
Nach langer Zeit mal wieder, komme ich dazu einen kleinen Bericht zu den letzten
Ereignissen zu schreiben. Viel zu viele interessante Dinge habe ich in den
letzten 14 Tagen gesehen und leider kann ich nicht zu jedem dieser
hervorragenden Ereignisse berichten. Was mir das Herz sehr zum Bluten bringt.
Ich
durfte der Premiere zu einer der schönsten Operetten beiwohnen, dem
"Zarewitsch" von Lehár in Dessau. Eine wunderbare Musik, einer Oper
gleich, und Umsetzung auf der Bühne des Anhaltischen
Theaters. Der einsame Soldat am
Wolgastrand rührte mein Herz und die wunderschönen Bilder dazu meine Seele.
Markus L. Frank führte uns durch diese atemberaubenden Melodien und Dietrich
von Grebmer verschaffte uns die schönen Bilder dazu. Eine brillante
Inszenierung von Saskia Kuhlmann. Zu gern würde ich hier ausführlicher Wort
dazu verlieren, aber es ist mir unmöglich ob der knappen Zeit im Moment, dieses
Event gebührend zu feiern. Darum nur kurz meine Meinung dazu und eine
Empfehlung zum Ansehen. Es lohnt sich!
Ein Besuch auf der wunderschönen Wartburg zu Eisenach war mein nächstes
Erlebnis. Hier habe ich viele schöne Fotos für einen Bericht geschossen, nur
leider werden die jetzt erst mal nicht zum Einsatz gelangen. Irgendwann, denke
ich allerdings, werde ich den Besuch wiederholen und sie dann ganz bestimmt
nutzen können.
Dann gab es eines der besten Gewandhaus-Konzerte,
denen ich in den letzten
Jahren beiwohnen durfte. Riccardo Chailly dirigierte
Strawinsky. Ganz mit Bedacht habe ich mir dieses Konzert ausgesucht, da ich
diesen Komponisten liebe.
Seine Kleinodes "Pulcinella" und "Petruschka" durfte ich mir
nicht entgehen
lassen. Das ist wahre Kunst und Extase in einem. Das ist eine
Brillanz, die man nur im Gewandhaus erleben kann. Noch immer hallen diese
Melodien in meinem
Kopf und noch immer kann ich meiner Begeisterung dazu keine Grenzen setzen. Ich
freue mich schon sehr auf das nächste Konzert im Gewandhaus, zusammen mit
Stravinsky und einem meiner weiteren Lieblinge Penderecki. Ich bin sehr gespannt
auf die Ausführung und Umsetzung durch Charles Dutoit.
Dann gab es noch Samuel Becketts "Das letzte Band" in Leipzig.
Hervorragendes Stück, hervorragender Schauplatz und hervorragend gespielt. Dazu
wird es einen Bericht geben.
Als Nächstes zog es mich wieder nach Dessau zum 7. Sinfoniekonzert. Ein
hübsches Programm, aber von der Umsetzung her war ich nicht sonderlich
begeistert. Was war los, Herr Berg?
Nichts desto trotz freue ich mich aber auf das 8. Sinfoniekonzert in der
nächsten Woche und hoffe, auf eine, wie eigentlich immer, sehr gute Umsetzung.
Vorletztes Wochenende verbrachte ich mit zwei Posaunenchören in Altenwalde bei
Cuxhaven, was mir sehr gut gefiel und darum wird es höchstwahrscheinlich auch
einen Bericht dazu geben.
Letztes Wochenende feierte ich Paul Gerhardts 400sten Geburtstag und besuchte
dazu ein Jazz Konzert der Sängerin Sarah
Kaiser in Polditz. Ich wäre nie darauf gekommen, wenn ich nicht mit der
Nase darauf gestoßen würde und einfach nur aus Interesse "Ja" gesagt
hätte. Auch zu diesem Ereignis gäbe es eine Menge zu schreiben um meiner
Begeisterung dazu Luft zu machen, aber auch hier bleibt leider keine Zeit
dafür.
Irgendwo
dazwischen schaute ich mir noch Ibsens "Hedda Gabler" wiedermal im
Schauspielhaus Leipzig an, und war begeistert.
Sieht so aus, als sähen die
mich
jetzt öfter dort - vor allem, wenn sie mir weiter solch brillante Stücke in
solch brillanter Umsetzung darbieten. Wieder ein Stück, wozu ich hätte gern
meine Meinung veröffentlicht. Aber gut... Zeit ist knapp, vor allem, wenn man
in den letzten Zügen des Diploms liegt.
Also somit sind der eigentliche Anlass, aus dem ich wieder mal hier sitze, die
diesjährigen Händelfestspiele in Halle. Sie stellen keines Wegs die anderen
kulturellen Erlebnisse in den Schatten, aber sie finden in Halle meiner
Heimatstadt satt und mein Heimatherz fühlt sich einfach dazu verpflichtet.
Gestern und heute habe ich an den Folien zur Verteidigung meiner Diplomarbeit
gearbeitet und heute gönne ich mir das Vergnügen des Tippens bei Kerzenschein
und gutem Wein.
Morgen Abend werde ich dem Abschlusskonzert in der Galgenbergschlucht beiwohnen.
Dieses Jahr leider um 10 EUR teurer als im letzten und leider auch wieder mit
dem
für mich furchtbaren Dirigenten vom letzten Mal, aber Heimatherz
verpflichtet... und auch die Hoffnung, daß er es diesmal besser macht.
Besser gemacht, oder überhaupt wie immer super gemacht, haben es diesmal die
Crew zur diesjährigen Händeloper "Ariodante" und zu einem Kleinode,
welches man nie und nimmer versäumen sollte, Purcells "King Arthur"
in Bad Lauchstädt.
Ariodante war ein großartiges Highlight, aber King Arthur war der absolute
Gewinner dieser Tage. -- ok, vom Turmblasen auf der Marktkirche in Halle einmal
abgesehen.
Dieses Jahr saß ich wieder im zweiten Rang und ich finde immer noch, daß das
hervorragende Plätze sind. Es ist ein wunderbares Gefühl von dort oben auf die
Bühne mit dem hübschen roten Samtvorhand hinunterzublicken. Der Zuschauerraum
und das Orchester sind von hier oben aus unsichtbar, nur die Bühne und die in
voller Breite und Höhe kann man sehr gut sehen und irgendwie versetzt das einen
in eine wunderbare Stimmung und alles um einen herum ist vergessen.
Die Ouvertüre tönt in hervorragenden Klängen in den Saal und der diesmalige
Dirigent übermittelt uns die Töne ganz nach meinem Geschmack. Leider konnte
ich Herrn Federico Maria Sardelli von hier oben aus nicht sehen, aber diese
wunderbaren Töne, die er unserem Händelfestspielorchester entlockte brachten
ihm schon eine Menge meiner Sympathie ein und dies sollte sich im Verlaufe der
Opernaufführung auch nicht ändern.
Der wunderschöne alte Vorhang liftete sich und bot uns ein ganz nettes
Bühnenbild (Benoît Dugardyn), wo ich beim ersten Akt noch dachte, daß es ganz
interessant werden könnte.
Diesmal spielt die Händelsche Geschichte in Schottland und es handelt sich um
die Liebe der jungen schönen Prinzessin Ginevra zu den jungen Fürsten
Ariodante.
Eine Hochzeit ist in Aussicht und alles könnte so schön sein, wenn es da nicht
einen eifersüchtigen Widersacher namens Polinesso gäbe. Der hätte doch gern
anstelle des Ariodante die Schöne zum Altar geführt, nicht zuletzt um sein
ehrgeiziges Ziel, den schottischen Thron zu besteigen, zu befriedigen. Auch wenn
er uns als Bösewicht dargestellt wurde, hat er doch eine Verehrerin und einen
wunderbaren Altus. Womit Händel wieder mal alle Prinzipien bricht. Die hohe
Stimme des Axel Köhler passt natürlich nicht zu den damaligen Geflogenheiten,
den Bösewicht mit einer tiefen Stimme auszustatten. Hmmmm.... oder war das gar
nicht Händel, der mit den Geflogenheiten bricht? Vielleicht ersetzte ja nur
Halle den schönen Bariton durch einen Altus? Oder bin ich jetzt völlig
fehlgeleitet und das war ein Bariton? Ach was soll's und völlig egal,
jedenfalls hatte er eine sehr schöne Stimme. Genauso auch, wie die anderen
Beteiligten des Opernhighlights. Als da wären die hübsche Gillian Keith als
die hübsche Ginevra, Raimund Nolte als ihr Vater, der König von Schottland,
Caitlin Hulcup als das zarte Bürschchen Ariodante, Nicolas Sales als sein
Bruder, Agnete Munk Rasmussen als Dalinda und Alexander Geller als der
königliche Ratgeber Odoardo. Alles in Allem eine hervorragende Besetzung, wie
man im Verlaufe der Oper erleben konnte.
1735 wurde Ariodante in Covent Garden in London und nicht in Halle an der S
aale
Uraufgeführt. Aber am 01. Juni 2007 durfte ich der Premiere am Operhaus Halle
beiwohnen. Händels Geburtsstadt feiert wiedermal ihren abtrünnigen Sohn. Auch
wenn die Engländer ihn gern für sich hätten, hat er doch immerhin fast 18
Jahre in Halle gelebt und war sogar Organist am halleschen Dom, bis es ihn 1703
erst mal nach Hamburg zieht, was ich auch als alteingesessener Hallenser
durchaus verstehen kann. Halle ist ein hübsches Kleinode in Mitten
Deutschlands, aber Hamburg ist das Tor zur Welt und die Elbe ist halt breiter
als die Saale.
In Hamburg den Geschmack der weiten Welt gekostet, zieht es ihn in den darauf
folgenden Jahren nach Florenz, Rom und Neapel, was ich auch sehr gut verstehen
kann. Erst, als Georg von Hannover 1714 zum König von England ernannt wird,
folgt ihm Händel und betritt das erste Mal englischen Boden. Sein Debüt gab er
dort 1711 am Londoner Haymarket Theatre mit der Oper Rinaldo.
Ich bin sehr oft in London im Haymarket Theatre, und obwohl ich weiß, daß es
nicht Händels Schauplatz war, umzieht mich doch jedes Mal wieder dieses
merkwürdige Gefühl von Ehrfurcht. Genau da, wo meine Schritte so oft den
Londoner Boden betraten, genau da, taten es auch Händels Schritte, allerdings
fast 300 Jahre früher. Fast 400 Jahre früher spielte unsere Oper im
wunderschönen Schottland und unser Operhaus zeigte uns das mit wunderbaren
schottisch anmutenden Kostümen. Mit den diesjährigen Kostümen ist unserem
Opernhaus eine wahre Glanzleistung gelungen, schottisch modern und etwas
schrill, würde ich sagen, aber super gemacht Frau Willmington!
Wo das Bühnenbild mir ab und zu etwas langweilig erschien, holten die Kostüme
alles wieder heraus und als die Inszenierung auch noch ein Golfspiel zum besten
gab, erweckte sie mich nicht nur meiner müden Augen (ob der stressigen
vergangenen Wochen), sonder sie erweckte auch mein Verlangen mal wieder in
Seehausen zum Golf vorbeizuschauen. Was ich somit auch morgen in die Tat
umsetzen werde. Das herrliche Wetter lädt wirklich sehr zu einem entspannenden
Golfspiele ein und Entspannung ist bitter nötig, so kurz vor dem Kolloquium
meiner Diplomarbeit. Noch drei Tage und dann bin ich frei von allem lästigen
Lernen und Studieren, noch drei Tage uns mein Ziel sollte endlich erreicht sein.
Noch drei Tage und das immerwährende schlechte Gewissen im Falle des
Nichtlernens wird verstummen. Noch drei Tage und ich habe meine Freiheit wieder.
Ich lasse Euch wissen, wenn es soweit und alles gut gegangen ist. Dann können
wir auf diesen Sieg anstoßen. Mein kleines Ziel war es, mit Hilfe des Studiums
in den Ruhm und Genuss einer
FS/FL Stelle in meiner Firma zu gelangen. Das kleine Ziel Polinessos war es, in
den Ruhm und Genuss des Thrones von Schottland zu gelangen und dafür waren ihm
alle Mittel heilig. Er überredete die in ihn blind verliebte Dalinda, doch die
Kleider Ginevras anzuziehen und in seine Gemächer zu kommen, um Ariodante einen
Streich zu spielen. Natürlich gelang der Streich, da Ariodante seine Geliebte
nicht von Dalinda unterscheiden konnte. Völlig klar - man konnte den
Unterschied ja auch kaum bemerken - so ist das eben in der Oper. Naja,
wahrscheinlich war Ariodante auch kurzsichtig.
Ob dieser Begebenheit will Ariodante sich natürlich das Leben nehmen und
stürzt sich ins Meer. Ginevra wird natürlich beschuldigt und alle fallen in
tiefe Depressionen. Ariodante mit einem Stein um den Hals liegt auf dem
Meeresgrund,
der übrigens sehr gut durch das Bühnenbild dargestellt wurde, und hier hat
Halle wohl ein bisschen mit der Story geflunkert, aber alles sehr beeindruckend.
Letztendlich klärt sich alles auf, der Bösewicht stirbt und das glückliche
Paar ist wieder vereint. Die Zuschauer sind glücklich und lassen ihr Glück
durch hervorragenden Beifall freien Lauf. Die Ariodante Crew ist glücklich, da
sie die
Premiere mit Bravour gemeistert haben und ich bin glücklich, da alles ein gutes
Ende gefunden hat und ich Happy Ends eben mag.
Dieser Auftakt zu den Händelfestspielen war wirklich sehr gut gelungen und ich
freute mich schon sehr auf das nächste Highlight, Purcells Semi- Opera
"King Arthur" am schönen alten Goethe
Theater in Bad Lauchstädt.
Henry Purcell war einer der begabtesten englischen Komponisten, wenn nicht sogar
der Begabteste.
Soweit
ich mich erinnern kann, gab es nach Purcell eigentlich nichts mehr sonderlich
Erwähnenswertes. Und genau aus diesem Grund, durfte ich mir "King
Arthur" auf keinen Fall entgehen lassen. Ich war glücklich noch zwei der
kostbaren Karten für das Goethe Theater ergattern zu können. Eine Oper von
Purcell gibt es höchst selten in unseren Landen und dann auch noch in dem
wunderbaren historischem Ambiente des Lauchstädter Theaters. Goethe
höchstpersönlich wirkte bei den Plänen zum Bau des Theaters mit seiner
interessanten Bühnentechnik mit und ich höchstpersönlich durfte mal wieder
auf den überaus harten Sitzmöbeln im Zuschauersaal platz nehmen. Nicht ohne
ein klein wenig Schadenfreude, denn dem guten alten Goethe ist es vor ein paar
Hundert Jahren ja auch so ergangen. Ob er sich allerdings "King
Arthur" angesehen hat, wage ich zu bezweifeln, aber Titus hat er sich ganz
bestimmt angesehen, denn damit wurde das Theater damals, 1802 eröffnet. Ich
freue mich jedes Mal darüber, daß Herr Goethe Frankfurt/ M. bei Zeiten den
Rücken gekehrt hat und lieber in den Osten kam um hier wunderbare Kultur zu
vollbringen. Ich liebe diese Region, in der ich wohne, sie hat soviel wissenden
Geist und intelligente Inspiration hervorgebracht. Der Nabel der kulturellen
Welt also - ja, genau - ich liebe es wirklich sehr hier zu leben.
Herr Purcell hat wohl nie Bad Lachstädtischen Boden betreten, vielleicht noch
nicht mal deutschen Boden. Wie sollte er auch, in der so kurzen Zeit die er
lebte. Dafür durfte er in Londons Westminster Abby die Orgel spielen und war
für seine Kirchenkompositionen sehr geschätzt von seinen Zeitgenossen. Selbst
Händel war wohl unter seinen Fans. Naja, zumindest sind beide bei der
Westminster Abby begraben.
"King Arthur" vertonte er 1691, nach einem Text von John Dryden. Kurz
zuvor, im Jahre 1689, um das hier mal zu erwähnen, führte er seine erste Oper
"Dido und Aeneas" auf. Wer daran interessiert ist oder einfach nur so
gute Musik in gutem Ambiente mag, sollte sich diese Oper im Wörlitzer Park auf
der Insel Stein ansehen. Das Anhaltische Theater Dessau hat sie in diesem Jahr
auf dem Spielplan, was eine hervorragende Idee ist, wie ich finde.
"Die Würde der Briten" wurde durch Wolfgang Katschners Team und den
hervorragen Sängerinnen und Sängern, hervorragend vertreten. So befand sich
"King Arthur - or The British Worthy " zu den Händelfestspielen in
guten Händen.
König Artus kämpft hier zwischen Sachsen und Britten und nicht sagenumwoben um
die heiligen Gral mit Zauberschwert.
Irgendwie klang das sehr interessant und irgendwie hatte es für mich ein
bisschen Ähnlichkeit mit Shakespeares Sommernachtstraum... aber nur im
weitesten Sinne. Dem weiten Sinne, als das mich Grimbald doch sehr an Puck
erinnerte und Emmeline ein bisschen an eine der gehetzten Verliebten. Besonders
freue ich allerdings mich eine alte Bekannte wieder zu sehen, Stefanie
Wüst begeistere mich schon zum Kurt Weill Fest in Dessau und noch mehr als
Königin der Nacht in Mozarts Zauberflöte.
Auch hier war sie wieder mit von der Partie als Britannia, Cupido und eine der
Sirenen. Klasse! Eine sehr sympathische Frau!
5 Akte sitzen auf harten Bänken und 5 Akte Spannung und Spaß um
den König und
seine Widersacher. Mit diesen wunderbaren 5 Akten habe ich mich sofort in die
Londoner Theaterwelt hineinversetzt gefühlt. Durch den gesprochenen Text, der
eigentlich nur durch Purcells Musik untermauert wurde, und dem schönen Sound,
der in der englischen Sprache zu Hause ist, avancierte dieser Besuch des Goethe
Theaters zu einem absoluten Highlight für mich. Die Damen und Herren Sprecher,
sowie Sänger und auch Orchester waren einfach brillant. Da gibt es nichts
weiter zu sagen.
Schon der "Morris Dance" am Anfang war hervorragend gelungen und hatte
mich sofort begeistert. Das war eine perfekte Choreographie und Umsetzung
(Inszenierung: Colin Blumenau). Das rhythmische schlagen der Stöcke und die
passenden
Bewegungen dazu waren faszinierend und alles passte so gut in des schöne alte
Goethe Theater in Bad Lauchstädt. Das Theater war wie geschaffen für diese
Inszenierung und ich staunte über soviel Brillanz.
Kaum zu glauben, daß der "Morris Dance" ein Vorläufer vom Square
Dance ist.
........
Ich hoffe, dass sie King Arthur auch zu den nächsten Händelfestspielen im Plan haben. Es ist auf alle Fälle einen Besuch wert und mir sogar einen Zweiten.
Ein
weiteres Highlight der diesjährigen Händelfestspiele war das Turmblasen auf
der Marktkirche. Nicht, dass es das nur zu den Händelfestspielen gibt, nein,
diesem Ereignis kann man öfter frönen, aber diesmal war es eben ein Highlight.
Einmal, daß es genau in die Händelfestspielwoche fiel und mit wunderbaren
Händelmelodien diesem ehrte aber zum Anderen und viel wichtiger, ich durfte mit
auf die Türme der Marktkirche und nachsehen, wer dort immer so wunderbare und
wohlbekannte Melodien über Halles Dächern auf den Markt
hinuntertransferiert. Wo von unten auf dem Marktplatz zarte Klänge zu hören
sind, bekommt man dort oben den Genuss in voller Lautstärke und irgendwie
fühlt man sich zurückversetzt in alte Zeiten. Ich schaute verträumt über
Halles Dächer und überlegte, ob es
noch etwas Schöneres geben könnte. Die
Musik in meinen Ohren und der Blick über die Stadt bis hin zum Spaltenvulkan,
dem Petersberg. Eine herrliche Stimmung umwand mein romantisches Herz und die
Träumerei wurde nur durch das Fotografieren unterbrochen.
Also, wer schon immer mal wissen wollte, wer das alles ist, hier ist das Geheimnis geliftet: Andreas Zirpel, ein hervorragender Trompeter, und sein Team Anette Männchen, Kathrin Kamara, Winfried Schreiber, Georg Hartmann und Thomas Beyer stehen bei Wind und Wetter ihren Mann bzw. ihre Frau dort oben auf zugigem Terrain und verführen uns zurück in alte Zeiten.
So richtig weiß keiner, wie es zu dieser hübschen Tradition kam, aber die Erklärung, mit der mir der "Verein für Denkmalpflege und Stadtentwicklung, Arbeitskreis Innenstadt e.V." weiterhalf, erscheint mir sehr logisch:
"Der
Name Hausmannstürme leitet sich davon ab, dass auf den Türmen ein Hausmann
oder Türmer, also Wachmann lebte, der zu gewissen Anlässen, z. B. bei
Gefahr (Feuer oder Angriffen) die Sturmglocken läutete oder auf einem
Blasinstrument Signale vom Turm blies. Der letzte Hausmann auf den halleschen
Hausmannstürmen lebte und arbeitete dort bis 1916. Warst Du schon mal auf den
Hausmannstürmen? Eine kleine Ausstellung in einem winzigen Raum über der
Sakristei zeigt Bilder der Familie des letzten Türmers Otto Ziegler und ihn
selbst mit Trompete auf der Brücke zwischen den Türmen. Die Tradition des
Turmblasens wird von einer kleinen Truppe von Musikern aufrechterhalten, die zu
unregelmäßigen Zeiten gegen 18.00 Uhr abends eben auf dieser Brücke
einige
Lieder spielen...."
Die Halleschen Türme der Marktkirche sind wirklich sehr schön anzusehen, allerdings von oben ist es ein wahrer Genuss und zu den Händelfestspielen zu Händels Musik war es ein überaus wunderbares Erlebnis.
Somit kurz und gut und zusammenfassend waren das wiedermal exklusive Händelfestspiele, von denen ich keine Sekunde missen möchte.
Vielen Dank an alle Beteiligten und besonderes an die Turmbläser: "Ich habe mich sehr gefreut mit Euch dort oben die herrlich Freiheit und genussvolle Musik genießen zu dürfen."
Eure Jana