Paul McTelemann & Feuerwerk am Galgenberg

 

Einen Tag nach dem Abschlußkonzert der Händelfestspiele 2004 sitze ich hier und lasse die Woche noch mal an mir vorüberziehen.

Ich muß sagen, liebe Organisatoren, daß es mir dieses Jahr sehr gut gefallen hat, meine Freunde und ich haben es sehr genossen.

 

 

.... ich wartete geduldig die Reden ab um das wunderbare Eröffnungskonzert zu hören, der "Messias" in der Marktkirche raubte mir den Atem und ich fühlte mich bei "Hercules" von Hollywood verfolgt.

Ich hatte ne Menge Spaß in Bad Lauchstädt mit dem "The Oboe goes BaRock" - Trio. Meine Freundin Uli, wäre mir gestern bei Axel Köhlers "Teseo" fast weggenickt und dann als Krönung, das wunderbare Abschlußkonzert in der Galgenbergschlucht. Da kann ich nur sagen "Halleluja - nächstes Jahr bitte wieder!" 

 

Die turbulente Woche hat mir sehr viel Spaß gemacht und schade, daß sie so schnell vorbei ging.

 

"Ich weiß, daß ich existiert habe; denn ich habe gefühlt; und da ich dies durch das Gefühl weiß, so weiß ich auch, daß ich nicht mehr existieren werde, sobald ich aufgehört habe zu fühlen."

 

Ich mag diese Bemerkung von Giacomo Casanova und irgendwie denke ich dabei manchmal auch an Klassik oder ein Theaterstück, was einem den Atem rauben kann. Ja und diesmal sah ich, wie ein Oboist mit soviel Liebe und Gefühl seinem Instrument so mitreißende Stücke entlockte, daß es eine wahre Freude war seinem Trio zuzuhören und man wurde von seiner Leidenschaft mitgerissen, so daß man gar nicht genug davon "The Oboe goes BaRock" - Händelfestspiele 2004 bekommen konnte. Es war eine herrliche Freude dem Trio Manuel Munzlinger (Oboe), Romy Sanderling (Violoncello) und Andreas Wolter (Klavier und Cembalo) in die verrückte Welt des Mixes von Klassik und Pop zu folgen. 

Ich hatte für Uli und mich Karten besorgt, weil ich dachte, es könnte ein schöner Abend in Bad Lauchstädt werden. Der Titel hieß "Wassermusiken" - das aber wohl eher, weil es draußen im Park am kleinen Teich stattfinden sollte, und weniger, weil ihre Musik mit Wasser zu tun hatte. Klar zeigten sie uns, daß sie auch Georg Friedrich Händels "Wassermusiken" spielen konnten, aber erst so richtig dabei waren sie bei den eigenen "Kompositionen", dem Mix aus Pop und Klassik - Ja, wie würden sich die Beatles anhören, wenn Paul McCartney zu Telemanns Zeiten komponiert hätte?

 

Manuel Munzlinger war nicht nur ein sehr guter Oboist, sondern auch ein erstklassiger Entertainer. Das Publikum amüsierte sich köstlich, obwohl die meisten Rentner waren und sich wohl unter Wassermusiken etwas anderes vorgestellt haben. Das Trio konnte mit seinen Songs jeden mitreißen, auch wenn es manchmal für das klassikverwöhnte Publikum schon etwas merkwürdig klang. Ich persönlich mag diese Mischung Klassik/ Pop eigentlich nicht so gern, aber dies hier machte auch mir Spaß.

 

Am Besten gefiel mir "The foggy dew", eine Ableitung aus einem irischen Volkslied - einfach wunderschön!

 

Der sehr gelungener Abend schloß mit einem hübschen Feuerwerk in finsterer und nun auch halbwegs klarer Nacht und wir düsten zufrieden, schon in Vorfreude auf die Highlights des nächsten Tages, nach Halle zurück.

 

Kurpark Bad Lauchstädt 2004Der zweite Tag des Wochenendes mußte sehr gut durchorganisiert sein, denn wir hatten einiges vor - warum fallen die interessanten Termine auch immer auf einen Tag?

Am Vormittag wollten wir zum Theaterfrühstück ins nt-Café und entschlossen uns, in Anbetracht der knappen Zeit und weil Frau manchmal am frühen morgen etwas faul ist, im "Diebels" zu frühstücken. (ps. Ja, es heißt eigentlich Theaterfrühstück und man kann selbstverständlich im nt-Café auch etwas frühstücken, aber ich wollte nicht unbedingt schmatzend die Schauspieler ausfragen. Darum also vorher ins "Diebels".) Für 6,99 EUR kann man hier soviel Frühstücken, wie man möchte - aber leider konnte Frau, trotz daß manchmal ganz schön verfressen und das Buffet sehr gut aussah, doch nicht so viel Frühstücken, wie sie eigentlich vorhatte.... obwohl man (oder Frau) ja nicht weiß, ob sie an diesem Tag noch einmal zum Essen kommt.

 

Naja gut, das Frühstück war jedenfalls lecker und wir tippelten satt und zufrieden hoch zum "neuen theater". RProgramm "Teseo"ichtig geraten, das Theaterfrühstück gehörte natürlich nicht in den Rahmen der Händelfestspiele, aber es fiel genau auf diesen Sonntag und es ließ sich noch vor "Teseo" einordnen - na paßt doch prima. Uli schnaufte zwar bei so viel Geschäftigkeit und grandioser Planung meinerseits. Aber da ich ein nettes Mädel bin und sie in Halle gerade nichts anderes zu tun hatte, konnte ich sie doch überreden mitzukommen ;-).

 

Ich war schon einmal zu einem Theaterfrühstück im nt-café, was mir sehr gut gefiel und dieses hier gefiel mir noch besser - ja, ich glaube, daß könnte ein guter Tag werden. Der Start war schon mal perfekt. Petra Ehlert war diesmal der Gast und wir amüsierten und köstlich. Ich finde, sie ist eine der besten Schauspielerinnen, die das "nt" zu bieten hat und sie ist eine sympathische Frau. Es hat Spaß gemacht sich mit ihr zu unterhalten, obwohl so mancher es mit der Unterhaltung ein bißchen übertrieben hat.

Vielen Dank, Frau Dünnebier, für die Organisation, ich finde diese Theaterfrühstücke immer noch eine gute Idee und freue mich schon auf das Nächste im September, mit den Preisträgern des Striesepreises 2004.

 

Die nächste Etappe unseres diesmaligen Kulturmarathons war Bad Lauchstädt mit "Teseo". Leider hatte ich für den Samstag keine Karten mehr bekommen können und so blieb uns nur der Sonntag. "Teseo" wurde überall gelobt und somit mußte ich es mir, neugierig wie Frau so ist, natürlich ansehen. Zwar war ich ein Axel Köhler bißchen skeptisch, da Axel Köhler inszenierte und mir sein "Spettacolo Barocco" nicht besonders gefallen hat. Aber ich bin kein Mensch der voreingenommen, oder gar nachtragend ist und so verdiente er bei mir natürlich auch seine zweite Chance ;-)

Er war persönlich anwesend und ich bekam ein Autogramm. Finde ich einen netten Zug von ihm. Als Countertenor in "The Rake's Progress" war er wirklich erstklassig, naja und schlecht sieht er nun auch nicht gerade aus. Ja, da kann Frau schon mal ein Autogramm haben wollen ;-)

 

Das kleine Theater füllte sich langsam und wir durften in der Hitze der vorletzten Reihe dem Spektakel folgen. Die Plätze waren diesmal furchtbar, aber es war die letzte Chance für "Teseo" - allerdings, hätte ich damals gewußt, daß sie mit der Oper für zwei Aufführungen nach London gehen, hätte ich mich in Anbetracht der schlechten Sitzlage hier, für dort entschieden. Wir wollen sowieso wieder wegen Theater rüber und da hätte man bestimmt etwas verbinden können. 

Nagut, das kleine Theater hier in Bad Lauchstädt hat natürlich auch etwas für sich. Allerdings konnte sich Uli bei der Hitze hier hinten nicht sehr für das Theater begeistern, auch wenn vielleicht ein gewisser Herr Goethe mal auf ihren Platz gesessen haben könnte.

 

Ich mag dieses Theater. Es gibt einem das Gefühl in eine andere Zeit zu reisen und wo wäre ein schönerer Platz für eine Händeloper als unter diesem Dach. Somit vergaß ich die Hitze und wartete, wie alle anderen Zuschauer im ausverkaufen Haus, auf den Dirigenten.

Diesmal dirigierte der Händelpreisträger Wolfgang Katschner für mich das erste Orchestergraben Goethe-Theater Bad Lauchstädt Mal. Ich fand, er hatte eine schöne ruhige und trotzdem schwungvolle Art sein Orchester zu leiten. Es war ein Orchester der Lautten Compagney Berlin welches sich an diesem Tage in diesen winzigen Orchestergraben zwängte. Ich glaube, das ist der kleinste Orchestergraben, den ich bis jetzt gesehen habe. Sogar der von unserem Opernhaus ist größer, ganz zu schweigen von dem Riesigen der Leipziger Oper.

Die Musik zu "Teseo" gefiel mir sehr gut, aber ein bißchen merkwürdig für eine Händeloper fand ich sie schon. Irgendwie klang das für meine Ohren alles nicht mehr so richtig nach Barock. Nicht so verschnörkelte Töne, alles war glatt und klang viel moderner, aber es paßte zu dieser Oper.

Das Bühnenbild war ehr karg und gab einem ein Gefühl von düsterer Stimmung. Alles war dunkel und unheimlich. Irgendwie waren sie wohl auch auf einem Schlachtfeld oder im Lazarett, denn die Heldin Agilea kümmerte sich um Verwundete. Sie sorgte sich um den Feldherren Teseo - ja, eigentlich eine recht hübsche Story, wie immer geht es um Liebe, Eifersucht und Intrigen - herrlich! Die alten Opern sind wirklich viel besser als Fernsehen.

Es geht darum, daß dieser gutaussehende (und er sah wirklich gut aus) Feldheer Teseo ein bißchen hitzköpfig nach Athen aufbricht um herauszufinden, woher er eigentlich stamme. 

 

Natürlich liebten ihn die Frauen, wie sollte es auch anders sein bei diesen Body Shape, wegen seines guten Charakters ;-)

Agilea vermißte ihn besonders, was sie, wie oben schon erwähnt beim Pflegen der Verwundeten kund tat. Clizia hat es da einfacher. Sie hat ihren Arcanes bei der Hand und flirtet mit ihm was das Zeug hält - ist es nicht goldig. Allerdings bekommt Arcanes mit, daß sie sich über Teseo erkundigte und ist eifersüchtig - hehe, er weiß ja nicht, daß Clizia sich nach Teseo nur erkundigte, weil Agilea sie darum bat. Da Goethe Theater Bad Lauchstädt 2004 waren wir Zuschauer ihm schon eine Nasenlänge voraus.

Dann kommt natürlich noch Magie ins Spiel - die Zauberin Medea ist in den König Egeo verliebt, der aber leider ein Auge auf Agilea geworfen hat - na, isses nicht wieder herrlich verwirrend? Er versucht sein Selbstbewusstsein ein wenig aufzupolieren, indem er die Politur äußerlich golden zum glänzen bringt. Nützt ihm aber bei Agilea nicht das geringste, denn die ist in ihren Teseo vernarrt, was Frau sehr gut verstehen kann ;-)

Ende des ersten Aktes.

Ich fand die Arien im ersten Akt ein bißchen langatmig. Sie waren zwar gut gesungen, denke ich, und das Orchester war perfekt, aber irgendwie fehlte mir der richtige Pepp, oder einfach mal eine tiefe Männerstimme. Agilea wurde von Sharon Rostorf-Zamir gesungen, die unheimliche Zauberin von Maria Riccarda Wesseling, Arcane diesmal von Thomas Diestler und Egeo von Johnny Maldonado. Bei der Clizia weiß ich das nicht genau, da zwei Namen im Programm stehen: Miriam Meyer und Marina Spielmann. Jedenfalls war diese sehr hübsch mit ihren kurzen Haaren und hätte vom Aussehen für mich eigentlich mehr zu Teseo gepaßt, als Sharon Rostorf-Zamir. Aber gut, darum geht es ja eigentlich nicht. Es geht primär ja um die Stimmen - nur ich als unwissender Zuschauer schaue wieder nur auf die Äußerlichkeiten - tztztztz.

Teseo kehrt endlich im zweiten Akt aus dem Kriege heim und auf der Bühne ein. Wow! Dieser Jörg Waschinski hat wirklich eine fantastische Stimme. Er ist Sopranist und man kann seine Stimme kaum von der einer Frau unterscheiden. Ihn hatte ich ja schon beim Eröffnungskonzert gehört und war begeistert - wirklich toll!

Allerdings verstehe ich da Händel überhaupt nicht. Wie kann er dem Teseo eine so hohe Stimme geben? So ein gutaussehender muskulöser Mann und dann diese piepsige Frauenstimme - nee, daran kann ich mich einfach nicht gewöhnen. Künstlerisch war das natürlich erstklassig und wahrscheinlich schien es damals zu Händels Zeiten auch IN zu sein aber irgendwie vergeht einem dabei völlig die Erotik - arme Frauen, die zu dieser Zeit gelebt haben, kann man da nur sagen. Da sieht man so eine wunderbare Bettszene an und sie singt ihm ihre Liebe entgegen und er, hinGoethe Theater Bad Lauchstädt 2004gerissen von seinen Gefühlen erwidert und .... Frau erwartet jetzt eine romantische, tiefe, säuselnde Männerstimme und dann ----- kreisch! Nee, das tötet sofort jegliche Gefühle ab. - Sorry, aber wie gesagt, ich kann mich einfach nicht daran gewöhnen. Natürlich kann die Inszenierung nichts für so eine Vorlage und somit war diese diesbezüglich super.

Was mir aber nicht gefallen hat, waren wieder diese lächerlichen Einlagen. Den albernen König und manche lächerlichen Mimiken der Sänger im ersten Teil - das ist aber eben meine Schwäche, ich hasse lächerliche Einlagen. Ich denke, man hätte auch ohne diese Albernheiten zeigen können, daß der König ein Schönling ist und nicht sehr viel Rückrad hat. Aber gut, daß restliche Publikum freute sich jedenfalls wieder ob jeder lächerlichen Posse und somit war zum größten Teil der Geschmack der Masse bedient.

 

Im zweiten Akt gibt es eine nette Intrige und Egeo fürchtet seinen Thron an Teseo zu verlieren. Medea weiß das natürlich hervorragend auszunutzen - klar, dafür ist sie eine Frau geworden. Ist es nicht wieder schön :-)

Im dritten Akt sollte es zwischen Arcane und Clizia wieder knistern, sie gibt sich ihm grenzenloser Liebe hin - zumindest im Programm. Leider fand ich, kam hier nicht so richtig die Erotik rüber. Das hätte man bestimmt um Einiges besser machen können. Da hätte ich mir wirklich so etwas gewünscht, wie in Michael Grandages Sommernachtstraum. Wow! Das war Erotik pur - läßt mich immer noch erschaudern, wenn ich daran denke.

 

Die letzte Szene vor der Pause, das Spiel der Furien, hat mir wieder sehr gut gefallen. Tolle Kostüme und hervorragende Inszenierung - Perfekt! Das hätte niemand besser machen können.

 

Wir waren froh ein bißchen an die frische Luft zu kommen, da die Hitze im Theater langsam unerträglich wurde. Dem Orchester schien es nicht besser zu gehen, denn sogar der Dirigent hatte schon seine Jacke ausgezogen und ein leuchtend weißes Hemd preisgegeben - ja, sah aber sehr schick aus mit den weißen Hosenträgern.

Nach der Pause ging es turbulent weiter. Der zweite Teil gefiel mir bedeutend besser als der erste. Die Arien waren nicht mehr so lang und der König wurde nicht mehr wie ein Idiot hingestellt. Und am allerbesten war die Arie, als Agilea so einsam sang und nur begleitet wurde durch eine Laute (nehme ich mal an), die  Wolfgang Katschner spielte - einfach wunderbar, erstklassig, grandios und atemberaubend!!! Das war wirklich wunderschön.

Der Rest der Story ist einfach. Nach vielem hin und her versucht Medea Teseo mit einem Krug Wein zu vergiften. Dies tut sie natürlich nicht selbst, sondern benutzt Egeo dafür. Gott sei Dank, bemerkt dieser rechtzeitig durch Teseos Schwert, daß dieser eigentlich sein Sohn ist und verhindert Schlimmes.

Zum Schluß gibt es natürlich ein Happyend und ich war zufrieden mit dieser Oper. Bis auf den langatmigen Anfang gefiel sie mir sehr gut, was Geschmacksache ist, denn Uli fand sie, so ganz ohne Bässe und Bariton, einfach furchtbar. Wir stritten uns noch herrlich darüber und stießen zur Versöhnung im Lindenhof in Bad Lauchstädt bei einem guten Essen auf unser nächstes Highlight für diesen Tag, dem Abschlußkonzert in der Galgenbergschlucht, an.

 

Ja, darauf freut sich jeder Händelfestspielpilgerer. Das Abschlußkonzert in der Galgenbergschlucht ist das schönste Highlight der Händelfestspiele und an Karten dafür ist wirklich schwer ranzukommen. Um so mehr David Hamilton - Tenor (Quelle: TV-Halle) freute ich mich, daß ich diesmal welche erjagen konnte.

 

Ein jeder preise diesen freudenreichen Tag,

Niemals wird die Hölle diesen Ort beherrschen.

Besingen wir die Wonnen dieses frohen Tages.

Der Himmel gebe seinen gütigen Segen,

Er schicke dieser Liebe seinen schönsten Strahlenkranz,

Auf das die Harmonie uns immer leite.

(aus dem Programm zu "Teseo")

 

Freude! - da wir nur eine Stunde früher in der Galgenbergschlucht ankamen, sah es mit den Plätzen in vorderster Front natürlich schlecht aus - wenn Frau Hunger hat kennt sie nix und niemand kann sie überreden stundenlang auf den Holzbänken in der Galgenbergschlucht auf das Konzert zu wGregory Reinhart - Bass (Quelle: TV-Halle)arten, nur damit man ganz vorn sitzen konnte  - nee, da zog sie doch eine gemütliche Kneipe und ein nettes Schnitzel mit Gemüse im Lindenhof in Bad Lauchstädt der Warterei vor.

 

Oh jeh, jede klitzekleine Parkmöglichkeit rund um den Galgenberg, war vollkommen ausgenutzt und zugeparkt. Da paßt nicht mal mehr eine Stecknadel dazwischen, aber freundlicherweise fuhr just, als wir um die Ecke bogen ein überaus netter Herr aus seiner Parklücke heraus und wir fanden somit einen erstklassigen, engelbestellten Spalt in der endlosen Reihe parkender Abschlußkonzertbesucherautos in der Nähe und konnten somit sorglos und gemütlich in Richtung Galgenbergschlucht ziehen.

Lucia Sciannimanico - Mezzosopran (Quelle: TV-Halle)

Der Galgenberg ist schon ein hübscher Ort. Ich bin hier als Kind viel mit meinen Freunden herumgeklettert, daß so manchem Spaziergänger der Atem stockte und wir uns oft eine Rüge einhandelten. Freies Klettern mochte ich schon immer gern ;-)

 

Ich kenne den Berg und die Schlucht sehr gut und ich mag es, wenn im Frühling hier der Flieder mit seinem atemberaubenden Geruch die Hänge überzieht, aber ich hätte nie im Leben gedacht, daß 5000 Leute hier Platz finden würden. So ohne Sitzbänke und Bühne sah er doch sehr winzig aus.

Aber es war so und wir bekamen, trotz der Fülle, noch einigermaßen gute Plätze in den hintersten Reihen, mit ganz vernünftigen Blick auf die Bühne.

Wenn man einen Platz der vordersten Reihen ergattern wollte, mußte man sicherlich schon 17:00 Uhr hier erscheinen. Das tatenRuth Ziesak - Sopran (Quelle: TV-Halle) wohl auch einige und machten ein Familienfest mit Picknick daraus - finde ich echt süß und eine gute Idee. Die Menschen sahen richtig zufrieden aus und jeder schien das Highlight jetzt schon zu genießen.

 

Ab und zu traf ich ein paar alte Bekannte und konnte hier und da ein Schwätzchen halten. Ja, ich glaube, auch ich genoß das Treiben jetzt schon. Der Tag war bis jetzt perfekt und wenn der Dirigent sich nicht gar so schlimm anstellte ;-) konnte er nur noch besser werden. Allerdings, da dieses Jahr Uwe Grodd dirigierte, hatte ich da keine so großen Bedenken. Ihn kannten wir ja schon aus "Imeneo" und von der Eröffnung im letzten Jahr und beide Events waren super. Ja, Herr Dirigent, dann freuen wir uns mal auf Ihre Ideen für dieses Abschlußkonzert.

 

Die Show begann mit einem Moderator, der Chöre, Solisten und den Dirigenten vorstellte. Keine Ahnung, wer das war, aber er machte es meiner Meinung nach sehr gut. Ich hasse Reden, aber diese war wirklich kurz und angemessen - vielen Dank dafür.

Reinhold Friedrich (Quelle: TV-Halle)Pflichtteil erledigt und schon geht es los ins Abenteuer Musik mit dem herrlichen Background der Galgenbergschlucht und einem wunderschönen Vogelgezwitscher als Begleitung. Die Luft war klar und der Himmel auch noch halbwegs blau. Was für ein wunderschöner Abend!

 

Die Zusammenstellung der Stücke und Arien gefiel mir sehr gut, alles diese wunderbaren "Kassenhauer". Am Schönsten war natürlich das "Halleluja" aus dem Messias und mir persönlich gefiel die Arie "Ombra mai fu", welche der Tenor David Hamilton sang, am besten. Ach herrlich, da konnte Frau wiedermal so schön träumen. ... und dann die wunderschöne tiefe Stimme von Gregory Reinhart, wo Frau sich so wunderbar drin fallen lassen konnte <seufz>. Da rüttelte sie nur noch ein Trompetenklang wie Reinhold Friedrichs wieder auf.

 

Sehr gut gefiel mir auch das zweite Stück, wo ich zwar die Melodie sehr gut kenne, mich aber wieder mal nicht an den Titel erinnern kann - tja, Kopf wie Sieb, kann man nix machen....... Moment - "My Heart is Inditing" .... nur gut, daß sie den Titel dauernd gesungen haben... Pat on the head...

Die Idee mit den Bläsern auf dem Berge und den Trommlern im Tale fand ich klasse - das klang wirklich sehr gut.... und die Solisten dazu - herrlich - was für ein Genuß!

Uwe Grodd (Quelle: TV-Halle)

Und dann zum Schluß, das Beste dieser Nacht, die Feuerwerksmusik mit Feuerwerk. Ich glaube, dazu kann man einfach nichts mehr sagen, nur schweigend genießen. Wunderschön, daß könnte Frau öfter haben wollen.

 

Die Zuschauer staunten über das herrliche Feuerwerk und unser philharmonisches Orchester untermalte diese wunderbaren Emotionen mit seinem Spiel. Hoffentlich mußten sie sich nicht so sehr auf ihre Noten konzentrieren und konnten das Feuerwerk auch ein bißchen genießen. Am schlechtesten war wohl der Dirigent dran - der mußte Arbeiten mit diesem herrlichen Feuerwerk im Rücken.

 

Ich freue mich, daß TV-Halle das Konzert übertrug und lade hier eine klitzekleine Kopie(ca.6 MB) des wichtigsten Teiles davon hoch. So etwas Schönes muß man einfach mit der Welt teilen und natürlich dem Dirigenten zeigen, damit er auch etwas davon hat ;-)

 

Feuerwerk (Quelle: TV-Halle)"T'schuldigung, liebes TV-Halle, daß ich diesen Ausschnitt hier einfach geklaut habe, aber es war so schön und Ihr sendet ja nun mal leider nicht rund um den Globus. Ich hoffe, Ihr nehmt es mir nicht übel, daß ich das kleine Stückchen hier der restlichen Welt zur Verfügung stelle. Vielen Dank für Eure Aufnahmen, es ist eine schöne Erinnerung!"

 

 

 

 

 

Ja, somit wären wir wohl am Ende einer wunderschönen Woche angekommen. Die Händelfestspiele waren wirklich ein hübscher Lichtblick in Halles Kulturleben und somit vielen Dank an alle Beteiligten, daß wir Zuschauer es auch dieses Jahr wieder erleben durften - und ich freue mich schon auf das nächste Jahr. ... wobei ich bestimmt nicht allein damit bin.

 

 

Eure diesmal überaus zufriedene

Jana

 

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