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Quelle: Disclaimer von Sören Siebert - Anwalt Internet
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Und jetzt meine Meinung zu diesem Thema:
Ist es nicht wieder traurig, daß immer mehr Rechtsanwälte und andere Personen die Gelegenheit wittern mit dem Internet Geld zu verdienen - nein nein, nicht durch Werbung oder dem Betreiben von virtuelle Welten. Der Trend schlägt jetzt in eine andere Richtung: Urheberrechte!
Da muß man jetzt Disclaimer über Disclaimer verfassen, nur damit man nicht Gefahr läuft unbeabsichtigt in eine der vielen rechtlichen Fallen zu tappen, die uns rechtlich etwas begriffsstutzigen und minderbemittelten privaten Homepagebetreibern lauern.
Wie war das früher schön, wo solche Leute sich noch nicht auf das Internet konzentrierten, sondern woanders ihr Geld verdient haben. Leider funktioniert das mit dem Geldverdienen im "normalen" Bereich nun nicht mehr ganz so gut - wir alle kennen die ernste wirtschaftliche Lage in der wir uns befinden - also muß man eben innovativ sein und nach anderen Quellen suchen, wie z.B. dem Internet. Und das ist eine wahre Fundgrube zum Geldverdienen!
Jetzt geht es schon los, daß sie nicht nur mp3 Files verbieten wollen, sondern auch die Nennung von bestimmten Namen - siehe den Bericht (unten) von Richard Meusers bei Spiegel Online am 07.01.2006.
Ich habe es ja schon vermutet, daß es irgendwann mal so kommen wird. Der Text "Die Zukunft der Musikindustrie" scheint jetzt überhaupt nicht mehr übertrieben und trifft die Sache voll auf den Kopf oder den Nagel in den Hintern der armen privaten Internetseitenbetreiber. Das was eigentlich nur als Spaß und so völlig ohne Kommerz gedacht ist, endet irgendwann im Desaster. Wenn das so weiter geht und jeder hier jeden verklagt, wird das Internet als Podium unbrauchbar. Keiner traut sich dann mehr seine Ideen hochzuladen und für andere zugänglich zu machen. Das Internet wird, genau wie das Fernsehen, irgendwann nur noch als trostlose Werbeplattform verkommen.
Spiegel Online
sagt da zwar Realsatire zu, aber ich meine, daß ist nicht mehr lustig, das ist
sehr, sehr traurig.
In gewissem Sinne hat das Internet etwas mit Kunst, Kreativität und
Redefreiheit zu tun. Aber wenn so etwas wie im Spiegel Online Bericht erwähnt
durchkommt, wird den Normalsterblichen, der sich seine Redefreiheit finanziell
nicht leisten kann, wieder der Mund verboten - Ist das nicht eigentlich ein
Verstoß gegen unsere
Verfassung bzw. dem Grundrecht der Menschen also gegen unsere
Menschenrechte? Ein Verstoß gegen das Recht der Menschen Ihre Meinung zu
sagen?
(1) Jeder hat das recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit zur Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.
(2) Diese Rechte finden ihre Schranken in den Vorschriften der allgemeinen Gesetze, den gesetzlichen Bestimmungen zum Schutze der Jugend und in dem Recht der persönlichen Ehre.
(3) Kunst und Wissenschaft, Forschung und Lehre sind frei. Die Freiheit der Lehre entbindet nicht von der Treue zur Verfassung.
Ja, so ist das - und wie viele Gesetze muß ich wälzen oder besser welches juristische Studium muß ich machen, damit ich dann all die allgemeinen Gesetze kenne, die ich beim Betreiben meiner privaten, völlig unkommerziellen, nur Spaß machenden Homepage beachten muß?
......
Meine besten Wünsche für all die Leittragenden, denen es genauso geht wie mir und möge uns das Internet, so wie es mal war noch ein Weilchen erhalten bleiben,
Eure Jana
ps. .... der hier ist übrigens auch gut: http://jendryschik.de/misc/disclaimer
.... und der oben erwähnte Artikel von Spiegel Online:
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Artikel von Richard Meusers vom 07.01.2006 bei Spiegel Online:
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