Madama Butterfly

 

Giacomo Puccini (1858-1924)Leider wird dieser Bericht etwas kürzer ausfallen, was diese wunderschöne Oper von Puccini ganz und gar nicht verdient hat, aber ein paar Worte möchte ich schon darüber verlieren, auch wenn ich eigentlich gar keine Zeit zum Schreiben habe.

Heute war mein zweiter Lerntag und was habe ich geschafft? Ausschlafen, Frühstücken, Bügeln, Koffer packen, Putzen und Staubsaugen und Grillen mit der Verwandtschaft - Tja, sieht wohl so aus, als ob ich "Geld & Kredit" morgen mit auf den Flug nehmen muß.

Ja, morgen geht es wieder nach London - ich war jetzt schon so ewig nicht mehr drüben und habe richtig Sehnsucht. Leider wird es diesmal nur ein kurzer Aufenthalt, ein kleines großes BAFTA Event und ein nettes Theaterstück mit unserem alten Freund Mark Bazeley.

Ich hätte zu gern noch ein paar Tage mehr angehängt, aber bei der bevorstehenden Prüfung ist das völlig unmöglich. Eigentlich sind schon die paar Tage London grob fahrlässig - seufz, aber Frau konnte wie immer nicht widerstehen.....

 

Programm Oper LeipzigDa ich von Puccini nie genug bekommen kann, mußte ich Madama Butterfly unbedingt noch einschieben. Schon wieder grob fahrlässig, da damit das ganze letzte Wochenende komplett dicht war. Freitag "Madama Butterfly", Samstag "Grillen mit Freunden" und Sonntag "Fabian" im "neuen theater". Tja, man muß eben die Feste feiern, wie sie fallen und was kann ich dafür, daß ich nur an diesem Freitag für Madama Butterfly Zeit hatte.

 

Da diesmal die Zeit zum Restaurant suchen knapp war, zog es uns wieder in das "Augustus" - die haben wirklich Glück, das sie so günstig an Oper und Gewandhaus liegen. Das Essen war ja das letzte mal nicht so die Wucht und ich wollte mir eigentlich etwas anderes suchen. Aber gut, geben wir ihnen noch eine Chance und siehe da, diesmal haben sie mich echt beeindruckt - den Koch gewechselt?

Also das Dinner war diesmal wirklich klasse und das Personal so was von freundlich. Ich bin immer noch ganz baff und froh, daß ich mir nun doch kein anderes Restaurant suchen muß.

 

Auch diese Oper paßt wiedermal wunderbar in unsere jetzige Zeit und Puccini hat bei der Darstellung der Amerikaner nicht im mindesten übertrieben. Das erste Bild war ein mächtiges, dunkles und unheimliches Schiff vor dBühnenbild (Quelle: Programm Oper Leipzig)er kleinen japanischen Insel. Es war ein merkwürdiges Bühnenbild, aber es hatte was. Ich bin mir nicht sicher, ob ich sagen kann, das es mir gefiel, aber ich kann auch nicht sagen, daß es störte - naja, wie dem auch sei, Leutnant Pinkerton begann zu singen und man konnte kaum etwas verstehen - nein! Um Himmels Willen, das lag nicht an seiner Stimme, die war erstklassig. Es lag ehr an der Dominanz von Stefan Blunier mit seinem Orchester. Puccinis Musik ist wirklich grandios und so mächtig, daß sie einen vom Sitz reißen kann. Da hatte es Stefan Blunier sicherlich nicht so einfach das Ganze gedämpfter angehen zu lassen. Ich denke, das Problem war auch, daß der Leutnant auf seinem Schiff stand und das ziemlich weit hintern. 

Im Laufe der Oper wurde es besser und die Stimmen der beiden Sänger waren wirklich grandios. Madama Butterfly wurde von Majken Bjerno gesungen und dargestellt. Sie war zwar etwas groß für eine Japanerin, aber ich fand sie spielte diese japanische Art sehr gut und wenn man ihre Stimme hörte, vergaß man die Kleinigkeit mit der Größe.

Bühnenbild (Quelle: Programm Oper Leipzig)Leider war die Oper, wie oft auch in Halle, nur zu ca. 50% gefüllt, was mich wieder traurig stimmte. Ich denke, das haben sie nicht verdient. Nagut, die Karten sind auch ganz schön teuer, aber es lohnt sich wirklich.

 

Die Kostüme waren ok. Madame Butterfly in die amerikanische Fahne einzuwickeln ist zwar eine gute Idee, da sie von den Amerikanern so besessen war, aber mir gefiel dieses Kostüm nicht besonders. Die anderen Kostüme waren nach meinem Geschmack. Vor allem das von Goro, dem Heiratsvermittler. 

Bei den Bewegungen und Mimiken haben die europäischen Sänger versucht so japanisch wie möglich zu erscheinen, was ihnen meiner Meinung nach auch gut gelang.

Die Naivität der kleinen Madame Butterfly kam auch sehr gut rüber. Sie war erst 15 Jahre alt und liebte diesen Amerikaner der ihr das Herz brach und meins auch. Als Zuschauer kannte man die Geschichte ja schon, aber ich mußte am Schluß trotzdem heulen wie ein Schlosshund. Oh Gott, es war so traurig. Sie wartete die ganze Nacht auf ihn - vergebens. Sie träumte, daß er zurück kommen wird, sie in die Arme schließt und sie mit ihrer beider Sohn glücklich werden würden. - Die Traumsequenz war übrigens auch sehr gut dargestellt. - Ja, er kam auch zurück, war aber mit einer Amerikanerin verheiratet und wollte nur seinen Sohn mitnehmen um ihm ein besseres Leben geben zu können. Die Amerikanerin wurde von Anna Lissovskaia dargestellt - gefiel mir auch sehr gut und der kleine Junge spielte brillant - süßer Bursche.

Ich konnte schon kaum mehr etwas sehen mit Tränen in den Augen und als sie sich umbrachte, war ich froh, das es noch dunkel war im Zuschauerraum.

 

Wie am Anfang schon angekündigt. Das war kurz und knapp, aber besser als gar nicht erwähnt.

Die Oper ist spitze, die Inszenierung von Robert Carsen ok, die Stimmen sind genial und das Bühnenbild (Paul Steinberg) sehr innovativ. Im Großen und Ganzen lohnenswert es sich anzuhören/ anzusehen.

Vielen Dank an alle Beteiligten, Eure Inszenierung hat mich zu Tränen gerührt und ich habe sie trotzdem genossen.

 

Eure Jana

 

 

ps. Ich hätte wirklich gern etwas ausführlicher geschrieben ... sorry!