Fabian

 

Es ist schon erstaunlich, daß es mich immer wieder in das "neue theater" zieht. Vielleicht wundert Ihr Euch warum ich so oft kulturell unterwegs bin? Vielleicht denkt Ihr, ich bin nicht normal? Vielleicht habt Ihr auch recht? - ABER! eigentlich braucht man sich nicht darüber zu wundern. Bei dem heutigen Fernsehprogramm muß man einfach nach Alternativen suchen. 

Ja, sicherlich ist es heutzutage eher normal abends mit der Familie stillschweigend vor der Kiste zu sitzen und sich mit immer hirnrissiger werdenden Shows oder Serien zuballern zu lassen, wobei man gar nicht mehr genau weiß, was ist denn nun das Hauptprogramm, die Shows oder die Werbung. 

 

"Marketing ist die Schlitzohrigkeit,

Leuten Produkte anzudrehen,

die sie nicht brauchen,

aber mit Geld bezahlen,

was sie nicht haben,

um Leuten zu imponieren,

die sie nicht mögen."

 

Ok, man könnte sich natürlich auch in Zeitungen und diverse Zeitschriften vertiefen. Da kann man dann genau nachlesen, was Hinz und Kunz Prominenz schon wieder Schlimmes angestellt hat oder wie man mit der nächsten Honigdiät in einer Woche 30 kg abnimmt und danach wie ein Model aussieht.

Auch könnte man "gemütlich" Shoppen gehen, um festzustellen, daß es hier um die Ecke im Media- Macro- Promarkt des Einkaufscenters nicht mal mehr die schon sonst immer sehr klein ausfallende Abteilung für klassische Musik gibt. "Ich bin doch nicht blöd!" selbst wenn Geiz geil ist!

 

- Hmmmm PROST Mahlzeit! Wenn das also normal ist, erkläre ich hiermit, lieber verrückt sein zu wollen und bin weiter unterwegs in der großen weiten Welt der Theater, Opern und Konzerte. Womit wir wieder beim eigentlichen Thema, meinem Theaterbesuch, wären. Tja und diesmal leider auch Mutterseelen allein, da meine Freundin kurzfristig absagen mußte.

Ich dachte mir, da das Dinner somit auch ausfiel, gehe ich noch auf eine Tasse Kaffee ins nt-Café, aber leider hatte das schon zu und keine Menschenseele war dort - hmmm, schien nicht mein Tag zu sein.

 

Erich Kästner (1899 bis 1974)Erich Kästners "Fabian" läuft hier seit Anfang des letzten Jahres und ich hatte es schon eine ganze Weile im Sinn. Ich war gespannt, wie sie wohl diesen erstklassigen Roman als Theaterstück umsetzen würden, was sicherlich keine leichte Aufgabe war.

 

"...Und heute sind, noch ehe sie sich regenerieren konnten, bereits neue, genauer, sehr alte Mächte fanatisch dabei, wiederum standardisierte Meinungen (...) durch Massenimpfung zu verbreiten"* - was ich oben schon erwähnte. "...Noch wissen viele nicht, viele nicht mehr, daß man sich Urteile selber bilden kann und sollte."* - was ich hiermit jetzt und immerfort auf meiner Homepage tue.

 

 

 

Der Roman ist 1931 geschrieben - und man sollte es nicht für möglich halten, ja, es ist nahezu erschreckend, daß die damalige Lage, die Kästner da so schonungslos beschreibt, gar nicht so fern ab ist von unseren heutigen Zuständen.

Das damals der Mensch nichts aus seiner Vergangenheit gelernt hat, wissen wir, aber das es jetzt in dieser modernen, aufgeklärten Zeit immer noch so ist, ist doch wirklich beschämend. Was für eine erbärmliche Spezies sind wir eigentlich? Schimpfen uns intelligent und treten auf der Stelle oder drehen uns im Kreis, wie Kästners Schnecken:

"... Er mußte an eine Zeichnung von Daumier denken, die > Der Fortschritt < hieß.

Daumier hatte auf dem Blatt Schnecken dargestellt, die hintereinander her krochen, das war das Tempo der menschlichen Entwicklung.

Aber die Schnecken krochen im Kreise!

Und das war das Schlimmste."

 

Da kann man doch wirklich langsam den Glaube an die Menschheit verlieren. Wir bezeichnen uns gern als Krönung der Schöpfung, aber irgendwie kommt mir das ganze doch etwas anmaßend vor. .... Oh jeh, jetzt fange ich hier schon wieder an vom Thema abzuweichen und gegen Windmühlen zu rennen, wo ich doch eigentlich zum Vergnügen ins Theater gehe und nicht um mich zu ärgern und meine Spezies zu verurteilen. Ich schimpfe hier über den Dreck vor der Haustür der Menschheit, aber vielleicht sollte man, wie ich schon mal in irgendeinem Bericht erwähnt habe, seine eigene Haustür in Ordnung halten und hoffen, daß sich dadurch so manch Windmühlen langsamer drehen oder gar ganz anhalten. - Kleiner Mann, genieße Deine kleine Welt, solange sie noch zusammenhält!

Somit sind wir wieder beim Genuß und beim Theaterstück.

Aber vielleicht noch eins vorher, auch aus Kästners Vorwort: "... Die große Arbeitslosigkeit, die der wirtschaftlichen folgende seelische Depression, die Sucht sich zu betäuben, die Aktivität bedenkenloser Parteien, das waren Sturmzeichen der nahenden Krise. .... Lieber hörte man den Jahrmarktschreiern und Trommlern zu ... Man lief den Rattenfängern nach, hinein in den Abgrund, ... Daß überhaupt nichts hilft - damals wie heute - keine Seltenheit."

So, jetzt denkt Euch selber Euren Teil und nun zum Stück:

 

Ich hatte einen einsamen Platz in der zweiten Reihe und da ich zeitig genug da war, noch etwas Zeit mir das Bühnenbild näher anzusehen. Es gefiel mir sehr gut. Die "Bühne" schien größer als sonst und die verschiedenen Bereiche zeigten ein Lokal, einen Schreibtisch mit einem Berg Zeitungen, eine Treppe und einen weiteren Schreibtisch etwas besser aufgeräumt. Alles in nettem rot gehalten.

 

Der große Saal füllte sich langsam mit laut plappernden Zuschauern. Ich saß still in meiner Ecke und begann zum Zeitvertreib noch ein bißchen in meinem Programm zu lesen, als eine Horde von Menschen begann die Bühne zu bevölkern und in Zeitungen zu lesen. Aha, es geht also los. Das war schon mal ein interessanter Anfang. Das nt läßt sich auch immer wieder etwas Neues einfallen - gefiel mir gut. Damit hätten sie den Anfang von Kästners erstem Kapitel Franz Sodann (Quelle: Argentur Breilmann) sehr gut dargestellt. 

Ich denke das ganze Ensemble war jetzt auf der "Bühne" und mitten drin Franz Sodann als Fabian. Ich finde, er spielte das ganze Stück hindurch sehr gut. Es war das erste mal, daß ich ihn so in Aktion sehen durfte und möchte hiermit die Aussage eines netten Juristen widerlegen, der ihn als mittelmäßigen Schauspieler bezeichnete - ok, das war wohl auch nur ein Spaß und ICH finde hier keine Mittelmäßigkeit! Der Bursche war in dieser Rolle perfekt und die Umsetzung des Romans bis jetzt ebenfalls.

 

"Die Stadt glich einem Rummelplatz. Die Häuserfronten waren mit buntem Licht beschmiert, und die Sterne am Himmel konnten sich schämen." - erinnert mich irgendwie an so mancher Wohnung Weihnachtsbeleuchtung - noch ein Thema, über das ich gern ein paar Worte verlieren würde - Partybeleuchtung an den besinnlich, weihnachtlichen Fensterscheiben. Na wenigstens verdient die Energieversorgung dann etwas besser - aber gut, jetzt ist Frühling und nicht Weihnachten.

 

Fabian landet in einem Bordell und Petra Ehlert nimmt ihn mit nach Haus. Sie paßte wunderbar in die Rolle der Frau Moll: "Wie er sich erhob und umwandte, stand eine große, programmmäßig gewachsene Frau vor ihm und sagte: >> Man wird gleich tanzen.<< Sie war größer als er und blond dazu." Die Rolle war für sie wir geschaffen und ich staune immer noch, daß alles so perfekt paßte. Diese Frau gefiel mir. Sie wußte, was sie wollte. In diesem Falle ihn.

Dann kam die Stelle, als die beiden im Auto zu ihr nach Hause fuhren - meine Augen brennen immer noch vom Licht der grellen Scheinwerfer. Liebes nt, daß war nicht sehr nett die Zuschauer so zu blenden..... aber eine wirklich gute Idee.

Sie verdonnerte ihn nach einer netten Autofahrt zu einer Tasse Tee und er ging mit. Beeindruckend! Wie macht die Frau das nur. Ich bin in solchen Situationen eher feige - aber selbstverständlich habe ich sonst eine große Klappe! 

Aber es beruhigt mich, daß nicht nur Frau, sondern auch Mann manchmal feige ist: "Was hatte die Frau mit ihm vor?". ... und auch DAS möchte ich ebenfalls so manchmal fragen:

"Wozu kommst Du in den Klub, wenn Dir an den Konsequenzen nichts liegt?" Tja, willkommen im Klub, liebe Männer, interessiert an den Konsequenzen?

Programm des ntDann kommt, wie sollte es auch anders sein, die "Sexszene" - naja gut, hier hat das nt das Stück ein bißchen in die moderne Zeit eingepaßt, was durchaus zu dieser Szene und zur lockeren Gesellschaft, in der sich Fabian jetzt befand paßte. Somit war Kapitel zwei für mich ebenfalls sehr gut umgesetzt.... und noch eine sehr schöne Stelle aus Kästners Roman, die mir gefällt und die ich hier unbedingt erwähnen muß: "Da spazierten die Menschen hier unten vorüber und hatten keine Ahnung, wie verrückt es hinter den Mauern zuging! Die märchenhafte Gabe durch Mauern und verhängte Fenster zu blicken, war eine Kleinigkeit gegen die Leistung, das, was man dann sähe zu ertragen." - hehe.

 

Nach diesem kleinen Zwischenspiel führte uns Fabian weiter in die Redaktion einer Zeitung. Das nt hatte mit dieser den Fußboden gepflastert und ich denke, nur dafür ist sie auch gut...... "Das deutsche Volk will morgen früh wissen, wie viel Dachstuhlbrände stattfanden, während es schlief." Ja, das sind die wichtigen Dinge des Lebens. Gut, wenn es anderen schlecht geht, um so besser geht es mir. - Was ist Qualität? Die Zeitschrift auf Hochglanzpapier oder die mit der ich lieber den Fußboden pflastern würde - na? Ja, Qualität ist das, was dem Kunden gefällt - Customer needs! Wer hat wohl die größte Auflage? Und die wichtigere Frage ist Warum???? Ist das der Niedergang der Menschheit? Diese hohen Auflagen beeinflussen die weitere Entwicklung solcher Branchen - Customer needs. Gibt es letztendlich nur noch buntes Papier für den Fußboden? - erschreckend, nicht wahr? "Wenn man eine Notiz braucht und keine hat, erfindet man sie..... Meldungen, deren Unwahrheit nicht oder erst nach Wochen festgestellt werden kann, sind wahr." Da hat es wohl Dr. Irrgang nicht leicht, denn es scheint als sei die Wahrheit ein Irrgang - was für eine Brillanz Kästners! UND "Alles was gigantische Formen annimmt, kann imponieren, auch die Dummheit."

Ich würde hier am liebsten das ganze Kapitel zitieren. Die Rede des Handelsredakteurs Malmy, hier gesprochen von Andreas Range, ist einfach brillant und der Knabe spricht mir so was von aus der Seele und die Rede paßt hervorragend in unsere Zeit und ich muß dauernd an die Vorlesungen zu VWL denken.... "... Die Rohmaterialien sind zu teuer; der Fabrikant drückt die Löhne; der Staat beschleunigt den Schwund der Massenkaufkraft durch Steuern, die er den Besitzern nicht aufzubürden wagt; das Kapital flieht ohnedies milliardenweise über die Grenzen...." Soviel Bezug zu unserer Zeit haut mich echt von den Socken. Ok, geben wir zu, sie haben die Steuern ja gesenkt um unsere Kaufkraft zu erhöhen. Oder haben sie nicht? Nehmen wir mal an, sie haben, aber leider kann man damit kaum die sich im Moment bei 1,20 EUR befindenden Benzinkosten kompensieren - nett, wir kaufen Benzin! ... und das noch nicht mal mehr an Menge, sondern mehr an Preis - schwupp hätten wir somit die Steuern wieder drin - zumindest theoretisch. Was für ein kompliziertes Gebilde, von dem ich nicht die geringste Ahnung habe - was vielleicht ganz gut ist, sonst würden mir wahrscheinlich schon graue Haare wachsen - naja gut, zwei habe ich schon, was aber doch hoffentlich nicht an unserer Volkswirtschaft liegt - oder? Naja, jedenfalls wird jetzt nur noch getankt und nicht mehr gewaschen - somit werden die Kosten nur umverteilt und das Auto bleibt so lange dreckig, bis die Benzinpreise wieder sinken. - Ich sehe schon, ich muß es wohl demnächst mit der Hand waschen.

 

Erich Kästner (1899 bis 1974)Weiter mit Kapitel vier, wo die Zuschauer erfahren, daß Fabians Ausbildung in der Redaktion für Reklame und Kreuzworträtsel verschwendet wird: "Wie hieß ihre Dissertation? - Sie hieß: >Hat Heinrich von Kleist gestottert?<". Jaja, das erinnert mich irgendwie an meine Seminararbeit zum Thema Change Management, Re-engeneering etc. Sieht so aus, als ob Kästner da wie ich denkt.... Nicht, daß Change Management nicht wichtig wäre, aber wie viele Regale wollen wir noch mit solch edeler Literatur füllen?

 

Jetzt kommt eine Szene, die mir in der Umsetzung des nt's auch sehr gut gefiel. Sie arbeiteten viel mit Lichteffekten und Spots und die Umsetzung des Vorlesens des Briefes von Fabians Mutter war wunderbar! Eine sehr gute Idee.

 

Oh jeh, ich glaube, wenn ich hier jedes einzelne Kapitel erwähne, wird das ein zweiter Roman. Ich muß zusehen, daß ich mich kürzer fasse, sonst braucht Ihr Stunden zum Lesen und ich Tage zum Schreiben, was natürlich nicht geht, da ich noch etwas für meine nächste Prüfung lernen muß und nicht hier rumsitzen und auf den Tasten klimpern sollte.

 

Fabians Reise geht also weiter und wichtig hier vielleicht noch, Fabians bester Freund Labude kommt ins Spiel. In unserem Fall gespielt von Till Schmidt - eine sehr gute Wahl.

Till Schmidt (Quelle: http://www.tillschmidt70.de)Die beiden gehen zum "Strandfest", philosophieren über Macht und Kapital und Labudes Kulturstaat "Ein Glück ist das. Stell Dir vor unsere 5 Millionen Arbeitslose begnügten sich nicht mit dem Anspruch auf Unterstützung. Stell Dir vor, sie wären ehrgeizig!" "Noch in deinem Paradies werden sie sich die Fresse vollhauen." und sie lassen sich letztendlich von zwei Mädels anbaggern. 

Labude ist voller Ehrgeiz und ärgert sich über Fabians Gleichgültigkeit. Die Mädels interessiert das alles nicht, sie wollen nur Liebe zum Zeitvertreib. Fabian trifft seine alte Freundin Frau Moll wieder und diese möchte ein Männerbordell aufmachen. - Hehe "Männer nennt sich das! Wenn man sie anpackt gehen sie aus dem Leim!" - diese Frau ist einfach köstlich! Ich glaube fast, sie ist meine liebste Rolle und Petra Ehlert spielt sie so hervorragend. Wunderbar!

Auch die Tanzszene war klasse und der Wechsel zwischen der lauten Tanzmusik und diesen kleinen stillen Dialog - Szenen.

 

 

Die beiden Freunde verschwinden aus dem Lokal und geraten in einen Schußwechsel zwischen einem Arbeiter und einem Nazi und deren Ideale. "Aber, mein Herr, auch wenn sie an die Macht kommen, werden die Ideale der Menschheit im Verborgenen sitzen und weiterweinen." ... und sie weinen immer noch.

Sie  bringen die beiden Streithähne ins Krankenhaus und ihre Reise geht weiter ins Kabarett der Anonymen.

"Was ist das?" ".... Ein findiger Kerl hat Halbverrückte aufgelesen und läßt sie singen und tanzen. Er zahlt ihnen ein paar Mark, und sie lassen sich dafür vom Publikum beschimpfen und auslachen. ... Es gehen sicherlich Leute hin, die sich darüber freuen, daß es Menschen gibt, die noch verrückter sind als sie selber."

Na? Kommt das Euch bekannt vor? Da sieht man mal wieder, sogar Kästner hat die Sch**** schon verurteilt, die sie jetzt "Talk mit Annegretchen am Nachmittag " nennen oder " Irgendwer sucht den Superstar." Ich hätte das Wort "verrückt" ja mit "bekloppt" ausgetauscht, aber da war Kästner wohl zu viel Gentleman. 'Tschuldigung, wenn ich gerade jemanden auf die Füße trete, aber wie schon oben erwähnt ist das MEIN Urteil und jeder der will kann sich ja ein eigenes suchen.

 

Jaja, ich weiß. Ich merke schon selber, daß ich von meiner eigentlichen Intention über das Stück des neues theaters zu schreiben, wiedermal abweiche, aber Kästner schreibt so genial und schonungslos über die Menschen, daß ich mich einfach nicht bremsen kann ihn zu zitieren. Es juckt mir regelrecht in den Fingern und ich kann nur jedem empfehlen das Buch zu lesen und natürlich auch, um nicht ganz von meiner Intention abzukommen, sich das Stück bei uns im "nt" anzusehen .... und ich freue mich, meine lieben Damen und Herren, daß ich Euch noch nicht verloren habe.

 

Fabians Reise wird immer trauriger. Wo man erst noch ein bißchen Gelegenheit hatte etwas zu Lachen, scheint das jetzt endgültig vorbei. Labude erzählt ihm von seiner Freundin, die ihn betrügt und von der er sich getrennt hat. Das ging richtig ans Herz und ich fand die Umsetzung durch das nt sehr gut.

Labude wünscht sich eine Frau und ein Kind und stellt fest, daß das alles nicht so einfach ist: "Unser Staat ist darauf, das Generationen nachwachsen, momentan nicht eingerichtet." - Komisch, daß habe ich auch schon festgestellt und das ca. 70 Jahre später. <Seufz>, was soll man da nur machen?

Fabian lernt seine Freundin kennen und muß feststellen, daß auch sie die Karriere mehr liebt als ihn. Er wird arbeitslos, und erlebt die Tragödie auf dem Arbeitsamt, was ich am liebsten wieder zitiert hätte.

Labude stirbt an einen Scherz und alles endet in einer Katastrophe, was mich ganz schön deprimierte.

Genauso deprimiert mich jetzt, daß ich den Rest des Buches eben so kurz zusammengefasst habe. Ich hätte am Anfang nicht so trödeln dürfen. Aber nun ist schon spät und ich muß morgen früh aufstehen um den ganzen Tag für die nächste Prüfung zu lernen.

 

Ende traurig - alles traurig - Fabian weinte um Labude und ich um das Ende des Stückes. Madame Butterfly am Freitag war schon eine Katastrophe diesbezüglich und ich frage mich, warum ich mir so etwas immer antue. Das nächste Mal gehe ich wieder in eine Komödie!

 

 

 

 

ABER!

 

Trotzdem wird DAS das dritte Stück in meinem Kulturleben sein, welches ich mir ein zweites Mal ansehen werde. Kompliment, liebes nt! Das kommt bei mir nicht sehr oft vor.

 

 

 

Eure Jana

 

 

 

ps. Das nt hat den Schluß ein bißchen abgewandelt, was sicherlich auf unsere heutige Jugend paßt, aber da ich nun doch den Glauben an die Menschheit nicht ganz verloren habe, gefällt mir der Schluß von Kästner besser!

 

 

 

*Erich Kästner 1950 im Vorwort zu "Fabian"