Les Liaisons Dangereuses - Choderlos De Laclos

Choderlos De Laclos (1741-1803)"Einige der handelnden Personen sind in der Tat so sittenlos und verderbt, daß sie unmöglich in unserem Jahrhundert gelebt haben können, in diesem unserem Jahrhundert der Philosophie und Aufklärung, die alle Männer, wie man weiß, so ehrenhaft und alle Frauen so bescheiden und sittsam gemacht hat." Damit meinte der "Autor" Choderlos de Laclos das 18 Jahrhundert.
........ hmmm, ich glaube diese, vom ihm gewählten Worte, sollten einen schon neugierig auf das Stück "Les Liaisons Dangereuses" machen.  
Ich hatte den Roman gelesen und dachte, was kann es Schöneres für den Start in ein Neues Jahr geben als gefährliche Liebschaften.

Was für ein schöner Zufall, daß sie das Theaterstück z.Z. in London im Playhouse Theatre zur Aufführung brachten. Ich hatte es noch nie als Theaterstück gesehen und selbst den Film dazu kenne ich noch nicht. Somit wollte ich mich überraschen lassen, was sie wohl aus dem Roman gemacht haben, sehr interessant. 
Uli, meine Freundin brauchte ich nicht lange zu überreden. Für solch romantische Sachen war sie schon immer zu haben. Wahrscheinlich sind wir als Frauen so gepolt, was manchmal belastend ist, doch eigentlich meistens schön - muß ich ehrlich zugeben. Genau DAS kann man auch sehr gut aus dem Roman rauslesen. Es ist wirklich empfehlenswert ihn zu lesen. Die abgedruckten Briefe und die eigene Fantasie dazu sind bedeutend besser, als jedes Theaterstück oder Film. Das ist ähnlich, wie bei den 12 Polly Walker Bänden des "Giacomo Casanova". Glaubt mir, der Film gibt nicht das wieder, was die Bücher vermögen zu erzählen und was die eigene Fantasie vermag daraus zu machen.
Nagut, auch in "Les Liaisons Dangereuses" gibt es eine Frau, die Marquise de Merteuil, in unserem Fall gespielt von Polly Walker, die ganz schön abgebrüht ist, was die Sache sehr interessant macht und um die sich eigentlich die ganze Handlung dreht. Natürlich bekommt sie zum Schluß ihre gerechte Strafe - leider aber auf Kosten anderer, die sie für ihr gefährliches Spiel benutzte. Also im Großen und Ganzen, ein tödliches Spiel wunderbarer Intrigen, wo manch einer leider auf der Strecke bleibt, was traurig, aber in diesem Falle Geschichte ist und z
Silvester 2003 - London Eyeu unserer Erheiterung beiträgt.

Unser Tag begann mit einem lauten Knall und wunderschönen Feuerwerk an der Themse, gegenüber vom "London Eye". 
Das war unsere erste Silvesternacht in London und es hat mir sehr gut gefallen. Viel Krach, aber keine lästigen Knaller an unseren Beinen und ein herrliches Gedränge, aber keine Schlägereien zwischen besoffenen Randalierern. Ja, ich glaube, hier könnte ich meine Silvester immer verbringen.

Erst hatten wir überlegt mit unserem Club wegzugehen, aber dann dachte ich mir, die erste Silvesternacht in London, sollte man doch lieber im Freien verbringen. Mal sehen, wie London denn so feiert. In diesem Sinne suchten wir uns ein "ruhiges" Plätzchen an Big Ben - London, Silvester 2003 der Themse. 
Wir fuhren von unserem "Stützpunkt" Nähe Hydepark mit der Tube quer durch London bis Embankment um an die Themse zu gelangen. Eine Flasche 7 Pfund Sekt zum Anstoßen im Gepäck, sonst noch völlig nüchtern aber herrlich lustig. 
Es war nicht schwer die Themse zu finden, man brauchte nur den Massen zu folgen.
Wir waren ca. 45 Minuten zu früh da und bewegten uns im Strom der Menschen in Richtung Big Ben. Ich wollte ihn unbedingt zu Silvester schlagen hören. 
Es war schön hier, alles friedlich und eine Menge glücklicher Augen. Ja, so schön kann die Welt sein. 
Was mir besonders gut gefiel war, daß hier keiner blöd in der Gegend rumknallte. Zu Hause in Halle habe ich immer Angst vor den Blitzknallern, die manche so unachtsam auf die Menschen werfen. Hier hatte keiner Knaller. Nur Tuten und Pfeifen und alles Mögliche, was Krach machte. Keine Raketen und keine Idioten, die sie unsachgemäß abfeuerten, aber eine Menge lustiger Leute, die eine Menge Krach machten und Korken knallen ließen. 
Punkt 12 gab es ein wunderschönes Feuerwerk über dem "London Eye", alles Klatschte und war glücklich. Wir prosteten uns zu und wünschten uns Einiges für das Neue Jahr - nein, diesmal keine guten Vorsätze, die man sowieso nicht erfüllt. Wir sind so, wie wir sind. Also "Prost" und viel Glück auf allen Ebenen im nächsten Jahr. 
Die Flasche Sekt tat ihr übriges und leider war das Buckingham Palast, Neujahr 2004 Spektakel viel zu schnell vorbei und wir mußten uns Richtung Heimweg begeben. Tube-Ticket brauchte man auch nicht mehr, die Schranken waren offen und, wie herrlich, die Tube fuhr zu Silvester around the clock. Hehe, allerdings mußten wir feststellen, daß Laufen die bessere Lösung war um nach Hause zu kommen. Alles war voller Menschen und keine Chance überhaupt in die Nähe der Abgänge zur U-Bahn zu kommen. Aber es war ein angenehmes Gedränge. Die Menschen waren fröhlich und wünschten ein "Frohes neues Jahr" und wir gingen singend Richtung "Heimat", quer durch die Parks und am hübsch angestrahlten Buckingham Palast vorbei. Jetzt fing es auch an zu Regnen - innen feucht, außen feucht - ach was, wen interessiert das - PROST!

Hyde Park, Neujahr 2004Am Nachmittag nach dem Frühstück, drehten wir noch eine kleine Runde im Hydepark und dann ging es auf zum Theater. Diesmal, wie schon erwähnt im Playhouse Theatre, Nähe Embankment. Das Theater gefiel mir sehr gut. Wieder so ein Altes, Gemütliches, was ich immer so liebe.
Da wir noch etwas Zeit hatten, gingen wir noch auf ein Glas Rotwein an die Bar. Es war sehr schön hier und der Bardame gefiel meine Kette, was meine Laune sehr steigerte. Ich liebe solches Feedback. Ja, und mir gefällt sie auch ;-).

Der Rotwein war lecker und die Zeit verging sehr schnell The Playhouse mit einem Schwätzchen. Unsere Plätze waren in der dritten Reihe. Leider war die Bühne zu hoch gebaut, so daß man wohl nur vom Rang hätte gut sehen können. 

Das Theater war nicht sehr voll und der Rang erst gar nicht besetzt. Ich erinnerte mich an die warnenden Worte von Freundin Bettina, daß das Stück keine guten Kritiken bekommen hat, aber wer glaubt schon den Kritikern? Ich mache mir da doch lieber mein eigenes Bild und bis jetzt habe ich in London noch NIE ein schlechtes Theatererlebnis gehabt.

Das Bühnenbild gefiel mir sehr gut. Es paßte in die Zeit und die wunderschönen Kronenleuchter glitzerten in den Raum.
Es dauerte nicht lange und das Spiel begann. Ich war gespannt, wie sie den Roman, der nur aus Briefen bestand, wohl in Szene gesetzt haben.

Es fing sehr gut an. Drei Damen saßen am Tisch und spielten Karten. Die Kostüme Olivia Llewellyn (Quelle: Programm Liaisons Dangereuses) paßten gut in die Zeit und gefielen mir sehr gut. Ich lehnte mich zurück und harrte der interessanten Dinge, die da geschehen würden. Gespannt war ich auf die Liebesszenen. Na, wie sie das wohl auf die Bühne bringen würden?!?
Bis jetzt passte es sehr gut zur Handlung im Sahra Woodward (Quelle: Programm: Lisisons Dangereuses) Buch und ich fand, daß sie hier die richtigen Schauspieler ausgesucht haben. Madame de Volanges, gespielt von Sarah Woodward, Ihre Tochter Cecile Volanges, gespielt von Olivia Llewellyn und die "verruchte" Marquise, gespielt von Polly Walker bildeten das Trio.
Zwar fand ich Olivia Llewellyn doch ein bißchen alt für eine 15jährige, aber gut, wahrscheinlich war es auch nicht einfach etwas Jüngeres zu finden. Letztendlich spielte sie sehr naiv und gar nicht so schlecht. Polly Walker schien mir auch ganz passend für die Rolle der Marquise. Die dunklen Haare und die grünen funkelnden Augen überzeugten mich. Aus den Briefen, welche Laclos zitiert muß man unweigerlich schließen, daß dunkelhaarige Frauen nicht sehr keusch sind ....... oh jeh, ich bin auch dunkelhaarig .....hmmm ...laßt mich mal überlegen.... nein, ich will hier ja nicht abschweifen. ... Aber die Marquise meint ja selber, daß es ein lächerliches Vorurteil sei, daß Blondinen sittsamer wären ...ha!

Jared Harris (Quelle: Programm: Lisisons Dangereuses)Nach der Kartenspielszene kam der erste Auftritt des berühmten Vicomte de Valmont und ich muß Euch ehrlich sagen, daß war wohl nicht die beste Besetzung für ihn. 
Er wurde gespielt von Jared Harris. Nein, so stellte ich mir den Vicomte überhaupt nicht vor. Da fehlte zu viel Charisma und Leidenschaft im Blick. Selbst die Verruchtheit kam nicht richtig rüber. Hier würde ich sagen das es eine totale Fehlbesetzung war, was sich in den folgenden Szenen auch bestätigte. Es war einfach unglaubhaft, daß die Frauen auf ihn hereinfallen sollten - nein, daß konnten sie mir wirklich nicht weiß machen. Natürlich hat man so seine Vorstellungen, wenn man das Buch vorher gelesen hat und es ist schwer ein vorgefaßtes Bild zu treffen, aber er traf es nicht einmal annährend.
Trotz der Enttäuschung versuchte ich weiter Interesse am Stück zu haben. Es hängt ja schließlich nicht nur an einer Person und die Marquise war wirklich nicht schlecht. Auch die junge Olivia Llewellyn versuchte ihren Charakter gut zu interpretieren, was ihr, meiner Meinung nach, doch ganz gut gelang. Im Buch ist sie wirklich sehr naiv und es ist ein Genuss ihre Bemerkungen zu lesen: "... Vielleicht sieht man es unter der Schminke nicht; denn es muß doch sehr schwer sein nicht zu erröten, wenn einen ein Mann so fest ansieht." ... hehe... armes Kindchen. Jetzt weiß sie ja noch nicht, was sie erwartet. Aber immerhin landet sie ja bei einem erfahrenen Mann, der glücklich ist, Emilia Fox als Präsidentin de Tourvel (Quelle: Programm: Lisisons Dangereuses) daß die Frauen sich so schlecht verteidigen ... hehe... meint er. Aber wohl muß er erfahren, daß nicht alle so sind. Bei der Präsidentin de Tourvel hat er doch ganz schön viel Energie aufzuwenden. "Ich muß diese Frau haben, um nicht der Lächerlichkeit zu verfallen, verliebt zu sein. Verliebt - wohin führt uns nicht ein ungestilltes Verlangen! Köstliches Verlangen - ich beschwöre dich um meines Glückes und besonders um meiner Ruhe willen! Wie glücklich sind wir, daß sich die Frauen so schlecht verteidigen, - wir wären sonst schüchterne Sklaven neben ihnen." Und wie recht hat er mit so manchen Frauen: "Nein, ohne Zweifel hat sie nicht jenen lügenhaften Blick unserer koketten Frauen, der uns manchmal verführt, aber immer betrügt." Diese Worte aus seinem Mund, wo der Vicomte ja nun nicht gerade ein Lamm ist, wie ihn Madame de Volanges sehr treffend beschreibt um die Präsidentin zu warnen: "Er ist noch falscher und gefährlicher als liebenswürdig und verführeriLes Liaisons Dangereusessch -  seit seiner frühsten Kindheit tat er weder einen Schritt noch sprach er ein Wort ohne ganz bestimmte Absichten, und niemals hatte er eine Absicht, die nicht unanständig oder verbrecherisch gewesen wäre." .... oh wie grauenvoll und furchtbar dieser Mann doch ist und .... wie interessant!  Tja, und die Präsidentin de Tourvel ließ sich nicht waren - Gott war sie naiv - aber gut so, sonst wäre dieses schöne Abenteuer wohl nicht so interessant für die Leser geworden.
Die Präsidentin wurde hier von Emilia Fox gespielt. Sie sah zwar aus wie Michelle Dilys Layne (Quelle: Programm: Lisisons Dangereuses) Pfeiffer aber spielte leider nicht so. In meinen Augen auch eine unglückliche Besetzung. Sie hat versucht wehleidig zu wirken in dem sie in sämtlichen Szenen geheult hat, was nicht gerade von schauspielerischen Können zeugte. Ja, sie kann sehr gut weinen und das war es dann auch. Die einzige Szene, wo das Heulen passte, war die Schlußszene vor der Pause, als sie Dilys Laye als Madame de Rosemonde ihr Herz ausschüttete. Diese Szene, fand ich, war auch wirklich gut gelungen und Dilys Laye sehr gut in ihrer Rolle.

Schade, daß einfach nicht die Stimmung aufkam, die dem Stück eigentlich gebührte. Wirklich schade, daß die Besetzung so unzutreffend war. Ich hatte schon überlegt, in der Pause zu gehen, entschied mich dann aber doch anders, da ich noch sehen wollte, wie sie das Duell inszenieren.
Das Intrigenspiel ging also weiter. 

Laurence Penry Jones (Quelle: Programm: Lisisons Dangereuses)Der Liebhaber der Marquise, der Chevalier Danceny, gefiel mir im Buch auch besser. Ich denke Laurence Penry-Jones hat ihn doch ein bißchen zu dämlich dargestellt. Im Roman war der Bursche nicht dämlich, nur ein bißchen jung eben. Er betete die Marquise an, was sie in vollen Zügen genoß. Klar spielte sie mit ihm, da sie ihm weit überlegen war, aber ich denke nicht, daß sie einem Idioten ihre Gunst erweisen würde.
Hmmm .... ich mag ihre Anforderungen an die Verführung. Schade, daß es heutzutage immer noch so selten ist, oder eigentlich gar nicht mehr gibt: "... dem Ruhm der Verteidigung und dem Vergnügen des Unterliegens. Ich gebe zu, daß dieses Talent der Attacke bei den Männern seltener ist, als man denken sollte, ..... " - seufz. Tja, Männer, Frau will schon gern erobert werden! Da hat sich durch die Zeit eigentlich überhaupt nichts geändert, selbst wenn Frau gern emanzipiert ist. Laßt Euch sagen, im tiefsten ihrer Seele und in ihren interessantesten Phantasien ist sie es nicht.

So funktionierte natürlich der Trick des Vicomte einen armen Bauern die Steuern zu bezahlen und ihm damit aus dem Ruin zu retten sehr gut, um das Herz der Präsidentin zu gewinnen. Uhhh, was für ein brillanter Spieler. Hier sollte ich vielleicht noch Jeremy Edwards (Quelle: Programm: Lisisons Dangereuses) erwähnen, daß Azolan, sein Jäger, gut gespielt von Jeremy Edwards, ihm berichtete, daß die Präsidenten ihn von einem Diener überwachen ließ. Nur so konnte er sich diesen netten Schachzug überlegen. Azolan schien mehr ein Vertrauter des Vicomte zu sein, was allerdings nicht rechtfertigte, daß er sich als "Diener" so einfach neben seinen Herren an den Tisch setzte. Ich denke, das war ein Fehler der Inszenierung. Sie hatten einen Stuhl etwas weiter abseits stehen, welcher sicherlich treffender für ihn gewesen wäre.

Das Bühnenbild zwischen den einzelnen Szenen änderte sich kaum. Gut gemacht, fand ich, waren die Wechsel des Bühnenbildes (Jane Gibson), welches bei offenen Vorhang vonstatten ging. Sie waren sehr gut in den Fluß des Stückes eingebaut, indem sie durch Dienstboten vollzogen wurden. Leider war die Inszenierung (Tim Fywell) nicht besonders. Die "Verführungsszene" der kleinen Cécilie Volanges zum Beispiel, war mir doch ein bißchen zu kurz abgehandelt. Alles ging viel zu schnell.
Im Roman braucht es schon etwas länger um den Jagdinstinkt des Vicomte zu wecken. Denn eigentlich hatte er gar keine Lust das Mädel zu verführen. Er tat es ja nur der Marquise zu liebe. Erst, als Cécile ihm die Tür zur versprochenen zweiten Nacht verschloss, wurde er neugierig auf sie und zum Jäger: "Kaum war ich aber auf das Hindernis gestoßen, da brannte ich auch schon darauf, es zu nehmen..."
In dieser Inszenierung sah es gar nicht so aus, als gäbe es ein Hindernis. Da haben sie sich wohl nicht so richtig Gedanken darüber gemacht. Auch fand ich, daß die Schauspieler etwas lustlos bei der Sache waren, was sich natürlich auf das Publikum übertrug.

Es kam auch nicht richtig rüber, daß es sich eigentlich um zwei verschiedene Schauplätze handelte. Die Marquise befand sich in Paris und der Vicomte zusammen mit seiner Tante Madame de Rosemonde, der Präsidentin de Tourvel und später mit den Volanges auf einem Schloß außerhalb von Paris. Erst später spielte sich die Handlung komplett in Paris ab. 
Um das deutlich zu machen, hätten sie wirklich das Bühnenbild ein bißchen anpassen können. Es sah zwar hübsch aus mit seinen glänzenden Kronenleuchtern, aber das Schloß hatte doch nun wohl nicht die selbe Einrichtung, wie die Villa der Marquise in Paris. 
Ich denke, das brachte den Zuschauer doch schon etwas durcheinander. Ebenso fehlte mir mehr Deutlichkeit für die Liebesbeziehung zwischen Danceny und der Marquise. Selbst die Verliebtheit von Cécile gegenüber Danceny kam überhaupt nicht rüber. Dieser wichtige Teil wurde viel zu sehr vernachlässigt. Die beiden waren im Roman so süß und hätten auch im Stück mehr Aufmerksamkeit verdient.

Wie dem auch sein. Der Vicomte war natürlich ganz schön sauer, als die Dame, die er glaubte schon fast zu besitzen, sich seinem Einfluß durch Flucht entzog: "Aber was für eine Macht kettet mich so an diese Frau? Wünschen sich denn nicht hundert andere meine Liebe?.... Warum hinter einer hinterher laufen, die flieht, und die vernachlässigen, die sich bieten?...." Ja lieber Vicomte, so ist das mit der Liebe.... und ehrlich, hat er es nicht auch so verdient?

Leider nimmt die ganze Geschichte für die beiden Liebenden ein böses Ende. Der Vicomte duelliert sich mit Danceny und stirbt. Das Duell im Stück und der Tod des Vicomte war eine Katastrophe und somit nicht weiter erwähnenswert.
Die arme Präsidenten grämt sich so arg, daß auch sie stirbt, was meiner Meinung nach etwas sehr weit hergeholt war, aber dem Roman entsprach. Die Marquise verliert auf der ganzen Linie und die Zuschauer gaben dieser Inszenierung kaum einen Vorhang.

Sicherlich war es für die Schauspieler und die Inszenierung eine große Herausforderung sich gegen die berühmten Vorgänger, Lindsay Duncan und Alan Rickman sowie Glenn Close und John Malkovich durchzusetzen. Aber selbst ich, als unvoreingenommene Person, die Film und Stück noch nie gesehen hat, fand es schrecklich. 
Der Charme und das Charisma des Vicomte kam einfach nicht richtig rüber. Die Kälte und Berechenbarkeit der Marquise ebenso wenig. Die Schwäche der Präsidenten nur durch andauerndes Heulen verdeutlichen zu wollen war eine Farce. Wirklich schade, ich habe mir eine Menge mehr davon versprochen. 
Ich denke nicht, daß sich das Stück am West End durchsetzen wird. Es wundert mich ehrlich, daß es überhaupt über die Previews hinaus zur Aufführung kam. Es war bis jetzt das schlechteste Stück, was ich gesehen habe. 
Peinlich genug, daß es im Playhouse im West End von London gezeigt wurde, was ja nun nicht gerade irgendein Provinztheater ist. Tut mir leid, daß ich nichts Besseres dazu sagen kann, aber DAS war unter der Würde der West End Aufführungen.

Eure Jana