CARMINA BURANA
Liebeshof/ Cour
D'Amour*
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Amor fliegt überall ... |
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Amor volat undique, captus est libidine. Iuvenes, iuvencule coniunguntur merito. Siqua sine socio, caret omni gaudio, tenet noctis infima sub intimo cordis in custodia: fit res amarissima. |
Amor fliegt überall, Ist ergriffen von Verlangen. Jünglinge und Jüngferlein Finden sich, und das ist recht! Wenn eine keinen Liebsten hat, So ist sie aller Freuden leer, Muss verschließen tiefste Nacht Drinnen in ihres Herzen Haft. Das ist ein bitter Ding. |
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Tag, Nacht und alles ... |
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Dies, nox et omnia mihi sunt contraria, virginum colloquia me fay planszer, oy suvenz suspirer, plu me fay temer. O sodales, ludite, vos qui scitis dicite, mihi mesto parcite, grand ey dolur, attamen consulite per voster honur. Tua pilcha facies, me fey planser milies, pectus habens glacies. a remender, statim vivus fierem per un baser. |
Tag, Nacht und alles Ist mir zuwider. Plaudern der Mädchen Macht mich weinen Um vielmals seufzen Und fürchten noch mehr. Freunde! ihr scherzt! Ihr sprecht, wie ihr's wißt! Schont mich betrübten! Groß ist der Schmerz. Ratet mir doch, Bei eurer Ehr'! Dein schönes Antlitz Macht mich weinen Viel tausend Mal. Dein Herz ist von Eis. - Mach's wieder gut! Ich wurde lebendig sogleich Durch einen Kuß. |
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Stand da ein Mägdlein ... |
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Stetit puella rufa tunica; si quis eam tetigit, tunica crepuit. Eia. Stetit puella, tamquam rosula; facie splenduit et os eius floruit. Eia. |
Stand da ein Mägdlein Im roten Hemd. Wenn man dran rührte, Knisterte das hemd. Eia! Stand da ein Mägdlein Gleich einem Röslein. Es strahlte ihr Antlitz Und blühte ihr Mund. Eia! |
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In meinem Herzen ... |
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Circa mea pectora multa sunt suspira de tua pulchritudine, que me ledunt misere.
Manda liet, manda liet, min geselle chumet niet.
Tui lucent oculi sicut solis radii, sicut splendor fulguris lucem donat tenebris.
Manda liet, manda liet, min geselle chumet niet.
Wellet deus, vellent dii, quod mente proposui. ut eius virginea reserassem vincula.
Manda liet, manda liet, min geselle chumet niet. |
In meinem Herzen Sind viele Seufzer, Weil du so schz~n bist: Davon bin ich ganz wund.
Manda liet, manda liet, Mein Geselle Kommet nicht.
Deine Augen leuchten Wie Sonnenstrahlen, Wie der Glanz des Blitzes Die Nacht erhellt.
Manda liet, manda liet, Mein Geselle Kommet nicht.
Gebe Gott, geben's die Götter, Was ich mir hab vorgesetzt: Dass ich ihrer Jungfernschaft Fesseln noch entriegle.
Manda liet, manda liet, Mein Geselle Kommet nicht. |
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Wenn Knabe und Mägdelein ... |
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Si puer cum
puellula |
Wenn
Knabe und Mägdelein |
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Komm, komm, komme! |
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Veni, veni,
venias, |
Komm, komm,
komme! |
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Pulchra tibi
facies, |
Schön ist
dein Angesicht, |
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Rosa
rubicundior, |
Röter als
Rosen, |
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Auf des Herzens ... |
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In trutina
mentis dubia |
Auf des
Herzens unentschiedener |
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Lieblich ist die Zeit ... |
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Tempus est
iocundum, |
Lieblich ist
die Zeit, |
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Oh, oh, oh! totus ardeo! est, quo pereo! |
Oh! Oh! Wie ich blühe, Schon von einer neuen Liebe Ganz erglühe! Junge, junge Liebe ist es, Daran ich vergeh! |
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Mea me
confortat |
Mutig macht mich Mein Versprechen. Nieder drückt mich Mein Verweigern. |
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Oh, oh, oh! totus ardeo! est, quo pereo! |
Oh! Oh! Wie ich blühe, Schon von einer neuen Liebe Ganz erglühe! Junge, junge Liebe ist es, Daran ich vergeh! |
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Tempore
brumali |
Zur Winterzeit Ist träg der Mann. Im Hauch des Frühlings Munter. |
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Oh, oh, oh! totus ardeo! est, quo pereo! |
Oh! Oh! Wie ich blühe, Schon von einer neuen Liebe Ganz erglühe! Junge, junge Liebe ist es, Daran ich vergeh! |
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Mea mecum
ludit |
Es lockt und zieht mich hin: Ich bin ein Mädchen. Es schreckt und ängstigt mich. Bin, ach, so blöde! |
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Oh, oh, oh! totus ardeo! est, quo pereo! |
Oh! Oh! Wie ich blühe, Schon von einer neuen Liebe Ganz erglühe! Junge, junge Liebe ist es, Daran ich vergeh! |
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Veni,
domicella, |
Komm, Geliebte! Bring Freude! Komm, komm, du Schöne! Schon muß ich vergehn! |
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Oh, oh, oh! totus ardeo! est, quo pereo! |
Oh! Oh! Wie ich blühe, Schon von einer neuen Liebe Ganz erglühe! Junge, junge Liebe ist es, Daran ich vergeh! |
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Du Süßester! |
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Dulcissime!
Ah! |
Du Süßester! Ganz dir ergeb ich mich! |
*Abschrift des Textes aus dem Programmheft zum Konzert der Tschechischen Symphoniker im Leipziger Gewandhaus am 07. Januar 2004