Les Liaisons Dangereuses - Choderlos De Laclos
"Einige der handelnden Personen sind in der Tat so
sittenlos und verderbt, daß sie unmöglich in unserem Jahrhundert gelebt haben
können, in diesem unserem Jahrhundert der Philosophie und Aufklärung, die alle
Männer, wie man weiß, so ehrenhaft und alle Frauen so bescheiden und sittsam
gemacht hat." Damit meinte der "Autor" Choderlos de Laclos das 18 Jahrhundert.
........ hmmm, ich glaube diese, vom ihm gewählten Worte, sollten einen schon
neugierig auf das Stück "Les Liaisons Dangereuses" machen.
Ich hatte den
Roman gelesen und dachte, was kann es Schöneres für den Start in ein Neues Jahr
geben als gefährliche Liebschaften.
Was für ein schöner Zufall, daß sie das Theaterstück z.Z. in London im Playhouse
Theatre zur Aufführung brachten. Ich hatte es noch nie als Theaterstück gesehen
und selbst den Film dazu kenne ich noch nicht. Somit wollte ich mich überraschen
lassen, was sie wohl aus dem Roman gemacht haben, sehr interessant.
Uli, meine
Freundin brauchte ich nicht lange zu überreden. Für solch romantische Sachen war
sie schon immer zu haben. Wahrscheinlich sind wir als Frauen so gepolt, was
manchmal belastend ist, doch eigentlich meistens schön - muß ich ehrlich
zugeben. Genau DAS kann man auch sehr gut aus dem Roman rauslesen. Es ist
wirklich empfehlenswert ihn zu lesen. Die abgedruckten Briefe und die eigene
Fantasie dazu sind bedeutend besser, als jedes Theaterstück oder Film. Das ist
ähnlich, wie bei den 12
Bänden des
"Giacomo Casanova". Glaubt mir, der Film gibt
nicht das wieder, was die Bücher vermögen zu erzählen und was die eigene
Fantasie vermag daraus zu machen.
Nagut, auch in "Les Liaisons Dangereuses" gibt es eine Frau, die
Marquise de
Merteuil, in unserem Fall gespielt von Polly Walker, die ganz schön abgebrüht
ist, was die Sache sehr interessant macht und um die sich eigentlich die ganze
Handlung dreht. Natürlich bekommt sie zum Schluß ihre gerechte Strafe - leider
aber auf Kosten anderer, die sie für ihr gefährliches Spiel benutzte. Also im
Großen und Ganzen, ein tödliches Spiel wunderbarer Intrigen, wo manch einer
leider auf der Strecke bleibt, was traurig, aber in diesem Falle Geschichte ist
und z
u unserer Erheiterung beiträgt.
Unser Tag begann mit einem lauten Knall und wunderschönen
Feuerwerk an der Themse, gegenüber vom "London Eye".
Das war unsere erste
Silvesternacht in London und es hat mir sehr gut gefallen. Viel Krach, aber
keine lästigen Knaller an unseren Beinen und ein herrliches Gedränge, aber keine
Schlägereien zwischen besoffenen Randalierern. Ja, ich glaube, hier könnte ich
meine Silvester immer verbringen.
Erst hatten wir überlegt mit unserem Club wegzugehen, aber dann dachte ich mir,
die erste Silvesternacht in London, sollte man doch lieber im Freien verbringen.
Mal sehen, wie London denn so feiert. In diesem Sinne suchten wir uns ein
"ruhiges" Plätzchen an
der Themse.
Wir fuhren von unserem "Stützpunkt" Nähe
Hydepark mit der Tube quer durch London bis Embankment um an die Themse zu
gelangen. Eine Flasche 7 Pfund Sekt zum Anstoßen im Gepäck, sonst noch völlig
nüchtern aber herrlich lustig.
Es war nicht schwer die Themse zu finden, man
brauchte nur den Massen zu folgen.
Wir waren ca. 45 Minuten zu früh da und bewegten uns im Strom der Menschen in
Richtung Big Ben. Ich wollte ihn unbedingt zu Silvester schlagen hören.
Es war
schön hier, alles friedlich und eine Menge glücklicher Augen. Ja, so schön kann
die Welt sein.
Was mir besonders gut gefiel war, daß hier keiner blöd in der
Gegend rumknallte. Zu Hause in Halle habe ich immer Angst vor den Blitzknallern,
die manche so unachtsam auf die Menschen werfen. Hier hatte keiner Knaller. Nur
Tuten und Pfeifen und alles Mögliche, was Krach machte. Keine Raketen und keine
Idioten, die sie unsachgemäß abfeuerten, aber eine Menge lustiger Leute, die
eine Menge Krach machten und Korken knallen ließen.
Punkt 12 gab es ein
wunderschönes Feuerwerk über dem "London Eye", alles Klatschte und war
glücklich. Wir prosteten uns zu und wünschten uns Einiges für das Neue Jahr -
nein, diesmal keine guten Vorsätze, die man sowieso nicht erfüllt. Wir sind so,
wie wir sind. Also "Prost" und viel Glück auf allen Ebenen im nächsten Jahr.
Die
Flasche Sekt tat ihr übriges und leider war das
Spektakel viel zu schnell vorbei
und wir mußten uns Richtung Heimweg begeben. Tube-Ticket brauchte man auch nicht
mehr, die Schranken waren offen und, wie herrlich, die Tube fuhr zu Silvester
around the clock. Hehe, allerdings mußten wir feststellen, daß Laufen die
bessere Lösung war um nach Hause zu kommen. Alles war voller Menschen und keine
Chance überhaupt in die Nähe der Abgänge zur U-Bahn zu kommen. Aber es war ein
angenehmes Gedränge. Die Menschen waren fröhlich und wünschten ein "Frohes neues
Jahr" und wir gingen singend Richtung "Heimat", quer durch die Parks und am
hübsch angestrahlten Buckingham Palast vorbei. Jetzt fing es auch an zu Regnen -
innen feucht, außen feucht - ach was, wen interessiert das - PROST!
Am Nachmittag nach dem Frühstück, drehten wir noch eine
kleine Runde im Hydepark und dann ging es auf zum Theater. Diesmal, wie schon
erwähnt im Playhouse Theatre, Nähe Embankment. Das Theater gefiel mir sehr gut.
Wieder so ein Altes, Gemütliches, was ich immer so liebe.
Da wir noch etwas Zeit hatten, gingen wir noch auf ein Glas Rotwein an die Bar.
Es war sehr schön hier und der Bardame gefiel meine Kette, was meine Laune sehr
steigerte. Ich liebe solches Feedback. Ja, und mir gefällt sie auch ;-).
Der Rotwein war lecker und die Zeit verging sehr schnell
mit einem Schwätzchen.
Unsere Plätze waren in der dritten Reihe. Leider war die Bühne zu hoch gebaut,
so daß man wohl nur vom Rang hätte
gut sehen können.
Das Theater war nicht sehr voll und der Rang erst gar nicht besetzt. Ich erinnerte mich an die warnenden Worte von Freundin Bettina, daß das Stück keine guten Kritiken bekommen hat, aber wer glaubt schon den Kritikern? Ich mache mir da doch lieber mein eigenes Bild und bis jetzt habe ich in London noch NIE ein schlechtes Theatererlebnis gehabt.
Das Bühnenbild gefiel mir sehr gut. Es paßte in die Zeit und die wunderschönen
Kronenleuchter glitzerten in den Raum.
Es dauerte nicht lange und das Spiel begann. Ich war gespannt, wie sie den
Roman, der nur aus Briefen bestand, wohl in Szene gesetzt haben.
Es fing sehr gut an. Drei Damen saßen am Tisch und spielten Karten. Die Kostüme
paßten gut in die Zeit und gefielen mir sehr gut. Ich lehnte mich zurück und
harrte der interessanten Dinge, die da geschehen würden. Gespannt war ich auf
die Liebesszenen. Na, wie sie das wohl auf die Bühne bringen würden?!?
Bis jetzt passte es sehr gut zur Handlung im
Buch und ich fand, daß sie hier die
richtigen Schauspieler ausgesucht haben. Madame de Volanges, gespielt von Sarah
Woodward, Ihre Tochter Cecile Volanges, gespielt von Olivia Llewellyn und die
"verruchte" Marquise, gespielt von Polly Walker bildeten das Trio.
Zwar fand ich
Olivia Llewellyn doch ein bißchen alt für eine 15jährige, aber gut,
wahrscheinlich war es auch nicht einfach etwas Jüngeres zu finden. Letztendlich
spielte sie sehr naiv und gar nicht so schlecht. Polly Walker schien mir auch
ganz passend für die Rolle der Marquise. Die dunklen Haare und die grünen
funkelnden Augen überzeugten mich. Aus den Briefen, welche Laclos zitiert muß
man unweigerlich schließen, daß dunkelhaarige Frauen nicht sehr keusch sind
....... oh jeh, ich bin auch dunkelhaarig .....hmmm ...laßt mich mal überlegen.... nein, ich
will hier ja nicht abschweifen. ... Aber die Marquise meint ja selber, daß es ein
lächerliches Vorurteil sei, daß Blondinen sittsamer wären ...ha!
Nach der Kartenspielszene kam der erste Auftritt des berühmten Vicomte de
Valmont und ich muß Euch ehrlich sagen, daß war wohl nicht die beste Besetzung
für ihn.
Er wurde gespielt von Jared Harris. Nein, so stellte ich mir den
Vicomte überhaupt nicht vor. Da fehlte zu viel Charisma und Leidenschaft im
Blick. Selbst die Verruchtheit kam nicht richtig rüber. Hier würde ich sagen das
es eine totale Fehlbesetzung war, was sich in den folgenden Szenen auch
bestätigte. Es war einfach unglaubhaft, daß die Frauen auf ihn hereinfallen
sollten - nein, daß konnten sie mir wirklich nicht weiß machen. Natürlich hat
man so seine Vorstellungen, wenn man das Buch vorher gelesen hat und es ist
schwer ein vorgefaßtes Bild zu treffen, aber er traf es nicht einmal annährend.
Trotz der Enttäuschung versuchte ich weiter Interesse am Stück zu haben. Es
hängt ja schließlich nicht nur an einer Person und die Marquise war wirklich
nicht schlecht. Auch die junge Olivia Llewellyn versuchte ihren Charakter gut zu
interpretieren, was ihr, meiner Meinung nach, doch ganz gut gelang. Im Buch ist
sie wirklich sehr naiv und es ist ein Genuss ihre Bemerkungen zu lesen: "...
Vielleicht sieht man es unter der Schminke nicht; denn es muß doch sehr schwer
sein nicht zu erröten, wenn einen ein Mann so fest ansieht." ... hehe...
armes Kindchen. Jetzt weiß sie ja noch nicht, was sie erwartet. Aber immerhin
landet sie ja bei einem erfahrenen Mann, der glücklich ist,
daß die Frauen sich
so schlecht verteidigen ... hehe... meint er. Aber wohl muß er erfahren, daß
nicht alle so sind. Bei der Präsidentin de Tourvel hat er doch ganz schön viel
Energie aufzuwenden. "Ich muß diese Frau haben, um nicht der Lächerlichkeit
zu verfallen, verliebt zu sein. Verliebt - wohin führt uns nicht ein
ungestilltes Verlangen! Köstliches Verlangen - ich beschwöre dich um meines
Glückes und besonders um meiner Ruhe willen! Wie glücklich sind wir, daß sich
die Frauen so schlecht verteidigen, - wir wären sonst schüchterne Sklaven neben
ihnen." Und wie recht hat er mit so manchen Frauen: "Nein, ohne Zweifel
hat sie nicht jenen lügenhaften Blick unserer koketten Frauen, der uns manchmal
verführt, aber immer betrügt." Diese Worte aus seinem Mund, wo der Vicomte
ja nun nicht gerade ein Lamm ist, wie ihn Madame de Volanges sehr treffend
beschreibt um die Präsidentin zu warnen: "Er ist noch falscher und
gefährlicher als liebenswürdig und verführeri
sch - seit seiner frühsten
Kindheit tat er weder einen Schritt noch sprach er ein Wort ohne ganz bestimmte
Absichten, und niemals hatte er eine Absicht, die nicht unanständig oder
verbrecherisch gewesen wäre." .... oh wie grauenvoll und furchtbar dieser
Mann doch ist und .... wie interessant! Tja, und die Präsidentin de
Tourvel ließ sich nicht waren - Gott war sie naiv - aber gut so, sonst wäre
dieses schöne Abenteuer wohl nicht so interessant für die Leser geworden.
Die Präsidentin wurde hier von Emilia Fox gespielt. Sie sah zwar aus wie
Michelle
Pfeiffer aber spielte leider nicht so. In meinen Augen auch eine
unglückliche Besetzung. Sie hat versucht wehleidig zu wirken in dem sie in
sämtlichen Szenen geheult hat, was nicht gerade von schauspielerischen Können
zeugte. Ja, sie kann sehr gut weinen und das war es dann auch. Die einzige
Szene, wo das Heulen passte, war die Schlußszene vor der Pause, als sie Dilys
Laye als Madame de Rosemonde ihr Herz ausschüttete. Diese Szene, fand ich, war
auch wirklich gut gelungen und Dilys Laye sehr gut in ihrer Rolle.
Schade, daß einfach nicht die Stimmung aufkam, die dem
Stück eigentlich gebührte. Wirklich schade, daß die Besetzung so unzutreffend
war. Ich hatte schon überlegt, in der Pause zu gehen, entschied mich dann aber
doch anders, da ich noch sehen wollte, wie sie das Duell inszenieren.
Das Intrigenspiel ging also weiter.
Der Liebhaber der Marquise, der Chevalier Danceny, gefiel
mir im Buch auch besser. Ich denke Laurence Penry-Jones hat ihn doch ein bißchen
zu dämlich dargestellt. Im Roman war der Bursche nicht dämlich, nur ein bißchen
jung eben. Er betete die Marquise an, was sie in vollen Zügen genoß. Klar
spielte sie mit ihm, da sie ihm weit überlegen war, aber ich denke nicht, daß
sie einem Idioten ihre Gunst erweisen würde.
Hmmm .... ich mag ihre Anforderungen an die Verführung. Schade, daß es
heutzutage immer noch so selten ist, oder eigentlich gar nicht mehr gibt:
"... dem Ruhm der Verteidigung und dem Vergnügen des Unterliegens. Ich gebe zu,
daß dieses Talent der Attacke bei den Männern seltener ist, als man denken
sollte, ..... " - seufz. Tja, Männer, Frau will schon gern erobert werden!
Da hat sich durch die Zeit eigentlich überhaupt nichts geändert, selbst wenn
Frau gern emanzipiert ist. Laßt Euch sagen, im tiefsten ihrer Seele und in ihren
interessantesten Phantasien ist sie es nicht.
So funktionierte natürlich der Trick des Vicomte einen armen Bauern die Steuern
zu bezahlen und ihm damit aus dem Ruin zu retten sehr gut, um das Herz der
Präsidentin zu gewinnen. Uhhh, was für ein brillanter Spieler. Hier sollte ich
vielleicht noch
erwähnen, daß Azolan, sein Jäger, gut gespielt von Jeremy
Edwards, ihm berichtete, daß die Präsidenten ihn von einem Diener überwachen
ließ. Nur so konnte er sich diesen netten Schachzug überlegen. Azolan schien
mehr ein Vertrauter des Vicomte zu sein, was allerdings nicht rechtfertigte, daß
er sich als "Diener" so einfach neben seinen Herren an den Tisch setzte. Ich
denke, das war ein Fehler der Inszenierung. Sie hatten einen Stuhl etwas weiter
abseits stehen, welcher sicherlich treffender für ihn gewesen wäre.
Das Bühnenbild zwischen den einzelnen Szenen änderte sich
kaum. Gut gemacht, fand ich, waren die Wechsel des
Bühnenbildes (Jane Gibson), welches bei offenen Vorhang vonstatten ging.
Sie waren sehr gut in den Fluß des Stückes eingebaut, indem sie durch
Dienstboten vollzogen wurden. Leider war die Inszenierung (Tim Fywell) nicht
besonders. Die "Verführungsszene" der kleinen Cécilie Volanges zum Beispiel, war
mir doch ein bißchen zu kurz abgehandelt. Alles ging viel zu schnell.
Im Roman braucht es schon etwas länger um den Jagdinstinkt des Vicomte zu
wecken. Denn eigentlich hatte er gar keine Lust das Mädel zu verführen. Er tat
es ja nur der Marquise zu liebe. Erst, als Cécile ihm die Tür zur versprochenen
zweiten Nacht verschloss, wurde er neugierig auf sie und zum Jäger: "Kaum war
ich aber auf das Hindernis gestoßen, da brannte ich auch schon darauf, es zu
nehmen..."
In dieser Inszenierung sah es gar nicht so aus, als gäbe es ein Hindernis. Da
haben sie sich wohl nicht so richtig Gedanken darüber gemacht. Auch fand ich,
daß die Schauspieler etwas lustlos bei der Sache waren, was sich natürlich auf
das Publikum übertrug.
Es kam auch nicht richtig rüber, daß es sich eigentlich um
zwei verschiedene Schauplätze handelte. Die Marquise befand sich in Paris und
der Vicomte zusammen mit seiner Tante Madame de Rosemonde, der Präsidentin de
Tourvel und später mit den Volanges auf einem Schloß außerhalb von Paris. Erst
später spielte sich die Handlung komplett in Paris ab.
Um das deutlich zu
machen, hätten sie wirklich das Bühnenbild ein bißchen anpassen können. Es sah
zwar hübsch aus mit seinen glänzenden Kronenleuchtern, aber das Schloß hatte
doch nun wohl nicht die selbe Einrichtung, wie die Villa der Marquise in Paris.
Ich denke, das brachte den Zuschauer doch schon etwas durcheinander. Ebenso
fehlte mir mehr Deutlichkeit für die Liebesbeziehung zwischen Danceny und der
Marquise. Selbst die Verliebtheit von Cécile gegenüber Danceny kam überhaupt
nicht rüber. Dieser wichtige Teil wurde viel zu sehr vernachlässigt. Die beiden
waren im Roman so süß und hätten auch im Stück mehr Aufmerksamkeit verdient.
Wie dem auch sein. Der Vicomte war natürlich ganz schön sauer, als die Dame, die er glaubte schon fast zu besitzen, sich seinem Einfluß durch Flucht entzog: "Aber was für eine Macht kettet mich so an diese Frau? Wünschen sich denn nicht hundert andere meine Liebe?.... Warum hinter einer hinterher laufen, die flieht, und die vernachlässigen, die sich bieten?...." Ja lieber Vicomte, so ist das mit der Liebe.... und ehrlich, hat er es nicht auch so verdient?
Leider nimmt die ganze Geschichte für die beiden Liebenden
ein böses Ende. Der Vicomte duelliert sich mit Danceny und stirbt. Das Duell im
Stück und der Tod des Vicomte war eine Katastrophe und somit nicht weiter
erwähnenswert.
Die arme Präsidenten grämt sich so arg, daß auch sie stirbt, was meiner Meinung
nach etwas sehr weit hergeholt war, aber dem Roman entsprach. Die Marquise verliert auf der ganzen Linie
und die Zuschauer gaben dieser Inszenierung kaum einen Vorhang.
Sicherlich war es für die Schauspieler und die Inszenierung
eine große Herausforderung sich gegen die berühmten Vorgänger, Lindsay Duncan
und Alan Rickman sowie Glenn Close und John Malkovich durchzusetzen. Aber selbst ich, als
unvoreingenommene Person, die Film und Stück noch nie gesehen hat, fand es
schrecklich.
Der Charme und das Charisma
des Vicomte kam einfach nicht richtig rüber. Die Kälte und Berechenbarkeit der
Marquise ebenso wenig. Die Schwäche der Präsidenten nur durch andauerndes Heulen
verdeutlichen zu wollen war eine Farce. Wirklich schade, ich habe mir eine
Menge mehr davon versprochen.
Ich denke nicht, daß sich das Stück am West End
durchsetzen wird. Es wundert mich ehrlich, daß es überhaupt über die Previews hinaus
zur Aufführung kam. Es war bis jetzt das schlechteste Stück, was ich gesehen
habe.
Peinlich genug, daß es im Playhouse im West End von London gezeigt wurde,
was ja nun nicht gerade irgendein Provinztheater ist. Tut mir leid, daß ich
nichts Besseres dazu sagen kann, aber DAS war unter der Würde der West End
Aufführungen.
Eure Jana