Nach langer Zeit mal wieder, komme ich dazu einen kleinen Bericht zu den letzten Ereignissen zu schreiben. Viel zu viele interessante Dinge habe ich in den letzten 14 Tagen gesehen und leider kann ich nicht zu jedem dieser hervorragenden Ereignisse berichten. Was mir das Herz sehr zum Bluten bringt.

Der Zarewitsch - Anhaltisches Theater Dessau - Premiere 2007 - Foto: Claudia HeyselIch durfte der Premiere zu einer der schönsten Operetten beiwohnen, dem "Zarewitsch" von Lehár in Dessau. Eine wunderbare Musik, einer Oper gleich, und Umsetzung auf der Bühne des Anhaltischen Theaters. Der einsame Soldat am
Wolgastrand rührte mein Herz und die wunderschönen Bilder dazu meine Seele. Markus L. Frank führte uns durch diese atemberaubenden Melodien und Dietrich von Grebmer verschaffte uns die schönen Bilder dazu. Eine brillante Inszenierung von Saskia Kuhlmann. Zu gern würde ich hier ausführlicher Wort dazu verlieren, aber es ist mir unmöglich ob der knappen Zeit im Moment, dieses Event gebührend zu feiern. Darum nur kurz meine Meinung dazu und eine Empfehlung zum Ansehen. Es lohnt sich!
Ein Besuch auf der wunderschönen Wartburg zu Eisenach war mein nächstes Erlebnis. Hier habe ich viele schöne Fotos für einen Bericht geschossen, nur  leider werden die jetzt erst mal nicht zum Einsatz gelangen. Irgendwann, denke ich allerdings, werde ich den Besuch wiederholen und sie dann ganz bestimmt nutzen können.
Dann gab es eines der besten Gewandhaus-Konzerte, denen ich in den letzten Jahren beiwohnen durfte. Riccardo Chailly dirigierte Strawinsky. Ganz mit Bedacht habe ich mir dieses Konzert ausgesucht, da ich diesen Komponisten liebe.
Seine Kleinodes "Pulcinella" und "Petruschka" durfte ich mir nicht entgehen lassen. Das ist wahre Kunst und Extase in einem. Das ist eine Brillanz, die man nur im Gewandhaus erleben kann. Noch immer hallen diese Melodien in meinem
 Kopf und noch immer kann ich meiner Begeisterung dazu keine Grenzen setzen. Ich freue mich schon sehr auf das nächste Konzert im Gewandhaus, zusammen mit Stravinsky und einem meiner weiteren Lieblinge Penderecki. Ich bin sehr gespannt auf die  Ausführung und Umsetzung durch Charles Dutoit.
Dann gab es noch Samuel Becketts "Das letzte Band" in Leipzig. Hervorragendes Stück, hervorragender Schauplatz und hervorragend gespielt. Dazu wird es einen Bericht geben.
Als Nächstes zog es mich wieder nach Dessau zum 7. Sinfoniekonzert. Ein hübsches Programm, aber von der Umsetzung her war ich nicht sonderlich begeistert. Was war los, Herr Berg?
Nichts desto trotz freue ich mich aber auf das 8. Sinfoniekonzert in der nächsten Woche und hoffe, auf eine, wie eigentlich immer, sehr gute Umsetzung.
 Vorletztes Wochenende verbrachte ich mit zwei Posaunenchören in Altenwalde bei Cuxhaven, was mir sehr gut gefiel und darum wird es höchstwahrscheinlich auch einen Bericht dazu geben.
Letztes Wochenende feierte ich Paul Gerhardts 400sten Geburtstag und besuchte dazu ein Jazz Konzert der Sängerin Sarah Kaiser in Polditz. Ich wäre nie darauf gekommen, wenn ich nicht mit der Nase darauf gestoßen würde und einfach nur aus Interesse "Ja" gesagt hätte. Auch zu diesem Ereignis gäbe es eine Menge zu schreiben um meiner Begeisterung dazu Luft zu machen, aber auch hier bleibt leider keine Zeit dafür. 

Irgendwo dazwischen schaute ich mir noch Ibsens "Hedda Gabler" wiedermal im Schauspielhaus Leipzig an, und war begeistert. Sarah Kaiser - Juni 2007 Sieht so aus, als sähen die mich jetzt öfter dort - vor allem, wenn sie mir weiter solch brillante Stücke in solch brillanter Umsetzung darbieten. Wieder ein Stück, wozu ich hätte gern meine Meinung veröffentlicht. Aber gut...  Zeit ist knapp, vor allem, wenn man in den letzten Zügen des Diploms liegt.
Also somit sind der eigentliche Anlass, aus dem ich wieder mal hier sitze, die diesjährigen Händelfestspiele in Halle. Sie stellen keines Wegs die anderen kulturellen Erlebnisse in den Schatten, aber sie finden in Halle meiner Heimatstadt satt und mein Heimatherz fühlt sich einfach dazu verpflichtet.
Gestern und heute habe ich an den Folien zur Verteidigung meiner Diplomarbeit gearbeitet und heute gönne ich mir das Vergnügen des Tippens bei Kerzenschein und gutem Wein.
Morgen Abend werde ich dem Abschlusskonzert in der Galgenbergschlucht beiwohnen.
 Dieses Jahr leider um 10 EUR teurer als im letzten und leider auch wieder mit dem für mich furchtbaren Dirigenten vom letzten Mal, aber Heimatherz verpflichtet... und auch die Hoffnung, daß er es diesmal besser macht.
 
Besser gemacht, oder überhaupt wie immer super gemacht, haben es diesmal die Crew zur diesjährigen Händeloper "Ariodante" und zu einem Kleinode, welches man nie und nimmer versäumen sollte, Purcells "King Arthur" in Bad Lauchstädt.
Ariodante war ein großartiges Highlight, aber King Arthur war der absolute Gewinner dieser Tage. -- ok, vom Turmblasen auf der Marktkirche in Halle einmal abgesehen.
 
Dieses Jahr saß ich wieder im zweiten Rang und ich finde immer noch, daß das hervorragende Plätze sind. Es ist ein wunderbares Gefühl von dort oben auf die Bühne mit dem hübschen roten Samtvorhand hinunterzublicken. Der Zuschauerraum und das Orchester sind von hier oben aus unsichtbar, nur die Bühne und die in voller Breite und Höhe kann man sehr gut sehen und irgendwie versetzt das einen in eine wunderbare Stimmung und alles um einen herum ist vergessen.
 Die Ouvertüre tönt in hervorragenden Klängen in den Saal und der diesmalige Dirigent übermittelt uns die Töne ganz nach meinem Geschmack. Leider konnte ich Herrn Federico Maria Sardelli von hier oben aus nicht sehen, aber diese
wunderbaren Töne, die er unserem Händelfestspielorchester entlockte brachten ihm schon eine Menge meiner Sympathie ein und dies sollte sich im Verlaufe der Opernaufführung auch nicht ändern.
Der wunderschöne alte Vorhang liftete sich und bot uns ein ganz nettes Bühnenbild (Benoît Dugardyn), wo ich beim ersten Akt noch dachte, daß es ganz interessant werden könnte.
Diesmal spielt die Händelsche Geschichte in Schottland und es handelt sich um die Liebe der jungen schönen Prinzessin Ginevra zu den jungen Fürsten Ariodante.
Eine Hochzeit ist in Aussicht und alles könnte so schön sein, wenn es da nicht einen eifersüchtigen Widersacher namens Polinesso gäbe. Der hätte doch gern anstelle des Ariodante die Schöne zum Altar geführt, nicht zuletzt um sein ehrgeiziges Ziel, den schottischen Thron zu besteigen, zu befriedigen. Auch wenn er uns als Bösewicht dargestellt wurde, hat er doch eine Verehrerin und einen wunderbaren Altus. Womit Händel wieder mal alle Prinzipien bricht. Die hohe
Stimme des Axel Köhler passt natürlich nicht zu den damaligen Geflogenheiten, den Bösewicht mit einer tiefen Stimme auszustatten. Hmmmm.... oder war das gar nicht Händel, der mit den Geflogenheiten bricht? Vielleicht ersetzte ja nur
Halle den schönen Bariton durch einen Altus? Oder bin ich jetzt völlig fehlgeleitet und das war ein Bariton? Ach was soll's und völlig egal, jedenfalls hatte er eine sehr schöne Stimme. Genauso auch, wie die anderen Beteiligten des Opernhighlights. Als da wären die hübsche Gillian Keith als die hübsche Ginevra, Raimund Nolte als ihr Vater, der König von Schottland, Caitlin Hulcup als das zarte Bürschchen Ariodante, Nicolas Sales als sein Bruder, Agnete Munk Rasmussen als Dalinda und Alexander Geller als der königliche Ratgeber Odoardo. Alles in Allem eine hervorragende Besetzung, wie man im Verlaufe der Oper erleben konnte.
 
1735 wurde Ariodante in Covent Garden in London und nicht in Halle an der Saale Uraufgeführt. Aber am 01. Juni 2007 durfte ich der Premiere am Operhaus Halle beiwohnen. Händels Geburtsstadt feiert wiedermal ihren abtrünnigen Sohn. Auch wenn die Engländer ihn gern für sich hätten, hat er doch immerhin fast 18 Jahre in Halle gelebt und war sogar Organist am halleschen Dom, bis es ihn 1703 erst mal nach Hamburg zieht, was ich auch als alteingesessener Hallenser durchaus verstehen kann. Halle ist ein hübsches Kleinode in Mitten Deutschlands, aber Hamburg ist das Tor zur Welt und die Elbe ist halt breiter als die Saale.
In Hamburg den Geschmack der weiten Welt gekostet, zieht es ihn in den darauf folgenden Jahren nach Florenz, Rom und Neapel, was ich auch sehr gut verstehen kann. Erst, als Georg von Hannover 1714 zum König von England ernannt wird,
folgt ihm Händel und betritt das erste Mal englischen Boden. Sein Debüt gab er dort 1711 am Londoner Haymarket Theatre mit der Oper Rinaldo.
Ich bin sehr oft in London im Haymarket Theatre, und obwohl ich weiß, daß es nicht Händels Schauplatz war, umzieht mich doch jedes Mal wieder dieses merkwürdige Gefühl von Ehrfurcht. Genau da, wo meine Schritte so oft den Londoner Boden betraten, genau da, taten es auch Händels Schritte, allerdings fast 300 Jahre früher. Fast 400 Jahre früher spielte unsere Oper im wunderschönen Schottland und unser Operhaus zeigte uns das mit wunderbaren schottisch anmutenden Kostümen. Mit den diesjährigen Kostümen ist unserem Opernhaus eine wahre Glanzleistung gelungen, schottisch modern und etwas schrill, würde ich sagen, aber super gemacht Frau Willmington!
Wo das Bühnenbild mir ab und zu etwas langweilig erschien, holten die Kostüme alles wieder heraus und als die Inszenierung auch noch ein Golfspiel zum besten gab, erweckte sie mich nicht nur meiner müden Augen (ob der stressigen vergangenen Wochen), sonder sie erweckte auch mein Verlangen mal wieder in Seehausen zum Golf vorbeizuschauen. Was ich somit auch morgen in die Tat umsetzen werde. Das herrliche Wetter lädt wirklich sehr zu einem entspannenden Golfspiele ein und Entspannung ist bitter nötig, so kurz vor dem Kolloquium meiner Diplomarbeit. Noch drei Tage und dann bin ich frei von allem lästigen Lernen und Studieren, noch drei Tage uns mein Ziel sollte endlich erreicht sein. Noch drei Tage und das immerwährende schlechte Gewissen im Falle des Nichtlernens wird verstummen. Noch drei Tage und ich habe meine Freiheit wieder. Ich lasse Euch wissen, wenn es soweit und alles gut gegangen ist. Dann können wir auf diesen Sieg anstoßen. Mein kleines Ziel war es, mit Hilfe des Studiums in den Ruhm und Genuss einer
FS/FL Stelle in meiner Firma zu gelangen. Das kleine Ziel Polinessos war es, in den Ruhm und Genuss des Thrones von Schottland zu gelangen und dafür waren ihm alle Mittel heilig. Er überredete die in ihn blind verliebte Dalinda, doch die Kleider Ginevras anzuziehen und in seine Gemächer zu kommen, um Ariodante einen Streich zu spielen. Natürlich gelang der Streich, da Ariodante seine Geliebte nicht von Dalinda unterscheiden konnte. Völlig klar - man konnte den Unterschied ja auch kaum bemerken - so ist das eben in der Oper. Naja, wahrscheinlich war Ariodante auch kurzsichtig.
Ob dieser Begebenheit will Ariodante sich natürlich das Leben nehmen und stürzt sich ins Meer. Ginevra wird natürlich beschuldigt und alle fallen in tiefe Depressionen. Ariodante mit einem Stein um den Hals liegt auf dem Meeresgrund,
der übrigens sehr gut durch das Bühnenbild dargestellt wurde, und hier hat Halle wohl ein bisschen mit der Story geflunkert, aber alles sehr beeindruckend.
Letztendlich klärt sich alles auf, der Bösewicht stirbt und das glückliche Paar ist wieder vereint. Die Zuschauer sind glücklich und lassen ihr Glück durch hervorragenden Beifall freien Lauf. Die Ariodante Crew ist glücklich, da sie die
Premiere mit Bravour gemeistert haben und ich bin glücklich, da alles ein gutes Ende gefunden hat und ich Happy Ends eben mag.
Dieser Auftakt zu den Händelfestspielen war wirklich sehr gut gelungen und ich freute mich schon sehr auf das nächste Highlight, Purcells Semi- Opera "King Arthur" am schönen alten Goethe Theater in Bad Lauchstädt.
Henry Purcell war einer der begabtesten englischen Komponisten, wenn nicht sogar der Begabteste. 

Soweit ich mich erinnern kann, gab es nach Purcell eigentlich nichts mehr sonderlich Erwähnenswertes. Und genau aus diesem Grund, durfte ich mir "King Arthur" auf keinen Fall entgehen lassen. Ich war glücklich noch zwei der kostbaren Karten für das Goethe Theater ergattern zu können. Eine Oper von Purcell gibt es höchst selten in unseren Landen und dann auch noch in dem wunderbaren historischem Ambiente des Lauchstädter Theaters. Goethe höchstpersönlich wirkte bei den Plänen zum Bau des Theaters mit seiner interessanten Bühnentechnik mit und ich höchstpersönlich durfte mal wieder auf den überaus harten Sitzmöbeln im Zuschauersaal platz nehmen. Nicht ohne ein klein wenig Schadenfreude, denn dem guten alten Goethe ist es vor ein paar Hundert Jahren ja auch so ergangen. Ob er sich allerdings "King Arthur" angesehen hat, wage ich zu bezweifeln, aber Titus hat er sich ganz bestimmt angesehen, denn damit wurde das Theater damals, 1802 eröffnet. Ich freue mich jedes Mal darüber, daß Herr Goethe Frankfurt/ M. bei Zeiten den Rücken gekehrt hat und lieber in den Osten kam um hier wunderbare Kultur zu vollbringen. Ich liebe diese Region, in der ich wohne, sie hat soviel wissenden Geist und intelligente Inspiration hervorgebracht. Der Nabel der kulturellen Welt also - ja, genau - ich liebe es wirklich sehr hier zu leben.
Marktkirche Halle - Turmblasen Händelfestspiele 2007 Herr Purcell hat wohl nie Bad Lachstädtischen Boden betreten, vielleicht noch nicht mal deutschen Boden. Wie sollte er auch, in der so kurzen Zeit die er lebte. Dafür durfte er in Londons Westminster Abby die Orgel spielen und war für seine Kirchenkompositionen sehr geschätzt von seinen Zeitgenossen. Selbst Händel war wohl unter seinen Fans. Naja, zumindest sind beide bei der Westminster Abby begraben.
"King Arthur" vertonte er 1691, nach einem Text von John Dryden. Kurz zuvor, im Jahre 1689, um das hier mal zu erwähnen, führte er seine erste Oper "Dido und Aeneas" auf. Wer daran interessiert ist oder einfach nur so gute Musik in gutem Ambiente mag, sollte sich diese Oper im Wörlitzer Park auf der Insel Stein ansehen. Das Anhaltische Theater Dessau hat sie in diesem Jahr auf dem Spielplan, was eine hervorragende Idee ist, wie ich finde.
"Die Würde der Briten" wurde durch Wolfgang Katschners Team und den hervorragen Sängerinnen und Sängern, hervorragend vertreten. So befand sich "King Arthur - or The British Worthy " zu den Händelfestspielen in guten Händen.
König Artus kämpft hier zwischen Sachsen und Britten und nicht sagenumwoben um die heiligen Gral mit Zauberschwert.
Irgendwie klang das sehr interessant und irgendwie hatte es für mich ein bisschen Ähnlichkeit mit Shakespeares Sommernachtstraum... aber nur im weitesten Sinne. Dem weiten Sinne, als das mich Grimbald doch sehr an Puck erinnerte und Emmeline ein bisschen an eine der gehetzten Verliebten. Besonders freue ich allerdings  mich eine alte Bekannte wieder zu sehen, Stefanie Wüst begeistere mich schon zum Kurt Weill Fest in Dessau und noch mehr als Königin der Nacht in Mozarts Zauberflöte.
Auch hier war sie wieder mit von der Partie als Britannia, Cupido und eine der Sirenen. Klasse! Eine sehr sympathische Frau!
5 Akte sitzen auf harten Bänken und 5 Akte Spannung und Spaß um Marktkirche Halle - Turmblasen Händelfestspiele 2007 den König und seine Widersacher. Mit diesen wunderbaren 5 Akten habe ich mich sofort in die Londoner Theaterwelt hineinversetzt gefühlt. Durch den gesprochenen Text, der eigentlich nur durch Purcells Musik untermauert wurde, und dem schönen Sound, der in der englischen Sprache zu Hause ist, avancierte dieser Besuch des Goethe Theaters zu einem absoluten Highlight für mich. Die Damen und Herren Sprecher, sowie Sänger und auch Orchester waren einfach brillant. Da gibt es nichts weiter zu sagen.
Schon der "Morris Dance" am Anfang war hervorragend gelungen und hatte mich sofort begeistert. Das war eine perfekte Choreographie und Umsetzung (Inszenierung: Colin Blumenau). Das rhythmische schlagen der Stöcke und die passenden
Bewegungen dazu waren faszinierend und alles passte so gut in des schöne alte Goethe Theater in Bad Lauchstädt. Das Theater war wie geschaffen für diese Inszenierung und ich staunte über soviel Brillanz.
Kaum zu glauben, daß der "Morris Dance" ein Vorläufer vom Square Dance ist.
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Ich hoffe, dass sie King Arthur auch zu den nächsten Händelfestspielen im Plan haben. Es ist auf alle Fälle einen Besuch wert und mir sogar einen Zweiten.

Ein weiteres Highlight der diesjährigen Händelfestspiele war das Turmblasen auf der Marktkirche. Nicht, dass es das nur zu den Händelfestspielen gibt, nein, diesem Ereignis kann man öfter frönen, aber diesmal war es eben ein Highlight. Einmal, daß es genau in die Händelfestspielwoche fiel und mit wunderbaren Händelmelodien diesem ehrte aber zum Anderen und viel wichtiger, ich durfte mit auf die Türme der Marktkirche und nachsehen, wer dort immer so wunderbare und wohlbekannte Melodien über Halles Dächern auf den Markt hinuntertransferiert. Wo von unten auf dem Marktplatz zarte Klänge zu hören sind, bekommt man dort oben den Genuss in voller Lautstärke und irgendwie fühlt man sich zurückversetzt in alte Zeiten. Ich schaute verträumt über Halles Dächer und überlegte, ob es Turmbläser Halle - Andreas Zirpel und sein Team - Händelfestspiele 2007 noch etwas Schöneres geben könnte. Die Musik in meinen Ohren und der Blick über die Stadt bis hin zum Spaltenvulkan, dem Petersberg. Eine herrliche Stimmung umwand mein romantisches Herz und die Träumerei wurde nur durch das Fotografieren unterbrochen.

Also, wer schon immer mal wissen wollte, wer das alles ist, hier ist das Geheimnis geliftet: Andreas Zirpel, ein hervorragender Trompeter, und sein Team Anette Männchen, Kathrin Kamara, Winfried Schreiber, Georg Hartmann und Thomas Beyer stehen bei Wind und Wetter ihren Mann bzw. ihre Frau dort oben auf zugigem Terrain und verführen uns zurück in alte Zeiten.

So richtig weiß keiner, wie es zu dieser hübschen Tradition kam, aber die Erklärung, mit der mir der "Verein für Denkmalpflege und Stadtentwicklung, Arbeitskreis Innenstadt e.V." weiterhalf, erscheint mir sehr logisch:

"Der Name Hausmannstürme leitet sich davon ab, dass auf den Türmen ein Hausmann oder Türmer, also Wachmann lebte, der zu gewissen Anlässen, z. B. bei Gefahr (Feuer oder Angriffen) die Sturmglocken läutete oder auf einem Blasinstrument Signale vom Turm blies. Der letzte Hausmann auf den halleschen Hausmannstürmen lebte und arbeitete dort bis 1916. Warst Du schon mal auf den Hausmannstürmen? Eine kleine Ausstellung in einem winzigen Raum über der Sakristei zeigt Bilder der Familie des letzten Türmers Otto Ziegler und ihn selbst mit Trompete auf der Brücke zwischen den Türmen. Die Tradition des Turmblasens wird von einer kleinen Truppe von Musikern aufrechterhalten, die zu unregelmäßigen Zeiten gegen 18.00 Uhr abends eben auf dieser BrückeTurmblasen Marktkirche - Händelfestspiele 2007 einige Lieder spielen...."

 

 

Die Halleschen Türme der Marktkirche sind wirklich sehr schön anzusehen, allerdings von oben ist es ein wahrer Genuss und zu den Händelfestspielen zu Händels Musik war es ein überaus wunderbares Erlebnis.

Somit kurz und gut und zusammenfassend waren das wiedermal exklusive Händelfestspiele, von denen ich keine Sekunde missen möchte.

Vielen Dank an alle Beteiligten und besonderes an die Turmbläser: "Ich habe mich sehr gefreut mit Euch dort oben die herrlich Freiheit und genussvolle Musik genießen zu dürfen."

 

 

 

 

 

Eure Jana