

"La Traviata" ist eine wunderschöne Oper. Schon die herrliche Ouvertüre bringt Frau zum Schmelzen - Niksa Bareza dirigierte hervorragend. Leider sah Frau von ihm nicht sehr viel, gerade mal so das Stöckchen aus dem Orchestergraben herausragen.

ProgrammUnd was für ein wunderschönes Bühnenbild gaben sie uns mit dem Öffnen des Vorhanges frei. Ja, das ist mehr nach meinem Geschmack als das in Halle. Die Kostüme paßten hervorragend in die Zeit, wo es eigentlich spielt. Ja klar war das Ganze nicht sehr einfallsreich. Da hat sich unser Opernhaus schon etwas weiter nach vorn gewagt, aber wollen wir denn so viel Einfallsreichtum? Ich liebe diese Zeit und die wunderschönen Kleider, nein, ich brauche da keine neuen Einfälle. Mir reicht das wirklich so, wie es ist. Musik und Sänger waren erstklassig. Niksa Bareza unterstrich mit dem Philharmonischen Staatsorchester Hamburg wunderbar die Stimmen der Sänger. Jeder Takt schien gut überlegt und er paßte die Lautstärke den Treiben auf der Bühne sehr gut an. Das schien für meine Ohren erstklassig.

 

Der erste Akt spielte also im Salon von Violettas Haus. Alles war in dunkelrot gehalten und die Gesellschaft schien ausgiebig und ausgelassen zu feiern. Der Chor besang die Ausgelassenheit spitzenmäßig und Violetta mitten drin und dann passiert es, da ist sie wieder diese heimtückische Liebe. Violetta hat nicht genug aufgepaßt. Alfredo erscheint und die Liebe schleicht sich hinterlistig heran, Amor schießt sein Pfeil ab - Peng! Tod!  - da hilft nur eins, besaufen wir uns! - und es folgt das Trinkerlied. Das ist wirklich ein schöner Ohrwurm. Ich hätte am liebsten mit Ho-yoon Chung mitgesungen und mich ebenfalls mit ein paar Bechern der Freude berauschen können. "Trinken wir mit Genuß; die Liebe wird durch das Trinken noch heißere Küsse erlangen..." PROST!

"Genießen wir das Leben, flüchtig und schnell vorbei ist die Freude der Liebe.." Ja, sage ich doch. Mich hört nur keiner! "Genießen wir das Leben ... Trinken, Gesang und Lachen verschönen die Nacht; in diesem Paradies soll uns der neue Tag vorfinden..." Genau meine Meinung.

"Im Feiern liegt das Leben." - ja, alles fängt so wunderschön an und endet leider so traurig. Schade, daß Frau das Ende und die traurige Handlung schon kennt und somit kann bei ihr gar keine rechte Freude aufkommen - seufz -.

Violetta geht es nicht gut und endlich läßt die Gesellschaft das Paar allein.

 

"Liebt Ihr mich seit langem?"

 

"Ach ja, seit einem Jahr.

Eines Tages erstrahltet Ihr

glücklich und himmlisch vor mir.

Und seit diesem Tage lebte

ich bebend von ungekannter Liebe,

Von jener Liebe, die der Herzschlag

des ganzen Universums ist,

geheimnisvoll und stolz,

Qual und Glückseligkeit für das Herz."

 

Klopf, klopf - ich höre den Herzschlag.... und so etwas kommt von Francesco Maria PiFrancesco Maria Piave (1810-1867)ave und der ist auch nur ein Mann. Kaum zu glauben. 

Nach einigem hin- und her gesteht auch Violetta ihre Liebe zu Alfredo.

 

"Es ist seltsam! ... Es ist seltsam! ... Ins Herz haben sich mir jene Worte gegraben!

Wäre eine ernsthafte Liebe Unglück für mich?

Wie entscheidest Du Dich, meine verstörte Seele?

Noch kein Mann entflammte Dich jeh ... O Freude, die ich nicht kannte, zu lieben und geliebt zu werden! ...

Kann ich sie für die gefühllose Absurdität meines Lebens verschmähen?

 

Ach, vielleicht ist er es, den mein in all dem Trubel einsame Seele

oft mit geheimnisvollen Farben so gerne malte!

Er, der bescheiden und aufmerksam zu dem Haus der Kranken kam

und der ein neues Fieber entfachte,

Zu jener Liebe, die der Herzschlag des ganzen Universums ist,

geheimnisvoll und stolz,

Qual und Glückseeligkeit für das Herz.

....

Aberwitz! ... Torheit ... eitler Wahn ist das!

Arme Frau, einsam, verlassen in dieser Wüste, die man Paris nennt;

was erhoffe ich mehr? ... Was soll ich tun! ... Mich vergnügen,

in den Strudeln der Lust untergehen.

Immer ungebunden muß ich mich von einem Vergnügen zum nächsten treiben lassen,

ich will, daß mein Leben die Pfade des Vergnügens durchläuft.

Der Tag mag beginnen oder enden

immer soll man mich fröhlich antreffen,

auf immer neue Freuden soll mein Sinn gerichtet sein."

 

Sieht so aus, als hätte Amor da voll getroffen. Alfredo und Violetta flüchten in ein Landhaus in der Nähe von Paris. Das Bühnenbild war noch besser als das vom ersten Akt. Ja, genau so stelle ich mir auch ein Landhaus vor - wunderschön - was für ein herrliches Liebesnest.

... und schon ziehen die ersten dunklen Wolken auf - es wäre ja auch alles zu schön um wahr zu sein. Alfredo erfährt von den Geldproblemen Violettas, die eigentlich er verursacht hat und macht sich heimlich auf nach Paris um die Dinge wieder auf den rechten Weg zu bringen. Diese Gelegenheit kommt seinem Vater gerade recht und er bearbeitet Violetta, daß sie um die Ehre der Familie und wegen der Hochzeit seiner Tochter seinen Sohn abweisen solle. Da sie doch so ein "leichtes Mädchen" ist. Und jetzt kommt die Szene, die ich nicht verstehe - Warum zur Hölle gibt sie dem nach????? Auch noch mit dem Wissen, daß sie durch ihre Krankheit sowieso nicht mehr lange zu leben hat? Warum zerstört sie eine so wunderbare Liebe? Ja, und schon sind wir wieder bei der Frage, warum muß Liebe immer so tragisch enden? Ok ok, ich weiß schon, wenn sie hier nicht so enden würde, dann passiert den beiden das selbe wie Romeo und Julia in Kishons Parodie auf Shakespeares altbewährtes Stück. Schon verstranden. Also lassen wir lieber gleich zu beginn alles krachen und am Ende die Heldin sterben. Dann behält wenigstens jeder die wunderschöne Liebe in Erinnerung und der Alltag kommt gar nicht erst zum Zuge.

Aber selbst mit diesem Hintergrundwissen, saß ich im Gott sei Dank dunklen Zuschauersaal und wischte mir die Tränen aus dem Gesicht. Sie läßt ihn einfach ziehen und stirbt dann zum Schluß auch noch in Armut - seufz - Was für eine Tragödie - na wenigstens bereut der Herr Papa seine Tat und Alfredo und sie sehen sich ein letztes mal - dann stirbt sie in seinen Armen und das Publikum bescherte der Opern-Crew einen stürmischen Beifall dafür. Ja, das hat mir gefallen - auch von mir einen stürmischen Applaus und danke an die Inszenierung für die schöne altmodische Aufführung und ein noch größeren Dank dafür, daß sie sich irgendwelche lächerlichen Einlagen erspart haben.

Was mir nicht gefiel war, daß das Publikum fast nach jeder Arie klatschte - klar waren die Sänger super, aber diese Klatscherei reißt einen einfach immer aus dieser herrlichen Stimmung. Ich hätte das wirklich lieber zum Schluß. Und auch gefiel mir nicht, daß nach jedem Vorhang - 2 Pausen diesmal - die Sänger noch davor erschienen - nee, daß sollten sie sich auch lieber für den Schluß aufheben. Meiner Meinung gibt's die Lorbeeren erst, wenn der letzte Vorhang des Abends gefallen ist. Aber vielleicht ist das ja in Hamburg so üblich und auch in Leipzig habe ich das schon mitbekommen. Nein, daß gefällt mir wirklich nicht.

 

... so, und da das nun schon wieder soviel Text ist für nur das eine Event an diesem Wochenende, bekommt der "Hamburger Jedermann" doch eine eigene Seite von mir.

Aber da ich morgen schon wieder nach Hamburg aufbreche, erst in der nächsten Woche .... also bis dahin genießt das Leben!

 

 

Eure Jana