Lass mich, denn ich bin verdammt!

 

Armer José, was hat diese Frau nur mit Dir gemacht. Wie kann dieser widerspenstige Vogel "Liebe" doch zerstören, wenn er so rücksichtslos mit einer verliebten Seele spielt.

 

"Die Liebe ist ein widerspenstiger Vogel,

den nichts zähmen kann,

und es ist ganz vergeblich, daß man ihn ruft,

wenn es ihm beliebt abzulehnen.

Nichts hilft dann, ob Drohung oder Bitte,

der eine spricht gut, der andere schweigt;

und es ist der andere, den ich vorziehe,

er hat nichts gesagt, aber er gefällt mir.

 

Die Liebe ist ein Zigeunerkind,

sie hat niemals ein Gesetz gekannt;
wenn Du mich nicht liebst, liebe ich Dich;

wenn ich Dich liebe, nimm Dich in acht!...

 

Der Vogel, den Du zu überraschen glaubtest,

schlug mit den Flügeln und flog davon ...

Die Liebe ist weit, Du kannst sie erwarten;

Du erwartest sie nicht mehr ... sie ist da ...

Ganz um Dich, schnell, schnell,

kommt sie, geht sie, dann kehrt sie zurück ...

Du glaubst sie zu halten, sie meidet Dich,

Du willst sie meiden, sie hält Dich fest.

 

Die Liebe ist ein Zigeunerkind,

sie hat niemals ein Gesetz gekannt;
wenn Du mich nicht liebst, liebe ich Dich;

wenn ich Dich liebe, nimm Dich in acht!..."

 

 

Don José hätte es besser wissen müssen, und sich nicht von einer Frau in den Abgrund ziehen lassen sollen. - Es ist verrückt, was die Liebe aus einen Menschen machen kann - Himmelhoch jauchzend - Abgrundtief betrübt!

Was ist sie doch für ein schönes, berauschendes Spiel, solange sie blüht und wie tief verletzend kann sie sein, wenn der hübsche Vogel wieder davon fliegt.

 

Diesmal war ich in der Leipziger Oper zu Georges Bizets "Carmen". Georges Bizet (1838-1875) Eigentlich wieder ein Singspiel, sozusagen die französische Variante dafür, eine "Opéra comique". - Na wie habe ich das wieder gut hinbekommen, gestern Mozarts "Entführung aus dem Serail" als deutsches Singspiel und heute "Carmen" als französisches Pendant dazu.

Nein - ich muß ehrlich zugeben, ich hatte keine Ahnung davon. Selbst diese Planung war Zufall. Ich wollte eigentlich nicht zwei Tage hintereinander in die Oper - irgendwie hat mir mein Kalender da wohl einen Streich gespielt. Aber gut, ich freute mich jedenfalls sehr auf dieses kleine Missgeschick.

"Carmen" kannte ich bis jetzt nur von Konserve, als Aufführung hatte ich sie noch nie gesehen.

Mein bester Kumpel Thomas mußte sich somit wieder opfern, mit mir in die Oper zu gehen und jammerte die ganze Autofahrt bis Leipzig, daß das doch alles nur solche grauenvollen Schnulzen wären und er hätte es irgendwann in den 70ern schon mal gesehen und das reicht ihm vollkommen. Das Gejammer hat sich erst zum Dinner im "Augustus" und nach einem Glas Wein wieder gegeben. - Oh jeh, ich darf meine Freunde nicht immer so beanspruchen - seufz. Da trenne ich nun schon zwischen Theater, Oper und Konzert und es ist ihnen immer noch zuviel. In mancher Beziehung bin ich wirklich unersättlich - aber ich liebe dieses Abtauchen vom Alltag und die schönen alten Geschichten und die herrliche Musik und die Menschen um mich herum - die Atmosphäre reizt mich einfach, es ist ein wunderbares Fallen in eine Welt, die für mich sehr gefühlvoll ist. Ja, da ist sie wieder meine romantische Ader und verlangt ihre Daseinsberechtigung! ... und ich lasse sie machen, was sie will, ziehe nicht die Zügel an. Soll sie doch spielen und sich in Träumen baden, wie es ihr gefällt. Erst am Montag Morgen wird sie wieder angepflockt und darf sich nicht gehen lassen bis zum nächsten Abenteuer.

 

Claude Schnitzler (Quelle: Homepage der Oper Leipzig)Oh was für eine wunderschöne Oper. Schon die Ouvertüre ist ein Ohrwurm, wo man am liebsten mit dem Dirigenten tauschen oder wenigstens den Takt mit den Füßen laut mitstampfen möchte. Wahrscheinlich würde sich das dann, wenn überhaupt, auf das Letztere beschränken, denn ich glaube nicht, daß Claude Schnitzler mit mir hätte tauschen wollen ;-).

 

Die Oper spielt in Spanien (Sevilla) so um 1820. Da ist es schon etwas merkwürdig, wenn die Akteure französisch sprechen und singen. In unserem Falle nur singen, obwohl im Original, da ja eine Opéra comique, auch gesprochen wird.

 

Der Vorhang wird geliftet und gab ein nettes Bühnenbild (Peter Pabst) frei. Es zeigt einen Platz in Sevilla vor der Tabakfabrik, wo das ganze Desaster um die hübsche Carmen beginnt.

Ein sehr belebter Platz, Kinder spielen und Soldaten langweilen sich und warten auf die hübschen Arbeiterinnen aus der Zigarettenfabrik, die zur Pause als Zeitvertreib den Herren den Kopf verdrehen.

Mir gefiel das bunte Treiben und die Inszenierung von Michael Heinicke. Claude Schnitzler führte das Gewandhausorchester kraftvoll, aber nicht übertrieben - die Musik dominierte nicht, wie in "Madame Butterfly", sonder war sehr gut an die Bühne angepaßt. Chor und Kinderchor waren erstklassig.

 

Marika Schönberg (Quelle: http://www.vanwalsum.co.uk)Micaela, eine hübsche, zarte, unscheinbare Frau, erschien auf der Bühne und suchte nach ihrem Brigadier José. Marika Schönberg spielte dieses Mauerblümchen mit Bravour und ihre Stimme gefiel mir sehr gut. 

Die Soldaten neckten sie und die  Interaktionen der Darsteller waren hervorragend. Man hätte es nicht besser machen können.

Ach, was waren die Männer doch respektvoll, obwohl es raubeinige Soldaten waren - ja, so was würde Frau sich heutzutage auch gern wünschen.

 

Morales (Thomas Oertel-Gormanns) erzählt ihr, daß ihr Don José zur Wachablösung auf dem Platz erscheinen wird und versucht sie zum Bleiben zu überreden, aber der Vogel fliegt davon.

Luca Lombardo

Dann kommt endlich die Wachablösung und Don José auf die Bühne. Aha, den Burschen kennen wir doch schon aus "Madame Butterfly". Luca Lombardo (Tenor) spielt und singt den Brigadier. Hmmmm... ich glaube irgendwie war das nicht so richtig sein Tag. Seine Stimme, fand ich, war nicht kraftvoll genug. Sein Kommandant Zuniga kam da mit seinem Bass bedeutend besser rüber. Er wurde sehr gut gespielt und gesungen von Ain Anger.

Ain AngerDie Wachablösung war ein bißchen naiv dargestellt, so mal schnell die Gewehre herübergeworfen - nee liebe Inszenierung, das hätte man bestimmt besser machen können. Ich weiß ja, daß es da nicht auf die Wachablösung ankommt, aber dieser schnelle Wechsel war doch ein bißchen zu oberflächlich.

 

Der Platz füllt sich alsdann, denn die hübschen Zigarettenarbeiterinnen, die von allen angebetet und verehrt werden zeigen sich vor der Fabrik. Die Männer sind verrückt nach ihnen und dann erscheint Carmen.

Ich hatte mir da immer einer rassige, junge, schlanke, feurige Spanierin vorgestellt und irgendwie traf unsere Carmen (Cornelia Helfricht) leider diesmal nicht so recht mein fest im Kopf verankertes Carmenbild. Es paßte einfach nicht zu ihrer Erschienung, daß die Männer alle so verrückt nach ihr sind. Auch ihre Stimme fand ich irgendwie nicht so gut, aber ich habe ja auch keine Ahnung von solchen Dingen.

Von der Mimik her gefiel sie mir allerdings sehr gut. Sie brachte die eiskalte, herzlose Carmen wunderbar rüber.

 

"Wann ich euch lieben werde,

weiß ich wahrhaftig nicht.

Vielleicht niemals, vielleicht morgen;

aber gewiß nicht heute."

 

Was für eine Frau, die ihre Anziehungskraft so schamlos ausnutzt und dann diese Arie ... " Die Liebe ist ein widerspenstiger Vogel.... " Oh, wie sehr sie doch recht damit hat. Ich könnte ihr jeden Satz davon bestätigen. Sie sagt es den Männern ins Gesicht und trotzdem schmachten sie alle an. Nur Don José bleibt kühl, was sie natürlich sofort reizt. Und da haben wir es wieder, das Spiel mit der Liebe, das Spiel der Jäger und Gejagten und wen erstaunt's, es ist wieder kein Mann der jagt.

Hmmm, langsam glaube ich, die Rolle des Jägers fällt wohl doch auf die Frau. Komisch, mir wurde eigentlich immer beigebracht, daß die Frau das Wild ist, was es zu jagen gilt, aber der Jäger eben der Mann - aber dauernd werden die Rollen getauscht. Was soll das? Das verwirrt und bringt mein ganzes Weltbild durcheinander ;-) Heißt das jetzt, ich darf jagen - so wie Carmen? Herrlich! Dann laßt mich ins Horn stoßen - ich liebe die Jagd! - Tata -

 

Und schon geht sie zum Angriff über und verwirrt den armen Don José. " ... Da ist sie gekommen ganz nach der Art von Frauen und Katzen, die nicht kommen, wenn man sie ruft, und die kommen, wenn man sie nicht ruft ... " Tja, das hat ihn wohl beeindruckt "... das wirkte auf mich, wie eine Kugel, die mich traf ...". Ja, diese Carmen ist sich ihrer Wirkung auf Männer sehr wohl bewußt... Was für eine Jägerin!

Zu diesem Zeitpunkt ist es noch ein schönes Spiel, nur das Mauerblümchen Micaela hat das nachsehen - gut so, ich mag solche schutzbedürftigen Chipchen nicht. Diese Rassefrau ist da eher nach meinem Geschmack. DIE weiß, was sie will, oder besser sie legt an, schießt ... und trifft..... auch, wenn die Beute sich noch nicht sicher ist, ob sie getroffen ist oder nicht:

 

"Wer weiß, welches Dämons Beute ich fast wurde!

Selbst aus der Ferne verteidigt mich meine Mutter,

und dieser Kuß, den sie mir schickt,

dieser Kuß, den sie mir schickt,

wendet die Gefahr ab und rettet ihr Kind."

 

Nein, er weiß noch nicht, daß es schon passiert ist und seine kleine Micaela läßt ihn mit dieser tiefen Wunde allein - böser Fehler, der ihm letztendlich den Tod bringen wird.

Schade, daß die hübsche Carmen das Herz einer Schlange hat und nur mit ihm spielt. Es hätte eine wundervolle Liebe werden können. Er liebt so ehrlich und sie betrügt ihn mit jedem Wort. Armer Don José, das hast Du nicht verdient - sei doch nicht so blauäugig!

 

"Carmen, ich bin wie trunken,

wenn ich nachgebe, wenn ich mich ausliefere,

hältst Du dann Dein Versprechen ...

Ah! Carmen, wenn ich Dich liebe,

wirst Du mich lieben ..."

 

 - aber ja, natürlich ... Somit läßt er sie ziehen und schmachtet dafür im Gefängnis - muß Liebe schön sein.

 

Im zweiten Akt vergnügt sich Prosper Mérimée (1803-1870) - der Autor das Zigeunervolk in einer Taverne. Hier fand ich das Bühnenbild nicht ganz so gut. Es erinnerte mich eher an einen englischen Pub - oh ja, was für schöne Erinnerungen. Ich freue mich schon wieder auf meinen nächsten London-Trip. Hoffentlich habe ich Zeit für einen Pubbesuch. Ich liebe diese englischen Pubs, immer gemütlich und immer nette Leute um einen herum - zumindest, wenn man für die gleiche Fußballmannschaft schreit.

 

Carmen singt ihr Zigeunerlied und die Zigeunerinnen tanzen wild dazu - naja, jedenfalls sollten sie das - oder ich hätte es mir gewünscht. Keine Ahnung, warum das in dieser Inszenierung so unter den Tisch fiel. Irgendwie kam in dieser kleinen Taverne nicht die richtige Stimmung auf. Ich, als Zuschauer, hätte mir da ein bißchen mehr Action gewünscht. Was war los mit der Inszenierung? Hier hätte man sich doch richtig austoben können, meine Herren und Damen! Das hätte eigentlich ein heißer Tanz werden sollen:

 

"Die Zigeuner spielten besessen

mit voller Kraft auf ihren Instrumenten,

und diese prächtige Klangentladung

verhexte die Zigeunerinnen!

Zum Rhythmus des Liedes

ließen sie sich heiß, verrückt

und wie im Fieber berauscht

von dem Taumel forttragen."

 

Leider war hier von der spanischen Glut nichts zu merken - schade. Der Tanz der Spanier ist so gefühlvoll und erotisch. Das hätte man hier besser machen müssen. Es hätte ein Rausch werden sollen! Was war los? Die hübschen Damen hätten das ganz sicher drauf gehabt. Wieso hat die Inszenierung das verschlafen?

Genauso auch der Tanz der Carmen für ihren Brigadier. Da kam viel zu wenig Erotik rüber. Da würde ich, wenn ich ein Mann wäre, glatt einschlafen. Cornelia Helfricht versuchte ihr bestes. Sie spielte auch die Kastagnetten perfekt, aber es kam einfach keine Leidenschaft rüber. Dieser Tanz hätte den Mann eigentlich so verrückt nach ihr machen müssen, daß er sein ganzes Leben verrät und für sie desertiert. Nein, so richtig glaubhaft war das nicht.

 

Bevor es zu Carmens privaten Tanz für ihren Brigadier kam, wurde dem Publikum der Torero Escamillo vorgestellt. Welcher natürlich auch hinter der hübschen Carmen her war. "Auf in den Kampf, Torero ..."

Den Ohrwurm kennt wohl jeder und er wurde gesungen von Tuomas Pursio - ja, da kann sich Frau schon einiges Vorstellen - seine Stimme war erstklassig und seine Erscheinung auch. Bloß das Outfit mit dem Anzug gefiel mir nicht besonders. Da hätte Frau doch lieber etwas Spanisches gehabt.

Und wieder geht es um die Liebe und um die Gefahr im Kampf:

 

"Torero, auf in den Kampf,

Torero, Torero,

beim Kampfe denk daran, daß ein schwarzes Aug' die zusieht

und das die Liebe dich erwartet,

Torero, die Liebe, die Liebe erwartet dich!"

 

Da fragt man sich doch, was ist gefährlicher, der Stier oder die Frau? ... hmmm, der Stier tötet schneller ;-)

 

Tja, na wenigstens ließen sich die beiden Schmuggler Remendado und Dancaire nicht von Carmen töten. Die behielten kühlen Kopf und hatten nur das Geschäft in diesem. Sehr weise!

 

"Wenn es um Täuschung,

Betrug, um Diebereien geht,

ist es, weiß Gott, immer gut,

die Frauen dabei zu haben.

Und ohne sie, meine Wunderschönen,

schafft man niemals etwas Gutes."

 

Somit wurde das Milieu in dem wir uns jetzt befinden vorgestellt und in welches der arme Don José durch Carmen gerät. Sind die Männer wirklich so blind in der Liebe? - Beneidenswert die Frauen, die sie so verwirren können, aber ist das nicht etwas weit hergeholt und wohl doch der Fantasie entsprungen?

Auch Carmen scheint "verliebt bis zum Wahnsinn", aber so richtig abnehmen konnte ich ihr das nicht. Sie hatte immer diesen kalten Ausdruck in den Augen - war das jetzt so gewollt, oder konnte unsere Carmen das nur nicht richtig rüberbringen. War sie wirklich verliebt in Don José oder war es nur ein Spiel für sie?

Jedenfalls tat ER alles für sie. Er betete sie an. Oh, was für ein romantischer Gedanke. Sollte es so etwas wirklich geben? Wie kann eine einzige Frau so vielen Männern den Kopf verdrehen? Nein, das muß ein Märchen sein. ... aber was für ein schönes Märchen ;-)

Ich denke, hier hat sie ihren Don José wirklich geliebt. Und eigentlich hätte man es in der Darstellung auch merken müssen. Hier wäre ein bißchen mehr Zärtlichkeit angebracht gewesen. Die kühle Carmen hätte hier viel weicher agieren sollen. Zumindest bis zum Zapfenstreich. Denn dann forderte sie ihn wieder heraus - was ist Dir wichtiger, Dein Job oder die Liebe?

Armer Kerl, vor so einer Entscheidung gestellt hat er es wirklich nicht einfach. Spätestens hier hätte er den Braten riechen und den Rückzug antreten sollen. Die Liebe ist ein flüchtig Spiel, aber Ehre und Job ist die Existenz für ihn, das Überleben. Diesbezüglich einmal die falsche Richtung eingeschlagen kommt er nie mehr wieder in diese Position. Ist Liebe es wirklich wert, daß mal seine Existenz aufs Spiel setzt?

Ich kann's nicht sagen, mir ist so etwas noch nie passiert. Ich glaube aber auch, daß ich das nie von einem Mann verlangen würde. Warum tun Frauen so etwas? Warum wird der Mann immer vor solche sinnlosen Entscheidungen gestellt - entweder ich oder Dein Job?

Sein Job ist seine Existenz - warum verlangen die Frauen immer diese aufzugeben? Ich meine, kann man (oder Frau) nicht beides haben? Laß ihm seine Existenz und habe trotzdem Dein Vergnügen? Es ist doch viel besser, wenn Mann zufrieden ist, dann bringt seine Zufriedenheit auch der Frau mehr Zufriedenheit - oder? Vielleicht sollte Frau nicht ihn und ihre Familie als Hauptthema sehen, vielleicht sollte auch sie mehr Zufriedenheit in anderen Aktivitäten finden. Warum sitzt sie wie ein Mauerblümchen zu Hause und warte auf ihn, wo die weite Welt doch so viel Abenteuer zu bieten hat? Nee, versteh einer die Frauen - ich tue es jedenfalls nicht.

Was diese Carmen von ihm verlangt ist doch absurd. Warum soll er seinen Job aufgeben und zum Schmuggler werden, nur um der Liebe Willen. Was soll das? Was für ein sinnloses, unnötiges Opfer verlangt sie da von ihm. Armer Don José, was soll er da nur machen, wo die Liebe doch so stark ist. Für sie ist es nur Spielerei, aber ihn bringt es um die Existenz. Was für ein böses Spiel!

Klar ist es schön, wenn ein Mann einer Frau verfallen ist, aber muß sie das wirklich so schamlos ausnutzen?

 

Tja, natürlich kommt es so, wie es kommen muß. Er gibt seine Existenz auf und sie verliert die Lust an ihm, da etwas Neues, Interessanteres ihre Aufmerksamkeit auf sich zieht. Ihn hat sie erlegt und schon bläst sie zur neuen Jagd. Sie zog ihn in den Abgrund und nun wirft sie ihn einfach weg.

Armer Don José, er hätte wirklich ein besseres Schicksal verdient. Ja klar ist er selber daran schuld, aber ist es nicht schade, daß solch bedingungslose Liebe jetzt einfach mit Füßen getreten wird? Warum wird dieser schöne Zug von ihm so bitter bestraft? Nein, das ist wirklich nicht fair. Aber wiederum, hat er es mit seine Micaela nicht genauso getan? Gott, kann Liebe wirklich so grausam sein? .... himmelhoch jauchzend... tief betrübt.

 

Der Auftritt des Toreros war wunderbar schillernd - herrlich - DAS Kostüm war sehr nach meinem Geschmack. Thomas meinte dazu zwar "ein bißchen schrill" - typisch Mann, aber Frau gefiel es :-)

"... auf in den Kampf Torero, zeig Deiner Carmen, was ein echter Stierkämpfer ist, vielleicht eroberst Du damit ihr Herz."

 

"Vivat! Vivat! Der Stierkampf ist schön,

auf dem blutigen Sand

stürmt der Stier, den man reizt,

in Sprüngen voran.

Vivat! Bravo! Sieg!"

 

"Genau ins Herz getroffen!

Der Stier fällt!

Ruhm dem siegreichen Torero!

Sieg!"

 

...... genau ins Herz getroffen, der Stier fällt ...... Luca Lombardo sang und spielte mit soviel Gefühl, daß Frau fast das Herz zerbrach. Don José gab alles auf für die Liebe und bekam als Dank nur Ablehnung - kein Wunder, daß er Carmen letztendlich die Dolchstöße verpaßt. Ich bin immer noch der Meinung, daß sie es verdient hat. Thomas, so als Mann, war natürlich auf Carmens Seite und meinte, daß es doch seine Schuld war, sich von ihr so einwickeln zu lassen. Aber ich denke, es war so schön von ihm, daß er ihr soviel Liebe gab. Sie sollte nicht mit den Füßen auf seiner Seele trampeln, solch eine bedingungslose Liebe ist selten und sollte geschätzt werden.

 

 

Eure Jana