Das ist der alte Märchenwald!
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.... Es duftet die Lindenblüte! Der wunderbare Morgenglanz Bezaubert mein Gemüte.
Ich ging fürbaß, und wie ich ging, Erklang es in der Höhe. Das ist die Nachtigall, sie singt Von Lieb' und Liebeswehe.
Sie singt von Lieb' und Liebesweh, Von Tränen und von Lachen, Sie jubelt so traurig, sie schluchzet so froh, Vergessene Träume erwachen. -
Ich ging fürbaß, und wie ich ging, Da sah ich vor mir liegen Auf freiem Platz ein großes Schloß, Die Giebel hoch aufstiegen.
Verschlossene Fenster, überall Ein Schweigen und ein Trauern; Es schien, als wohne der stille Tod In diesen öden Mauern.
Dort vor dem Tor lag eine Sphinx, Ein Zwitter von Schrecken und Lüsten, Der Leib und die Tatzen wie ein Löw', Ein Weib an Haupt und Brüsten..... |
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Nein, diese Verse von Heinrich Heine haben nicht das geringste zu tun mit dem 4. Sinfoniekonzert unseres Opernhausen, aber ich war heute den ganzen Tag im Kyffhäuser unterwegs, an dem mir liebsten Platz, der alten Rothenburg. Und als ich jetzt so durch den Heine blätterte, fand ich diese Verse dazu passend. Es war wunderschön heute dort draußen, ein paar Frühlingssonnenstrahlen und dann die einsamen Mauern der Rothenburg. Zu dieser Zeit war niemand hier oben und das machte diesen Ort besonders. Keine Wanderer, nur einsame Stille. Ein merkwürdiges, aber wunderbares Gefühl machte sich breit in meinem Gemüt und ich konnte mir vorstellen, wie es wohl im 12. Jh., als die Burg gebaut wurde, hier zuging und vielleicht passte ja Béla Bartóks 2. Violinenkonzert irgendwie dazu. Das hat mich auch dauernd an verfallene Mauern erinnert - allerdings mehr an eine Nachkriegsszene wie die in Kurt Weills "Street Scene". Der Himmel verfinsterte sich langsam und gab das Zeichen zum Aufbruch, wenn man nicht naß werden wollte. Durch diese merkwürdige Dunkelheit kam mir der Gedanke, wie es wohl Nachts hier oben sein würde. Die halb zerfallenen Mauern im fahlen Mondlicht um mich herum - unheimlich, schöne Finsternis. Da möchte Frau nicht allein hier oben sein .... und da ist er wieder dieser nette Gedanke, der sich schon dauernd bei "Don Carlos" in London in meinem Kopf breit machte und nicht mehr von der Stelle weichen wollte - hmmm ... verrückter Gedanke..... aber schön :-) |
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........ Ein schönes Weib! Der weiße Blick, Er sprach von wildem Begehren; Die stummen Lippen wölbten sich Und lächelten stilles Gewähren.
Die Nachtigall, sie sang so süß - Ich konnt nicht widerstehen - Und als ich küßte das holde Gesicht, Da ward's um mich geschehen.
Lebendig ward das Marmorbild, Der Stein begann zu ächzen - Sie trank meiner Küsse lodernde Glut Mit Dürsten und mit Lechzen.
Sie trank mir fast den Odem aus - Und endlich, wollustheischend, Umschlang sie mich, meinen armen Leib Mit den Löwentatzen zerfleischend.
Entzückende Marter und wonniges Weh! Der Schmerz wie die Lust unermeßlich! Derweilen des Mundes Kuß mich beglückt, Verwunden die Tatzen mich gräßlich.
Die Nachtigall sang: "O schöne Sphinx! O Liebe! was soll es bedeuten, Daß Du vermischest mit Todesqual All deine Seligkeiten?
O schöne Sphinx! O löse mir Das Rätsel, das wunderbare! Ich hab darüber nachgedacht Schon manche tausend Jahre."
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- seufz ...
Entzückende Marter und wonniges Weh! Der Schmerz wie Lust unermeßlich! ....
unermeßliche Lust - wie eigenartig schön Heinrich Heine das doch beschreibt. Ich
hätte gern gewußt, was er wohl zu Béla Bartóks Ich freute mich
sehr auf dieses Konzert. Nicht Diesmal spielte die Geige jemand aus unseren eigenen Reihen, Arkadi Marasch, der Konzertmeister des Orchester des Opernhauses. Es hat mir sehr gut gefallen und ich würde mir wünschen ihn öfter als Solist bei uns zu hören. Und dann diese wunderschöne 8. Sinfonie von Antonín Dvorák. Unser Opernhaus hatte diesmal wirklich eine gute Wahl getroffen - einfach wunderschön!!! Diesmal
dirigierte Georg Fritzsch das Orchester des Opernhauses Halle und ließ die
Moldau für meine Begriffe ein wenig leise und zart dahin plätschern. Thomas fand
das völlig in Ordnung. Die plätschert halt nicht lauter! Nagut, aber in einem
waren wir uns einig, das Plätschern war viel zu schnell vorbei. - aber dann Béla
Bartóks 2. Violinenkonzert - Wahnsinn!!! Schon der Anfang war genial. Der gefiel
mir sogar am besten und ich konnte nicht genug davon bekommen. Ich habe einen Zugriff auf die Naxos Musik
Library. Dadurch konnte ich mir das Teil
sofort zu Hause noch einmal anhören und noch einmal und noch einmal..... eine
tolle Musik. Im Übrigen ist auch die Musik Library von Naxos sehr zu empfehlen.
Erst war ich ja ein bißchen
Bei Dvoráks 3. Satz allerdings schien dann wieder die Sonne und lud zum Tanz auf einer duftenden grünen Frühlingswiese ein. Man verspürte irgendwie das Bedürfnis sich zur Musik zu drehen. Immer schneller und schneller. Das war ein herrliches Glücksgefühl, wie verliebt sein.... Frühling, Sonne, Liebe, Lust ... Das Gedicht von oben paßt nun nicht mehr. Hier würde eher dieses zutreffen:
Sag mir, wer einst das Küssen erfund? Das war ein glühend glücklicher Mund; Er küßte und dachte nichts dabei. Es war im schönen Monat Mai, Die Blumen sind aus der Erde gesprungen, Die Sonne lachte, die Vögel sungen.
Und dann ertönt die Fanfare und weiter dreht es sich im vierten Satz. Mal schnell, mal langsam und die Wanderung geht weiter über die Frühlingswiesen, vorbei an einem klaren, eisigen blauen See bis hin zu den steilen Bergen, die noch von Eis und Schnee bedeckt sind. Man möchte zu gern weiter auf den Gipfel, aber es ist jetzt noch zu zeitig, der Aufstieg zu gefährlich. Man schaut gebannt in die Höhe und wünscht sich dort oben in der Freiheit zu sein und man weiß, im Sommer wird man hinauf steigen und die klare Luft dort oben genießen, aber jetzt bleiben einen nur die grünen Wiesen und die zarten Blümchen unter dem wenigen Schnee. Aber dann wird alles noch besser....
Ja, in eine solch wunderschöne Musik kann Frau wirklich tief versinken. Aber nun wieder zurück auf den Boden der Realität und Schluß mit Träumereien.
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Ich wünsche Euch allen ein wunderschönes Osterfest und vielen Dank, liebes Opernhaus, für dieses herrliche vorösterliche Konzert!
Eure Jana |