Denissow für Viola & Cembalo
Wunderschöne Musik im Leipziger Gewandhaus, ein erstklassiger Opernball im Opernhaus Halle und ein perfektes Golfspiel in Leipzig/ Seehausen. Das war die Bilanz meines letzten Wochenendes. Was kann Frau da mehr vom Leben erwarten? Sogar das Wetter hatte sich den Gegebenheiten angepasst und die wunderschöne Herbstsonne strahlte vom Himmel.
Am Freitag Abend war ich zum Konzert im
Leipziger Gewandhaus - was für ein Genuss! Vorher noch im "Augustus" essen, was
diesmal auch ein Genuss war und dann in eine atemberaubende Flut von Tönen, dem
Kammerkonzert für Viola, Cembalo und Streichorchester von Edison Denissow
(1929-1996).
Die
Viola spielte Tatjana Masurenko und das Cembalo Michael Schönheit in einer
hervorragenden Perfektion, die mich gespannt zuhören ließ. Das Stück erinnerte
irgendwie an Strauß' "Metamorphosen" und ich konnte mich so wunderbar darin
fallen lassen. -- Musik eines Mathematikers - Das war Wahnsinn! Tatjana
Masurenko in herbstlichem Outfit und dann diese Musik
passten
hervorragend zu
meiner jetzigen Stimmung. Alles schien behaglich - romantisch und ich wünschte,
es würde nie enden. Meine Gedanken fielen mit dem perfekten Spiel der Viola in
einen wunderbaren Traum glücklichen Gefühles. Ich hätte die Augen schließen
mögen und meine Gedanken abwandern lassen in diese berauschende Welt der Töne.
Leider waren wir in einem Konzertsaal und das wäre dann wohl doch etwas
ungewöhnlich und so blieb ich munter und gerade sitzen, lauschte diesen
gefühlvollen Tönen und kürte Edison Denissow zu einen meiner
Lieblingskomponisten.
Mein Gemüt war noch gar nicht bereit von
diesen Tönen zu lassen, da begann auch schon der Applaus und riss mich aus
dieser wundervollen Stimmung und dann folgte mit lautem Knall Prokofjews
Jahrmarktsmusik zu Romeo und
Julia. Krasser konnte der Unterschied nicht sein.
Mikhail Agrest dirigierte Musik aus den Ballett-Suiten "Romeo und Julia" und ich erschrak über die Intensität und Lautstärke der Pauker und Trommler. Da ich in der Orchesterempore saß schlugen mir "Volkstanz" und "Tableau" nahezu ins Gesicht und ich war sofort wieder hell wach.
Ich stellte mir im Geiste vor, wie dazu das Ballett wohl hüpfen müßte. Die
schöne Gemütsverfassung verschwand abrupt und machte dem Lächerlichen Platz. Das
ist also Prokofjews Interpretation von Romeo und Julia - nein, ich glaube da
kann ich seiner Meinung nicht ganz folgen. ABER! Die Suite Nr. 2 "Die Montagues
und die Capulets"
und die Suite Nr. 1 "Tybalts Tod" waren sehr nach meinem
Geschmack UND! Mikhail Agrests Dirigat war hervorragend..... durch das ganze
Konzert hindurch. Der Rest war halt Geschmacksache.
Auch Peter Tschaikowskis Orchestersuite Nr. 3 konnte meine Meinung, daß Denissows Part am besten war, nicht beeinflussen. Tschaikowski IST einer der besten Komponisten für mich, ABER! an diesem Abend hat Denissow bei mir gewonnen. Dagegen konnte einfach niemand mehr bestehen....
Um zum halleschen Opernhaus zu gelangen,
sollte man schon die verschiedenen und kreativen Verkehrsschilder in Halle
beherrschen. Am einfallsreichsten fand ich das hier auf dem Foto abgebildete.
Das war bestimmt eine Sonderanfertigung extra für Halle. Aber möglicherweise
nicht umsonst, sicherlich können wir das noch nach Leipzig verborgen. Die toppen
zur Zeit unser Baustellenchaos noch um Einiges.
Aber wie sagte doch Dr. Christine Bergmann bei der Eröffnungszeremonie der Händelfestspielen 2004 so schön: "Wir freuen uns über jede Baustelle."
Fahrt ruhig mal ein paar Runden durch die Leipziger Innenstadt oder um den Halleschen Riebeckplatz und Ihr werdet Eure Freude daran nie vergessen.
Aber egal, uns konnte an diesem Samstag
nichts ärgern. Nach ausgiebigen Brunch und noch ausgiebigeren Diskussionen auf
meinem Balkon in herrlichster Herbstsonne bis Nachmittags um 3, machten wir uns
zurecht für den Opernball des Halleschen Opernhauses. Uli schlüpfte in ihr herrlich
leuchtendes, tiefdekolletiertes blaues Abendkleid und ich in mein langes,
schlichtes, hochgeschlossenes, schwarzgraues Lagerfeld. Etwas Falbe für die
Wangen und herrlichstes rot für die Fingernägel und dann klingelte es auch schon
an der Haustür. Diesmal wurden wir abgeholt - was für ein erstklassiger Service.
Endlich konnte Frau auch mal etwas trinken und mußte das hervorragende Buffet
nicht mit geschmacklosen Wasser herunterwürgen ;-)
Da wir allerdings vorher nicht wussten, daß das Buffet so hervorragend werden würde und wir gern in Ruhe, ohne Anstehen dinieren, entschlossen wir uns vor dem Opernball die meisterlich, kulinarischen Hochgenüssen der Zanzibar am Uniring zu genießen. Für ca. 14 EUR, incl. Wein, bekommt man hier ein 3-Gänge-Menü der Extraklasse zu bieten.
Mit einem wunderschönen Tisch im Obergeschoß und Blick auf die Bäume des Uniringes waren wir überaus gut platziert. Das war perfekt ausgesucht.
Und genau so perfekt, wie Tisch und Gedeck war dann auch unser Menü. Zwar "nur" 3 Menüs zur Auswahl, aber alle drei hervorragend. Was für ein kulinarischer Höhepunkt! Ich werde ganz sicher vor meinem nächsten Opernbesuch im halleschen Opernhaus meinen Abend in der Zanzibar beginnen.
Es gefiel uns so gut, daß wir am Liebsten noch ein bißchen sitzen geblieben wären, aber die Neugierde, wie wohl der 10. Opernball in Halle ausfallen würde war stärker.
Umso näher wir dem Opernhaus kamen, die
Zanzibar war nur ein paar Schritte entfernt, umso besser vernahm man die
einladende Musik, was mir sehr gut gefallen hat. Auch die Dekoration vor dem
Opernhaus ließ Interessantes drinnen schon vorahnen. Die Leute strömten in
ihrer hübschen Abendgarderobe durch das hübsche Eingangsportal und ich war
erstaunt, daß die Hallenser sich doch so gut anziehen können - wunderbar! - ich
fühlte mich sofort wohl in ihrer Mitte.
Alle zog es zu ihren Plätzen in den großen
Saal und wir hatten sehr gute ausgewählt, wie immer Reihe 4. Aber dadurch, daß
die Bühne etwas breiter war als sonst, saßen wir in Reihe 2, gleich nach der
halleschen Prominenz. Selbst die Politik ließ sich blicken. Neben Dagmar Szabados
war auch Dr. Jan-Hendrik Olberts anwesend. Ingrid Häußler habe ich nicht gesehen.... aber
das Opernhaus ist nicht so klein, wie man denken möchte und bei den vielen
Leuten, passiert es schon mal, das man jemanden übersieht. Ich würde meinen, d
ie
Plätze waren diesmal so gut wie alle ausverkauft und die, die eine Karte hatten,
kamen auch vollstens auf ihre Kosten. Die Organisation war erstklassig und das
Ambiente wunderschön.
Nachdem wir für das Gala-Programm platz genommen hatten, folgte ein Potpourri fröhlicher Klänge.
Durch den sehr gut aufeinander
abgestimmten Programmrahmen führte Gunter Sonneson mit schauspielerischen
Talent. Unsere Tänzer und Sänger entführten uns in eine locker, leichte Nacht.
Ob zum Gala Konzert oder nachher in den einzelnen Räumen, das jeweilige Programm
war hervorragend. Am besten gefiel mir Romelia Lichtenstein, die "Vissi d'arte"
aus Tosca sang. Das ging unter die Haut. Ich werde mir auf alle Fälle Puccinis
Oper Tosca hier im Opernhaus ansehen.
Im Gegensatz zur traurigen Tosca fand ich die Handlung um "Madame Pompadour" mit Melanie Hirsch und Björn Christian Kuhn auch eine sehr gute Idee. Wir haben uns köstlich amüsiert. Muss jetzt noch lachen, wenn ich daran denke. Also rundherum eine gute Zusammenstellung.
Nach dem Gala Konzert verabschiedete uns Gunter Sonneson zum Buffet.
Das von Creativ Catering El-Khalil ausgerichtete
Gourmetspektakel bot uns einen herrlichen Anblick. In allen Räumen Leckereien,
die sich sehen lassen konnten, vom Hummer bis zum kleinen Häppchen, ein Genuss
nach dem Anderen und Menschen über Menschen. Da war nicht die kleinste Lücke um
an die Leckereien heranzukommen. Was aber hier kein Problem war, denn die
Leckereien wurden bis spät in die Nacht wieder und wieder aufgefüllt. Man hätte
also nur warten mögen. Aber wo wäre denn da der Spaß eines Buffets... also auf
in den Kampf und HINEIN ins Gewühl.
Nachdem wir wie alle anderen gut gesättigt waren, zog es uns wie alle anderen zu den kleinen feinen Vergnügungen in den Räumen des Opernhauses. Wir starteten mit Jazz und Swing im Operncafé, über Tango argentino auf der Bühne im großen Saal bis hin zu Christopher Murrays exklusiver Musical Interpretation zu später Stunde oder der Ziehung der Tombola Preise.
Leider haben wir keinen Preis gewonnen, und das, wo ich doch so gern den Zweiten Hauptpreis gehabt hätte, einen 1000 EUR Gutschein für maßgeschneiderte Designermode - seufz...... naja, wie heißt es so schön: Pech im Spiel, Glück in der Liebe ;-)
Und noch eins, ich fand es eine sehr gute
Idee vom Opernhaus, nicht nur einen Tanzabend aus dem Opernball zu machen. Das
heißt, wer nicht Tanzen mochte, oder wer als Single dort war, kam genauso auf
seine Kosten, wie die Tanzwütigen unter
den Gästen und wer einfach nur mal auf
dem Balkon mit Freunden ein kleines Pläuschchen machen wollte, konnte vollstens
zufrieden sein. Die perfekte Organisation gab alles her und ließ keine Wünsche
offen.... und was mir noch gefallen hat, die Damen bekamen eine wunderschöne
rote Rose, die immer noch hier in meinem Wohnzimmer blüht und die ich gleich
mal für das Hintergrunddesign
dieser Seite verwende. Ist sie nicht wunderschön?
Die Überbringer in ihren Kostümen gefielen mir auch sehr gut, genauso wie die Losverkäufer. Unser Opernhaus hat uns wirklich einen wunderschönen Ball bereitet und ich denke, ich werde auch im nächsten Jahr wieder dabei sein.
Trotz des schönen Abends blieben Uli und ich nicht bis 4 Uhr morgens. Wir ließen uns gegen 1.30 Uhr sicher bei mir zu Hause absetzen, mit dem hären Vorsatz gegen 9 Uhr wieder aufzustehen, um den herrlichen herbstlich sonnigen Sonntag beim Golfspiel in Seehausen zu genießen.
Der Vorsatz das Golfspiel bei herrlich herbstlich und sonnigen Sonntag zu genießen hat geklappt, nur mit der Zeit hatten wir uns um einige Stunden verschätzt. Nein! Natürlich waren wir nicht schon um 6 Uhr auf dem Golfplatz. Ich meinte in die andere Richtung.
Da wir es erst gegen 14.00 Uhr nach
Seehausen schafften, blieb uns leider nur die Range und der Kurzplatz. Geplant
war natürlich der richtige Platz, da wir ja nun seit August Inhaber einer
vollwertigen Platzreife des DGV waren. Aber Range, Pitchingplatz, Putten und 18
Löcher waren in 3 Stunden einfach nicht zu schaffen.
Den Kurzplatz nahmen wir zweimal und hätten wir nicht dauernd solche unkoordinierten Anfänger vor uns, hätten wir 3 Runden geschafft. Jaja, diese unmöglichen Anfänger... einfach keine Etikette! --- Hat uns doch immer wieder an unsere ersten Schläge hier erinnert ;-) Erstaunlich, wie schnell man beim Golf Fortschritte macht. Jetzt fliegen die Bälle sogar <grins>.
Meine weiten Schläge waren bis auf zwei hervorragend. Naja, allerdings mit dem 8er Eisen. Aber wenn ich daran denke, daß vor dem Platzreifekurs im GC Fleesensee kaum einer selbst mit dem 8er Eisen so schön flog - wirklich erstaunlich. Trotzdem habe ich auch diesmal keinen Schlag PAR geschafft, zwar eine Menge Boogeys, aber leider nichts drunter. Naja, das wird beim nächsten Mal. Aber sie fliiiieeeeeegen und dann auch noch so hübsch gerade :-)) Was für ein Erfolg. Hätte ich besser geputtet, wäre es bestimmt so manchmal PAR geworden - naja, egal.
Der Sonntag war, wie das ganze Wochenende, sehr gut gelungen. Der Golfclub Seehausen gefällt mir immer besser und diesmal hatten sie das Rough vom Kurzplatz auch schön gestutzt. Beim letzten Mal gingen uns da einige Bälle drin verloren.
Ich hätte noch den ganzen Abend dort verbringen wollen. Das Wetter war so herrlich und es hat so einen großen Spaß gemacht. Aber leider ging Ulis Zug schon um 8 und wir mußten uns dann noch ganz schön beeilen den zu schaffen.
Ja, was für ein wunderbares Wochenende diesmal.....
Eure Jana