Erst denke ich hinterher*

 

Einladung zur Vernissage im Riebeck-Stift Halle - September 2006Was war das gestern für ein phantastischer Tag! -- on work ging es rund - ich liebe diese Action und konnte mich wieder kaum trennen vom neuen, überaus interessanten Business - und Abends ging es nach langem mal wieder zu einer Vernissage in den Riebeckstift. Das war diesmal ein irrer Tag und ich finde, das Leben ist zwar manchmal sehr verrückt, aber was soll's, es macht Spaß und Frau kann nicht immer gewinnen. Es geht hoch und runter, wie in einer Achterbahn und ich lasse mir gern den Wind bei rasender Geschwindigkeit um die Ohren wehen ... naja und "erst hinterher denke ich" ob ich auch ordentlich angeschnallt war - ha! Nein, den Spruch habe ich sozusagen in abgewandelter Form von Markus Hennig geklaut. Das war einer der beiden Künstler des heutigen Abends. - Ihr Spruch gefällt mir, Herr Hennig, wirklich klasse! -  Der zweite Künstler, oder besser Künstlerin war Esther Brockhaus, wo ich meine diesen Namen schon irgendwo mal gehört zu haben, und es ging um Skulpturen und hübsche Werke aus Emaile.

 

 

Endlich komme ich auch mal dazu etwas mehr über die Ausstellungseröffnungen im Riebeckstift in Halle zu schreiben. Leider sind die betreffenden Berichte bis jetzt immer hinten heruntergefallen oder viel zu kurz gekommen, aber es war gestern wieder so klasse, daß ich mich heute hier hinsetze und Euch ein paar Zeilen dazu schreiben möchte.

Der Tag fing schon sehr gut an, die Sonne strahlte vom Himmel, die Arbeit machte riesig Spaß, da ein tolles Team und endlich mal wieder wundervolle Herausforderungen (oh, ich liebe dieses Business, ja, ich liebe es wirklich!), es war Donnerstag und endlich wieder abends Ausgehen in niveauvoller Umgebung :-)) Ich kam bis auf Montag Abend die ganze Woche nicht abends weg ... ah, aber der Montag entwickelte sich diesmal zu einem absolutes Highlight. Wir waren wiedermal im PalaisS und mußten nach dem anstrengenden Autokauf unbedingt noch mit dem charmanten Autoverkäufer auf sein brillantes Verkaufsgenie anstoßen -  nein wirklich, das war der erste Verkäufer, der mir bis jetzt untergekommen ist, der sein Handwerk bis zur Perfektion versteht - somit ist er dann auch gleich mal zwei nette VWs auf einen Schlag losgeworden. Was für ein Spaß, wir haben so wunderbar gelacht und der Abend war großartig.

Der zweite großartige Abend dieser Woche, war dann also der Donnerstagabend mit Skulpturen, Band, gutem Essen und netter Unterhaltung im Park des wunderbaren Riebeckstift in Halle. Schon das Gebäude ist eine Pracht, aber die Ausstellungseröffnungen erst, sind nicht zu übertreffen. Da danke ich den Organisatoren und Mitwirkenden und auch der Vorsitzenden des Stiftungsrates, Dagmar Szabados, daß wir so etwas Erstklassiges  hier in Halle unserer Kulturszene hinzufügen können.

 

Über das Gebäude des Riebeckstift gibt es leider nicht sehr viele Informationen. Selbst auf ihrer Website konnte ich keine Erklärungen zur Historie oder zum Begründer selbst entdecken, was ich sehr bedauerlich finde.

Eigentlich eine traurige Geschichte um Johann Wilhelm Paul Riebeck (1859 - 1889), die in der Wikipedia einen kurzen Abriss findet.

Er war ein deutscher Industrieller, der an einer unheilbaren Lungen- und Nierenkrankheit lit. Er verwirklichte sich einen Lebenstraum und trat mit dem Tropenmediziner Carl Mense für die letzten Monate seines Lebens eine Weltreise an, auf der er dann auch in Japan verstarb.

Die Paul-Riebeck-Stiftung für Alte und Kranke entstand durch einen großen Teil seines Vermögens und das wunderbare Gebäude der Stiftung wurde zwischen 1894 und 1896 nach Plänen von Alfred Grenander und Otto Wilhelm Spalding in Halle/ Saale gebaut.

Und genau in diesem "Hallenser Schloß", oder an diesem Donnerstag, genau davor im Park saßen wir gemütlich bei einem guten Glas Wein und lauschten der Musik von "Blue Valentine", was mir ein sehr gutes Gefühl von Zufriedenheit zurück gab und ich dachte, was ich nur für ein Glück hatte hier zu sein und dieses wunderbare Ambiente genießen zu dürfen. Vielen Dank deswegen für die Einladung!

Es war diesmal wirklich herrlich dort draußen zu sitzen und die Eröffnungsrede, sowie die Reden der beiden Hauptpersonen waren sehr gut. Sogar Frau Szabados ließ es sich nicht nehmen, diesen wunderbaren Abend zu genießen.... allerdings ein bißchen später.

Nach den hervorragenden Reden schauten wir uns erst mal in Ruhe die Kunstwerke an. Also gut, ja, hmmm, nein, ich glaube die entsprachen jetzt nicht wirklich meinem Geschmack - aber was soll's, letztendlich ist das auch egal, die beiden haben auf alle Fälle etwas versucht, was zumindest ich noch niemals vorher gesehen habe.

Die kleinen Bronzefiguren von Esther Brockhaus waren wirklich gut gemacht und sie kann ja schließlich nichts dafür, daß ich mir solch verstümmelte Menschen eben mal nicht gern ansehe. Die großen Plastiken im Park gefielen mir da etwas besser. ABER, die kleinen verstümmelten Figuren hatten Auswirkungen, denn sie schafften es, das meine Seele irgendwie ein eisiges Gefühl in mir aufsteigen ließ und ich ob des bis jetzt so herrlichen Tages und der Intension diesen nicht durch schlechte Gefühle versauen zu lassen, lieber Abstand davon hielt.

 

Genauso fand ich auch keinen Bezug zu den bunten Emaille Bildern von Marcus Hennig. Die schienen mir wieder fröhlich und verrückt aber irgendwie nicht durchdacht. So hat sein Spruch wunderbar gepasst, denn ich hatte den Eindruck, daß erst das Bild entstand und dann hat er überlegt, was er darin sieht und ihnen einen dementsprechenden Titel gegeben - hmmmm, ABER es war trotzdem eine künstlerisch hervorragende und technisch perfekte Arbeit und es ist eben Kunst, die muß nicht immer gefallen, die kann auch einfach nur zum Nachdenken anregen und DASS hat sie in diesem Falle getan. Ich habe wirklich vor den Bildern gestanden, darüber nachgedacht und versucht den Inhalt zu ergründen.

Somit verweilten wir dann auch eine ganze Zeit im Foyer des Stiftes um alles genau zu betrachten, aber dann siegte doch der Hunger über die Kunst, der schnöde Mammon über das Schöngeistige, und wir gesellten uns zu den anderen schon am Buffet Lauernden.

Also das muß man hier auch mal erwähnen, die Küche des Stiftes ist wirklich hervorragend. Sie zaubern jedes Mal die herrlichsten Köstlichkeiten, welche die Gäste jedes Mal mit Genuss und in rasender Geschwindigkeit verputzen. Vielen Dank an die Köche & Helfer!

Nach diesem genüsslichem Mahl und mit hübscher Lifemusik saßen wir noch bis spät in den Abend und schwatzen und schwatzten und schwatzten. Die Luft dort draußen war herrlich, die Terrassenheizung ließ uns nicht frieren und so hielten wir es noch eine ganze Weile and diesem hübschen Platz aus.

 

Ja, das war mal wieder ein wunderbarer Ausklang eines wunderbaren Tages und ich freue mich schon auf die nächste Vernissage im Riebeck Stift in Halle.

Vielen Dank und weiter so,

 

Eure Jana

 

 

 

 

*Motto der diesmaligen Ausstellung im Paul-Riebeck-Stift